Ausgabe 
8.11.1893 Erstes Blatt
 
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in der Lage gewesen, wesentliche Zugeständnisse speciell in der Eisen- und Textilbranche machen zu können, während die deutschen Gegenconcessionen hauptsächlich in dem Verzicht auf die fernere Erhebung von Differentialzöllen für Getreide u s. w. gipfelten. Allerdings bleibt die Bestätigung dieser Mit­theilungen deS genannten Blattes noch abzuwarten.

Der blutige Grenzzwischenfall bet Schirmeck im Elsaß wird voraussichtlich ohne ernstere Folgen bleiben. Die französische Regierung hat gutem Ver­nehmen nach davon Abstand genommen, die Angelegenheit zum Ausgangspunkt diplomatischer Verhandlungen zu machen, offenbar, weil sich der deutsche Förster Reyß in seinem Rechte befand, als er auf deutschem Gebiete von den ihn bedrängenden französischen Wilderern zwei niederschoß. Französische Blätter knüpfen allerdings an den gewiß beklagenswerthen Vorgang schon mancherlei Betrachtungen in ausgeprägt chauvinistischem Sinne an, indessen ist glücklicher Weise dafür gesorgt, daß diese wohlfeilen antideutschen Hetzereien weiter keinen Schaden anzurichten vermögen.

Berlin, 6. November. Der Entwurf der Tabak­fabrikatsteuer ist dem Bundesrathe zugegangen- er be­rechnet den Mehrertrag nur auf etwa 45 Millionen Mark. CheckS- und Giroanweisungen unterliegen der Quittungs­steuer von 10 Pfg. Von dem Frachtbriefstempel bleiben alle Frachtbeträge unter 3 Mark frei, auch das Paffagiergepäck. Der nächste Militäretat ist im Ordinarium um 35 Millionen höher als der des laufenden Jahres, in dem die neue Militärvorlage nur mit einem halben Jahre wirksam ist. Die einmaligen Ausgaben sind um fast 60 Millionen niedriger, als im laufenden Jahre.

Frkf. Ztg.

Ausland.

Die fieberhafte Spannung, mit der ganz Spanien den Ereignissen in Melilla folgt, ist durch die furchtbare Katastrophe von Santander für einen Moment unter­brochen worden. In der Thal stellt sich das Unglück, welches sich in der nordspanischen Hafenstadt Santander durch die entsetzliche Dynamitexplosion auf dem SchiffeCabomachichaco" ereignete, als ein überaus schweres und umfangreiches dar. Denn durch die Explosion wurden neben dem Unglllcksschiffe selbst noch mehrere andere Schiffe gänzlich oder wenigstens theilweise vernichtet, ferner der Quai und eine ganze Reihe Häuser zerstört, ein Eisenbahnzug zertrümmert u. s. w. Uebec die Zahl der bei der Katastrophe umgekommenen oder verletzten Personen liegen noch keine bestimmten Meldungen vor, sie ist aber in beiden Fällen zweifellos sehr groß. Die Schätzungen der Zahl der Tobten schwanken zwischen 150 und 300, diejenigen der Zahl der Verletzten zwischen 150 und 1000, eine genaue Feststellung der Anzahl der Opfer ist eben noch unmöglich, da noch immer Tobte und Verwundete aufgefunden werden, während viele Personen förmlich zerstückelt worden sind. Für die heimgesuchte Stadt ist sofort eine umfassende Hilssaction in Scene gesetzt worden, der Finanz­minister und der Minister des Inneren trafen in Santander ein. Unter den Tobten befinden sich der Präfect.', der GarnisonScommandant, der Gendarmeriechef und mehrere Magistratspersonen von Santander.

Der Matabelekrieg scheint für die Engländer doch noch nicht vollständig beendigt zu sein. Dem flüchtigen König der geschlagenen Matabele, Lobengula, soll es gelungen sein, die Verbindung mit seinen besten Regimentern, die er gegen die englische Colonne unter Oberst Adams absandte, herzu­stellen. Diese Meldung deutet darauf hin, daß Lobengula möglicher Weise mit diesen seinen Kerntruppen noch einmal einen verzweifelten Vorstoß gegen die siegreichen Engländer unternimmt, freilich würde derselbe an der Niederlage der Matabele kaum mehr etwas ändern.

