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schule fern bleiben. 8) Für diejenigen confirmierten Mädchen aber, welche weder im eigenen Hause Gelegenheit haben, noch in geeigneten Familien untergebracht werden können, zur practischen Erlernung des Haushaltes, sind von der Gemeinde oder vom Staate Haushaltungsschulen mit obligatorischem Besuch ins Leben zu rufen. 9) Aufgabe der Haushaltungs­schule muß sein: den erwachsenen Mädchen Gelegenheit zur Erwerbung derjenigen Kenntnisse und Fertigkeiten zu geben, welche zur guten Führung einer einfachen Haushaltung er­forderlich sind."

C. Betreffend das Arbeiterschutzgesetz:Die Ver­sammlung begrüßt die von der Reichsgesetzgebung beschlossene Befreiung der schulpflichtigen Jugend von der Arbeit in Fabriken mit lebhafter Befriedigung, sie hält aber eine Aus­dehnung dieses Schutzes der Kinder auch aus andere gewerb­liche Ausnutzung für erforderlich. Die Versammlung begrüßt die reichsgesetzliche Zulassung der Fortbildungsschule und die Verpflichtung der Heranwachsenden Jugend zum Besuch der­selben, auf Grund von Beschlüssen der Gemeinden und größeren (Korporationen, mit Freuden. Sie richtet über nun an die Schul- und Gemeindebehörden die dringende Bitte, der weiteren Ausdehnung des Schulunterrichts ihre that- kräfüge Unterstützung zu leihen."

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Lorrespondenz-Bureau

Paris, 26. Mai. Auch heute kamen mehrere Zusammen­stöße strikender Omnibus-Angestellter mit aus- geiahrenen Wagen der Gesellschaft vor. In der Rue Fau- bourg du Temple wurden zwei Wagen gestürmt, die Pferde abgeschirrt, die Kutscher von den Anwohnern aus den Fenstern mit Wasser begaffen und ein Polizeiagent hinterrücks an­gegriffen. Die Wagen wurden nach dem Depot zurück­gebracht.

Paris, 26. Mai. Vor dem Depot der Omnibus-Gesell­schaft auf dem Boulevard Bourbon fand ein heftiger Zu­sammen st statt. 500 Strikende griffen die ausfahrenden Wagen und die begleitende Polizeimannschast an. Es kam zu einem Handgemenge, wobei die Polizisten wegen ihrer geringen Anzahl weichen mußten. Der Kutscher und der Conducteur eines Wagens, in dem sich Polizisten befanden, wurden blutig geschlagen und mehrere Tumultuanten verhaftet.

Paris, 26. Mai. Der heutige Ministerrath beschäf­tigte sich mit der Frage, welche Maßregeln zu treffen seien, falls bei der Verlängerung des Strikes die Omnibus-Com- pagnie ihre Concession verliere. Heute wurden 80 Personen verhaftet.

Fiume, 26. Mai. Die Zeitungsmeldungen von dem Ausbruche des gelben Fiebers auf Malta werden als durch­aus unbegründet bezeichnet. Der Gesundheitszustand aus Malta soll ein ausgezeichneter fein.

Shanghai, 26. Mai. Reuter-Meldung. Nach weiteren Meldungen aus Nanking verließen die europäischen Frauen und Kinder die Stadt. Die Mädchenschule der Methodisten wurde angezündet und geplündert- auch andere Missionen wurden angegriffen, doch gelang es, die Menge zu zerstreuen. Das englische KriegsschiffPorpoise" und chinesische Truppen find nach Nanking abgegangen.

Berlin, 27. Mai. Nach der heute erschienenenBerliner Medicinischen Wochenschrift" ist Professor Koch damit be­schäftigt, den im Tub erculin enthaltenen wirksamen Stoff zu i so li r en, sodaß die Beschaffenheit wie bei anderen Arznei- stoffen chemisch feststellbar sei. Nach Erreichung des in den nächsten Monaten zu erwartenden brauchbaren Ergebnisses werde Koch umfassendere Veröffentlichungen bewirken.

Locales und provinzielles,

Gießen, 27. Mai.

