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DieMas dm 17. October
Erstes Blatt
Deutsche- Reick.
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Die Gießener
r<rbm dem Anzeiger pSchnttlich dreimal tz «gelegt.
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— Der Bund der Landwirthe schwenkt immer schärfer in die Oppositionsstellung gegen den neuen Curs ein. Diese Schwankung markirte sich schon in dem bekannten
Darmstadt, 14. October. Seine Königliche Hoheit der hroßherzog empfingen heute u. A. den Kreisamtmann Dr. Heinrichs von Lauterbach.
'vilterstützen.
Berlin, 14. October. Nachdem in den jüngsten Tagen in der deutschen Armee diejenigen Formationen zur Aus- sthrung gelangt sind, welche die Militärvorlage vom 3. August 15. Js. vorgesehen hat, wird das Gesammtbild imeressiren,
lung des Lehrlingswesens. Die Vorschläge wurden aus der Mitte der Versammlung heraus einerseits entschieden bekämpft,
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j.icbe des Landesversicherungsamtes zu ernennen.
Berlin, 14. October. Der Kaiser hat in Schloß Hubertusstock u. A. auch den preußischen Finanzminister Dr. Miguel empfangen und von demselben einen längeren Ertrag über den Stand der Reichssteuerangelegenheit, sowie über deck preußischen Staatshaushalt entgegengenommen. Es verlautet, daß der Kaiser die Sorgen des Ministers in der ^eichssteuerfrage theilte, daß er aber zugleich die Hoffnung äußerte, der Reichstag werde die Sachlage erwägen und die Regierung in ihrer schweren Aufgabe, Deckungsmittel für ^umgänglich nöthig gewordene Ausgaben zu beschaffen,
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Ausland.
Paris, 14. October. Aus fast allen größeren Provmz- städten laufen Meldungen ein über die gestern gefeierten patriotischen Feste- selbst die Araber in Algier haben eine Sammlung zu einem Geschenk für den Admiral Avellan eröffnet. Der gestrige Tag in Toulon verlief ohne Zwischenfall. Carnot hat sich noch nicht entschlossen, ob er nach Toulon geht, aber cs ist wahrscheinlich, daß er am 27. ihm reift. - „Figaro" meldet, es würden Agenten der Gehe m- polizei unter Führung eines Commissars in dem Zutze mstallirt, der die Russen nach Paris führt, um die Menge an allen Stationen zu überwachen. — Sofort nach der Ankunf russischen Flotte richtete Carnot ein Telegramm an den Czaren. Die russischen Matrosen dürfen erst heute Abend an das Land gehen. — Von dem gestrigen Empfange auf der Manie wird erzählt, Avellan sei so bewegt gewesen, daß er sein Champagnerglas in der zitternden Hand kaum halten konnte^und t Tbränen ausbrach. - Der Marineminister reiste Morgens von Toulon ab. - Vormittags betraten 20 russische Matrosen, die einen Osfizier an das Land gerudert hatten, das Ouat. Die Menge umringte sie begeistert und verhinderte sie, an Bord zurückzukehren. Die Russen riefen: „Hoch Frankreich und alle Franzosen!" ~
Paris, 14. October. Admiral Avellan empfing an Bord des Admiralschiffs über hundert Delegationen. Zahllose Boote bringen die Bevölkerung auf das Schiff, wo freier Zugang ist. Der Präsident des Pariser Gemeinderaths sagte bei seiner Ansprache an den Admiral Avellan, die Pariser würden sie als Verbündete, Freunde und Brüder empfangen. Avellan antwortete, er fei darüber besonders glücklich, da jeder Schritt seiner Seeleute in Frankreich von ganz Rutz, land verfolgt werde. Der Maire von Marseille erhielt die Zusage, eines der russischen Schiffe werde, wenn möglich, im Marseiller Hafen ankern. Dem Maire von Nizza versprach Avellan den Besuch der Flotte im nächsten Winter. Der Admiral deutete zugleich den geplanten Besuch der Flotte in Griechenland an. — Zahlreiche Begrüßungs-Telegramme aus Rußland laufen ein, so von den Bürgermeistern von Petersburg und Kronstadt, von mehreren Adelsmarschällen, vom Oberpostdirector und von Truppentheilen. Aus Kopenhagen telegraphiren die Offiziere der dort vereinten rufsischen und französischen Schiffe. Der Pariser Verein der Combattanten von 1870 überreicht eine Fahne an die russische Flotte. Der Zustrom der Schaulustigen auf das Admiralsschiff dauert fort. Das Gedränge ist derart, daß die Matrosen keinen Platz zum Mittagessen haben. Die meisten Delegationen überbringen Geschenke, sodaß das Verdeck mit unzähligen Kisten gefüllt ist. Der Maire von Ajaccio überreichte 1000 Frs. für die Hinterbliebenen der Opfer der „Ruffalka". . A
