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einleitenden Vorbereitungen zu der Berliner Weltausstellung bis jetzt in einem wahren Schneckentempo vor sich gegangen sind. Man darf gespannt darauf sein, wie sich diese Con- currenzaffaire zwischen Berlin und Paris weiterentwickeln wird- ob in der Angelegenheit bereits diplomatische Verhand­lungen zwischen Deutschland und Frankreich stattgefunden haben, ist noch nicht mit Sicherheit bekannt.

Berlin, 2. Juli. Die Versetzung des deutschen Bot­schafters von Radowitz nach Madrid ist nach derKrzztg." ein Zeichen, daß Madrid in nächster Zeit mehr in den Vorder­grund tritt.

Berlin, 2. Juli. Der Redacteur derFreisinnigen Zeitung" Hugo Werth wurde heute wegen der Notiz in der Freis. Ztg.", wonach der Kaiser während der Schonzeit ein Stück Wild geschoffen hätte, zu drei Monaten Gesängniß veurtheilt.

Breslau, 2. Juli. Der bekannte freisinnige Abgeordnete Stadtrichter Friedländer vermachte dem Vernehmen nach eine Million für ein Findelhaus, eine halbe Million drr Stadt Breslau zu Wohlthätigkeitszwecken und 200000 Mk. für die freisinnige Partei.

Leipzig, 2. Juli. Vor dem vereinigten zweiten und dritten Strafsenate des Reichsgerichts begann heute Vormittag 9 Uhr der Hochverr athsproceß gegen: 1. den Anstreicher (auch Bergmann und Colporteur) Lambert Höver aus Gelsen­kirchen (Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Scherer hier), 2. den Clavierarbeiter Johannes Camin in Berlin (Vertheidiger: Rechtsanwalt Wolfgang Heine in Berlin und Rechtsanwalt Putzler hier), 3. den Handelsmann Louis Rennthaler in Berlin (Vertheidiger: Rechtsanwalt Putzler hier), 4. den Schuhmacher Hermann Ruff in Berlin (Vertheidiger: Rechtsanwalt Putzler hier), 5. den Fabrikarbeiter (auch Agent) Heinrich Winner in Iserlohn (Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Scherer hier), 6. den Schriftsetzer Friedrich Dobberstein in Iserlohn (Ver­theidiger : Rechtsanwalt Dr. Scherer hier). Die Verhandlung findet im Parterre-Saale des hiesigen Landgerichtes statt.

Leipzig, 2. Juli. Im Hochverrathsproceß gegen Camin und Genoffen wurden die Verhandlungen heute Nach­mittag 4 Uhr beendet. Die Verkündigung des Urtheils wurde auf Montag Nachmittag 5 Uhr angesetzt.

München, 2. Juli. Das gesammte Redactions- und Druckpersonal derAllg. Ztg." wurde per 1. Januar 1893 gekündigt, angeblich wegen Verlegung der Zeitung nach Berlin.

Arrslaird.

Bellinzona, 2. Juli. Der Verfassungsrath des Cantons Tessin nahm den neuen Verfassungsentwurf mit 49 gegen 44 Stimmen an. Derselbe enthält weitgehende Volks­rechte, Wahl der Ständeräthe der Regierung und der Richter durch das Volk. Der Entwurf wurde von 45 Liberalen und 4 Conservativen, gegen 44 Conservative angenommen.

Lodz, 2. Juli. Die hiesigen Arbeiter protestiren in einem Manifest gegen die Zumuthung, die jüngste Lohnbewegung aus Judenhaß und Deutschenhaß inscenirt zu haben. Die Arbeiter wollten nur ihre Interessen wahren. Aus Lodz find 78 Oesterreicher und 123 reichsdeutsche Arbeiter auS- gewiesen worden.

Wieu, 2. Juli. DieGazetta di Venezia" meldet, die Messinaer Behörde constatirte dort am 27. Juni einen vor­gekommenen Cholerafall ohne tödtlichen Ausgang.

Prag, 2. Juli. Die Gerichtsv erhaudlung gegen die vier wegen Herbeiführung der Przibramer Gruben­katastrophe Angeklagten hat heute begonnen. Die Anklage lautet auf Vergehen gegen die Sicherheit des Lebens und falsche Zeugenaussage. In der Anklageschrift wird der Berg­mann Kriz als derjenige bezeichnet, welcher einen brennenden Docht wegwars, wodurch das Feuer zum Ausbruch ge­kommen ist.

