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der betreffenden Landeshoheit Recht sprechen. Im Weiteren würde hiernach auch der Einzelstaat zur Schadloshaltung verpflichtet sein. Die Streitfrage, ob Reich, ob Staat, darf aber keineswegs dahin entschieden werden: Keiner von beidenk Und es wäre höchst bedauerlich, wenn diese und die vor­erwähnte formelle Streitfrage auch fernerhin das Zustande­kommen eines entsprechenden Gesetzes verhindern sollten.

Es ist vielleicht nicht unmöglich, eine Lösung zu finden, welche zwischen beiden Anschauungen vermittelt. Daran wird allerdings unter allen Umständen sestzuhalten sein, daß die Rechtspflicht des Staates zur Leistung einer Entschädigung anerkannt werde- zwingt der Staat den Einzelnen, sich dem Spruch seiner Organe zu unterwerfen, so muß er denselben auch für die Nachtheile schadlos halten, die er durch den Jrrthum dieser Organe erlitten hat. Dies hat auch, woran dieKöln. Ztg." bei Erörterung dieser Frage erinnert, ein so durchaus conservativ gesinnter Mann wie der verstorbene Generalstaatsanwalt v. Schwarze, der langjährige crimi- nalistische Berather des deutschen Reichstags, anerkannt, und gerade vom Standpunkte staatserhaltener Politik kann die Nothwendigkeit einer solchen Regelung am wenigsten bestritten werden. Die Höhe der zu leistenden Entschädigung und Umstände, welche eine solche Entschädigung ausschließen (zum Beispiel Verurtheilung in Folge fälschlicher Selbstbezichtigung und dergleichen) können kaum zum Gegenstand ernstlicher Meinungsverschiedenheiten werden, an denen eine solche Vor­lage scheitern würde.

Cocalcs uni* provinzielles.

Gießen, 29. October.

t Dr. Hermann Hoffmann,

Geheimer Hosrath, Professor der Botanik in Gießen.

Aur.- 26. October starb in Gießen der Senior der Landes­universität, Geheimer Hofrath Dr. med. et phil. Hermann Hoffmann, ordentlicher Professor der Botanik. Geboren den 22. April 1819 in Rödelheim bei Frankfurt a. M., studirte er in Gießen und Berlin Medicin, habilitirte sich 1842 in Gießen für Medicin, wandte sich aber bald der Botanik zu und wurde 1853 ordentlicher Professor der Botanik. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Ende. Vor vier Wochen zwangen ihn seine schwindenden Kräfte, sein Pensionsgesuch , einzureichen, der Tod kam der Genehmigung durch die oberste \ Behörde zuvor. Hoffmann war als Forscher und Lehrer unermüdlich, getreu seinem Wahlspruch:Das Beste ist und bleibt die Arbeit." Sein Forschungsgebiet war zuerst die Pilzkunde, gleichzeitig und später ausschließlich beschäftigte er sich eingehend mit Pflanzenklimatologie und verschiedenen Theilen der Pflanzengeographie, sowie mit experimentellen Untersuchungen über Variation im Pflanzenreiche. In neuerer Zeit pflegte er besonders die Pflanzenphänologie - dieser Zweig der Wissenschaft verdankt ihm zum großen Theile seine jetzige Gestaltung. Für eine erhebliche Zahl der Arbeiten Hoffmanns ist es characteristisch, daß sie sich auf ein höchst umfangreiches Material gründen, das in 3040jähriger, immer in dem­selben Sinne lückenlos durchgeführter Thätigkeit gewonnen wurde. Hoffmanns Pflanzenkenntniß, sich gleichmäßig über Phanerogamen und Kryptogamen ausdehnend, war von staunenswerter Sicherheit. Seine Vorlesungen erstreckten sich außer auf specielle und allgemeine Botanik noch regel­mäßig auf forstliche und pharmaceutische Botanik, Pilzkrank­heiten und Klimatologie. Viele Jahre las er auch über die Darwinsche Theorie, die kleine Aula des früheren Universitäts­gebäudes reichte oft kaum für die Zuhörer dieses Collegs aus. Die Ergebnisse seiner Studien legte er in zahlreichen Schriften und Aufsätzen größeren oder und meistens kleineren Umfangs nieder. Der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, deren oberste Leitung vielfach in seiner Hand lag, gehörte er als ein sehr eifriges Mitglied an- in allen Berichten, vom ersten (1847) bis zum letzt er­schienenen (1890) findet man seinen Namen, sei es, daß er Beiträge lieferte, sei es, daß er in Vorträgen aus dem reichen Schatze seiner Kenntnisse mittheilte. Sein ausgedehntes, gründliches Wissen, die Klarheit und Lauterkeit seines Characters, die geistvolle Freundlichkeit seines einfachen Wesens erwarben und sicherten ihm in hohem Maße die Achtung und Liebe seiner Collegen und seiner zahlreichen Schüler.