Aus Christiania berichtet der Telegraph von einer entschiedenen Kundgebung König Oscars zu Gunsten der Aufrechterhaltung der Union zwischen Schweden und Norwegen. Der Monarch hielt im vornehmsten gesellschaftlichen Club von Christiania, im Königlichen Club, eine Rede, in der er die Union als eine Nothwendigkeit für beide Königreiche bezeichnete, wollten dieselben ihre Unabhängigkeit und Neutralität gewahrt sehov. Weiter sprach sich auch der König energisch dafür aus, daß Schweden und Norwegen nach wie vor einen gemein­samen Minister für die auswärtigen Angelegenheiten besäßen. Schließlich drückte er die Hoffnung aus, daß alle königS- treuen Männer fest zum Schutze der Union zusammenstehen würden.

Neueste

Wolffs telegraphisches Corrcspondenz - Bureau.

Potsdam, 6. November. Der Kaiser ist um 5^ Uhr nach Babenhausen in WÜrtemberg abgereist.

Berlin, 6. November. Die Blatter veröffentlichen die dem Bundesrath zugegangeoe Novelle zum Neichsstempelgefeh. Darnach sollen von inländischen Aktien und Antheilscheioen ein Procent, von ausländischen P/2 Procent erhoben werden. Befreit find vor dem I. October 1881 ausgegebene inländische, sowie nur Zwecks Umtanschs ausgestellte Aktien. Inländische für den Handelsverkehr bestimmte Reuten und Schuldverschreibungen sollen vier, ausländische sechs vom Taufend tragen, auf den In­haber lautende und auf Grund staatlicher Genehmigung aus- gegebene Renten und Schuldverschreibvngeu der Eommuualver- bände, der auf Gegenseitigkeit begründeten Pfaudbriefanstalteo und Transportgesellschaften zwei vom Tausend, Kauf- und An- schaffungSgeschäfte über ausländische Banknoten, Geldfortea rc. /io vom Tausend, Zeit-, Fix-, Termin- und Prämtengeschäste 4/io vom Tausend. Geschäfte bis 600 Mark bleiben abgaben­frei. Lotterieloose zahlen acht Procent, Luit tun gen über 20 Mark 10 Pfennige, Checks und Giroanweisungen 10 Pfennige, Ladescheine 30 Pfennige, Frachtbriefe 10 Pfennige. Prüfung der Abgabenentrichtuog erfolgt durch von den Bundesregierungen bestimmte höhere Beamte.

Berlin, 6. November. Tie Blätter bringe» den de« Bundesrath zugegangeuen Entwurf des Tabakstenergesetzes. Dar- »ach wird als Zoll erhoben für Tabakblätter, nnbearbeitet, sowie Stengel und Tabaksaucen 40 Mk., für Cigarre» 400 Mk., für Cigarette» 500 Mk., für andere» fabricirten Tabak 250 Mk. per 100 Kilogramm. Der Zoll für Rohtabak kann bis nenn Monate gestundet werden. Tie Steuer für im Inland« her­gestellte Cigarre» und Cigarette» betragt SS1/» Procent, für Rauchtabak 662)3 Procent, für Kau- und Schnupftabak 50 Procent des Factnrapreises, zu welchem die Fabrikate ausschließlich der Steuer vom Fabrikanten verkauft werden. Das Gesetz enthält in 78 Paragraphen Auffichts-, Control- und Ctrafbestimmnngeu.

Berlin, 6. November. DemReichsanzeiger" zufolge sind seit geraumer Zeit mit dem zu Parfümerie- und ähnlichen Zwecken bestimmten Branntwein, für den Steuerfreiheit gewährt ist, durch Verwendung zu Genuß­zwecken sehr umfassende Desrauden begangen worden. Der Finanzminister erklärte daher in der Erwiderung auf einen Specialbericht des Provinzialdirectors in Köln, daß die Er- laubniß zur Herstellung von Parfümerien und dergleichen aus steuerfreiem Branntwein von jetzt ab den sämmtlichen be- theiligten Gewerbetreibenden gegenüber an die Bedingung geknüpft werde, daß der Fabrikant seine Erzeugnisse nur in Flaschen in bestimmter Größe, etwa bis V< Liter, sowie nur mit Flaschen zum Verkaufe bringe und den Vertrieb in größeren Flaschen nur mit besonderer Erlaubniß der Direcnvbehörde stattfinde. Von diesem Bescheide wurde sämmtlichen Übrigen Provinzial-Steuerdirectionen Kenntniß gegeben.