Der 30. Verbandstag der hessischen landwirthschaft- licheu Genosienschaften findet Montag den 1. Juni d. I., Vormittags 10 Uhr beginnend, hier in Steins Garten statt. Alle Verbandsgenossenschaften und Freunde der genossenschaftlichen Sache sind vom Vorstand zu zahlreicher Betheiligung eingeladen.

Die Schülerzahl unserer städtischen Schulen ist in stetem Wachsen begriffen. Die höhere Mädchenschule hat 296, die erweiterte Mädchenschule 239, die Stadtmädchenschule 910 Schülerinnen - die Stadtknabenschule zählt 770 Schüler.

-e. Die Vereinigung der Kunstfreunde für die amtlichen Publieationeu der Königl. Nationalgalerie Berlin C., Spittel­markt 2, über deren epochemachenden Leistungen in der mecha­nischen Herstellung von kunstvollendeten farbigen Repro- ductionen bedeutender Originalgemälde wir unseren Lesern wiederholt berichteten, veröffentlicht soeben drei Kunstblätter, die an Dimension und technischer Vollendung alles bisher aus diesem Gebiete Erreichte hinter sich zurücklassen. Es sind dies zwei Porträts des jetzigen Kaisers nach Gemälden von Max Koner aus dem Jahre 1890 (Originale im Besitze des 1. Garderegiments z. F. und des Herrn Generaloberst v. Pape), sowie ein Porträt der jetzigen Kaiserin, nach dem im Besitze des Kaisers befindlichen Originale von H. Angeli. Die Blätter haben 70x89 cm Bild- und 96x123 Kartengroße und stellen in Halbfigur die Fürst­lichkeiten in mehr als halber Lebensgröße dar. Eines der Bilder, den Kaiser in Paradeuniform der Garde-du-Corps darstellend (Original im Besitze des Generaloberst v. Pape), wird demnächst in dem Schaufenster des Herrn Otto Hoch­stätt er, Marktstraße, dahier ausgestellt werden. Der Preis eines dieser Bilder beträgt für Vereinsmitglieder 60 Mk. Am 1. October wird dieVereinigung", wie wir einer freundlichen Mittheilung der Geschäftsleitung entnehmen, weiter veröffentlichen: A. Lutteroth: Abend am Meer. A. Bocklin: Der Eremit. Röchling: Sturm auf Spichern. Flicket: Buchwald bei Prerow. L. van Aaken: Im Alt­

frauenhause. Matth. Schmidt: Aus dem Befreiungskriege. E. v. Blaas: Zwei Studienköpfe (Südländerinnen). Diese Blätter werden in kleinerem Format gehalten sein. Bekannt­lich ermöglicht die Mitgliedschaft bei derVereinigung" für den Jahresbeitrag von 20 Mk. den Erwerb eines ihrer Normalblätter nach freier Wahl.

0 Schotten, 26. Mai. Gestern Nacht gegen 12 Uhr- brach in dem Gasthaus zur Traube dahier Feuer aus. Der herbeigeeilten hiesigen freiwilligen Feuerwehr gelang es, dasselbe alsbald auf seinen Herd zu beschränken, ohne daß es größeren Schaden anrichtete.

* Usenborn, 25. Mai. Ein bedauerlicher Unglücksfall trug sich am Samstag den 23. d. M. dahier zu. Der Dienstknecht Heinrich Müller aus Stockheim gerieth infolge des Sturzes eines seiner Pferde so unglücklich unter den Wagen, daß er nach Ablauf von 21/2 Stunden unter schreck­lichen Schmerzen verstarb. Der Verlebte hinterläßt eine Frau und drei Kinder.

tt Uetzhausen, 25. Mai. Der 61 Jahre alte hiesige Feldschütz Konrad Gräb hat sich am letzten Samstag auf seinem Speicher erhängt. Dem Vernehmen nach ist Geistes­störung Ursache der That.