Dr. Egon Ihne.

-s. Wie das neue Programm des TheaterVereins zeigt, wird er diesmal auch ein Stück von Wildenbruch bringen allerdings nichtDie Quitzows" oder denGeneralfeldoberst", überhaupt kein Drama, sondern nur ein Gedicht, aber ein solches, das zu den besten Erzeugnissen der Wildenbruch'schen Muse gehört. Dieses Gedicht zeigt uns in kräftiger sarben- reicher Sprache zwei Opfer des christlichen Fanatismus: ein junges Mädchen und einen Priester, und führt uns zurück in die dunkle Zeit des Mittelalters, in die Tage der Hexen­verbrennung. Aber der Grundgedanke um einmal diesen unheimlichen Schulausdruck zu gebrauchen ist noch bedeu­tungsvoll genug für unsere Zeit, um auchmodern" ange­hauchte Gemüther zu befriedigen.

Dramatische Vorträge von Oscar Zack. Gestern Abend hörten wir die MärchendichtungLicht" von Frida Schanz, eine herzige Dichtung aus sinnigem Lenzeshauch und Blüthendust gewoben, die von Anfang bis zu Ende im Stande ist, die Hörer zu bezaubern und in das Geheimniß eines Märchens einzuhüllen. Herrliche Sprache verbunden mit interessanter Handlung und wechselnden Momenten dumpfer Trauer mit reiner inniger Freude, alles dieses hat Frida Schanz zu einem schönen Epos gestaltet. Der Vortragende brachte alle Schönheiten des Werks zu vollster Geltung, da er mit Wärme und edlem Ausdruck sprach, wobei ihm die weiche Modulation seines Organs prächtig zu statten kam.

Neues Theater. Wir unterlassen nicht, nochmals auf die Freitag den 30. October stattfindende erste Aufführung derHaubenlerche", Sensations-Schauspiel in 4 Acten von Ernst v. Wildenbruch, aufmerksam zu machen.

Circus Blumeufeld. Wir machen an dieser Stelle nochmals auf die heute Abend stattfindende Gala-Vor­stellung, in welcher ba§ gesammte Künstler-Personal mit­wirkt, aufmerksam.

Schönschreiben. Eine schöne Handschrift ist eine gute Empfehlung, so lautet ein altes Wahrwort, und dasselbe hat eine gewisse Berechtigung- denn am meisten pflegen Diejenigen es anzuerkennen, welche nicht im Besitze einer solchen sind. Ihnen kann aber in diesen Tagen ohne große Opfer an Geld und Zeit geholfen werden. Wie nämlich aus den bezüglichen Anzeigen in diesem Blatt ersichtlich, eröffnet der weitbekannte Lehrer der Schönschreibekunst, Herr Kalligraph O. Gottlieb, wieder Hierselbst morgen, den 30. d. Mts., einen Cursus zur Aneignung einer schönen Handschrift, und sei auf denselben, da Herr Gottlieb, wie hier genügend bekannt, für besten Erfolg Garantie gewährt, auch an dieser Stelle nochmals empfehlend hingewiesen.

Darmstadt, 27. October. Aus Anordnung des Großh. Justizministers können in vereinzelten größeren Amtsgerichts­gefängnissen künftig Freiheitsstrafen bis zu zwei Monaten verbüßt werden. Bisher war die äußerste Strafverbüßungs­dauer auf vier Wochen festgesetzt. Die Erweiterung des Termins wurde bedingt durch die beständige Uebersiillung des hiesigen Provinzialgefängnisses.