Neueste Nachrichten.

Depeschen des BureauHerold".

Paris, 4. Juli. Die Cholera ist im Wachsen begriffen. Am Samstag wurden in Aubervilliers 4, Courbeovie 4, Surösnes 9, Neuilly 2 Todesfälle constatirt. Die Gemeinde- räthe in der nächsten Umgebung von Paris beschlossen schleunigst Ersatz für das Seine-Wasser zu beschaffen.

Paris, 4. Juli. Der Berliner Correspondent des Gaulots" telegraphirt, Gras Münster habe im Auftrag der deutschen Regierung Vorstellungen gerichtet betreffs der Trauerkränze und Fahnen an der Statue der Stadt Sttaßburg auf dem Concordienplatz in Paris. Pourparlers hätten stattgefunden und diplomatische seien zwischen Paris und Berlin gewechselt worden. Die Nachricht ruft hier großes Aufsehen hervor.

VervierS, 4. Juli. Hier wurde ein deutscher Gastwirth wegen Ausgabe gefälschter belgischer Kassenscheine nach heftigem Widerstand verhaftet.

Stockholm, 4. Juli. Durch eine Bekanntmachung deS Commerz-Collegiums wird das russische Gouvernement Astrachan für von der Cholera angesteckt erklärt und die nöthigen Quarantäne-Maßnahme angeordnet.

Berlin, 4. Juli. Gestern Abend zwischen 9 und 10 Uhr lief ein von Halensee abgelassener Zug auf einen bei Block­bude haltenden Zug auf. Zwanzig Personen wurden leicht, eine anscheinend schwer verletzt.

Warschau, 4. Juli. Ein furchtbarer Brand hat die Stadt Zarnow in Rußland mit gegen 180 Häusern, Kirchen, Gerichtsgebäuden u. s. w. eingeäschert.

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Gießen, 4. Juli 1892.

Zur Uebergabe des Heyer DeukmalS. ES sind jetzt zwei Jahre her, daß die für die Stadt Gießen so denkwürdige Enthüllung des Liebig-Denkmals und in Verbindung damit die Einweihung der Neuen Kliniken stattfand, und heute

