sich zunächst mit einer Reihe von Entwürfen, welche in den letzten Tagungen deS Reichstages denselben zum Theil bereits beschäftigten und unerledigt geblieben sind, zum Theil beschäftigen sollten. ES wird nächstens darüber entschieden, in welchem Umfange die bisher vom Reichstage unerledigten Vorlagen wieder eingebracht werden.
Berlin, 11. September. Die Vorbereitungen für die Verhandlungen über den deutsch-russischen Handelsvertrag sind in lebhaftem Gange. Die Grund« läge der Anweisungen für die Abgeordneten der deutschen Regierung behandelt besonders eingehend diejenigen Punkte, welche früher zu Meinungsverschiedenheiten geführt haben. Alles wird darauf eingerichtet, die Verhandlungen unverzögert zu greifbaren Verhältnissen zu führen.
Berlin, 11. September. Sämmtliche Cholerakranken sowie Verdächtigen wurden, amtlicher Mittheilung zufolge, aus dem Krankenhaufe entlassen und die Lholerastation a u f g e l ö st.
Berlin, 11. September. Gestern hat sich in Berlin eine polnisch.socialistische Partei Deutschlands con- stituirt. Eine Resolution wurde angenommen, worin die polnischen Socialisten mit der deutschen socialistischen Partei sich irn Princip einverstanden erklären. In das Parteiprogramm soll unter Anderem die Forderung ausgenommen werden, überall, wo die polnische Nationalität stark vertreten «ft, solle von Behörden die Anwendung der polnischen Sprache als Amtssprache verengt werden, desgleichen das Lehren der polnischen Sprache in den Schulen. Im nächsten Jahre findet in Posen ein Parteitag der polnischen Socialisten Deutschlands statt.
Berlin, 11. September. Die Nummer 37 des „Socialist" wurde gestern, angeblich weil sie eine Majestätsbeleidigung enthalten soll, confiScirt.
Berlin, 11. September. Die Militärmützenmacher Berlins beschlosien gestern in einer öffentlichen Versammlung, von den Fabrikanten eine 20procentige Lohnerhöhung zu verlangen event. die Arbeit niederzulegen.
Hamburg, 11. September. Von den an Bord deS englischen Dampfers „Gallina" erkrankten sechs Matrosen ist einer im hiesigen Krankenhause ander Cholera gestorben. Bei den übrigen wurde die Cholera nicht festgestellt.
Thorn, 11. September. Die bacteriologische Untersuchung des in Kurzebrack verstorbenen galizischen Flößers ergab asiatische Cholera. Die mit dem Verstorbenen in Berührung gekommenen sechszehn Flößer wurden unter Quarantäne gestellt.
Prag, 11. September. Hier und in den umliegenden Ortschaften wurden die anläßlich der Re scriptfeie r angesagten Versammlungen verboten. Das Militär bleibt einige Tage in den Kasernen consignirt. Die öffentlichen Gebäude werden polizeilich bewacht, da man Unruhen befürchtet.
Pilsen, 11. September. Eine gestern Abend hier abgehaltene jun'gczechische Versammlung endigte mit einer großen antideutschen Demonstration. Die Manifestanten durchzogen die Straßen der Stadt, rissen die mit deutschen Inschriften versehenen Schilder von den Häusern und zertrümmerten am deutschen Hause die Fensterscheiben. Mit vieler Mühe gelang es der Gensdarmerie, die Ruhe wieder herzustellen. Der Prager Stadtverordnete Dr. Czernaharsky und der jungczechische Reichstagsabgeordnete Dr. Dyk wurden verhaftet, nach Feststellung ihrer Persönlichkeit aber wieder freigelaffen.
Paris, 11. September. Die osficiöse Presse greift heute heftig die Führer der Socialisten an und sagt, aus dem Artikel des „Vorwärts" und den Geständniffen mehrerer Abgeordneten gehe hervor, daß die deutschen Socialisten zum Wahlfonds in Paris beigetragen haben. — Der „TempS" wirft den Socialisten Mangel an Patriotismus vor, während Bebel und Liebknecht erklärt hätten, im Falle eines Krieges in der ersten Reihe der Feinde kämpfen zu wollen.