O Von der Bergstraße, 27. October. Der 18 91er ist geherbstet, leider erregt er keine besonders freudigen Gefühle bei den Winzern, nicht etwa wegen seiner übelen Eigenschaften, denn diese sind gar nicht so uneben die sonnigen Tage der Monate September und October sind nicht spurlos an dem 1891er vorübergegangen sondern wegen der geringen Ouantität. Die ersten Plätze, sowohl wegen der mit Wein bepflanzten Flächen, als der renomirten Marken, nehmen an der Bergstraße die Städte Bensheim und Heppenheim ein. Auch Auerbach soll nicht vergessen werden- AuerbacherRott" ist ein starker, kräftiger Wein. In Bensheim sindPfaffen- fteiner",Kallgasse",Psaffenrech" berühmt, während in Heppenheim derSchloßberg" und derSteinköpser" feine Lagen sind. Hinsichtlich der geherbsteten Masse ist zu be­merken, daß in Heppenheim etwa ein Viertelherbst gewonnen wurde. Die Stärke des Mostes stieg bis auf 90 bis 91 0 nach der Oechsle'schen Mostwaage. Das ist ein ganz respectables Gewicht und liefert einen guten Wein. Der Preis von 65 bis 70 Mk. pro Ohm rauhen Mostes ist sehr acceptabel und zeigt, daß in den Weinvorräthen der Händler große Lucken entstanden sind. In Bensheim bestehen ähnliche Ver­hältnisse. Das Quantum ist noch geringer. Manche Wein­berge sind, ihrer Crescenz nach, säst die Lesekosten nicht werth. Wer auf 7 Ohm in früheren Jahren rechnen konnte, hat anno 1891 noch kein Hectoliter geherbstet. Man zahlte 60 bis 68 Mark. In Hambach, wo die Qualität geringer ist, wurden 50 bis 55 Mk. pro Ohm erzielt. Daß die kleinen nicht capitalkräftigen Winzer bei solchen Resultaten zurück­geworfen werden, ist begreiflich. Die Ausgaben für Dung und Verpfählung, die Arbeiten: Hacken, Schneiden, Geizen müssen geleistet werden, wenn der Weinberg einerlei ob er etwas trägt oder nicht nicht verderben soll. Solche Ausgaben Jahrzehnte lang zu tragen ohne entsprechende Ernte, das halten die kleinen Leute nicht aus. Ein Glück ist es, daß die diesjährige Ernte, besonders auch die Obst­ernte, gut ausgefallen ist. In den warmen Thälern der Bergstraße und des Odenwaldes hingen, wenn man so sagen darf, förmlich alle Hecken voll Obst und man hatte Aepsel- bäume, welche Erträge von 60 bis 100 Mark lieferten. Da der Wcinertrag immer geringer wird, ist für dieses Jahr anzunehmen, daß Wasser und Zucker in Verbindung mit dem gewachsenen 1891er verschiedene Auflagen erleben werden. Man hört deshalb auch melden, daß die 1891er Trester recht gesucht sind und gut bezahlt werden.

* Marburg, 28. October. In einer heute Mittag statt­gehabten Versammlung von Vertretern aller studentischen Corporationen wurde die Ueberreichung einer Dankesadresse an den aus seinem Amt scheidenden Rector der Universität, Herrn Professor Dr. Weber, beschlossen. Die Annahme eines Fackelzuges hatte derselbe abgelehnt. Dem Jäger Bach von der 3. Compagme des hiesigen Jägerbataillons Nr. 11 wurde durch Allerhöchste Cabinetsordre die Rettungs­medaille am Bande verliehen. Bach errettete am 30. Juni d. I. den hiesigen Provinzial-Rabbiner Dr. Munk vom Tode des Ertrinkens. Am heutigen Tage wurde mit den Abbruchs­arbeiten an der alten medicinischen Klinik begonnen.

* Wiesbaden, 27. October. Der des Raubmordes an dem Kartoffelhändler Joh. P. Arndt aus Mörfelden verdächtige und von der Darmstädter Staatsanwaltschaft steckbrieflich verfolgte Schuhmacher Kuhmichel von Schierstein hat sich in der letzten Nacht auf dem ersten Polizeirevier hier ein­gefunden und ein Alibi nachzuweisen gesucht. Dieser Nach­weis ist ihm indessen nicht zweifellos gelungen, und er ist daher vorläufig in Hast genommen worden.

