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18S3

Freitag dev 4. August

Nr. 181

yurteliäbnger

Zlints- ttttb Anzeigeblatt für den Aveir Gietzen.

Hrätisbeitäge: Hießener Kamitienötätter,

Wer ist denn der Tausmdkünstler,

,Nee ich war bat schonst maken," die Küche.

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Die Empfangsfeierlich- geführt zu haben.

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kein günstiger vorbereitetes Publikum finden können, als es

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Tn OK-e*«r -n»ei«er cdtfjrint täglich, eit Nli-nahmr dkS Montag».

Die tSieyener ye*t(U*8filtet «erden dem Anzeiger .'Dschenilich dreimal drigelegu

. vermiethm. M 'dmstock.

"" ' Der Gefreite Spickefett, Euer Durchlaucht," antwortete der Oberst, als der Fürst innehielt, ohne seinen Satz zu Ende

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ardenztmmn mit A > flr eine ruhige ällere!« Wcres

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Leere entdeckte. v ,

Wie ein erlösender Seufzer entrangen sich folgende oenr^ würdigen Worte seiner Brust:

wlich ich feines Zipperleins halber leider zum Herbst pensiomren

S^n=n8.n°ron^nunEb muß, nicht zuzubereiten. Wer ist denn der Tausendkünstler,

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Brurgerlohn. Durch bit PoN b<zo,e» 2 Mark 50 Plg.

Redactivn, (Erptbiriew und Druckern:

Kchutftr«», Ar.7.

Fernsprecher 51.

! regung gewesen wären.

| (Schluß folgt.)

Züge des Obersten, als er jetzt antwortete:

Da» Casino selbst ist in der glüiüdjen Lage, Eurer Durchlaucht mit seinen Leistungen aufwarten und für sie um allergnädigste Nachsicht bitten zu können."

Wie?" entgegnete der Fürst verwundert.Aber einen besseren Lachs vermochte ja selbst mein alter Mundkoch, den

B, Eckt der «leicht. 20,6 geräumige Bin iu vermiethm. M

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Alle Nunoncm-Bureaux be» In- und Äu»lanbe» nehmen Anzeigen für brnGießener Anzeiger" entgegen.

Pünktlich zur festgesetzten Stunde war Seine Durch- laucht in X.....eingetroffen. --- -

feiten waren vorüber, die Besichtigung des Regiments war zur vollsten Zufriedenheit des hohen Chefs ausgefallen und in freudigster Stimmung hatte der erlauchte Gast soebeoi an der festlich geschmückten Tafel Platz genommen. Die duftige Aufmerksamkeit, die vor seinem Couvert in der Mitte dev Tisches prangte, verfehlte ihre Wirkung ebenfalls nicht, und der rechts neben dem Fürsten sitzende Herr Oberst konnte schon hier ein sehr verbindliches Compliment in Empfang nehmen. Kurz, das Festmahl ließ sich in verheißungsvollster Weise an und mit zehnfachem Jubel stimmte das gesammte Offiziercorps in das Hoch auf den allerhöchsten Kriegsherrn ein, das der durchlauchtigste Regimentschef nachher aus­gezeichneten Windsor-Suppe auszubringen geruhte. Nun eryov sich der Oberst, um den hohen Gast durch einen feurigen Trinkspruch zu ehren, und wieder mischten sich begeisterungs­volle Hochrufe in die schmetternden Fanfaren der aus der Gallerie postirten Regimentscapelle.

So war denn die Stimmung bald e,ne überaus fest­liche und die culinarischen Gaben Spickefetts hätten gar

Gießener Anzeiger

Keneral-Anzeiger.

Feuilleton.

Eingenußreiches" Licbesmshi.

Humoreske von Richard Schott.

(Fortsetzung.)

Der Herr Oberst kam, um persönlich das Arrangement des Services zu leiten und um die letzten Vorbereitungen ,u treffen.Daß Sie mir ja Ihre Schuldigkeit thun, Ge- freiter Spickesett," hatte der gestrenge Herr Commandeur dem bebenden Pasteten-Componisten im Vorübergehen zuge­rufen.Sie werden sich hoffentlich des Vertrauens würdig zeigen, welches das Regiment in Sie setzt. Seien Sie sich immer klar darüber, welche Verantwortung auf Ihnen ruht- die Belohnung dafür wird dann gewiß nicht ausbleiben."