können wir wieder von einer ähnlichen, wenn auch in kleinerem Maßstabe angelegten, immerhin für unsere Stadt nicht minder bedeutungsvollen Feier berichten: der Uebergabe des dem Andenken des Prof. Dr. Carl Heyer vom Forst verein desGroßherzogthumsHessen gewid­meten Denkmals an die Stadt Gießen. Wenn mit Er­richtung des Liebig-Denkmals gewissermaßen eine Dankesschuld abgetragen wurde für das, was Liebig nicht nur für die Uni­versität Gießen gethan, sondern auch für die der ganzen Welt geleisteten wissenschaftlichen Dienste, so gab die heutige Feier Gelegenheit, dem Manne ein Denkmal zu fetzen, dem die gesammte Forstwissenschaft im Allgemeinen, die Stadt und Universität Gießen im Besonderen zu Danke verpflichtet sind. Der Forstverein des Großherzogthums Hessen hatte beschlossen, diesmal seine Jahresversammlung in Gießen abzuhalten und mit derselben die Denkmalsfeierlichkeiten zu verbinden. Der größte Theil der Theilnehmer war bereits gestern Abend hier eingetroffen und in Steins Garten be­grüßt und empfangen worden. Die öffentliche Sitzung begann heute Vormittag 7</2 Uhr imEinhorn" und wurde die Tagesordnung in der dafür vorgesehenen Weise, u. A. durch Entgegennahme von Referaten über wichtige sorstwirthschaft- liche und forstwiffenschastliche Fragen, erledigt. Die Feier der Uebergabe des Denkmals an die Stadt gestaltete sich zu einer einfachen und würdigen. Nachdem die Theilnehmer und Gäste, die Vertreter des Kreisamts, der Stadt und der Uni­versität, sowie die geladenen Damen auf dem mit Fahnen und Guirlanden geschmückten Platze Ausstellung genommen hatten, eröffnete Herr Forst- und Jägermeister Muhl von Darm­stadt die Feier mit einer Ansprache, an deren Schluß er das Denkmal nebst Stiftungsurkunde der Stadt übergab. Herr Oberbürgermeister Gnauth übernahm Namens der Stadt, die Verdienste Heyers um dieselbe hervorhebend, das Denkmal und legte am Fuße desselben einen Kranz aus Eichenlaub und Lorbeeren nebst Widmungsschleife nieder. Der Rector der Landesuniversität, Herr Prof. Dr. Siebeck, betonte in seiner nun folgenden Ansprache die Verdienste Heyers um die Universität und widmete Namens der Uni­versität dem Andenken Heyers ebenfalls einen Kranz. Herr Hofrath Prof. Dr. Heß sprach Namens der philo­sophischen Facultät der Landeßuniversität, indem er zugleich ein Lebensbild Heyers gab- ein von demselben für die philo­sophische Facultät niedergelegter Kranz war das äußere Zeichen der Werthschätzung Heyers Seitens der Facultät. Namens der Studireuden der Ludoviciana legte Herr Kutsch einen mächtigen Kranz mit blauweißen Schleifen am Denkmal nieder. Den Schluß der Ansprachen bildete diejenige eines Enkels Heyers, in welcher derselbe Namens der Familie Heyer Allen, welche an dem Entstehen des seinen Großvater in hohem Maße ehrenden Denkmals theilgenommen, den wärmsten Dank abstattete. Das Denkmal, in einfach schönen Formen ge­halten, wird der sich mehr und mehr verschönernden Nord­anlage sicher zur Zierde gereichen. Der Feier folgte um 2 Uhr ein Festessen imEinhorn". Am Abend findet unter Betheiligung der Damen und Festgäste Concert in Steins Garten statt.

-i- Die gestrige in Ems stattgefundene zu Lebzeiten Sr. Majestäst Kaisers Wilhelm I. ins Leben gerufene Kaiser-Regatta" war für unsere Ruder-Gesellschaft ein Siegeszug im wahrsten Sinne des Wortes. Dieselbe startete vier Mal: zwei Mal im Vierer gegen den durch einen englischen Trainer eingesahrenen Bonner akademischen Ruder- Verein Junb die Frankfurter Ruder-GesellschaftGermania" und zwei Mal im Skiff gegen Wetzlarer Ruderclub und FrankfurterGermania" und ging in allen Rennen als unbestrittener Sieger mit großem Vorsprung als erster durchs Ziel. Drei Ehrenpreise und sieben silberne Ehren­zeichen brachte die wackere, gestern Abend bereits zurück­gekehrte Mannschaft mit nach Hause. Dieselben gehen sofort wieder ins Training, da am 31. Juli die roth-weiße Flagge auf dem heimathlichen Wasser gegen hervorragende Gegner vertheidigt werden muß.