* Leobschütz, 26. October. Erklärtes Deficit. Nach einer Mittheilung derNe er Ztg." ist das Deficit der Schlesischen Bankvereinsfiliale in Leobschütz aus der Ent­wendung von 80,000 Mk. durch H. Michaelis vor 18 Jahren zurückzusühren, die seitdem durch Zinsen aus 248,000 Mk. angewachsen seien !!!

* Zerstreut. Professor (sein Haus verlassend, will die Thür Abends von innen aufschließen, was nicht geht, da ihm ein verkehrter Schlüssel in die Hände gerathen'ist):Potz tausend, da wäre ich in der Zerstreutheit bald aus einem verkehrten Hause herausgegangen!"

Universität- - Nachrichten.

_Zur Neuregelung der Unioersttätsferien. Man schreibt dem Hamburger Correspondmten aus Berlin:In den xa- standtgen Kreisen beschäftigt man sich ernsthaft mit der Verkürzung

der Unioersitätsferien und zugleich mit einer anderweiten Regelung der Semestereinthetlung. An den preußischen Universität« 1= JiS? 2Brinterfcmefter mit dem 15. October beginnen und mit dem 15. Marz schließen. Thatsächlich wurden indessen zumeist im October ? - März aber nicht mehr Vorlesungen gehalten, so daß

oas Wrntersemester nur vier, das Sommersemester gar nur drei Monate (Mat, Juni, Juli) umfaßte, demnach nicht weniger als suns Monate Ferien verblieben. Lange Ferim mögen für viele Docenten erwünscht, unter Umständen selbst nothwendig sein, sie stnd aber, was die Studenten anbelangt, geeignet, selbst den regsten vleiß zu erschlaffen. Der Erlaß des preußischen Unterrichtsministers vom 8. Juli hat inzwischen eine vorläufige Abhülfe gebracht. In Befolgung desselben haben die Professoren den Beginn ihrer Vor­lesungen innerhalb der ersten sieben Tage des offictellen Semesters, I 20- HS 23. October angekündigt und sie werden erst innerhalb der letzten sieben Tage des Semesters schließen. Allein die Studenten sino zum großen Theile noch nicht eingetroffen, offenbar hauptsächlich deshalb, weil sie in Uebereinftimmung mit den Gepflogen- herten des bürgerlichen Lebens erst mit Beginn des neuen Monats ^ b-^^brsttätsstadt aufsuchen, daselbst ihr Monatszimwer miethen und sich nach ihrem Monatswechsel etnrichten. Damit die Studenten die ost grundlegenden ersten Stunden mit Angabe der Methoden, Hulssmittel rc. nicht versäumen, geht man nunmehr zunächst in Preußen mit der Absicht um, die Semester mit den vollen Monaten zusammenfallen zu lassen. In Zukunft soll das Sommer­semester vom 1. April bis 1. August mit kurzen Oster- und Pfingst- serien, das Wrntersemester vom 1. October bis 1. März währen, so daß die Ferien nur drei Monate betragen. Von den Professoren ist dieser Vorschlag überwiegend günstig ausgenommen worden; man wünscht indessen mehrfach die Einrichtung von Feriencursen im Interesse der Studenten, sowie häufigere Urlaube zu Gunsten der fleißigeren Docenten. Inwieweit diese Wunsche, die sich begründen lassen, berücksichtigt werden können, ist Gegenstand der Erörterungen."

An Stelle des zum Bischof von Paderborn erwählten Pro­fessors Simar ist der außerordentliche Professor an der Academie 3U Münster, Dr. Rappenhöner, als Professor der Dogmatik an die Universität Bonn berufen. Der Volontär an der Universitäts­bibliothek in Halle, Dr. phil. Schrader, hat eine Berufung als Lehrer an das amerikanische Roberts College in Rumilt Hissar bei Konstantinopel erhalten. Der Professor des erzbischöflichen Seminars zu Posen, Dr. Englert, ist zum außerordentlichen Pro- feffor der Theologie an der Universität zu Bonn ernannt.

Marburg, 27. October. In der philosophischen Facultät der hiesigen Universität habilitirte sich am Samstag außer Herrn Dr. Küster noch Herr Dr. phil. Dieterich.

Der bisherige Bibliothekar am Leipziger mathematischen Institut, Dr. phil. Scheffers, wird sich für das Fach der Mathe­matik habtlttiren.

Aus Jena wird berichtet, daß der Privatdocent der Chemie, Dr. Wilhelm Roser in Marburg, eine Berufung als außerordent­licher Professor an die thüringische Universität erhalten hat.