„Guten Morgen, Bremmelberger, danke vorläufig, — wie theuer ist denn das Ding gekommen?"
Der Agent schaute in die Höhe, zog den Hut und erwiderte:
„Gar nicht, Herr Doctor, der Tapezierer Klebmann hat mich um zwanzig Mark überboten, nachdem ich Ihrer Anweisung gemäß mein äußerstes Gebot in Höhe von siebenhundert Mark auf 9hr. 216 abgegeben hatte."
Der Assessor legte vor Verwunderung die Cigarre bei Seite und sagte:
„Was reden Sie denn da für confuses Zeug, Bremmelberger! Ich habe Sie gefragt, wie hoch Ihnen die marmorne Gruppe, die Sie für mich erwerben sollten und die ja auch richtig hier in meinem Schlafzimmer steht, gekommen ist, Sie aber sprechen von einem Tapezierer Klebmann, der Sie übertrumpft habe, zum — Donnerwetter noch einmal, wie soll ich denn das verstehen?"
„Was," rief nun SBremmdberger seinerseits erstaunt aus, „das marmorne Ding befindet sich wirklich in Ihrer Wohnung, — i, wie wäre das nachher zugegangen? Ich kann nur so viel versichern, daß der Tapezierer Klebmann den Indianer erstanden hat, zu welchem Zwecke aber, da» ist mir und allen anderen Leuten, die Klebmann kennen, ein Räthsel. Auf welche Weise jedoch die Gruppe in Ihre Wohnung gekommen sein mag, daS ist mir freilich vollends räthselhaft, daS beste wäre nachher eben, Sie bemühten sich selbst zu Klebmann, er wohnt Rosengaffe 17, parterre. Sie entschuldigen aber wohl gütigst, Herr Doctor, wenn ich jetzt meinen Weg sortseye, meine Zeit tft gerade heute außer- ordentlich in Anspruch genommen. Ihr Diener, Herr Doctor I"
. Der Agent schwenkte den Hut gegen den Affeffor und war bald um die nächste Straßenecke verschwunden, während Dr. Fritz Möllner unwirsch und mir dem Kopfe schüttelnd das Fenster schloß.
(Schluß folgt.)
Pari», 11. September. In den Kohlenrevieren deS NordbepartememS herrscht große Erregung wegen der erfolgten Lohnkürzungen. Eine gestrige Versammlung von 160 Delegieren berieth die Zweckmäßigkeit eines SeneralstrtkeS in Frankreich und Belgien. In LenS beschloffen die Arbeiter eine lOproccntige Lohnerhöhung zu fordern und setzten den Marimalsatz auf 5.50 FrcS. fest.
London, 11. September. In mehreren Städten kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen :ea Unionisten und Nationalisten, als die Menge ans öffentlich-'m Platze gegen Gladstone demonstrirte und eine wie Gladstone gekleidete Puppe verbrannte. Truppen zerstreuten die Menge.
Kongreß Deutscher Mittelstände.
(Spezialbericht.)
Ms. Kassel, 11. September.
