Ausgabe 
15.4.1893 Erstes Blatt
 
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Man würde, sollte die wohl kaum anzunebmende außer ordent­lich große Hitze des vergangenen Sommers wieder einkreten, sparsam vorgehen müssen, auch die guten Pumpbrunnen müsse man sich sichern, ferner die Entnahme deS Wasser» für die Ltraßenbesprengung aus die Zapfstellen an der Hornberger» schen Fabrik unb an den Bahnhöfen beschränken- Zur Zeit sei aber der Wasserzufluß not derselbe wie im Spätherbst de» vorigen Jahres. Herr Wallenfels spricht sich gegen die von Herrn Dr. Ploch vorgeschlagcne Asphaltirung der Brunnenumgebung au». Herr Petri bittet, auch die Sandftltrirung nur alS Probemaßregel zu betrachten, da man noch nicht wisse, ob sie sich bewähre. ES wird unter Be­willigung von 230 Maik für Herstellung von 4 Brunnen in der von Herrn Pros. Dr. G as fkv vorgeschlagenen Art be- schloffen, vor Angriffnahwe der BerbefferungSarbeiren Gut­achten von Specialtechnikern, besonders wegen der ASphalnrung einzuholen.

Das Gesuch des Herrn W. F a u st umEoncession zum Wirths schastSbetrieb für das Hau- Grünbergerftraße 30 wurde be fürwortet, da in dem Hause bisher schon Winhschast betrieben wurde. Dagegen hat die Stadtverordneten Versammlung in Uebereinstimmung mit ihrer Commission bezüglich de» Ge- suche» des Herrn Albert Köchlin um Erlaubniß zum Berkaus von Branntwein über die Straße anS dem Hause Gartenstraße 38, die Bedürfnißfiage verneint.

Cocalts und provinzielle».

«ietze», 14. April 1893.

* Im Oberhessffchen Seschichtkverein diel» gestern Abend Herr cand. hist. Heinr. Werner auS Dolmstadt einen intereffanten Bonrag überDie Wetterauer Städte» bünde und Landfrieden des XUI. und XIV. Jahrhundert»-, ein bis jetzt noch nicht näher behandeltes Capitel unserer vaterländischen Geschichte. Der Vortragende entwarf zunächst ein Bild von der Entwickelung der Landfrieden in Deutschland im Allgemeinen und charocterisirte die große Bedeutung dieser eigenartigen, verfaffungSgeschichtlich sehr wichtigen Institute. Dann ging er auf die Wetterauer Verhältnisse im Besonderen ein und bemerkte, hier gäbe eS verschiedenartige Gruppen zu unterscheiden: 1) Bündnisse, die ausschließlich von Wetter» au er Städten geschloffen wurden, 2) solche, an denen auch Städte anderer Gegenden betheiligt waren, 3) gemischte Bündnisse, an denen Herren und Städte Antheil nahmen. Schon bei der ersten Gelegenheit, wo eine ganze Gruppe Wetterauer Städte urkundlich hervortritt, im Jahre 1226, ist ihre Antheilnahmc an einem Landfrieden bezeugt, den sie mit den rheinischen Städten vereinbart hatten. Praktisch hat derselbe ferne Wirkung allerdings nicht bethätigen können, da ihn König Heinrich VII. am 27. November 1226 aufheben ließ. 1232 fällt bann die Erhebung der vier Wetterauer Städte Frankfurt, Friedberg, Wetzlar und Gelnhausen zu freien Reichsstädten, jetzt war ihnen die Beteiligung am politischen Leben überhaupt, insbesondere an Bündniffen in vollem Um­fange ermöglicht. 1264 treffen wir sie im sogenannten ersten rheinischen Bund" und 1265 erfolgte zuerst der Abschluß eines großen Wetterauer Städte- und HerrrnbundeS, der ein­mal Aufrechthaltung des allgemeinen Landfrieden», insbesondere Verhinderung der grausamen Judenverfolgungen, dann Ein­führung eines einheitlichen Zollsystems für das befriedete Ge­biet bezweckte. Die BundeSorganifation ist für die frühe Zeit auffallend entwickelt, am meisten inlereffirt der Bestand eine» regelrechten Bundesgerichts, das 8 Mitglieder zählte. 1273 wurden zwei Bündtuffe abgeschlossen, eine» zu gegenseitigem Schutz, daS andere, um für den Fall einer Doppelwahl tm Reich einheitliches Vorgehen der vier theilnehmenden Städte zu schaffen. In daS Jahr 1285 gehört nun der erste local e Wetterauer Städtebund, der dann 1295, 1306, 1316, 1325, 1334, 1336, 1340, 1349 und 1364 erneuert wurde. In dieser Vereinigung kam zuerst der im Mittelalter ganz allge­mein gebräuchliche BegriffWetterauer ©läötegruppe" aus. 1278 schloß sich ein neuer großer Herren- und Städtebund an, an dem auch Angehörige anderer Gegenden betheiligt waren. InS Jahr 1317 fallt der erste vom Raffer erlassene Landfrieden, der bekannte Bacharacher Bund. Die Organisation ist genau in der Urkunde ausgezeichnet. 1330 erfolgte wiederum Abschluß eines Städte- und HerrenbündniffeS, ebenso 1337. Unter Karl IV. wurde 1352 die erste Landfriedensvereinigung für die Wetterau erlassen, die dann 1352 erneuert wurde. 1359 fällt ein kleinerer Herren- und Städtebund, 1371 eine eigenartige Vereinigung ohne bestimmte Bunde-organisation. 1376 hören wir von einer kaiserlichen Bestätigung eine» Wetterauer Bundes, doch ist nicht ersichtlich, welcher gemeint ist. Au» der Folgezeit sind besonder» die dem Abschluß de» großen Bunde» von 1381 vorau-gehenden Verhandlungen zu erwähnen, die mit dem Beitritt der Wetterauer Städte endigten. Die einzelnen hier nur kurz angeführten Bündtllffe wurden im Vortrag eingehend zergliedert und ihrer Bedeutung nach charakterifirt. An diesen Vortrag schloß sich eine kurze Di-cussion, im Verlaus deren noch intereffante Einzelheiten vorgebracht wurden. Danach legte Herr Oberbibliothekar Dr. Haupt der Versammlung einige intereffante Schriftstücke vor, die von der Universitätsbibliothek neuerbing» erworben worden sind.

