welcher sich den Schwank hat Vorspielen lassen, wiederholt versichert, daß er sich nicht besinnen könne, jemals im Leben so gelacht zu haben, als gelegentlich der Aufführung von „Charleys Tante". Wir möchten Herrn Director Reiners wünschen, daß das Werk einen ebenso colossalen Erfolg in Gießen erringt, als dasselbe an anderen Bühnen errungen hat, denn derselbe hat unter dem schlechten Besuch und Zeitverhältnissen in dieser Spielzeit hart zu leiden.
* ♦ Der Buchstabe G in seiner Bedeutung für Gießen. In dem im Verlage von Curt v. Münchow hier erschienenen „Wappenbuch" ist das Wappen der Stadt Gießen in einer Form enthalten, die von der bisher für richtig gehaltenen erheblich abweicht. Aus nachstehenden Zeichnungen ist der Unterschied zwischen beiden Arten ersichtlich:
Fig. 2.
Fig- 1.
Fig. 1 stellt das bisher Wiche, Fig. 2 das nach Angabe im Wappenbuch ältere Wappen oar. Ob das in dem Wappen Fig. 1 enthaltene G. den Anfangsbuchstaben von dem „alten Gießen" darftellen oder sonst eine Bedeutung haben soll, kann hier Un- crörtert bleiben. Welche Bedeutung aber das G für unser heutiges Gießen hat, möge in folgender Zusammenstellung dargelegt werden: Gießen ist Sitz des Kreisamts Gießen, KreiSrath Herr Provinzialdirector v. Gagern, Kreiskassenrechner Herr Rendant Grüneberg. Militärisch ist Gießen Garnisonstadt des früher „Großherzog" benannten Infanterie- Regiments Nr. 116. An der Spitze der städtischen Verwaltung steht Herr Oberbürgermeister Gnauth, ihm zur Seite als Beigeordnete die Herren Georgi und Grüneberg und als juristischer Beirath Herr Assessor Glässing. Die Majorität der Rechtskundigen in der Stadtverordneten Versammlung besteht aus den Herren Dr. Guifleisch und Grünewald. Vorsteher des Großh. Ortsgerichts ist Herr Groos. Pfarrer der Marcus-Gemeinde Herr Dr. Grein; Director der Spar- und Leihkaffe Herr Grüneberg; Verwalter deS städtischen Hospitals Herr Grüneberg- Verwalter des städtischen Arresthauses Herr Göbel. Die Stadt Gießen hat neben der Freiw. Gail'scben Feuerwehr noch eine Freiw. Gießener Feuerwehr- in das Cvmmando der letzteren theilen sich die Herren Grün und Gail. Vorsitzender des Gesell- schasts Vereins ist Herr Amtsrichter Gebhardt. — Auch in anderer Beziehung ist das G für Gießen von Bedeutung. So genießt man z. B. die schönste Aussicht auf die Stadt von der Germania und vom Gleiberg aus. Die hier einmünbenben Eisenbahnlinien weisen als nächste Haltepunkte auf bie Stationen Garbenteich, Großen-Buseck, Großen-Linden, während idyllische Spaziergänge über die GänSäcker und nach der Gansenburg führen. — Sollten einige geehrte Leser diese G-Betrachtungen noch weiter fortzusetzen in der Lage sein, so erbietet sich zu deren Veröffeut- ltchung der General-Anzeiger (Gießener Anzeiger).
* * Zur Förderung und Erleichterung des Neujahrs-Brief. Verkehrs ist es, wie in den Vorjahren, gestaltet, daß Stadtbriefe, . Postkarten und Drucksachen, deren Bestellung in Gießen am 1. Januar früh gewünscht wird, bereits vom 26. December ab zur Einlieferung gegangen können.