Im großen Stadtparksaale wurde heute die Gründung deS Verbandes Deutscher Mittelstände (Teutoburger Partei) vorgenommen. ES waren etwa 80 Personen, theil- weise Delegirte auswärtiger Vereine, zugegen. Nachdem Herr Claus-Kassel im Namen seiner Vaterstadt die Erschienenen begrüßt, wurde zum Vorsitzenden Herr Ingba-Gotha, zu seinem Stellvertreter Herr Löhe-Meiningen gewählt. AIS erster Redner trat dann Herr Cäsar Astfalck, Herausgeber und Schriftleiter der Wochenschrift „Teut" in Leipzig, der „Vater des Gedankens", auf und verbreitete sich in längerer Rede über Zweck und Ziele der Partei und deS Parteiprogramms , zu welchem er die erste Anregung gegeben. Derselbe kam zunächst auf den Niedergang deS Mittelstandes, die verschiedenen Mittel, ihm aufzuhelfen, zu sprechen und betonte, es sei Zeit, einen Damm gegen den auSbeutenden Eigennutz der die Volksseele empörenden Machenschaften der goldenen Internationale, des liberalen CapitaliSmuS zu ziehen. Jetzt fei endlich der Mittelstand erwacht, er fei sich seiner Stärke bewußt geworden, er zerreiße die Fesseln deS Parteigetriebes und fordere fein Recht auf Bestand zurück. „Und indem er zu sich selbst kam, vermißte er die früheren Parteien, dagegen riefen ihm die Kirchlichen zu: „Komme zu mir, ich helfe Dir." Und thatsächlich sind es der evangelisch- christliche SocialiSmus, einschließlich deS Antisemitismus und deS wahlverwandten ConfervattSmus, sowie die in die politische Parteiarena hinabgestiegene katholische Kirche, welche den Mittelstand stützen wollen. Indessen dem Liberalismus die Gefolgschaft deßhalb zu kündigen, wäre nicht vernünftig, meint Redner, weil es einfach unmöglich ist. Denn der Mittelstand hat Gemeinschafts-Interessen geltend zu machen, besteht auch auS Mitgliedern aller Parteien und es wäre ba> her verhängnißvoll für die Mittelstandsbewegung, einen politischen Galgen aufzurichten. In dem „Verbände Deutscher Mittelstände" soll ein wirthschaftlicheS Gebilde geschaffen werden, welches Allen wohl, aber Niemanden wehe thun soll, welches dem Mittelstände helfen und der Stärkung aller reichsfreundlichen Parteien dienen kann. — Nach dieser mit Beifall aufgenommenen Programmrede wurde zum Parteiorgan die Wochenschrift „Teut" deS Herrn Cäsar Astfalck, er selbst aber im Laufe der Verhandlung einstimmig zum Verbandsvorsitzenden gewählt. Das Organ wird fernerhin den Titel führen „Teut, Organ des Verbandes Deutscher Mittelstände, politischer Sprecher der Teutoburger Partei". Zu Wahlzeiten wird sich nämlich der Verband als Teutoburger Partei zusammenschließen. Darauf wurde die Berathung der Grundfatzungen des Verbandes vorgenommen und solche nach längerer Debatte mit geringen Abänderungen angenommen. Hervorzuheben ist daraus Folgendes: Der Verband bezweckt daS unter dem Schutze der Gesetze zulässige Zusammenwirken deutscher Männer aller Erwerbszweige und Stände im Sinne einer unbefangenen Geltendmachung der auSgleichenden Gerechtigkeit gegenüber hilfsbedürftigen VolkStheilen. Der Verband gliedert sich in Vertrauensmänner, OrtSvereine und einzelne Mitglieder. Mitglied kann jede Innung, jeder Fach- und Schutzverein und jede andere Körperschaft werden. Der Verbandsvorstand besteht auS: a) dem Vorsitzenden Astfalck, b) auS den Vorsitzenden aller angefchloffenen Vereine und Körperschaften, c) aus den am Wohnorte des Verbands- Vorsitzenden ansässigen Vertrauensmännern. Beschlossen wurde, die Erhebung von Beiträgen von Einzelmitgliedern bis auf Weiteres zu unterlassen, Beiträge sollen einstweilen nur die Vereine zahlen. Auch das Programm der Teutoburger Partei wurde einstimmig angenommen. Darnach bezweckt die Partei: a) die Pflege des deutschen Nationalgedankens bei Schonung berechtigter Stammeseigenthümlichkeiten, con- fessioneller und gesellschaftlicher Anschauungen, b) den Schutz der verfassungsmäßigen Errungenschaften aller DolkStheile im Rahmen der deutschen SittlichkeitS- und Ordnungsbegriffe, c) die parlamentarische Vertretung deS Deutschen Mittelstandes nach den Grundsätzen deS Gemeinwohles, d) die gegenseitige Handreichung aller ordnungsfreundlichen Parteien wider Umsturz, wider Ausbeutung der Schwachen durch Stärkere und wider undeutfcheS Wesen. Die Partei sammelt sich zunächst in den unpolitischen, rein wirtschaftlich wirkenden Fach- und Schutzvereinen, Körperschaften, Innungen, HauS- und Grundbesitzer - Vereinen rc. Zu Wahlzeiten wird sie Wahlvereine bilden. — Nachdem als nächstjähriger Versammlungsort Berlin gewählt worden, wurden mit einem Hoch auf den Kaiser die Verhandlungen geschlossen.