Paris, 14. October. Auf Nachmittag fand großes Turnfest statt. Avellan und die russischen Offiziere wurden bei ihrer Ankunft enthusiastisch begrüßt und die Marseillaise und die russische Hymne gespielt, die von den Anwesenden stehend und entblößten Hauptes angehört wurden. 43Türn- vereine aus allen Theilen des Landes defilirten vor den Russen. Die Begeisterung wiederholte sich bei der Abfahrt - der Wagen Avellans kann nur Schritt fahren, die Menge umspringt denselben, „Vive la Kuasie!“ unaufhörlich rufend, und verhindert beinahe die Einschiffung der Ruffen in die Boote. Die Polizeiagenten glaubten den Ruf „Nieder mit Rußland!" gehört zu haben und theilten die Menge, um den Urheber, zu suchen. ES entstand eine kurze Erregung, bis der Jrrthum constatirt wurde. — Abends fand an Bord des „Formidable" ein von Admiral Boissoudy gegebenes Diner statt. Boiffoudy bringt einen kurzen Toast auf die russische Kaiserfamilie und die russische Marine aus. Avellan antwortet ebenso kurz mit einem Toast auf Carnot und die sranzösische Republik und Marine. Nach dem Diner war Ball im Arsenal, das glänzend decorirt ist. Das Amtsblatt publicirt morgen die Verordnung, durch die Carnot den . Ministern 386 000 Francs Credite zum Empfang der Russen in Paris und Toulon anweist. — Zum venettanischen Fest sind alle Schiffe mit bunten Laternen geschmückt, die französischen und russischen Panzerschiffe tttummirt. Dte . russischen Schiffe werfen Ströme electrtschen Lichtes ani«
Ufer. Auf den Jeafquais finden Straßenballe statt. Abends - kamen einige russische Matrosen an's Land, sie wurden be- , geistert empfangen, tausend Hände streckten sich ihnen ent-
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Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
welches das deutsche Heer nunmehr zeigt. Die „Nordd Allg. Zeitung" gibt eine übersichtliche Zusammenstellung, der rott folgende Hauptdaten entnehmen : "^ei der Inf an ter i sind den 173 Regimentern zu drei Bataillonen ebensoviel Halbbataillone (zu zwei Compagnien) hinzugetreten, so datz diese Waffe hinfort inclusive der 19 Jäger- und Schutzen, baiaillone 538 Bataillone und 173 Halbbataillone zahlt. Die Cav aller ie ist durch die neue Organisation nicht berührt worden. Sie behält ihre Formation m 73 Regimentern (Preußen), 10 Regimentern (Bayern), 6 Regimentern (Sachsen), 4 Regimentern (Württemberg), insgesammt 465 Eskadronen. Bei der Artillerie dagegen ist eine wesentliche Verstärkung und Neugliederung eingetreten im Hinblick auf die wichtigen und vielseitigen Aufgaben, die dieser Waffe den Gefechts
। feldern der modernen Kriegsführung zusallen. Die Verstärkung b-steht in 60 im Laufe der abgelaufenen Woche neu formirten fahrenden Batterien, die in Abtheilungen zu je 3 Batterien zusammengefaßt und 16 Regimentern zugetheilt worden sind. Außerdem sind drei neue Batterien als zweite Abtheilung der Feldartillerie-Schießschule zu Lehrzwecken aufgestellt worden. Die Waffe der Fußartillerie zählt nach vollzogener Neu- Organisation 37 Bataillone. Bei der Pionier trupp e wurden drei Bataillone formirt, so daß es jetzt im Ganzen 23 Bataillone gibt, von denen 19 auf Preußen, zwei Baiaillone auf Bayern, sowie je ein Bataillon auf Sachsen und Württemberg kommen. Die Eisenbahntruppen haben ein drittes Regiment zu den schon bestandenen zwei Regimentern m dieser Woch- erhalten. Bei dem Train wurde nur eine Compagnie errichtet und dieselbe dem 16. Trainbataillon ein- qereiht. Die 21 Trainbataillone haben damit nun sämmtlich drei Compagnien. In den Tagen vom 14. zum 17. October findet diesmal die Einstellung des neuen Ersatzes (abgesehen von der Cavallerie und der reitenden Artillerie) in das Heer statt. Damit beginnt die Einführung der zweijährigen
Gerhardt und Olshausen in Berlin, von Esmarch iU ^eigmariugen, 14. Dclober. Der Kaiser ih°M° dem Fürsten telegraphisch mit, daß er den Punzen Kxtedrlch von Hohenzollern zum commandlrenden General des dritten Armeecorps ernannt habe.__._____
Zur Hebung des deutschen Ausfuhrhandels.