* * W. Aus dem Reichsverficherungsamt. Der Bauarbeiter Jäger aus Freiensteinau beantragte bei der Hessen Nassauischen Baugewerks-Berufsgenoffenschaft die Gewährung einer Unfallrente mit der Behauptung, daß er sich durch einen Fehltritt beim Tragen eines schweren Balkens einen Leistenbruch zu- gezogen habe. Die Berussgenoffenschast wies den Antrag ab. Dagegen sprach auf die Berufung des I. das Schiedsgericht zu Gießen demselben eine Rente von 10 pCt. zu, indem es mit Rücksicht auf die dem Kläger von seinen Arbeitgebern erteilten günstigen Zeugnisse dessen Aussage" als glaubhaft annahm. Gegen dieses Urtdeil legte die Berufsgenossenschaft Recurs ein, zu dessen Begründung sie vortrug: Nach dem Tage, an welchem I. sich cen Bruch zugezogen haben wolle, habe er, wie er auch gar nicht bestreite, ruhig roch er gearbeitet. Es sei daher nicht glaublich, daß der Bruchaustritt, | nne er es darstelle, plötzlich und unfallartig erfolgt sein sollte, i sondern ungleich wahrscheinlicher, daß der Bruch sich allmählich im Laufe der Zeit infolge anstrengender Berussthätigkeit entwickelt habe. Dann liege aber ein entschädigungspflichtiger Unfall nicht vor. Nehme man dagegen einen solchen an, so ergebe sich eben daraus, daß der Kläger ohne Unterbrechung seine Arbeit fortsetzen konnte, daß eine Beeinträchtigung seiner Erwerbsfähigkeit gar nicht eingetreten sei. Das Reichs' Versicherungsamt verwarf am 18. December er. den Recurs mit folgender Ausführung: Als Regel möge es zügegeben sein, daß ein unfallartiger Bruchaustrilt eine zeitweilige Unterbrechung der Arbeitsthätigkeit zur Folge haben werde. Nothwendig sei das indessen nicht, und ein Mann von sonst kräftigem Körper, wie es der Kläger fei, könne wohl trotzdem weiter arbeiten. Es sei aber auch festgestellt, daß er keineswegs in der bisherigen Weise weiter gearbeitet, sondern daß er sich geschont und mit Anstrengung gearbeitet, schwere Arbeiten aber ganz vermieden habe. Gerade darin sei auch die Verminderung der Erwerbsfähigkeit durch den Bruch- avstritt zu erblicken.
G. Großen-Buseck, 19. December. Vor einigen Tagen wurde in einem Gasthause zu Treis a. d. Lda. eingebrochen und einigen in diesem Hause übernachtenden Herren veF- schiedene Kleidungsstücke entwendet. Am verflossenen Samstag kam zufälligerweise eine Persönlichkeit, welche die gestohlenen Kleidungsstücke trug, in eine hiesige Wirthschast. Hier wurden die Kleidungsstücke oon# einem vorübergehend verkehrenden Herrn als die gestohlenen erkannt. Dies merkte der Verbrecher sofort und verduftete so schnell, daß er sich nicht einmal auf das für seine Zeche hingelegte Geld herausgeben ließ. Nun wurde Jagd auf den Ausreißer gemacht. Derselbe ging Anfangs auf die Straße nach Rödgen, flüchtete aber dann ins Feld, und als er auch hier feinen Verfolgern nicht mehr zu entrinnen vermochte, setzte er durch die Wieseck und erreichte auch glücklich das andere Ufer. Nach energischer Verfolgung gelang es schließlich doch, des Verbrechers habhaft zu werden und wurde derselbe in sicheres Gewahrsam nach Gießen gebracht.
§ Ober Ohmen, 20. December. Daß man noch in der Weihnachtswoche Kartoffeln a usmacht, dürfte ein seltenes Vorkommniß sein. Ein hiesiger Einwohner hat indessen in dieser Woche noch Kartoffeln gegraben. Jedenfalls sind aber die Knollen nicht mehr zu verwerthen, da tue vorausgegangenen Fröste bas Erdreich schon festgefroren hatten.