Cocalc» rind provinzieller.
Siehe». 12. September 1893.
— ProvinzialauSschnß Sitzung. Samstag den 16. September d. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierung-- gebäube dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oderhesien statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Klage des OrtSarmenverbaudeS Ruppertenrod gegen den Ortsarmenverband Nieder-Eichbach wegen Unterstützung des Konrad Kratz aul Ruppertenrod. 2. RecurS der Besitzer des Hofes Windhain wegen Herrichtung
deS Weges zwischen Nieder-Ohmen und Dindhain. 3. Klage I deS OnSarmenverbandeS Marburg gegen den Ort-armen- verband Äinorf wegen Unterstützung deS Gärtners Heinrich Korell auS Kirtorf. 4. Klage des OnSarmenverbandeS Dedrn gegen den OnSarwenverband Udenhausen wegen Unterstützung der Wtttwe Katharine Häufel.
• * Au» dem Zukizdienft. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 7. September den LaudgenchtSrath bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen Johanne- Holzapfel tum OberlandeSgerichtSrath bei dem OberlandeSgericht, am 8. September den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg Hermann Sandmann zu« Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen — beide mit Wirkung vom 16. September d. I. an — zu ernennen.
• • Ernennung. Seine Majestät der Soifer haben den Großh. Hess. Gerichtsassessor Karl Seim auS Darmstadt 'Um Garnison-Auditeur in Spandau ernannt und zwar mit Wirkung vom 1. August d. I.
* * Sitzung Großh. Handelskammer vom 8. September 1891 Anwesend waren die Herren Koch, Scheel, Katz, Strang Wortmann. — Seiten- der Königl. Eisenbahn - Directio, Hannover war in Erwägung gezogen worden, den jetzt ii Gießen endenden Perfonenzug Rr. 99 bi- Marburg durchzuführen und dafür den von Gießen nach Marburg fahrenden Zug Nr. 99 ouSfaden zu lassen. Die Kammer, über diese Aenderung zur gutachtlichen Aeußerung aufgeforbert, hatte sich entsprechend einer aus der Lollarer Gegend einge- laufenen Massenpetitton gegen die fragliche Zugänderung ausgesprochen und eS liegt nunmehr eine Mittheilung der Direction Hannover vor, wonach von derselben Abstand genommen worden ist. — Die Direction der Main- Neckar-Bahn theilt der Kammer auf einen diesbezüglichen Antrag mit, daß der Zug Nr. 91 der Main-Neckar-Bahn im Winterdienste 1893/94 um 7 Uhr 05 Minuten abgeben fall und damit der gewünschte Anschluß an den Zug Nr. 100 der Main-Weser-Dahn gewahrt fei, daß dagegen dem von der Kammer weiter gestellten Anttage, den Zug Nr. 95 Frankfurt-Darmstadt so zu legen, daß er den Anschiß von dem Schnellzuge Nr. 72 von Gießen nehmen könne, aus überwiegenden Gründen anderweiten Verkehr- nicht entsprochen werden könne. Es wird beschlossen, gemeinschaftlich mit der Handelskammer Kassel bei dem BezirkS-Eisenbahnrath Hannover einen Antrag einzubringen dahingehend, daß für den Local- verkehr den Zügen 75 und 76 die erforderliche Anzahl zweiachsiger Wagen beigegeben werde unter gleichzeitigem Wegfall der Platzgebühr für Entfernungen unter 80 Kilometer. — In dem Handelsbericht deS Kaiser 1. ConsulatS zu Costa-Rica tür das Jahr 1892 wird darauf hingewiesen, daß Deutschlands Antheil an der dortigen Einfuhr gegen da» Jahr 1891 eine Einbuße von 749 843 Dollars erlitten habe. Dieser Umstand wird darauf zurückgeführt, daß die bereit» in unserer Verfügung vom 2. August 1892 zu Nr. M. I. 21 499 erwähnten Mängel — mangelhafte Verpackung brr gr lieferten Maaren und Nachlieferung von Artikeln geringerer Qualität bei Nachbestellungen — bis jetzt keine Verdesserui § erfahren hätten. Hierdurch fei das Prestige vieler deutscher Maaren in Costa-Rica sehr erschüttert worden. Interessenten werden auf diesen Bericht mit der Empfehlung der Abstellung der in demselben gerügten Mängel aufmerksam gemacht. — E» liegen der Kammer weiterhin Nachrichten vor über zweifelhafte Firmen in den Niederlanden. Wegen näherer Auskunft wollen sich Interessenten an die Kammer wenden.
