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Heimgegangenen zum Grabe zu begleiten. Er hatte das hohe Alter von 84 Jahren erreicht und bis zu seinem Tode sich einer besonderen Rüstigkeit und Gesundheit zu erfreuen gehabt.

-M Helpershain, 1. März. Wie gefährlich es immerhin ist, mit einer brennenden Laterne tn die Scheune zu gehen, zeigt der bereits mitgetheilte Brand bei dem hiesigen Fuhrmann P. Derselbe hatte sich Morgens zur Scheune begeben und die Laterne in die Tenne gestellt. Plötzlich siel von oben Stroh herab auf die Laterne, entzündete sich und im Augenblick stand die Scheune in Flammen. Ein großer Posten Heu ist verbrannt. Der Abgebrannte ifc nicht ver­sichert.

Darmstadt, 1. März. Bei der Wiedereröffnung der zweiten Kammer wird u. A. auch über die Petition des Deutschen FrauenvereinsReform" in Weimar um Errichtung eines Mädchengymnasiums, oder Zulaffung des weib­lichen Geschlechtes zur Ablegung der an den Gymnasien ringe- führten Maturitätsprüfungen, an das Großherzogliche Ministerium, berathen werden.

Vermischtes.

Frankfurt a. M., 1. März. Heute Morgen kurz nach 4 Uhr stürzte sich aus dem dritten Stock des Hauses Zeil 69 ein Dienstmädchen auf die Straße und blieb auf der Stelle tobt. Die Unglückliche hieß, laut Polizeibericht, Elisabetha Sutter und war 1869 zu Oberrad geboren. Die Beweg­gründe sind unbekannt.

tf Kassel, 1. März. Zu dem Liebesdrama ist von weiterem Interesse noch Folgendes zu melden: Das junge Mädchen, Frl. von der Mörtel, wurde noch lebend gestern Abend in das Landkrankenhaus getragen, nachdem der herbeigeholte Arzt Dr. Schütze den ersten Verband angelegt und die Ueberführung für geboten erklärt hatte. Die von ihrem Bräutigam (dem Geschäftsreisenden Carl Sulzbach aus Erfurt, Vertreter der Schuhwaarensabrik Gebrüder Hoffniann in Arnstadt i. Th.) auf sie abgeschossene Nsvolverkugel hatte trotz entblößter Brust das Herz verfehlt, sie ist oberhalb des Herzens in die Lunge gedrungen und sitzt im Rücken fest. Heute Abend lebte das junge Mädchen noch, die gegenteiligen Gerüchte, daß es gestorben, sind un­richtig. Ihre Verwandten aus Dortmund, ein Hotelbesitzer und ein Bruder, waren heute hier- sie erklärten, daß sie von Anfang an gegen die Verbindung gewesen- auch die schwer getroffene Mutter des Erschossenen weilt hier, sie will dem Glück ihres Sohnes nicht in den Weg getreten

fein. Die Verwandten in Dortmund hatten übrigens nach Erhalt der Briefe der Lebensmüden sofort an die hiesige Polizei telegraphirt, um das Verbrechen zu verhindern, doch traf die Depesche zu spät ein.

* Laudsberg a. d. W., 1. März. Der Frachtkutscher Dräger, der auf 1000 Mk. Schadenersatz für Pferde verklagt war, hat sein 1'/, jähriges Söhnchen durch Schwefelsäure gelobtet unb sich selbst in ber Warthe ertränkt.

* Wien, 1. März. In Abbazia hat sich bie Gräfin Julie Willesb orf aus Dessau mit Phosphorlösung vergiftet. Der Grund der That ist Liebesgram.

Universität- - Nachrichten.

München, 28. Februar. Der bekannte Physiker UniversilätS- professor Ludwig Boltzmann lehnte einen Rus nach Wien ab und wurde vom Prinxregenten zum Geheimratb ernannt.

Verkehr, (and* und Volkswirthschaft.

Grünberg. 28.Februar. Aus den vier Grünberger Frucht­märkten tm Monat Februar sind verkauft worden: 159 Doppel­zentner Weizen, 25,25 Doppel-Centner Korn, 57,25 Doppel Centner Gerste. 55,25 Doppel-Centner Hafer und 3,50 Doppel-Centner Erbsen. Die Durchschnittspreise betrugen für je 100'Kilogramm: Weizen 16.15, Korn 14 15, Gerste 14, Hafer 14, Erbsen 16 Mark.