Soll da« auf vielen Gebieten darniederliegende Geschäfts- Ith.i in Deutschland gehoben werden und sollen zumal In- hirric und Handel zu weiterer Blüthe gelangen, so mutz vor eile.' Dingen Deutschlands Ausfuhrhandel neue Fortschritte rat,en. Es ist bei diesem Bestreben wichtig, daß sich dein ich en Exporteure Ländern zuwenden, welche für deutsche illii fuhr große Chancen bieten, und da kommt, wie nach- ftebjnbe Ausführungen beweisen, hauptsächlich das rasch empor- tuende Königreich Japan iu Betracht. Aus einem offittellen ktlichte des britischen Gesandtschaftssecretärs in Tokio, Herrn epring Rice, ergibt sich nämlich, daß der Handel Groß- HtannienS mit Japan in stetem Rückgänge begriffen ist. ko ist die Ausfuhr Englands nach Japan, die im Jahre loch 39 pCt. aller dort eingeführten Waaren umfaßte, im Ich« 1892 auf 29 pCt. derselben gesunken. Die in dem knichte enthaltenen statistischen Angaben führen aber zu dem iuicxefiQntcn Ergebniß, daß Deutschland der erfolgreichste Gor current Englands auf dem japanischen Markte ist. Denn obgleich England im Jahre 1892 noch mit einer Gesammt- klpi fuhr nach Japan von 3,107,572 Lstr. an .der Spitze aller ton hin expedirenden Länder steht, hat es doch für 340,000 tftr. tr>eTiger Waaren auö Japan bezogen und für 225,103 Lstr. «Eiger Waaren dorthin geschickt, als im Vorjahre, wahrend iie deutsche Ausfuhr nach Japan im Jahre 1892 nn -Ker« gleiche mit dem Jahre 1891 um 98,358 Lstr. zugenommen hat und damit, sowohl was das Derhältniß des Wacksthums 16 auch den Gesammtbetrag derselben von 952,935 Lstr. Grifft, allen übrigen Ländern voransteht. Aus den ferneren im Berichte enthaltenen Details ist zu entnehmen, daß Deutsch- kni? in erster Linie seinen Export an Eisen- und Stahlwaaren rach Japan auf Kosten Englands vergrößert hat. Doch nicht tut in der Eisenbranche, sondern auch mit Bezug auf Tcxtil- tuairen wird, wie aus dem Berichte erhellt, der britische Lwidel vom deutschen stetig verdrängt. Es tritt dies namenb sich in den Artikeln Flanelle, Wollengarne, Tuche aus Wolle und« aus Halbwolle hervor, denn hierbei zeigt sich überall ein ------- ------- ....