Spickefett wußte, was das für eine Belohnung war. In der Hofhaltung Seiner Durchlaucht wurde zum Herbst der Posten eines Mundkochs vacant und Spickesett war be­reits als Bewerber um denselben ausgetreten. Wenn ihm der heutige Tag nun eine Empfehlung des Herrn Obersten eintraqen würde, wie konnte ihm dann die glänzende Stellung noch entgehen? Ja, heute oder nie mußte sein Stern auf- gehen, deffen war Spickefett sich voll und ganz bewußt und deßhalb hatte er sich gelobt, alles aufzubieten, um das Diner zu einer Musterleistung der Kochkunst zu gestalten. Es war auch schon alles im besten Gange, die verschiedenen Speisen waren nach allen Regeln der Kunst vorbereitet und nur die letzte Feile wie die Dichter sagen war noch anzu­legen. Aber wenn irgendwo Genie erforderlich war, fo war es hier, und da der Genius Spickesetts nur gewohnt war, durch Schneeberger heraufbeschworen zu werden, so kann man sich denken, wie groß Spickefetts Freude war, als er nicht nur in seiner Schnupftabaksschachtel, sondern auch tn der Pfefferbüchse der Casinoküche plötzlich eine verhängnißvolle

hier ihrer harrte. Der prächtige RheinlachS erregte denn auch allgemeine Bewunderung und auch Seine Durchlaucht waren so sehr davon befriedigt, daß Allerhöchstste sich bewogen fühlten, den Herrn Regimentscommandeur zu fragen, wo diese vorzüglichen Speisen hergerichtet worden seien.

Ein triumphirendes Lächeln verklärte die sonst so ernsten

Bammelhase, renne 'rüber zum Herrn Sergeanten Müller und laß Dir Pfeffer in die Büchse machen. Mit all gerührter Stimme aber fügte er, als Bammelhase schon mit der Pfefferbüchse verschwinden wollte, leise hinzu:Uno denn bringste mir sor n Sechser Schneeberger mit aus de Cantine. Aber verwechsle de Begriffe ntch, Hörste?

Mit diesen Worten drückte er ihm ein schnell hervor geholtes Geldstück und die Schnupstabaksschachtel in die Hand und winkte Entlastung. . ... . ... .

Der etwas stupide Kyritzer grmste verstandnißinntg, starrte einen Moment mit etwas fragwürdigen Blicken aus die beiden Schachteln, die in ihrer seltsamen Aehnl^kett eine Verwechselung der Begriffe allerdings als sehr leichtmof

Ein Gefreiter? So!" sagte der Fürst sichtlich befrie­digt.Also auch sonst ein tüchtiger Mensch?' Zu Befehl, Euer Durchlaucht!'

Ah, das freut mich'. Dann werde ich doch nicht ver­säumen, das Hosmarschallamt auf den Mann aufmerksam zu machen. Wer weiß, ob sich da nicht . . -"

Das Gespräch, über daS Spickesett gewiß außer sich gerathen wäre vor Glückseligkeit, wenn er es hallte hören ' können, wurde hier durch das Eintreten der Ordonnanzen unterbrochen, die soeben den nächsten Gang zu servtren be- gönnen: Leipziger Allerlei mit Snmmcottelette».

Aber Spickesett hörte überhaupt nichts mehr. Er harte vollkommen den Kopf verloren und befand sich in einer ! nervösen Aufregung, die alle in der Küche sonst noch An- - wesenden mit ernstlicher Besorgmß hatte erfüllen müssen, ! wenn diese nicht ebenfalls in einem Zustande blinder Er-

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Amtlich«- Thril.

Bekauntmachung.

Nachdem die zu Allendorf °. d. Lda. au-gebrachen oeiene Maul- und Klauenseuche erloschen tst, heben w>r bi cnaeorbnete Gehöft- und Gemarkungisperre rotebet auf.

9 our Ausführung von Rinbvith, Schafen, Ziegen unb r-Amnnen au» der Gemarkung Allendorf ist tndesten bi« auf SeMn «He» Fällen ber Besitz eine« thierarMchen Gesunbheitascheine« erforberlich, mag bie Auisührung burch Händler oder durch sonstige Personen erfolgen.

Gießen, den 31. Juli 1893.

Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: vr. Melior.

Derrtseher Reich.

m,tnn 2. August. Unser Kaiser ersreut sich auch während seine« gegenwärtigen Aufenthaltesilt «ngtanb be» besten Wohlbefindens- mit Vorliebe huldigt der hohe Herr in EoweS dem Segelsport und nimmt er mit seiner Yacht Meteor" lebhast Thetl an den in distinguirten Kreisen jetzt täglich veranstalteten Yachtwettsahrten in der Bay von CoweS. Dtt Gerüchte von einem angeblich politischen Character e jüngsten Besuches Kaiser Wilhelms am englischen Hofe tn Hinblick auf die siamesische Frage dürften nichts wie bloße Bermuthungen sein, die jeder Grundlage entbehren- es ist denn auch nichts davon bekannt geworden, daß der Kaiser eine oder die andere der maßgebenden politischen Persönlich­keiten Englands empfangen hätte. Don Cowes aus gedenkt sich der Monarch nach Helgoland zu begeben, um daselbs ^'"^^^Besuches Kaiser Wilhelms in England enthalten dieHamburger Nachrichten emen längeren Artikel, der mit Recht vor der Gefahr warnt, daß von eng, Hf dier Seite jetzt der Versuch gemacht werden könne, sich Deutschlands Unterstützung bei künftigen Conflicten englischer Interessen mit denen anderer Mächte bester als bisher zu sichern. Die englische Presse habe bereits^begonnen, m diesem Sinne Stimmung zu machen und versuche, die Lasten der ^glischen Politik aus den Dreibund und Deutschland abzu­wälzen. Deutschland könne dem gegenüber nicht vorsichtig unb zurückhaltend genug sein - dann führt das Blatt auS. /Wir verkennen den Werth nicht, den die Unterstützung des