Limburg, 1. März. Fruchtmarkt. Rother Weite» X 13.60, weitzer Weizen X 13.50, Korn X 10.65, Gerste X 9.70, Hafer X 7.35, Erbsen X.

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag den 4. März:

Vorabend 5°° Uhr, Morgens 8» Uhr, Nachmittags 3« Uhr, Sabbathausgang 630 Uhr

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.

Frettag Abend 510 Uhr, Samstag Vormittag 8SJ Uhr, Samstag

Nachmittag 3< Uhr, Samstag Abend 6« Uhr.

Eingesandt.

Gießen, 28. Februar 1893.

Bei den jetzigen Witterungsverhältntffen macht sich in Gießen wieder einmal in der unangenehmsten Weise ein alter Uebelstand geltend, der auf die Landesuniverstlätsftadt gerade kein günstiges Licht werfen dürfte; wir meinen den jämmerlichen Zustand einiger Straßen, die dazu noch mit Fug und Recht die ersten und vornehmsten unserer Stadt genannt zu werden verdienen. Speciell die Ludwigstraße läßt in dieser Beziehung alles zu wünschen. Um von einer Seite auf die andere z. B. in die Aula zu gelangen, ist man gezwungen, auf Um­wegen mittelst einer gepflasterten Furt, von einer Querstraße gebildet, den Uebergang zu bewerkstelligen, so groß ist der Schmutz und Morast tn dieser Straße, und dabet beständig die verlockende Aussicht, von einem daherkommenden Fuhrwerk von oben bis unten decortrt zu

werden, ganz abgesehen davon, daß eine sumpsige und dreckstrotzende Straße vom ästhetischen Standpunkt auS gerade keinen erfreulichen Anblick bietet.

Allerltngs lassen es sich von Zett zu Zeit die lieben Straßen­reiniger angelegen sein, den Kampf mit dem Urschlamm auszunehmen, nur schade, daß dieses aufrichtige und wodlgemrtnte Bemühen nicht anders als eine kostspielige Danaidenarbeit bezeichnet werden kann.

Darf nicht angesichts solcher Verhältnisse der Wunsch als be­rechtigt erscheinen, die zuständige Behörde möchte baldigst Abhülfe schaffen, wo es sich handelt um die Beseitigung eine» Mißstandes, der der Stadt nicht zum Vortheil gereicht, der von den interessirtev Bürgern aber als höchst lästig und unangenehm empfunden werden muß?

Einer für Viele.

Verfälschte schwarze Seide. I Man verbrenne ehr Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen I will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. Ver­fälschte Seide (bie leicht speckig wird und bricht) orennt langsam fort, namentlich glimmen dieSchußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die ber verfälschten nicht. Die Seidensadrik G. Henneberg, (K. u. K. Hoflieferant) Zürich oerfenbet gern Muster von ihren echten Seibenstoffen an Jebermann unb liefert einzelne Roben unb ganze Stücke porto- unb zollfrei ins Haus. 1970

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Bekanntmachung.

Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß der unterm 11. November v. I. offen gelegte Plan über die Abänderung des Stadt- Bauplanes für die zwischen Schott- und Marburgerstraße gelegene Strecke der Steinftratze unterm 21. d. M. von Großh. Ministerium des Innern unb der Justiz zu Nr. M.-J. 4996 genehmigt und danach festgestellt worden ist. Die Einsicht des Planes steht auf unserem Stadtbauamt Jeder­mann offen.

Gießen, den 27. Februar 1893.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 1947

Holzversteigerung.

Es werden versteigert:

Dienstag den 7. März lfd. Js. aus dem Diftricte Ampel:

Stämme: 7 Eichen 3,29 fm, 3 Nadelholz 0,56 fm, 1 Aspe == 0,68 fm, Derbstangen: 74 Nadelholz = 5,29 fm. Scheiter rm: Buchen 50 I. Kl., 2 II. Kl., Eichen 6 II. Kl-, Nadelholz 16, Aspen 7; Knüvpel rm : Buchen 160, Eichen 23 I Kl., 2 II. Kl., Nadelholz 58,' Aspen 16; Reisig rm : Buchen 500, Eichen 22, Nadelholz 322; Stöcke rm: Buchen 25, Eichen 3.