Makgang des englischen Exports und dafür eine Zunahme scharfen Artikel gegen den Reichskanzler, den em Herr di« deutschen Exports. Wenn man nun erwägt, daß Japan I b. Wangenheim in dem offiziellen Organ des Bunde» ver- ucn seit einer Reihe von Jahren einen raschen Aufschwung öffentlicht hatte und in welcher Kundgebung geradezu der
011f commerziellem wie industriellem und wirihschaftlichem Ge- Rücktritt Caprivis gefordert worden war. Neuerdings hat
bitte nimmt und daß es sich am meisten von allen Staaten I sich nun der Bund der Landwirthe abermals gegen den
Wens der europäischen Cultur und Civilisation zugänglich I leitenden Staatsmann des Reiches und seiner Politik gewendet,
kln-cist, sich in seinen Bedürfnissen immer mehr den euro- I indem in einer zu Halle a. d. S. stattgefundenen Versamm- paiichen Anschauungen und Gewohnheiten anzupaffen sucht, so lung zahlreicher Mitglieder des Bundes einstimmig em Be- rchellt auö alle dem wohl zur Genüge, ein wie weites utTb I schluß gefaßt wurde, der sich energisch gegen den etwaigen bwkbares Feld der deutsche Ausfuhrhandel in dem fernen l Abschluß eines deutsch-russischen Handelsvertrages wendet, kiasiatischen Jnselreiche finden würden. Auch muß daran Bei dem Einfluffe des Bundes könnte eine Fortsetzung tiinnert werden, daß die japanische Regierung eifrig bemüht tiefer Opposition der Reichsregierung mindestens unbequem i, aerobe Deutsche für die verschiedensten Unternehmungen werden. .
ir ihrem Lande h-ranznzi-hen und dah sie speziell den Handels. - In Eisenach sand °°m Dann-rSiaE ad der neunte Nttifdien Bestrebungen der Deutschen in Japan allen Vor- deutsche Gewerbekammertag statt, ^m Mittelpunkte ftub leistet, es würde sich demnach für deutsche Unternehmungs- der Verhandlungen standen die Vorschläge des preußischen lust, Tbatkraft und Energie in Japan gewiß ein sehr lohnendes Handelsministers zur Organisation des Handwerks und Rege- und dankbares Gebiet eröffnen.
lY Zw Hause oetlingetlr willbtr mittlettStod, I eingerl^td, 5DlanfarbtDt wm, Gaümbtthelim Atobtr oder später w «i >hnes Dalltborftrah^- 33] ®obnung, 4 Zianr/_ i7 trmtetben
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Gießener Anzeiger
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anderseits jedoch ebenso warm befürwortet.
Berlin, 14. October. Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge ist ein vollständiger Plan bezüglich der Umgestaltung des Jrrenwesens noch nicht aufgestellt worden, es könne aber als sicher bezeichnet werden, daß mit der Revision der Darmstadt, 14. October. Seine Königliche Hoheit der Civilprozeßordnung auch eine erneute Prüfung der Bestimm- üroßherzog haben Allergnädigst geruht: Am 14. October ungen über das Entmündigungsverfahren stattfinden durfte. I) den vortragenden Rath bei der Abtheilung des Ministeriums Friedrichsruh, 14. October. Die Befferung n dem Be- l;r Finanzen für Forst- und Cameralverwaltung Geheimen finden des Fürsten Bismarck ist derart, daß derselbe Oberforstrath Wilhelm Wilbrand zum ständigen Mitgliede trotz der rauhen Witterung em en längeren Spaziergang U£ er» ic« Landesversicherungsamtes, 2) den Kreisamtmann Dr. Karl nahm. Professor Schwemnger verbleibt bis zur nächsten Woche -Mfer zu Darmstadt zum stellvertretenden ständigen Mit- | in Lugano. Petersburger Tele
gramm der „Kölnischen Zeitung" zufolge geht ein arges Mißtrauen gegen die Aufrichtigkeit Deutschlands, besonders Caprivis, bei den Zollverhandlungen durch die russische Preffe. Die russische „Moskauer Zeitung" versteigt sich sogar zu der Bemerkung, angeblich auf Grund von Berliner Gerüchten, Rußland könne mit Recht fordern, daß die Verhandlungen auch deutscherseits mit dem Wunsche nach einem beiderseits befriedigenden Ergebniß geführt werden, nicht um daheim eine Partei, die Industriellen, zur Unterstützung anderer Absichten zu gewinnen. Aehnliche Vermuthungen deuten andere Blätter an.
Dresden, 14. October. Anläßlich ihres 7oiahrlgen Be- stehens ernannte die „Gesellschaft für Natur- und Heilkunde" 22 Aerzte zu Ehrenmitgliedern, darunter auch die Ge- Heimen Medicinalräthe und Profefforen v. Bergmann,


