1893
Amts- lind Anzeigeblatt für den Tiveis Gieszen.
Abonnements - Einladung!
Bekauntmachuag.
Hratisbeitage:
Alle Luvonem-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Der
Gießener Anzeiger trfdjrint täglich, nt Ausnahme deS Montag«.
Die Gießener
Pnmtktent kälter »erKm dem Anzeiger »gchmtUch dreimal heigrlrgt.
Die untern 14. August l. I. verfüate Sperrung der Krebsbachbrücke im Kreisstraßenzug Beuern—Bersrod wird hierdurch aufgehoben.
Kietzen, den 12. September 1893.
Grotzherzogliches Kreisamt Gießen.
Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, bcn Anzeiger weitersenden und den Abonnements- betrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt.
Hochachtend
Verlag des „Gießener Anzeiger"
Gießen, den 12. September 1893.
Betr.: Die Einrichtung der Fortbildungsschulen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für dm tolgmdrn Tag erscheinenden Nummer bi» Corrn. 10 Uhr.
«Berlin, 11. September. Anlage von Sperrforts in Lothringen. Verschiedenen Provlnzblättern ist eine Berliner Meldung zugegangen, in welcher erzählt wird, anläßlich der Manöver in Lothringen sei in militärischen Kreisen die Ansicht geäußert worden, daß es trotz der Befestigungen um Metz einem von Westen her vordringenden Feind möglich sein würde, zwischen Metz und Saarburg in Lothringen einzudringen und die lothringische Hochebene als erstes Schlachtfeld sür sich zu gewinnen. Besonders der Commandeur des 16. Armeecorps, Graf Haeseler, soü diese Ansichr vertreten und den Kaiser von der Richtigkeit derselben überzeugt haben. Man folgert daraus, daß von der Reichsregierung die Anlage von Sperrforts zwischen Metz und Saarburg in Erwägung gezogen werden dürfte. Wenn sich diese ganze Mitthetlung bestätigen sollte, schreibt daS „Berl. Tagebl.", so würde Deutschland nur zu einer Maßregel greifen, welche bekanntlich in Frankreich längst in großem Maßstab ins Practische übertragen ist. Eine riesige Kette von Sperrforts zieht sich von der belgischen bis zur schweizerischen Grenze Frankreichs. Die
• Ausland.
— Mit voller Kraft rüstet man sich sin Frankreich zu einem möglichst glänzenden Empfange der angesagten rufst- scheu Gäste. Zwar steht das Programm zur Begrüßung des russischen Geschwaders noch nicht vollständig fest, aber schon das, was bis jetzt hierüber verlautet, läßt erkennen, daß sich die gesammten Festlichkeiten innerhalb eines glanz- und geräuschvollen äußerlichen Rahmens und unter entsprechendem politischen Aufputz abspielen werden. Daß es in der neu entfachtest Russenbegeisterung der Franzosen nicht an mancherlei grotesken Zügen fehlt, läßt sich denken. Dies gilt namentlich von dem schönen Vorschläge, den Tag der Ankunft der russischen Kriegsschiffe in Toulon künftig als einen allgemeinen französischen Nationalfesttag zu begehen, leider scheint man aber in den Pariser Regierungskreisen diesem erhabenen Gedanken kein genügendes Verständniß emgegenzubringen! Einen Vorschlag anderer Art leistet sich der Marsekller Gemeinderath, er hat nämlich beschlosien, die Regierung zu ersuchen, den Russen den Hafen von Marseille als Kohlenstation einzuräumen, auf welche Anregung man in Parts vielleicht eher eingeht.
— DaS industrielle Belgien scheint wieder einmal am Vorabend eines allgemeinen Bergarbeiter-AuSstandes zu stehen. . Es macht sich in den Mittelpunkten des belgischen Bergbaues eine intensive Bewegung zu Gunsten eines allgemeinen StrikeS der Bergleute für den Fall bemerklich, daß die Grubenbesitzer die von den Arbeitern verlangte Lohnerhöhung nicht bewilligen sollten- der Strike soll eventuell am nächsten Montag beginnen. Die belgische Regierung wird gut thun, gegenüber der drohenden Möglichkeit eines größeren StrikeS der em- heimischen Bergleute auf der Hut zu sein, da die Erfahrung lehrt, daß gerade in Belgien umfangreichere Arbeitseinstellungen immer gleich einen gewaltthätigen, revolutionären Character anzunehmen pflegen.
Bikrlcliihrlgrr JMonttemenUpretoi 2 Mark 20 Psg. mü Bringerlohn.
Durch dir Post bcjogce 2 Mait 50 Pfg.
Rebaction, Ervediti»» und Dtudtrri:
Fernsprecher 51.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz - Bureau.