Leipzig, 25. October. Gestern Vormittag fand die feierliche Einweihung des neuen Bibliotheksgebäudes der Universität statt. Der Feier wohnten der Cultusminister Dr. v. Gerber, der Lehr­körper der Universität, die Spitzen der Behörden und viele geladene Ehrengäste bei.

Schiffsnachrichte«.

Bremen, 28. October. sPer transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Ems, Capt. R. Sander, vom Norddeutsche« Lloyd in Bremen, welcher am 17. October von Bremen und am 18. October von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Verkehr, £anö> unö Volkswirthschcrst.

Friedberg, 28. October. Unser Pferdemarkt litt gestern etwas durch das schlechte Wetter; es waren nicht so viele Käufer da als sonst, doch wurde immerhin gut gehandelt und sind recht gute Preise erzielt. Zu bedauern war, daß die Fohlenzüchter aus Nassau fehlten, die sonst immer vorzügliches Material zu Markte brachten. Sämmtliche zur Verloosung bestimmten Pferde wurden auf dem Markte gekauft und den Verkäufern sehr anständig bezahlt. Die Loose fanden wie immer flotten Absatz.

,, Friedberg,'27.October. Fruchtpreise. Weizens 24.50, bis 00.00, Korn JL 24.00-00.00, Gerste 17.00-00.00, Hafer JL 14.75-00 00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo, gleich 200 Zollpfund.

Friedberg, 28. October. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. JL 0.90-1.10, Eier 1 St. 7 H, 2 St. 13 H.

Limburg, 28. October. Fruchtmarkt. Rother Weizen , weißer Wehen X, Korn |18 65, Gerste 10.65, Hafer, JL 6.70, Erbsen., Kartoffeln.

Frankfurt a. M., 28. October. Kelter-Aepfel halten ihre hohen Preise von Mk. 12 bis Mk. 14 per Malter. Die Zufuhr ist indes zum größten Theile abgeschlossen. Einen Ausschlag haben die größeren Aepfelwein-Producenten bis zum heutigen Tage nicht eintreten lassen und in den Wirthschaften wird zu dem seitherigen Preise verzapft.

Am gestrigen Jungschweine-Markt am Bebraer Bahn­hof waren nur 90 Thiere vorhanden. Die Preise stellten sich bei geringer Nachfrage für 16- bis 25wöckige auf Mk. 28 bis Mk. 40, für 10- bis 14wöchige auf Mk. 18 bis Mk. 25 per Stück. Die Zufuhr von. fetten Schweinen im Viehhof bezifferte sich in der ab­gelaufenen Woche auf 1947 Stück. In der vorhergegangenen Woche waren 1814 Stück zugefahren.

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.

Freitag Abend 420 Uhr, Samstag Vormittag 831 Uhr, Samstag Nachmittag 3°° Uhr, Samtag Abend 520 Uhr.

Literatur und Nnnft.

- Katechismus der Ornamentik. Lettfaven über die Geschichte, Entwickelung und btc charccterttttschen Formen der Ver- zierungsstfle aller Zeiten von F. Ka nitz. Vierte, verbesserte Auflage. Mit 131 in den Text gedruckten Abbildungen. In Ortginal-Leinen- band Preis 2 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Immer weitere Kreise empfinden das Bedürfniß nach üarmonifchem Einklang zwischen der glanzvollen Außenseite unserer Neubauten und ihrer inneren Ausstattung, der gelammte Hausrath soll in seiner Decoration dem Stile der archttectoniscpen Grundform entsprechen. Zur Er­reichung dieses hohen Zieles erscheint es nothwendig, baß ein ein­gehenderes Verftändntß der verschiedenen Ornamentsttle alle gebildeten Kreise, besonders aber unseren Gewerbestand durchdringe. Ausgehend von den elementaren Bestrebungen uncultivirter Völker, bietet dieser Katechismus einen gedrängten Leitfaden für die Geschichte und Ent­wickelung der characteristischsten Ornamentstile aller Zeiten, erläutert durch zahlreiche Illustrationen und wird zum allgemeineren Verständ­nisse der Entwickelung des Ornaments beitragen und die practtschen Zwecke fördern, welche unsere Btldungsanstalten für Kunst und Jn- mstrie verfolgen.

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