Kol», 6. November. Wie dieK. Ztg." auS Peters­burg meldet, wurde der deutsche Botschafter, General v. Werder, gestern in Gatschina vom Kaiser empfangen.

Pest, 6. November. DieBudapester Correspondenz" erfährt, obwohl die Krone zweifellos der Vorlage betreffs des Civilehe - GesetzeS zustimmen werde, habe der Kaiser heute noch keine endgiltige Entscheidung getroffen, vielmehr sich Vor­behalten, der Regierung die Ermächtigung zur Einbringung der Vorlage im Abgeordnetenhaus auf dem üblichen schrift­lichen Wege zu ertheilen.

SauSebastiaa, 6. November. Die Königin-Regentin begibt sich wegen der marokkanischen Ereignisse nicht nach Santander.

Depeschen de8 BureauHerold".

Berlin, 6. November. Die Rekrutenvereidigung der Berliner, Spandauer, Charlottenburger und Lichterfelder Garnisonen ist abermals auf allerhöchsten Befehl und zwar auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Die Vereidigung findet wahrscheinlich erst nach der Rückkehr des Kaisers von seinem Jagdausflug nach Babenhausen statt.

Berlin, 6. November. Nach derVoss. Ztg." hat der Kaiser anläßlich des Spieler-Prozesses an die Offiziere der Armee eine Cabinetsordre erlassen, worin er in unzwei­deutigen Ausdrücken das Hazardspiel verurtheilt und dasselbe mit den strengsten Strafen bedroht.

Berlin, 6. November. Wie zuverlässig verlautet, jwird eine Reihe von Offizieren infolge des Spielerprozesses den Abschied erhalten.

Berlin, 6. November. Die letzte Nummer der anarchi­stischen WochenschriftDer Socialtst" wurde am SamStag beschlagnahmt, einesDas Recht zum Leben" betitelten Artikels wegen, welcher zum Diebstahl aufforderte.

Berlin, 6. November. Die Börsenenquetecom­mission tritt am 10. November zu einer Plenarsitzung behufs Feststellung des Berichts an den Reichskanzler zusammen.

Bern, 6. November. Der gestern in Zürich zusammen­getretene Ausschuß des Schweizer Arbeitertages, der nahezu 200000 Mitglieder zählt, kam zur Annahme einer Resolution, wonach im ganzen Lande Unterschriften für die Durchführung des eidgenössischen Tabakmonopols und Unent­geltlichkeit der Krankenpflege gesammelt werden sollen. Die Verwaltung der Krankenversicherung wollen die Arbeiter selbst in die Hand nehmen.

Madrid, 6. November. Nach neueren Meldungen auS Santander wurden nun die Leichen des Gouverneurs und die des Marquis Pombo vollständig verstümmelt aufgefunden. Die Zahl der bei der Explosion und bei dem Feuer Ver­wundeten beträgt über tausend, die der Getödteten nahe an dreihundert.

Newyork, 6. November. Präsident Cleveland hat Be­richte empfangen, nach denen die Aufständischen in Brasilien '.fortgesetzt von Europa aus und namentlich von Personen in Oesterreich und Spanien, unter denen der Graf von Eu mit großen Beiträgen figurirt, unterstützt werden. Der Zweck der ganzen revolutionären Bewegung soll posittv kein anderer als die Wiederherstellung der Monarchie sein.

CocaUs und provinzielles.

Gieße», den 7. November 1893.