Sport. Die erste Herbst-Ruder-Regatta zu Gießen. Die Meldungen zur hiesigen Regatta sind über alles Erwarten günstig ausgefallen. Es sind neun Rennen zu Stande gekommen, woran sich zehn Vereine mit 26 Booten und 98 Ruderer betheiligen werden. Die Namen der sich betheiligenden Vereine sowie die Bootsgattungen finden sich in den nachstehenden officiellen Meldungen verzeichnet. Heiße Kämpfe werden sich an der Woog aus dem nassen Element abspielen, hat doch der im Rudersport an der Spitze stehende Mainzer Ruderverein, dessen Ruderer seit Jahren von einem englischen Trainer gedrillt werden, zu dem von der Stadt gestifteten Wanderpreis seine Senioren gemeldet: außerdem wird Gießen der siegreichen Mannschaft der Offenbacher RudergesellschaftUndine" im noch nicht hier gefahrenen achtruderigen Rennboot Concurrenz bieten. Meldungen: 1. Begrüßungspreis (Einser): a) Wetzlarer Ruderclub, b) Ruder-Verein Cassel, c) Ruder-Gesellschaft Sachsenhausen, d) Gießener Ruder-Gesellschaft. 2. Wanderpreis (Vierer): a) Mainzer Ruder-Verein, b) Gießener Ruder-Gesellschaft. 3. Universitätspreis (Doppel-Zweier): a) Ruder- Gesellschaft Speyer, b) Ruder-Verein Cassel, c) Ruderclub Hamm, d) Ruder-Verein Kreuznach. 4. Preis von Gießen (Vierer): a) Wetzlarer Ruderclub, b) Ruder-VereinDeutsch­land", Hannover, c) Offenbacher Ruder-GesellschaftUndine", d) Gießener Ruder-Gesellschaft. 5. Gleiberg-Preis (Doppel-Zweier) keine Meldung. 6. Ermunterungspreis (Vierer): Gießener Rudergesellschaft. 7. Preis von der Lahn (Einser): a) Gießener Ruder-Gesellschaft, b) Gießener Ruder-Gesellschaft. 8. Damenpreis (Junior - Vierer): a) Offenbacher Ruder-GesellschaftUndine", b) Gießener Ruder-Gesellschaft. 9. Zukunftspreis (Vierer): Gießener Ruder-Gesellschaft. 10. Preis von Wetzlar (Doppel- Vierer) frei vereinbartes Rennen: a) Wetzlarer Ruderclub, b) Gießener Ruder-Gesellschaft. 11. Preis vom Woog (Einser, Juniors): a) Wetzlarer Ruderclub, b) Gießener Ruder-Gesellschaft. 12. Preis von Hessen (Achter):

a) Offenbacher Ruder-GesellschaftUndine", b) Gießener Ruder-Gesellschaft.

Der gestrige erste, unter den neuen Vorschriften über die Sonntagsruhe stehende Sonntag brachte für viele Leute, besonders von auswärts, die gewohnt waren, ihren Waarenbedars am Sonntag in der Stadt zu decken, die un­ausbleibliche Enttäuschung. Manchen schien es unbegreiflich, da wo sie sonst freudig empfangen wurden, recht fest ver­schlossene Thüren zu finden. Es hat sich auch hinsichtlich der Sonntagsruhe ergeben, daß die darauf bezüglichen Bekannt­machungen entweder gar nicht oder so oberflächlich gelesen werden, daß erst die Praxis die energische Lehrmeisterin ab­geben mußte. Hoffentlich gewöhnt man sich allerseits bald an die Neuordnung der Dinge.

Radfahrtour ins Gebirge. Gestern machten acht Mit­glieder des hiesigen Radfahrvereins eine Tour in den Vogelsberg bis zum Hoherodskopf. Die Tour ging über Lich, Laubach, Schotten, Feldkrücker Höhe, Hoherodskopf und von da zurück über Ulrichstein und Grünberg, eine anerkennenS- werthe Leistung bei der gestrigen Hitze.

Theater-Notiz. Das Curtheater in Nauheim wird gegenwärtig von der Direction Steng-Krauß geleitet, welche in der Theaterwelt sich des ausgezeichnetsten RuseS erfreut. Dieselben leiten außerdem seit sechs Jahren das Stadttheater in Heilbronn a. N.- im Sommer 1890 und 1891 war die Direction in Straßburg und leitete das Tivoli- Operetten Theater unter großer Anerkennung des Publikums. Die für Montag den 11. Juli hier vorgesehene Operetten- Aufführung:Der Vogelhändler" verspricht eine ge­lungene zu werden, da vorzügliche Kräfte hierzu vorhanden.

Die Nr. 14 des im Aufttage des Evangelischen Pfarr­vereins für das Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann herausgegebenenHessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Was bedeutet das Händefalten beim Gebet? 2. Eine Mahnung an die Pfarrvereinsmitglieder. 3. Der Evang. Pfarrverein der Provinz Posen. 4. Grund­sätze, die bei Ausarbeitung eines Katechismus zu berücksich­tigen sind. (Fortsetzung und Schluß.) 5. Kein Widerspruch in der kirchlichen Gesetzgebung. 6. Randbemerkung zu dem ArtikelDie vierte ordentliche evangelische Landessynode, 12. bis 15. Sitzung, 10. bis 13. November 1891." 7. Druck­fehler in unserem hessischen Gesangbuch. 8. Schriftstellernde Theologen im Großherzogthum Heffen. 9. An die Vorstände aller Pfarrvereine in Deutschland. 10. Literarische Tätig­keit hessischer Pfarrer. 11. Bücheranzeige. 12. Vom Bücher­tisch. 13. Personalveränderungen. 14. Briefkasten.