Aus dem Schliherland, 20. December. Bei der am 14. d. Mis. in Rimbach stattgefundenen Bürger- met st erwähl wurde der seitherige Bürgermeister Sch ä f er, der sein Amt schon einige dreißig Jahre mit Umsicht zum Wohle der Gemeinde und zur Zufriedenheit der vorgesetzten Behörde verwaltet hat, einstimmig wiedergewählt. Die Wahl wurde am Abend festlich begangen. — Die Influenza tritt gegenwärtig in hiesiger Gegend sehr stark auf. In allen Orten liegen viele Personen an derselben darnieder, in manchen Häusern oft sämmtliche Familienglieder zugleich. — In Qu eck herrscht schon seit Wochen Typhus, dem bereits- einige Personen erlegen sind. Mit Eintritt der kalten und trocknen Witterung war die Krankheit im Abnehmen begriffen, aber in den letzten Tagen sind, jedenfalls infolge der feuchten Witterung, wieder einige Neuerkiankungen vorgekommen. D. Ztg.
Nidda, 18. December. Gestern wurde die Karl Neeb Ehesrau aus Schotten auf dem sog. Paradeplatz in der Harb von zwei Strolchen angefallen und ihrer Baarschaft — 6,70 Mark — beraubt. Man ist den Thätern au der Spur.
Vermischtes
* Hamburg, 20. December. In dem Schaffner- Prozeß wurde heute Abend 8t/2 Uhr das Unheil verkündet. Fünf Schaffner und zwei Viehhändler wurden frei- gesprochen. Die verurteilten 22 Schaffner wurden der Bestechung im Amte schuldig fcefunhpn in den Fitllrn, wo sie Passagiere umsonst fuhren, aber nicht in den Fällen, wo sie Fahrkarten unterschlagen und außeramtiich verkauft haben. Die uerurtljeilten 21 Viehhändler sind nicht in allen Fällen der Bestechung schuldig erkannt worden. Särnrntl'chen Verurtheilten wurden mildernde Umstände zuerkannt, daher keine Zuchthausstrafe. Schaffner Martens erhielt 2% Jahr Ge- fängniß, drei Schaffner je D/s, einer 1 Jahr, die Uehrigen drei bezw. fünf, sechs, acht, neun und zehn Monate Gefängnis. Allen ist die Untersuchungshaft angerechnet worden. Von den Viehhändlern erhielt einer 1 Jahr, die Uebrigen ein bis sechs Monate Gefängniß und entsprechend hohe Geldstrafen- zwei kamen nur mit Geldstrafen davon.
* Bestrafter Uebermuth. Eine harte Strafe hat den 16jährigen Sohn eines Gutsbesitzers im Kreise Fischhausen getroffen, der in jugendlichem Uebermuth sich anheischig gemacht hatte, auf dem Rücken eines jungen Stiers bis zum Nachbar zu reiten. Trotz aller Warnungen, wurde das unvernünftige Vorhaben ausgeführt und zwar während der Tränkung der Viehherde am Gutsteiche. Kaum halte sich der verwegene Reiter auf den Rücken des Stieres geschwungen und sich im Genick desselben festgekrampft, als das Thier unter wüthendem Brüllen nicht den Weg zum — Nachbar, sondern im sausenden Galopp birect nach der offenen Gutsscheune nahm, gefolgt von der ganzen Viehherde. Hier gerieth das wüthende Thier zwischen Wagen, Pflüge und Eggen und an den spitzen eisernen Zinken der letzteren erhielt nicht nur der Stier erhebliche Verletzungen, sondern auch der Reiter- letzterem gelang es abzuspringen, er kam aber hierbei zu Fall, und nun wurden ihm Dom Stier durch einen einigen Hornstoß zwei Rippen gebrochen und nicht unbedeutende Verletzungen am Kopse beigebracht. Sämnnliche Personen des Gutshofes Harken zu thun, um den jungen Mann aus feiner lebensgefährlichen Lage zu befreien, dann schaffte man ihn nach der elterlichen Wohnung und sofort nach Königsberg in ärztliche Behandlung. Die Verletzungen sollen nach der „Härt. Ztq." so schwer sein, daß es fraglich ist, ob der junge Mann mit dem Leben davon kommt.