**JB. Neues Theater. ES ist wirklich anerkennenswerth, wie die Direction bestrebt ist, dem Besten der modernen Bühnenproduction vor dem Gießener Publikum Gehör zu verschaffen. Zu den Stücken, denen von der ReichShaupt- stadt der Ruf eines rühmenswerthen Erfolges vorauSgeht, gehört auch das für nächsten Freitag angekündigte Schau­spielSchlimme Saat". Der Verfasser ist der Schau­spieler Otto Vischer- die Bühne, deren sorgfältig vor­bereitete und vollendete Darstellung Allen voran Fräulein Nuscha Butze, die Ende dieses Monats in Gießen gasttren wird das Drama zu einem Repertoirftück ersten Ranges machte, daS Berliner Theater.Schlimme Saat", entstanden in der Gefolgschaft vonEhre",Haubenlerche" rc., repräsentirt so recht baß Kind auS der Zeit, mit der Zeit und für die Zeit. Die größenwahnsinnigen Irrlehren und die verfehlten ErziehungSresuttate einer unverständigen Mutter auS der niederen bürgerlichen Sphäre bilden die schlimme Saat, welche in dem schmachvollen Unglück ihrer Kinder

eines talentlosen Sohnes, den die verblendete Mutter einem hervorragenden Künstler wachen will, einer lieb'» heischenden Tochter, welche an einen reichen, ungeliebt- Fabrikanten verkuppelt werden soll die üppigsten Frü<t» trägt. Wer ein Herz für die Ereignisse der Gcgenwrm h/ wer dem socialen Elend seiner Zeit daS geringste Mugeiü! entgegenbringt, wird nächsten Freitag Abend dem überw; * genden Eindruck der packenden und herzerschütternden Vorgü^ sich nicht entziehen können. Zu bedauern sind die anv, Provinzschauspieler, welche für all die Mühe und Arbeit, der große Memorirftoff und die schwierigen Charactere erforder nur durch die kurze Spanne eines einzigen Abends belob - werdeu. Dem Schauspieler der Großstadt gewähre» Wiederholungen hinreichende Entschädigung. Hoffentlich i ein dichtbesetzter Theatersaal, daß daß Gießener Publiku» Anstrengungen der Direction zu würdigen weiß.

Z Theater. Bor schwach besetztem Hause ging genrri Abend Fritz SchöcherSSeine Schwestern" über Bühne. Ein toller Schwank fürwahr, in dem aber au$ «( r Mittel, und wäre noch so drastisch, unversucht gelaffe» - um einen durchschlagenden Heiterkeitserfolg zu erringen, Major von Ehrenfeld hat, um seine Bibliothek zu ort-.'r sich einen jungen Historiker, vr. Schönherr, einen grünen» Weiber- resp. Mädchenhasser, engagin. Da erscheint rr(j Tages Ehrenfelds Sohn, ein Universitätsfreund beß Toari bei biesem mit ber Bitte, in feinem Hause einen Untersä; zu bieten für seine heimlich angetraute Gattin, biß er tQ Vater vorbereitet hätte. Die junge Frau könne ja der Doen biß dahin für seine Schwester außgeben. Zu gleicher Zer erscheint der Maler Klaubach, ebenfalls ein Freund &t.f. herrß und ebenfallß von v. Ehrenfeld engagirt, und bun seinen Freund, doch dem von ihm mitgebrachten roetbltit: Modell unter dem Namen einer Schwester Unterkunft bieten. Bald darauf kommt der Major mit der Änorbnua- seine junge Nichte solle unter Schönherrß Namen als bra Schwester während der Anwesenheit deß Besucheß deß Dbertc u. Kriestein und dessen Sohn ebenfallß in beß DoctorS Hau'k wohnen. Unb um daß Maß nun voll zu machen, koannt jin nämlichen Zeit auch noch Schönherrß Muttter und ritt gi Schwester, um denselben zu besuchen. Nun geht» an- 8t: lieben und zwar so toll durcheinander, daß man wcbr'.-t begreifen kann, wenn der Doctor den Kopf verlien, denn ci soll als Bruder überall Fürsprecher und Heirathsvermuüe: sein. Zuletzt verliebt er sich noch selbst in des Majors Rechn und cs folgt eine allgemeine Verlobung und Klärung ter Verhältnisse. Es ist ein Vortheil, daß baß Siück nur bre Acte hat, denn diese Unmasse von Verwickelungen muß sc.di den noch so lachseligen Zuschauer ermüden und den Schur- spieler nicht weniger, denn trotz Anwendung aller erdenklicher Mittelchen läßt sich der Stempel der Unwahrscheinlichkeit be. dem Ganzen nicht verkennen und damit hön die natürliche wahre Komik auf und die gemachte, gezwungene beginnt Aus eben diesem Grunde hatten die Darsteller einen ziewüch schweren Stand. Indessen gelang die Wiedergabe beß Stück» im Allgemeinen doch zu unserer besten Zufriedenheit. 8* Allem boten die Herren Director R e i n e r ß (Jahn) und Re­gisseur Niemeyer (Ehrenseld) zwei treffliche Leistungen, die ihre Wirkung stets erzielten. Herr Stückel (Erich) fpra$ zu hastig und war deshalb nur schwer verständlich. D-t Damenrollen lagen alle in bewährten Händen unb trugen zum guten Gelingen des Werkes ein gehöriges Stück br. Auch daß Zusammenspiel ließ nichtß zu wünschen übrig.