Verhaftet wurde gestern ein Dienstmädchen, das aus dem verschlossenen Schließkorb eines anderen Dienstmädchens verschiedene Kleidungsstücke gestohlen hatte. Weiter wurde verhaftet ein Schuhmacher-Lehrling, der seinem Lehrherrn und noch einem anderen Taubenzüchter eine ganze Anzahl Tauben entwendet und theils verzehrt, theils verkauft hatte. Ein gestern verhafteter Bettler ging auf dem Transport nach dem Haftlocal dem Schutzmann durch, wurde aber wieder eingefangen.

Lich, 3. Juli. Sicherem Vernehmen nach wird Herr Hofprediger Stöcker in nächster Zeit in unserer Gegend weilen. Derselbe wird am 14. Juli auf einem Missionsfest in Laubach und am 15. Juli auf einem Missionssest in Arns­burg sprechen.

nn. Darmstadt, 2. Juli. Die erste Kammer der Stände erledigte in ihrer heutigen letzten Sitzung noch eine Reihe von Regierungsvorlagen. Zunächst bewilligte sie als Zuschuß für die Geologische Landesanstalt zum Ankauf von optischen Instrumenten 2100 Mk. und für das Provinzial- Arresthaus zu Mainz Uebertragung eines Credits von 203 500 Mk. in die Finanzperiode 1891/94. Auch die Nachforderung der Regierung für die Zellen st rafan st alt Butzbach im Betrage von 225000 Mk. zu den bereits verwilligten 1 100 000 Mk. wird nicht beanstandet, ebenso findet der Antrag Heinzerling aus Neuregulirung der Bezüge der Wittwen und Waisen der Mitglieder des Civildiener- Wittweninstituts, die vor dem 1. April 1886 pensionirt wurden, einstimmig Annahme. Außerdem genehmigte die Kammer für bauliche Verbesserungen im Bade Salzhausen 52400 Mk., für Bad-Nauheim 18000 Mk., für eine Lade- straße am Rhein bei Nierstein 44000 Mk., für eine Floß- landestelle im Kasteler Loch 33 500 Mk., giebt dagegen einer Eingabe von ca. 50 Petenten aus Oberheffen auf Aushebung der Steuer für Hirtenhunde keine Folge. Zur besseren Ausrüstung der Oberhessischen Eisenbahnen werden die ge­forderten 586 000 Mk. genehmigt. Die Vorstellung des Wirthevereins zur Heranziehung der Militär-Casinos zur Gewerbe- und Einkommensteuer wird abgelehnt. Zum Antrag Westernacher, betreffend den Bau einer Nebenbahn von Büdingen durch das Seementhal, befürwortet die Kammer einstimmig die Linie BüdingenRinderbügen, da eine andere Trace zur Zeit noch nicht der Erwägung reif ist. Auf Antrag des gleichen Abgeordneten hat die Regierung auf den Oberhessischen Bahnen bessere Verkehrsverhältniffe geschaffen und läßt einen Zug auf der Linie Gießen-Gelnhausen im Sommer bis Büdingen fahren. Fürst Asenburg-Büdingen und Gras Solms-Laubach danken dafür der Regierung. Letzterer sprach den Wunsch noch aus, diese Einrichtung auch im nächsten Winter bestehen zu laffen, und wenn möglich, wenn es auch etwas koste, noch einen weiteren Zug ein­zulegen, damit die in Hungen und Stockheim ausmündenden Bahnen nicht schlechter gestellt seien als die Nebenbahn Nidda-Schotten. Das Gesuch um Errichtung einer Bahn­station bei EberSheim wird abgelehnt. Hierauf vertagt sich das Haus bis zum Herbst.

nn. Darmstadt, 2. Juli. Die Zweite Kammer der Stände, welche zur Erledigung der Recommunicationen der Ersten Kammer heute noch einmal zusammentrat, erledigte zunächst die Wahl zweier Mitglieder zum zweiten und vierten