* * Neuer Fahrplan. Mit dem am 1. October in Kraft tretenden neuen Fahrplan kommt bei den Zügen Nr. 92 Gießen-Frankfurt a. M. (ab Gießen 5 Uhr Morgen-), 93 (ab Gießen 123 Mittags) und 107 Frankfurt a. M. - Cassel (ob Gießen 757 Abends) und 104 Cassel - Frankfurt a. M. (ab Gießen 8U Abends) die erste Wagenklaffe in Wegfall.
** Frankfurter Obstmarkte. Die Erwartungen de» Comitvs, weiches in Frankfurt a. M. die 8eryiftaltung von Obstmärkten in die Hand genommen hat, sind bei dem an 5. September stattgefuudeucn ersten diesjährigen Markte in vollstem Maße erfüllt worden. DaS Comitö kann mit dem erzielten Erfolge sehr zufrieden fein. Mag man auch tn Betracht ziehen, daß eS heuer sehr viel Obst giebt und daß die Producenten jede sich ihnen bietende Gelegenheit benutzen, den ihnen zugefallenen reichen Obstsegen an den Mann zu bringen, so muß doch anerkannt werden, daß man in Frankfurt auf dem Wege, den deutschen Obstbau zu heben, em gutes Stück vorwärts gekommen ist. Aus den wenigen Verkäufern, die die ersten Märkte vor zwei Jahren beschickten, ist eine stattliche Zahl geworden, eS waren aus dem eben stattgefundenen Markte über sechshundert Anmeldungen vertreten und eS hatten sich nicht nur die Aussteller auS ter näheren Umgebung Frankfurts erheblich vermehrt, sondern eS waren auch Angebote auS entfernteren Gegenden, z. B. auS Elsaß-Lothringen, Rheinprovinz, Westphalen, Bayern (namentlich Pfalz), eingegangen. Mit der Zahl der Verkäufer hat sich natürlich auch die Menge des angebotenen Obstes ganz erheblich vermehrt. ES waren im Ganzen anqcbottn 1 400 000 kg und zwar: 421000 kg Tafeläpfel, 810 000 kg Mostäpsel, 47 000 kg Tafelbirnen, 100000 kg Mostbnmen, 11500 kg Zwetschen, 1800 kg türkische Pflaumen, 650 kg Reineclauden, 400 kg Mirabellen, 3500 kg Dörrobst u. f. w. Die geräumige Stadthalle war ganz angcftiüt mit Tischen, auf denen die eingesandten Proben ausgestellt waren und zwar zeichneten sich viele derselben durch schöne- Arrangement au». Hervorgehoben zu werden verdient, daß die Stnwobner mehrerer Gemeinden, wie Albig, Langendain, Dudenrod, sich zu einer GesammtauSstellung vereinigt hatten. Säufer waren au- allen Theilen Deutschlands erschienen und ei wurden auch namhafte Abschlüsse gemocht. Auch da- Au-land war an den Käufen beteiligt, eint Pariser Firma kaufte von einem Händler andern Rheingau 30000 kg Tafelobst. Die Preise waren in Folge der reichen Obsternte etwa- niedriger als im Vorjahre,
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