Bau einer Nebenbahn von Büdingen durch das Seementhal. Der Abg. Westernacher hat den Antrag gestellt, die Ständekammer wolle beschließen: Großh. Regierung zu ersuchen, den Ständen noch in diesem Landtage eine Vorlage zum Bau einer Bahn von Büdingen durch das Seementhal, zum Anschluß an die zu bauende Gedern-Lauterbacher Bahn einerseits, und von Büdingen, über Düdelsheim nach Lindheim, zum Anschluß an die Bahn Stockheim-Frankfurt sobald diese gebaut wird andererseits zugehen zu lassen.

Militärdienstzeit der Theologen. Mit Rücksicht daraus, daß die jungen Theologen, welche ihr Militärjahr abmachen, gegenüber denjenigen, welche als untauglich befunden werden, regelmäßig um ein ganzes Jahr bei Ablegung ihres zweiten Examens zurückkommen, hatten die Abgeordneten Dr. Dieffen- bach und Wahl bei der evangelischen Landessynode beantragt: Zu den das Dienstalter der evangelischen Geistlichen regeln­den Gesetzbestimmungen einen Zusatz zu machen, wodurch bestimmt wird, daß diejenigen jungen Theologen, welche durch Ableistung ihrer Militärpflicht nachweislich verhindert worden sind, ihre Schlußprüfung rechtzeitig abzulegen, diese ihre Militärzeit bei Feststellung ihres Dienstalters in Anrechnung gebracht werden kann." Hierzu ist jetzt der Bericht .des Gesetzbebungsausschusses erschienen, woraus hervorgeht, daß Großh. Oberconsistorium die erbetene Anordnung, welche bei den Aspiranten des Sraats- und Schuldienstes schon besteht und sich bewährt hat, für berechtigt hält und daß auch der Ausschuß dieselbe beziehungsweise das beantragte Ersuchen befürwortet. D. Ztg.

Obstmärkte, lieber einen für Frankfurt a. M. pro- jectirten Ob st markt und die Einrichtung zu demselben machte in voriger Woche das Ausschuß-Mitglied des Deutschen Pomologen-Vereins, Franz Hohm-Gelnhausen, in der Ver­sammlung der Frankfurter Gartenbaugesellschaft nähere Mit­theilungen. Der Deutsche Pomologen-Verein bereitet eine gründliche Organisation des deutschen Obsthandels, der im Gegensätze zu den anderen Culturstaaten ein ziemlich wilder Handel noch ist, vor. Als der wichtigste Factor hierfür wird die Einrichtung von alljährlichen Ob st Märkten erkannt, welche die deutschen Obstzüchter mit Proben beschicken und bei welcher Gelegenheit dann ähnlich wie bei Frucht- und anderen Marktbörsen durch Angebot und Nachfrage die Conjuncturen für einen geregelten Handel mit In- und Ausland geschaffen werden sollen. Auch die preußische Regierung erkennt die Wichtigkeit der Sache an, indem sie zu den Kosten einen Betrag von 3000 Mk. zur Verfügung stellt. Einstweilen sind solche Märkte in Berlin, Hamburg und Frankfurt a. M. in Aussicht genommen, bei welchen auf die Mitwirkung der Gartcnbauvereine gerechnet wird. Der erste derartige Markt soll schon in diesem Jahre und zwar für Frankfurt in der ersten Hälfte des Monats September stattfinden. Die für diesen Markt zu Grunde gelegte Marktordnung setzt u. A. fest: Zugelassen ist gutgepflücktes und in gleichmäßiger Größe sortirtes Tafelobst ersten Ranges (ohne Flecken, Wurmstiche oder Druckstellen), gepflücktes Wirthschaftsobst unter denselben Bedingungen, gewöhnliches Wirthschasts- und Mostobst, ge­dorrte und eingekochte Obstfrüchte, Obstweine, Obstbrannt­weine, Obstliqueure, Mus, Marmelade, Gelees rc., sowie gedörrte und eingekochte Gemüse. Die Beschickung ist nur mit in Deutschland gezüchtetem Obste gestattet. Nur solche Verkäuser sind zugelassen, welche von seinem Tafelobst mindestens 50 Kilogramm per Sorte oder von gepflücktem Wirthschaftsobst mindestens 100 Kilogramm per Sorte oder von Most-und Wirthschaftsobst mindestens 10000 Kilogramm zur Verfügung der Käufer haben. Für den Markt 1891 wird Rohobst in Postcollis von 5 Kilogramm als Probe zugelassen. Für den Versandt des verkauften Obstes wird den Verkäufern das einheitliche Verpackungsmaterial umsonst geliefert. Obst- und Gemüseproducte sind in Originalpackung, Obstweine rc. in Flaschen aufzustellen. Die Verkäufe auf dem Obstmarkte finden durch abgesiempelte Schlußscheine des Marktcomites statt. Die Proben sind franco Marktlocal zu liefern und werden später versteigert; unreelle Lieferanten werden von allen späteren Märkten ausgeschlossen. Es steht außer Zweifel, daß der Frankfurter Obstmarkt reussiren und vielleicht von größerer Bedeutung werden dürfte als diejenigen in Berlin und Hamburg, da wir hier mitten in der reichen, obstbautreibenden Gegend liegen, was für die anderen Plätze in dem Maße nicht in Betracht gezogen werden kann.