* Ein Angeber schlimmster Art wurde in vergangener Woche von der Strafkammer in Mühlhausen an der Unstrut zu zwei Jähren Gefängniß und fünf Jahren Ehrverlust ver- urtheilt. Der 26jährige Arbeiter Hartlep aus Hegerode erstattete fortwährend Anzeigen gegen Einwohner seines Ortes wegen angeblicher Verbrechen, wie Meineid, Urkundenfälschung usw., bei der Staatsanwaltschaft in Erfurt. Ermittelungen hatten stets ein negatives Ergebniß. Schon mehrere Male ist gegen den Angeber Anklage wegen wissentlich falscher Anschuldigung erhoben worden, doch konnte nie eine Verurtheilung ausgesprochen werden, weil er vorschützte, die Angabe in gutem Glauben auf Grund einer ihm von einem Einwohner in Hegerode gemachten Mittheilung erstattet zu haben. Dieser Einwohner war aber gestorben und so konnte die wissentlich falsche Anschuldigung nicht festgestellt werden. In dem jetzigen Falle ereilte aber den Hartlep fein Geschick. Während er in früheren Eingaben stets schrieb:
Der soll das gethan haben, schrieb er jetzt: „Der hat das gethan", nämlich eine Urkunde gefälscht. Der Angeklagte, ein mit der Welt zerfallener Mensch, führt die Anzeigen nach der Ueberzeugung des als Zeuge vernommenen Amtsvorstehers in Hegerode nur auS, um sich an der Angst und der Seelenpein der von ihm verdächtigten Personen zu weiden und um den Behörden Arbeit zu machen. Durch Zeugen wurde festgestellt, daß er folgende Aeußerungen gethan hatte: „Ich habe dem Staat schon über 1500 Mark Kosten gemacht, und wenn ich noch einmal so lange lebe, wird es noch einmal so viel", „dem früheren Schulzen habe ich so viel Arbeit gemacht, daß er nicht wußte, wo er hinaus sollte", „jetzt wolle er dem Gericht zu schaffen machen, jetzt habe er das halbe Dorf als Zeugen und die müssen alle nach Mühlhausen- dort könnten sie dann nichts aussagen und bekämen doch ihr schönes Geld." Im Hinblick auf die Höhe der erkannten Strafe beschloß das Gericht wegen Fluchtsvcrdachts die sofortige Verhaftung des Angeklagten. Daß es nöthig war, zeigte sich am Schluffe der Verhandlung. Als Hartlep abgeführt wurde, machte er einen Fluchtversuch, der jedoch mißlang. Auf der Treppe wurde er von dem Gerichtsdiener wieder gefaßt.
Schisssnnchviehten.
Hamburg-Amerikanische Packetsahrt Actien-Gesellschast.
Postdampfer „Suevta" und Dampser „Markomannta", von Rewyork kommend, sind am 19. December, 8 Uhr 45 Mtn., auf der Elbe bei Cuxhaven angekommen.
Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 20. December wohlbehalten in New- york angekommen.
Vermehr, Land- und Volkrrvirthschast.
Limburg, 20. December. Fruchtmarkt. Rother Weiten JL 12.25, weister Weizen Jt 00.00, Korn X 10.10, Gerste JL 9.30, Hafer u*L 7 25.
Literatur unfc Arrnft.
— Vom Fels zum Meer^, 1893-94, Heft 4. (Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart, Berlin, Leipzig.) Dem duich die Specialausstellungen in Wien, München, Berlin nach feinten Tode schnell zu allgemeiner Würdigung gelangten Landschaftsmaler I. E. Schindler ist der erste illustrirte Aussatz dieses HefleS gewidmet. Er entstammt der berufenen Feder A. v. Vincentis. Durch die vorzüglichen Neproductioncn einer Reihe der besten Werke des genialen Wiener Meisters wird sein Schaffen nach jeder Richtung hin veranschaulicht. Die prächtigen Bilder aus Capri und Lvcroma sind ebenso vertreten wie die stimmungsvollen Mülleridyllen aus Niederösterreich; auch das berühmte „Auf der Landstraße" fehlt nicht. Der neue Roman „Der Rangirbahnhoj" von Helene Böhlau, welcher das moderne Künstlerleben in München zum Untergrund hat und dessen Kämpfen seine Conflicte entnimmt, sowie ein illustrirter Aussatz von Professor Schmarsow über deutsche Bildwerke des Mittelalters bringen den künstlerisch-vornehmen Character der Revue in unterhaltender Form zum Ausdruck. Daneben finden sich gehaltvolle Plaudereien von I. Slinde und Karl Hecker, eine humoristische Novelle aus Südfrankreich „Der Fall Blanchart" vost Neoldechen, ein geistvoller literarhistorischer Essay von Erich Schmidt und viele andere Beitrage namhafter Autoren. Von besonderer Aktualität Angesichts der Steuerdebattkn ist der Aussatz „Die Entstehung der Cigarre", welcher in Bild und Wort die deutsche Cigarrenfabtikation dem Leser vorführt.