Zusammenkunft Vorm. 9 Uhr auf der Kreisstraße Rüddingshausen- Deckenbach am Ampel.

Papiermühle, den 28. Februar 1893.

Freiherrliche Oberförsterei Rabenau.

Schlot ter er.1958

Holzversteigerung

im LühcUindener Msrkwsld.

Donnerstag den 9. März r> I. werden in den Abheilungen Strauch und Sandhügel versteigert:

12 Eichen-Stämme m. 2,37 fm,

5 Nadel-Stämme 1,12

8 Eichenderbstangen 0,48 153 Fichtenderbstangen 8,50

1260 Fichtenreisstangen 15,11

Eichen: 47 rm Scheiter, 100 rm Knüppel, hiervon 16 rm 2,5 m lg., 210 Wellen, 86,4 rm Stöcke.

9tadel: 2 rm Scheit, 9 rmKnüppel, 130 Wellen, 11 rm Stöcke.

Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf der Ranzenfchneife am Klein- Lindener Feld.

Gr.-Rechtenbach, 28. Febr. 1893. 3959] Das Bürgermeister-Amt.

Dienstag den 7. März, Nachmittags 1 Uhr, soll die Jagd der Gemeinde Bettenhausen nochmals auf dem Gemeindehause dahier ver­pachtet werden.

Bettenhausen, 28. Februar 1893. Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen.

Nückel. 1965

Holzversteigerung

im Winneröder Walde.

Künftigen Donnerstag den

9. März sollen im Burgwald und Petersgrund versteigert werden:

95 rm Buchenscheitholz,

276 Buchenprügelholz,

49 Eichen-, Kiefern- u. Aspen- prügel,

70 Buchenstockholz,

534 Buchen- und

30 Nadelreisholz, ferner

1590 Fichten-Reisstangen v. 47 cm

Durchm und 17,42 fm Inhalt.

Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr am Burgwald auf dem Wege nach Lindenstruth.

Winnerod, am 1. März 1893. 1971] Zimmer'schö Gutsverwaltung.

Riesen-Apselfinen Blut-Apfelsinen frisch eingetroffen.

H. F. Nassauer,

1963 Neuenweg 15.

Bekanntmachung.

Die Holzversteigerung vom 28. Fe­bruar ist genehmigt. Die Abfuhr­scheine können vom 10. März ab auf Freiherr!. Rentei zu Londorf in Em­pfang genommen werden.

Ueberweisung: Samstag, 11. März. Papiermühle, 1. März 1893.

Freiherrliche Oberförsterei Rabenau.

Schlotterer. 1957

Freitag den 3. März,

Nachmittags 3 Uhr, in ber Bieker'schen Hofrattbe zu Gießen sollen gegen Baarzahlung öffentlich ver­steigert werben:

I. 1 Wagen, 1 Hanbwagen, 1 Orchestrion, 1 Pianino, 1 Cassaschrank, 2 Secre- tfire, 2 Sophas unb anbere Mobilien, 1 große Parthie Cigarren, verschobene Colonial-Maaren, Silbersachen etc-, sowie 2 fette Schweine.

II. Sobann: 1 Sopha, 2 Kleiberschränke 2 Commoben, 1 Wasch unb 1 Nacht­tisch, 1 Büchergestell, 1 Kinberbett, 1 Magbbett, biverse Tische unb Stühle u. s. w

Versteigerung II. bestimmt, bie L vor­aussichtlich theilweise bestimmt.

Engel.

1955__________________Gerichtsvollzieher.

Freitag den 3. März,

Nachmittags 2 Uhr,

wirb aus bem Nachlaß ber Frau Louise Seibel, Rodheimerstr. 14 (Moesers Mühle) Nachbenanntes versteigert:

1 Lopha, 4 Stühle, 3 Tische, 1 Wasch­tisch, 1 Nachttisch 3 Spiegel, 1 Fenster Vordänge, Gallerien.l kleinesEtag<-re, 1 Küchenschrank, t Wafserbank, 1 ein» tbüriger «leiderschrank, t An­richt , Küchengeschirr, 1 schöner Wintermantel (fast neu), 1 lieber= bang, 2 Regenmäntel, verschiedene «leider u. f. w.

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