* Neue» Theater. Der gestrige Abend brachte un« bei gut besuchtem Hause E.Millöcker» OperetteG a ß p a r o n e*. Die Handlung, welche da» italienische Briganten und Schmugglerwesen in romantischer Weise vorsührt, den Helden derselben, GaSparone, al» Eonte Erminio die Liebe der Gräfin Sante Croce erringen laßt, und durch seine Millionen- heirath mit dieser demehrlichen" Podesta von Syraku», sowie seinem Sohne Sindulso ein Schnippchen schlägt, bietet reichbewegte Scenen, welche auf der charakteristischen Musik- composition basirt sind. Herr Beehrmann entledigte sich seiner schwierigen Ausgabe al» Eonte Erminio - Ga-parone mit Geschick, sowohl stimmlich al» im Spiel, desgleichen seine Partnerin Fräulein Kronegold al» Gräfin Sante Croce. Herr Thiemann al» Podesta Natoni bot eine charakteristische

dieser Straße näher getreten werden. Die Baudeputation hat beantragt, die Befchloßsaffung darüber bi» zur nächsten Budgetberathung außzusetzen; sie erklärt, daß eine Noth wendigkeit zum Ausbau tiefer Straße nicht vorliege,- e» könnte höchsten» a's wünschenSwerth erscheinen, hag nach Durchführung der Dteinstraße bis zur Marburger Straße der zwischen Steinstraße und Nordanlage liegende Theil der Dchottftraße auSgebau: werde, weil damit die Zahl der Straßen vollzählig werde, welche die Steinstraße mit der Nordanlage in ihrer ganzen Länge verbinden. Dem Ausbau des Hinteren ThetlS der Schottstraße könne erst mit Erledigung der Frage wegen Anlage einer parallel mit der Steinftraße laufenden Außen- {trage näher getreten werden.