mWMt 6 inner mit allem Zubr^ weit ju oermieihen. inft Im Saben- ll2 *

rlcrre-Wohmm<M pt. Ociodn anbtrot

Dreibundes durch England für die erfolgreiche Durch^uhrung j tCl^ eine^gereizte Stimmung

der friedlichen Politik desselben hat, aber wir sind, g s h h deutschen Nachbar und letztere muß von der deutschen

von der fraglichen Gestaltung der Dinge im Kriegsfälle, de^ ßCfle« ben behalten werden. - Aus Inte-

Ansicht, daß England schon letzt em mtfyt aW restentenkeistn sind dem Reichskanzler wie dem preußischen

Aequivalent sür seine nominelle Unterstützung ^inanzminister zahlreiche Gesuche unterbreitet worden, die alle

bundes genießt." DeS Weiteren wird in dem Hamburger Finanzminister zayire.aje^Waaren, die auf Grund Blatte erörtert, wie eine allzu große Annäherung Deutschlands dah g h , , föbTt welche vor dem 28. Juli

an England nur dazu angethan sei, unsere Bez ehungen QbQcfd)lor(en9 waren, von dem fünfzigprocentigen Zollzuschlag Frankreich und Rußland zu trüben. Zum Schl ßi hi b g ^iePost" will nun in dieser Beziehung

F°-andfch°si"mii Eng,an"b °u,zug°b-n °d«° °brufchw°ch-n, -b-r "°^l-7z7llp^iüfch.°n

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Sympathien doch sehr wenig nutzen, nicht einmal Stahe doch « , Acl aller Festigkeit des Auftretens gegen S L Ä» » «SÄX?»« **"* ä, ÄÄ KS; S«", Is-Ä-Ää': T. X anderen Mächten gern erreichen möchte, fremde Kastanien aus in Frankfurt a. M. werden

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Seiten wird diefer jüngste wirthfchastliche Kampf interootionaler mdesfen bi > I tz J 8 bie einjelftagen, weiche hier- Natur, den Europa scheut, gleich von An eginn an mit all hegen

MakimaSarsi« g"«»» ^utf<^'n'^ott Sur 1 <«»"

Kataris genügt, ben deutschen Ansfnhrhanbel nach Rutzlanb ol« unbegründet herauSgeslelll.

fast gänzlich lahm,ulegen. Deutschland feinerleitb ift ben =======================

Rusien mit einem fünszigproeenttgen Zollzuschlag auf alle wich. A«rlanv.

tigeren Produeie des Czarenreiche« entgegengetieten, »ie _ diamfrage hat also mit der löblichen Unter, solche in der betreffenden kaiserlichen Verordnung «WbU Siamesen unter das übermächtige Fronkreich ihre

werden, van ferneren Repreffalieu gegen ^^anb buifte etnfLeilige Lösung im Sinne der Pariser Gewaltrpolitik ge- deffen deutscherseits abgesehen werden, wird doch Rußland s 8 giot^oien wallen aber ihr armes Op er

namentlich die Verhinderung seiner G-tr-ibeausfuhr nach I* r geben sich ben Anschein,

Deutschland zweisellas bald empfindlich genug Ipuren. mißtrauten sie dem zu Baben liegenben Siam, unb e«

suche ber Ruffen, ihr Getreide aus anderen Wegen alsüber al B ~rahcid) n0% eine Reihe Spezialfarderungen an die deutsch > russische Grenze nach Deutschland bwiu!uhre ' s ^sische Regierung. Dieselben betreffen salgeude Punkte:

' werden deutscherseits mit der Waffe bet UriprungSzeug ff J Nutzung des Hafens Ehantaboan und de«

gewiß sehr rasch zurllckgewiesen werden. Ob m Uebrigen Pr s 'ch durch die Franzosen bis zur vallständigen

I der entbrannte wirthschastiiche Kamps aud) auf ba« teil " w 9 z» x Mekong-Ufets burch die Siamesen, Ver.

| politische Verhältniß zwischen Deutschlanb unb Rußland nach- I Räumung be« 8