OemWt».

* Frankfurt a. M., 26. Mai. Als heute Nachmittag 5 Uhr der Fesselballon der electrischen Ausstellung, der mit einem Passagier und zwei Bediensteten aufgestiegen war, sich wieder zur Erde gesenkt hatte, löste sich die Ursache

ist noch nicht aufgeklärt das Seil aus dem am Ballon befestigten eisernen Haken, worauf ein heftiger Windstoß den Ballon in beträchtliche Hohe trieb. Bei schönstem Wetter machten die Luftschiffer eine prächtige Fahrt in der Richtung nach Nordosten und landeten gegen 3/46 Uhr 500 Meter hinter demHeiligenstock". Passagier und Bedienungsmannschaft waren völlig unversehrt. Es verdient bemerkt zu werden, daß der Ballon selbstverständlich auch für solche programm- widrige Fahrt in jeder Weise ausgerüstet und eine eigent­liche Gefahr mit einer solchen nicht verknüpft ist.

* Berlin, 26. Mai. Die Kaserne des 2. Garde - Ulanen-Regiments in Moabit ist heute Vormittag von einem großen Brande heimgesucht worden. Das Regiment war in üblicher Weise zum Exercieren nach dem Tempelhofer Feld abgerückt, sodaß nur Wache und Stallmannschaft sich in der Kaserne befanden. Kurz vor 11 Uhr bemerkte man plötzlich verdächtigen Rauch, der dem Nordthurm des den zweiten und dritten (westlichen) Hof trennenden Stallgebäudes entstieg. In den Thürmen lagerten Holzvorräthe, welche aus unbekannter Ursache in Brand gerathen waren. Das Feuer war schon auf das Stallgebäude, welches für die 5. Escadron bestimmt ist, übergesprungen und hatte an den auf dem Boden lagernden Futtervorräthen reichste Nahrung gefunden. Als um 11 Uhr das Regiment mit klingendem Spiel, vom Exercierplatz heimkehrend, anrückte, wälzten sich bereits dichte Rauchwolken von der Kaserne her nach dem Hamburger Bahnhof zu. Sofort verstummte die Musik und schnell sprengte das Regiment der Kaserne zu. Im Nu war abgesessen und Alles stürzte dem gefährdeten Stall zu, um vor Allem die Pferde zu retten. Zum Glück befanden sich in dem lang­gestreckten Stall nur etwa 30 Thiere, die überzähligen Offizierspferde und die kranken Thiere der Schwadron. Den vereinten Kräften gelang es, alle diese Thiere noch in Sicher­heit zu bringen. Inzwischen war die Feuerwehr alarmirt und von allen Seiten rasselten die Löschzüge mit Geräthen und Mannschaften heran. Die Feuerwerkerschule unterbrach sofort den Unterricht und entsandte sämmtliche Soldaten zur Brandstelle. Die aus dem Exercierplatz in der Kruppstrabe übenden Soldaten des 2. Garde-Regiments rückten im Lauf­schritt heran. Das Feuer hatte sich während dieser Zeit immer mehr ausgebreitet und den gesummten Stallbau mit Einschluß des zunächst der Kaserne belegenen Thurmes ergriffen. Die Flammen waren so gewaltig, daß selbst die in der Nähe stehenden frischgrünenden Bäume ver­kohlten. Die Feuerwehr, die mit Mannschaften aller fünf Compagnien zur Stelle war, eröffnete einen Massenangriff, der von Dampf- und Druckspritzen unterstützt wurde- die Soldaten halfen beim Pumpen der Druckspritzen und Leiten der Schläuche. Den vereinten Anstrengungen gelang es denn auch, verhältnißmäßig schnell dem Feuer Halt zu bieten- zwar wurde noch ein Theil des nördlichen Stallgebäudes vom dritten Hose durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen, doch konnte man hier die Flammen abschneiden, ehe sie den ganzen Bau erfaßt hatten. Vom Stall der 5. Escadron war nicht mehr viel zu retten. Prasselnd stürzten an ver­schiedenen Stellen die Decken ein und immer von Neuem schlug die Helle Lohe empor. Der Telegraph hatte inzwischen die Kunde von dem Brande überall hin verbreitet und die Spitzen der betheiligten Militärbehörden, den commanbirenben General bes Garbe-Corps, General Freiherrn von Meerscheidt- Hüllessem unb ben (Korn nanbanten, General-Lieutenant Grasen von Schlieffen, nach der Branbstelle geführt. In Vertretung bes Polizei-Präsibiums erschien der Ober-Regierungs-Rath Friedheim. Seine Königliche Hoheit der Prinz Georg fuhr gleichfalls zur Brandstelle, um Erkundigungen über den Um­fang des Feuers einzuziehen. Um 12 Uhr war die Haupt- gluth erstickt.