Au» Anlaß der Errichtung des HeyerdenkmalS wurde f. Z. der Beschluß gefaßt, für den dadurch in wegfallenden bezw. beeinträchtigt werdenden Kinderspielplatz Ersatz zu schaffen durch Anlage eine» neuen, zwischen Asterweg unb Wallthor- straße gelegenen. Plan und Voranschlag liegen vor unb be­rechnen sich banach bie Kosten auf 1200 Mk., die bie Bau beputation zu Lasten deS nächsten Bubgets zu bewilligen be­antragt. Herr Wallenf els ist gegen Anlage eines neuen Kinderspielplatzes, weil für bie Umgebung der Nordanlage kein Mangel an solchen Plätzen bestehe, er verweise auf Oswalds Garten unb den neuen Schulhof, auch biete die Umgebung des HeyerdenkmalS noch genügend Raum für den Aufenthalt der Kinder. Der ins Auge gefaßte Platz sei auch, weil zu sehr dem Nordostwind auSgesetzt, für einen Kinder­spielplatz nicht geeignet. Herr Dr. Thaer empfiehlt bie Anfuhr von Sand aus bic Spielplätze, wie die» in anberen Städten geschehe, damit die Kinder Beschäftigung hätten. Herr Oberbürgermeister Gn a ut h bemerkt, daß auf Oswalds Garten als Kinderspielplatz nicht zu rechnen sei, auch müßte derselbe erst dafür hergerichtet werden,- der Platz vor dem Heyerdenkmal sei zu klein, ist auch nicht geeignet, da das Denkmal der Gegenstand von Kletterübungen u. f. w. werbe; ebenso halte er den Schulhof für ungeeignet, da derselbe nicht immer offen und nur für bie Schulkinber bestimmt fei. Die Errichtung eineß Spielplatzes in der fragt. Gegend halte er aber im Hinblick auf die dumpfen Quartiere »cS Aster- roegß u. f. w. für nöthig, er habe nicht den Eindruck, als ob für die Nordanlage zu viel Spielplätze vorhanden feien, man müsse auch den Eltern Gelegenheit geben, ihre Kinder auf die Spielplätze begleiten zu können. Herr Dr. Ploch bezeichnet die gärtnerische Anlage des zu Kinderspielplätzen inS Auge gefaßte Geländes als schlecht, so daß dieselbe doch bald umgearbeitet werden müsse; eine entsprechende Bepflanzung wird auch diesen Platz etwas vor den Nordostwinden schützen; er empfiehlt Annahme deS Deputationsantrags. Es wird dtzvi Anträge entsprechend beschlossen.

Nach einer in vorigen Jahre vorgenommenen Untersuchung der städtischen Pumpbrunnen wurde beschloffen, zu­nächst 6 Brunnen Herstellen und reinigen taffen, um ein Ur- /theil über den günstigen Einfluß der Herstellung auf bie Be­schaffenheit deS WafferS zu gewinnen; wurden zu diesem Versuche bestimmt' die Brunnen an der oberen Frankfurter- straße, am Teufelslustgärtchen, im Hospttalhos, in der Wetter- gaffe, im Arresthaushos und in der Schule am Asterweg. Nach der Reinigung der Brunnen hat sich die Qualität beß Wasserß verbessert. Hierauf wurde erneute Untersuchung des Wassers angeordnet, um feststellen zu können, inwieweit das letzte Hochwasser bie Beschaffenheit beß Wasserß beinflußt hat. Daß Resultat der Untersuchung ist folgendes: der Brunnen an der Frankfurter Straße lieferte besseres Wasser, der sog- Iughardßbrunnen guteß, ebenso der Brunnen tm Hose der höheren Töchterschule; daß Wasser des Brunnens im Schul­hause an der Schulstraße ist als ungeeignet befunden und deshalb hie Schließung desselben für den menschlichen Genuß angeordnet worden; das Wasser des Brunnens im Bürger­meistereigebäude konnte als angängig bezeichnet werden, wo­gegen der Brunnen am Realgymnasium sich verschlechtert hat; der Brunnen am Gall'ichtu Hause in der Neustadt ist gut, der an der Obermühle ungeignet, der an der Wetzstemgasse angängig, der im Arrefthaus in der Sandgasse gut; ver­schlechtert hat sich daS Wasser des Brunnens am christlichen Friedhof, während dasselbe früher als gut bezeichnet werden konnte, gut ist ferner das Waffer des Brunnen» im Plilosophen- wald. Von der Dircction dcß Gas- unb Wasserwerks ist ein Gutachten des Herrn Prof. Dr. Gaff ky vorgelegt worben. In demselben wird die Herstellung der Brunnenschächte alß zweckdienlich bezeichnet und nur noch empfohlen, bis zur Tiefe von P/j Meter unter der Schachtabdeckung einen Bohlen- verfchlag mit Kieshinterfüllung anzubringen, welche Vorrichtung als Filter gegen von außen eindringendes Absallwaffer wirke. Die Kosten einer derartigen Anlage berechnen sich auf 50 bis 60 Mk. für jeden Brunnen, damit würde aber eine kost­spielige Reinigung erspart. ES soll zunächst an 4 Brunnen die Zweckmäßigkeit der empfohlenen Verschalung erprobt werben. Es dürfe nach Erklärung der Deputation für daS GaS> unb Wasserwerk nichts unterlassen werden, waß geeignet fei, im kommenden Sommer einem Wassermangel zu begegnen unb die Pumpbrunnen der Stadt dienstbar zu machen. Herr Dr. Ploch empfiehlt statt Pflasterung der Umgebung der Brunnen Aöphaltirung, womit einem Wiedereindringen der Abwässer vorgebeugt werde. Herr Grünewal d bemerkt, man habe in der Bevölkerung die Meinung, daß schon im Mai die Wasserleitung versagen werde, wenn nicht ganz besonders starke Regengüsse eintreten, eS werde sich daher empfehlen, Vorsorge gegen Wassermangel zu treffen, auch könne dem Plane wegen Wasserversorgung der Stadt durch Entnahme auS der Lahn schon jetzt rtäher getreten werben. Herr Oberbürgermeister Gn auth erklärt, der Zufluß auS den Quellen fei nicht so wie um diese Zeit in den Vorjahren, wa» wohl daher komme, daß infolge plötzlich eingetretenen ThauwetterS da» Waffer nicht in den zu tief gefrorenen Boden habe einbringen können. Der Zufluß betrage 550 cbm. wie im Herbste unb fei auch stabil geblieben. Sollte bie be­fürchtete Trocknung eintreten bezw. anhalten, fo empfehle sich wie im Vorjahre bic Einschränkung ber Wasserentnahme.