Karlsruhe, 12. September. Nach der Rückkehr vom heutigen Manöver wohnte der Kaiser Nachmittags dem Militärconcert im Schloßgarten bei. Um 3 Uhr besuchte der Kaiser mit dem Großherzog das Cadettenhaus. Abends halb 7 Uhr fand ein Familiendiner im Schlöffe statt und darauf besuchten die Herrschaften die Festvorstellung im Hof. theater.
ft Saubeta?
Betr.: Jagdvergehen des Postfecretär i. P. Karl Weber und deffen Sohnes Jacob Weber zu Gießen.
Das GnHhetzogliche Kreisamt Metzen an die Polizeibehörden und die Großherzoglrche Gendarmerie des Kreises.
Nachdem der Postfecretär i. P. Karl Weber und deffen Sohn Jacob Weber zu Gießen wegen Jagdvergehens rechtskräftig verurtheilt wurden, sind dieselben nicht mehr berechtigt, auf Grund der denselben am 19. November 1892 bezw. am 8. Juni 1893 ausgestellten Jagdwaffenpäffe ein zur Jagd taugliches Feuergewehr zu führen. Sre wollen sich hiernach bemeffen und die Ihnen unterstellten AusstchtS- deamten entsprechend instruiren.
v. Gagern.
-rr. 216 Erstes Blatt. Donnerstag den 14. September
ergeben haben sollten, daß in unserer Bertheidigungsftellung o noch eine Lücke vorhanden ist, so läßt sich gegen die Aus-
Nummern nach auswärts vostftei zu versenden. Den | fiillung derselben kaum ein stichhaltiger Einwand Vorbringen.
- - «- • 1 _ Bezüglich der Erhebungen über die Brau- |
steuer, die jüngst von der Reichsregierung vorgenommen worden sein sollen, erhält das „B. T." jetzt von seinem Gewährsmann eine zweite Zuschrift, in welcher er die Möglichkeit zugibt, daß diese Erhebungen nicht mit neuen Steuer- plänen in Verbindung zu bringen seien. Der Berichterstatter schreibt nämlich: „Die Steuerbehörde hatte kürzlich angeordnet, die Anzahl der Brauereien, welche bis zu 150 Hectoliter Bier jährlich Herstellen, im abgelaufenen Etatsjahre zu er
mitteln und diese Ermittelungen auch auszudehnen auf Brauereien, die bis zu 500, aber nicht über 5000, ferner auf solche, die über 5000, aber nicht über 15 0OO und solche, die über 15000 Hectoliter Bier im Jahre Herstellen. Außerdem sollten noch verschiedene andere Erhebungen stattfinden, welche genau den Bestimmungen des vorjährigen Entwurfes über die Verdoppelung der Brausteuer entsprechen. Aus der Anordnung dieser Ermittelungen glaubte ich den Schluß ziehen zu dürfen, daß der vorjährige Brausteuer- Gesetzentwurf wieder ausgenommen sei und ich kann mich auch gegenwärtig noch nicht davon überzeugen, daß dies, wie einige Blätter melden, ganz unmöglich sein soll. Es muß jedoch zugegeben werden, daß jene Ermittelungen möglicher Weise nur der Statistik wegen erhoben sind."
Berlin, 12. September. Auch der Besuch Kaiser Wilhelms in Straßburg anläßlich der Parade des 15. Armeecorps hat trotz seiner Kürze dazu beigetragen, den diesmaligen Kgisertagen in Elsaß-Lothringen besonderen Glanz i und besondere Bedeutung zu verleihen. Mit Heller Begeisterung ! ist der Schirmherr des Reiches am Samstag auch von der Bevölkerung der elsässischen Hauptstadt begrüßt worden, auch in Straßburg hat er, wie schon in Metz, eine begeisterte und herzliche Aufnahme gefunden. Kaiser Wilhelm selbst aber hat bei seinem jüngsten Aufenthalte in der „wunderschönen Stadt" deren Lob in Hellen Tönen erklingen laffen. sie eine Perle in den deutschen Landen und eine der besten unter den I deutschen Städten genannt, eine Anerkennung aus so hohem
Wr
™ fypoty'
Oichemr Anzeiger
Kenerat-Mzeiger.
d. autitrb. such fj Sparr, AaplanSg.^
LudwWlai» awM 8 (Bau- uiWrar- e (Chemiker, l ; Electrotecho.r--'- lations-Geom««
QfangenrurAuM
Württemberg, 14. Ootober. W
Ä-
Aft-n •«';!?
laurt
schätzen wissen! .