** Concert Barth. Wir machen unsere Leser hierint darauf aufmerksam, daß am Sonntag den 3. December Herr Professor Barth auß Marburg, im Verein mit Herr- Spengel, Pianist auß Hamburg, und Fräulein Dorothee Schmidt auß Frankfurt, ein eigneß Concert ocranftdlteri wird. Dieseß Unternehmen dürfte in musikalischen ftxtvtv allgemeinrß Interesse erregen. Herr Professor Barth nimm, sowohl alß Professor der Musik in Marburg eine hochgeachtete Stellung ein, wie er auch alß Violin-Virtuose in weitest« Kreisen geschätzt wird. Sein Partner, Herr Spengel, tu Bruder unseres UniversitätßprofessorS Spengel, lebt alß ar» gesehener Musikpädagoge und Leiter eines bedeutenden Musi!« Vereins in Hamburg, wo er wiederholt als Claviervirtuoi mit schönstem Erfolge wirkte. Den Schwerpunkt ihre Leistungen haben beide Künstler in der Interpretation vor Kammermusikwerken unserer klassischen und modernen Meiste gesucht und gefunden und ist demrntsprechend auch daß Pro gramm gestellt. Fräulein Dora Schmidt, welche den gefanp lichen Theil des ConcerteS übernommen hat, ist unß bereit durch ihre Mitwirkung in den Vereins Concerten angenehr bekannt geworden- die Künstlerin wird neben anderen Gesang- compositionen auch Lieder von Spengel und Barth zu Geh- bringen.

Für die SchwurgerichlSverhandlnnge» deß vierter Quartals, die Montag den 4. December 1893, Vormittags 91 /a Uhr, ihren Anfang nehmen, wurden zu Vorsitzender ernannt: 1) bei dem Landgericht der Provinz ©tarfenMl Herr OberlandeSgerichtSrath Holzapfel, 2) bei dem gericht der Provinz Oberheffen Herr Landgerichtsrr-d Dr. Möbius, 3) bei dem Landgericht der Provinz Rhe« Hessen Herr LandgerichtSrath Thaler.

* Eisenbahn Unfall. In Neunkirchen bei Vurback an der Deutz-Gießener Bahn stießen gestern Abend zwe Güterzüge zusammen. Der entstandene Materialschade ist unbedeutend. Der um 12 Uhr 16 Min. heute Nacht hie erwartete Personenzug hatte infolge dieses Unfalls eine Bn fpätung von 17 Minuten.

Gestohlen wurden mittelst Einschleichens auß eine hiesigen Studentenkneipe zwei Hosen und ein Besteck.

** Bon hessische» Behörde» werde» steckdriestich lerM1- Conrad Alleborn von Stein-Bockenheim von der Staats­anwaltschaft in Gießen wegen Unterschlagung, Händler Cor. Äst heim er, zuletzt in Wießbaden, vom Unterfuctungßri<6ter in Mainz wegen Urkundenfälschung und Betrugs- Maurer geselle Philipp Blümler von Badenhausen vom Ämtßgeritfc

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