* Frankfurt a. M., 26. Mai. Am Samstag besuchte eine- imNürnberger Hof" wohnende 76jährige Wittwe B., ohne den Ihrigen etwas davon zu sagen, auf dem Friedhöfe das Grab ihres Mannes - auf demselben brach sie in Krämpfen bewußtlos zusammen und blieb unbemerkt die ganze Nacht hindurch bis zum anderen Tage liegen, wo man sie sand und nach Hause fuhr. Die Greisin ist gestern gestorben.

* Frau Carrss Beerdigung. Montag Vormittag 11 Uhr wurde die irdische Hülle der Frau (Karre auf dem Strang- rieder Friedhöfe in Hannover unter einer äußerst zahlreichen Betheiligung der Hannoveraner bestattet. Der Sarg war mit einer großen Zahl prachtvoller Kränze bedeckt, welche von den zahlreichen Freunden der Carre'schen Familie von hier, sowie aus weiter Ferne übersandt waren. Die inter­nationale Artistengenossenschaft hatte sich durch ihren Obmann Julius Eisbeck vertreten lassen - derselbe überreichte einen prachtvollen Lorbeerkranz. Ferner war u. A. erschienen Director A. Hucke aus Berlin. Zu einer aufregenden Scene gestaltete sich die Ankunft des Directors (Karre kurz nach 11 Uhr. Beim Anblick seines bei dem Eisenbahnzusammenstoß unversehrt gebliebenen jüngsten erst zweijährigen Töchterchens brach er fast zusammen und seine Freunde mußten ihn stützen, als er, laut weinend, zum Sarge seiner Frau herantrat. Die Familienglieder und die Circusangehörigen brachen in heftiges Schluchzen aus, als (Karre fassungslos vor dem Sarge niederkniete, und der Kirchenchor, welcher sich hinter dem Sarge aufgestellt hatte, konnte mit seinem Gesänge das Wehklagen nicht übertönen. Herr Pastor Dr. Hilmer hielt auf Grund des Textes:Wir haben hier keine bleibende Stätte", und der Worte in Cap. 13 der Epistel Pauli an die Corinther eine ergreifende Gedächtnißrede. Sämmtlichen im städtischen Krankenhause in Hannover behandelten Ver­wundeten aus dem Circus (Karre geht es übrigens den Umständen nach gut.

Schrsssnachrichten.

Bremen, 26. Mai. sPer ttansatlantischen Telegraph-1 Der Schnelldampfer Aller, Capl. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 16. Mai von Bremen und am 17. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern 3 Uür Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.