— Ueber Emin Pascha sind schon wieder neue Nachrichten aus Afrika eingegangen. Sie besagen, daß Emin Pascha vier Tagereisen von den Stanleyfällen entfernt durch feindliche Araber getödtet worden sei, welche dann das Elfenbein Emins fortschleppten. Von einem belgischen Offizier seien die Sammlungen und das bis zum 31. December lo9J geführte Tagebuch Emin Paschas gerettet worden.
— Die angekündigten kommissarischen Handelsvertragsunterhandlungen zwischen Deutschland und Rußland in Berlin werden bestimmt am 1. October beginnen. Eine Petersburger osficiöse Meldung besagt, daß die russischen Delegirten sür die neuen Zollverhandlungen am 27. September nach Berlin abreisen, und da selbstverständlich die deutschen Delegirten bereits zur Stelle sein werden, so kann also ohne Weiteres der Eintritt in die neuen Unterhandlungen erfolgen. Hoffentlich bewirken dieselben endlich das Zustandekommen des deutsch-russischen Handelsvertrages , und hiermit das Aufhören des für beide Theile gleich schwere Nachtheile nach sich ziehenden Zollkrieges.
Munde, auf welche die Straßburger alle Ursache haben, stolz zu sein. Und wenn dann der kaiserliche Herr die Ueber- reuguna aussprach, daß sich die Straßburger in ihrer Wteder- ! • ' ,:gunz mit dem Deutschen Reiche wohl fühlten, so findet
. Annahme durch die sichtlich fortschreitende Verdeutschung der Straßburger Bevölkerung ihre Bestätigung. Von speciellem Interesse erscheint aber die gelammte Straßburger Rede des Kaifexs, wenn man sich erinnert, daß seil den letzten Reichstagswahlen August Bebel die Stadt Straßburg im deutichen Parlamente vertritt. Denn es hieß ja, diese Wahl habe den Kaiser persönlich tief verstimmt und werde er dies den Straßburgern schon noch zu erkennen jjeben. Wohl, nun hat der erlauchte Monarch in Straßburg gesprochen, aber in feiner Rede klang nicht der leiseste Mißmuth darüber hindurch, daß I die Stadl einen socialdemokratischen Vertreter in den Reichstag gesandt hat, sie gestaltete sich vielmehr zu einer warmen und wohlwollenden Kundgebung für die so herrlich aufstrebende Hauptstadt des Reichslandes — und die Straßburger werden I dieses unveränderte kaiserliche Wohlwollen für sie sicherlich zu
Die ।
Grotzh. Kreis-Schulcommission Metzen, diese Annal
Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für das 4. Vierteljahr 1893 laden wir hiermit ergebens cm. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur'Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sonne zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren uiid weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Lausenden. Unterstützt durch an allen Orten der P r o v.i n z Lberhessen ansässige Berichterstatter, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeiüg wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des An
zeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- merthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- n» irthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gietzener Famttienbläiter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten.
Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser,
Bestellung bis 1. October den Anzeiger kostenfrei zu- - - . - • --— xc-in——
gestellt, wie wir aych gerne bereit sind, Probe-
v. Gagern.
Gießen, den 12. September 1893.
M Saale W „7*6«“ N' p68T
Brühl'sche Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch).
Aintlicher Theil.
an die Schulvorstände des Kreises.
Wir erinnern Sie daran, daß die Schülerlisten in rubr. Betreff bis Ende des Monats an uns einzusenden sind.
Zugleich machen wir Sie darauf aufmerksam, daß nach 6 6 pos. 2 a, b, c, d des Ministerialausschreibens vom 13. Juli 1875 in die Listen alle schulpflichtigen Schüler einzutragen sind und bei von auswärts Eintretenden die betr. Gemeinde anzugeben ist. . x
Die aus Ihren Gemeinden in andere Gemeinden übertretenden Schüler sind getrennt von den anderen aufzuführen und dahinter ist zu bescheinigen, daß die nöthtge MU- theilung an den Schulvorstand der betr. Gemeinden erfolgt ist. pos. 2 c. . ,,
Die Verzeichnisse sind nicht, rote vereinzelt gefchehen, durch die Lehrer, sondern durch die Vorsitzenden der Schulvorstände mit Begleitbericht an uns einzusenden.
v. Gagern.
Deutsche- Reich.
ortner
MMet und iw.
Hermann, dtahl-Werk.
ffofort gtfu$ bd
t MU
verlässiger 'knecht vhn gesucht.
"vsenthal^ ehrliitg lwaam, Sicht' Toegrfmt. (?:
Bl.
licht
or ob e. Atta (28 3.)
iltnWer^t*
vctod« fmbatii en jur SrUtnoii ober wr Srholw , ebenso für jün:r. legenbeit jutn Sesit M bet
rttrich Wwi.
a. 6. Beeilt. atze. B-ste Referent- \Wv tarnen ans W
Ostanlage 39.
McT