theilung deS Herrn Oberbürgermeisters in Vollzug geletzt werden Eme wettere Mittheilung betrifft eine Zutchrist der Kaiserlichen Dberpoftbirection Darmstadt und bezieht sich auf den Anschluß ber Stabtsernsprecheinrichtung an die Linie Frankfurt-Berlin. Danach ist der von ber Stadt- verordneten-Versammlung unterstützte Antrag der Großh. Handelskammer auf Anschluß von Gießen an die bezeichnete Fernsprechverbindung durch Erlaß des StaatS'ecretärS Dr. v. Stephan adschläglich beichieden worden. Begründet ist der ablehnende Bescheid damit, daß sich vorerst nicht fest­stellen lasse, wie die Betrieb»- und BelaftungSverhältnisse sich gestalten, auch die Willfahrung deS Gesuche» zur Folge hätte, » diese Feststellungen durch gleiche Anträge anderer Städte, (wie Marburg rc.) erschwert würden. ES wird sonach Sache der Handelskammer sein, daß Weitere zur Erreichung beß Anschlüsse zu veranlassen.

Den Holzabgaben auß der Hand im Etatßjahre 1892/93 wird, wie in früheren Jahren, Genehmigung ertheilt. Es handelt sich bießmal um 879 Wellen zu DecorationS- zwecken unb Entdeckung von Gärten verwendeter Hölzer im Werthe von 116.20 Mk.

Da bei den Versteigerungen beß Schlachthau ß- büngerß wiederholt nicht annehmbare Gebote erreicht wurden, fo hat freihändiger Verkauf dieses Düngers stattgefunden. Die Genehmigung dazu wurde ertheilt.

Die Reinigung eines (San al 6 und eines StraßenfielS an der Franksurterstraße hat 109.98 Mk. Kosten verursacht; der nach Vergebung auS der Hand erfolgten Ausführung dieser Arbeit wird nachträglich Genehmigung ertheilt. Ebenso Werden nacbj-fligltd) bewilligt die Kosten (301.60 Mk.) über freihändig .folgte Lieferung von künst­lichem Dünger für die Obft.uume auf dem Trieb, über Lieferung von Kirschbäumen behufs Ergänzung der Pflanz­ungen daselbst, über Lieferung von Ahornbäumen in den FriedhofSanlagen unb Ziersträuchern für die Ostanlage.

Dem Gesuch der Actienb rauer ei Gießen um Er« laubniß zur Herstellung eines 1*/, Meter breiten gepflasterten UebergangeS über den Leihgesternerweg zum Anschluß an den Fußweg nach berSchönen Aussicht" wird unter dem Anfügen widerruflich stattgegeben, daß die Pflasterung nach Anordnung des StadtbauamtS ausgeführt wird.

Zur Fortsetzung der Wasserleitung auf den Schiffenbergerweg zwecks Anschlusses des Patz'fchen Hauses wirb Genehmigung ertheilt unb die Kosten im Voranschlags- betrage von 94.50 Mk. in Rücksicht auf einen jährlichen Minimal- WasserzinS von 20 Mk. bewilligt.