— Adrian Balbi» Allgemeine Erdbeschreibung. Ein Handbuch des geographischen Wissens für die Bedürfnisse aller Gebildeten. Achte Auflage. Vollkommen neu bearbeitet von vr. Franz Heidertch. Mit 900 Illustrationen, vielen Textkärtchen und 25 Kartenbeilagen auf 41 Kartenseiten. Drei Bände. — In 50 Lieferungen ä 75 Pf. oder in 10 Abtheilungen ä 3 Mk. 75 Pf. Auch in drei eleg. Halbsranzbänden ä 15 Mk. zu beziehen. Bisher 40 Lieferungen ausgegeben. (A. Hartlebens Verlag in Wien.) Wir haben schon berichtet, daß von diesem trefflichen Werke zwei Bände abgeschlossen oorliegen. Vom dritten Bande sind nunmehr 6 Lieferungen erschienen, welche die Geographie Oesterreich - Unyarns und der Schweiz behandeln und die das hohe Lob, welches wir bereits früher in Bezug auf Inhalt wie Ausstattung auszufprechen in der Lage waren, ebenfalls in vollstem Mdtze verdienen. Die Unsumme neuerer geologisch - geographischer und meteorologischer Deiail- forschungen, die Volkszählungsergebnisse, die offictellen statistischen Daten, die jüngsten Höhenmessungen in den Alpen rc. rc. finden sich in der gewissenhaftesten Welfe »u einem anschaulichen Gesawmtbttde verarbeitet. Dabei ist trotz wissenschaftlicher Genauigkeit die Darstellung nirgends lehrhaft trocken. Dke Ausstattung ist eine geradezu glänzende zu nennen. Die Unzahl prächtiger Illustrationen, die netten L>pecialkärlchen im Texte, sowie die besonderen, in vielfachem Farbendruck ausgeführten Kartenbeilagen fördern und beleben das Verständniß der Leciure und werden namentlich dem Geogruphte- lehrer beim Unterrichte die besten Dienste leisten. Wir möchten den von Dr. Heidertch so glücklich erneuten „Balbi" als vornehmes Weihnachtsgeschenk empfehlen. Alt und Jung wird daraus reichste Belehrung und Anregung schöpfen.
der israelitischen Keligiorrsgesellschuli
Freitag Abend 4°» Uhr, Samstag Vormittag 8« Uhr, Samstag Nachmittag 3°“ Uhr, Samstag Abend 600 Uhr.
Eingesandt.
_ __ Gießen, 21. December 1893.
lieber das am vorvorigen Sonntag hier aufgeführte einactige Schauspiel »Die Brüder* von einem ungenannten Gießener, welches jüngst von der Reiners'schen Truppe in Marburg wiederholt wurde, schreibt die dortige „Oberhessische Zeitung" folgendes: Das Stück ist nach Form und Inhalt ein so unreifes Bühnenmachwerk, daß es sich nicht lohnt, darüber Wie Worte zu verlieren. Der Mangel an Handlung und die endlosen Gespräche machen das Ganze so langweilig, daß Jedermann zufrieden war, als nach mehr als halbstündiger Dauer der Vorhang sich über dem geistlosen Machwerk enkte. — Das „Marburger Tageblatt" schließt seine ebenfalls nicht gerade günstige Besprechung des Etnacters mit den Worten: Die Claqueurs auf der Gallerte konnten das übrige Publikum nicht zum Beifall für diesen schwachen dramatischen Versuch bewegen.
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