Unteim 10. Februar d. I. hat die Großh. Direction der neuen Kliniken, nach Hinweis auf die schlechte Beschaffen­heit von Straße und Trottoir vor der Waage am Sei terSberg, bie mangelhafte Beleuchtung baselbst, sowie ben Mangel an einer schattenspendenden Baumpflanzung an ber Franksurterstraße, um balbige Beseitigung der angeführten , Mißstände ersucht. Nach erfolgter Vorlage der Eingabe an baß Stadtbanamt behufs Begutachtung berfelben hat letzteres berichtet: Die Frankfurterstraße ist süblich vom Uebergange der Oberhessischen Bahnen an Staatsstraße, weshalb zur Be­pflanzung ufw. bie Stadt nicht berechtigt ist; al» Ursache beß schlechten Weges unb Trottoirß ist bie Güngerich'sche Waage zu betrachten, die beregten Uebelflänbe deshalb dem Besitzer derselben zur Last zu legen, die Reinigung beß Bankets an ber Staatsstraße liege den Privaten ob, die der Straße ber Stabt. Wolle man die Reinigung deS Banket» bezw. die öftere Reinigung der Straße vornehmen lassen, fo würde dies einen jährlichen Aufwand von 80.80 Mk. verursachen. Die Verwaltung des städtischen Gaswerks berichtet, daß die Beleuchtung weder mangelhaft noch schlecht sei, sie sei aus- Tcidtenb, ber Abstand ber Laternen von einander sei nicht größer al» in anderen Straßen, er betrage sogar in einigen Straßen noch mehr, bis zu 100 Meter, während die Ent­fernung in der Umgebung der Waage nur 48 Meter betrage; die Deputation für das GaS- und Wasserwerk empfiehlt des­halb Belassung der bisherigen Beleuchtung. Die Baudeputation hat Beibehaltung der verstärkten Straßenreinigung unter Heranziehung des WaagenbesitzerS zu ben Kosten der Reinigung, im Uebrigcn die Eingabe ber Großh. Direction der Kliniken dem Großh. KreiSbauamt zu überweisen empfohlen. In­zwischen ist nach Mittheilung de» Großh. KreiSbauamtS ben clngeldtercn Verhandlungen über den Uebergang der Staats­straßen innerhalb des Stadtbezirks auf bie Stadt näher ge­treten worben; danach würde der Uebergang in das Eigen- thum ber Stadt gegen eine AbfindungSfumme von 90000 Mk. erfolgen; biß zum cnbgiltigen Uebergang hätte die Stadt die Unterhaltung der Straßen (ausschließlich der Brücken über die Lahn, LohmühlSbach und Wieseck) gegen Vergütung von 5000 Mk. jährlich zu übernehmen. ES wird deshalb be­schlossen, zunächst mit dem Eigenthümer der Waage eine Der- desserung beß berjeitigen Wegzustandeß anzustreben, weitere Beschlüsse aber auszusetzen, biß die bezeichneten Staatsstraßen­strecken In Besitz der Stadt übergegangen sind.

Herr Löb ß beabsichtigt, den zwischen der Wettergasse und seinem Haufe an der Marktstraße befindlichen Raum zu überbauen, um eine Vergrößerung feiner Geschäftsräume 3U ermöglichen. Dem Gesuch steht der § 16 der Baupolizei- Verordnung, nach welcher ein Fünftel des Grundstückes unbebaut bleiben muß, entgegen, weshalb Dispensation von den ange­führten Bestimmungen erforderlich wäre. Obwohl die Bau- beputation nicht verkennt, daß die Wettergaffe selbst al» Ersad beö unbebaut zu lassenden Geländes betrachtet werben könne, auch durch den gelammten Anbau eine Verschönerung ge nannter Gasse herbeigeführt würbe, hat sie die Ablehnung beS Gesuches zu beantragen beschlossen, weil nach Genehmigung deS Gesuches eine spätere Regulirung der Wettergasse in einer burch Plan näher bezeichneten Art nicht möglich fein würbe. Die Versammlung schloß sich dem Anträge ber Baudeputation an.

Eine Eingabe verschiedener Hausbesitzer der Stein- unb Schott st raße richtet sich auf Besserung beß ber zeitigen Zustandes der Schottstraße, besonders in deren hinterem Theile und schließt mit dem Ersuchen, c» möge dem Ausbau

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