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Berlin, 21. September. DerNordd. Allg. Ztg." zu­folge verlautet in Warschau, daß Kaiser Alexander aus seiner Rückreise Warschau nicht berühre, sondern den Seeweg benutze.

Berlin, 21. September. Die hiesige chilenische Colonie veranstaltet im Centralhotel ein Bankett zur Feier des Sieges der Congreßpartei. Die Herren der Gesandtschaft sind nicht geladen.

Hildesheim, 21. September. Der Reichstagsabgeordnete v. Hake-Hasperde ist heute früh einem Schlaganfall er­legen.

Bremen, 21. September. Die Hauptversammlung des deutschen Vereins gegen Mißbrauch geistigerGetränke wurde heute vom Präsidenten, Oberbürgermeister Struckmann- Hildesheim, eröffnet, vom Vertreter des Reichsamts des Innern, Reg.-Rath Jaup und dem Bürgermeister Pauli be­grüßt. Die Versammlung ist schwach besucht.

Bern, 21. September. Nachmittags-Sitzung des Congresses. Chefredacteur Bodenheimer-Straßburg sprach über die Beziehungen der deutschen Jnvaliditäts- und Alters­versicherung zu der Versicherung gegen Krankheit und Unfall und kommt zum Resultat, die Invaliditäts-Versicherung completire solche gegen Krankheit und Unfall. Die Staaten, welche letztere obligatorisch einsühren wollen, sollen die Organisation treffen, daß später die erstere ohne Schwierigkeit eingeführt werden könne. Die Anträge gehen an die Commission. Dann folgte ein zweiter Vortrag des Fabrikinspectors Schuler über Kranken-, Unfall- und Jnvaliditätsversicherung und ihre Verbindung, eine Union der Unfall- und Krankenversicherung sei absolut geboten. Die Frage der allgemeinen Versicherung wird für alle civilisirten Völker nothwendig werden. Es wurden keine Beschlüsse gefaßt.

Wien, 21. September. Der Ministerrath lehnte die Subventionirung der Industriellen, welche die Chicagoer Weltausstellung beschicken, ab.

Paris, 21. September. Der Minister des Aeußern de- mentirt formell die Nachricht von einem unterlassenen Salut an ein französisches Schiff seitens eines italienischen. Nach dem Bericht des französischen Dampfer-Capitäns fand die Begrüßung statt.

Paris, 22. September. Bei der drittenLohengrin"- Aufsührung war die Physiognomie des Operuplatzes eine fast alltägliche. Nur eine geringe Polizeimacht war auf­geboten. Einige Grnppen junger Leute, welche die Marseillaise anstimmte, wurden zerstreut. Es wurden wenig Verhaftungen ! vorgenommen. Das Theater war gefüllt; einige Tumultuanten, I welche die Marseillaise verlangten, wurden hinausgewiesen.

Theodor Körner.

Zu seinem hundertjährigen Geburtstage. (Nachdruck verboten.)

Doch stehst Du dann, mein Volk, bekränzt vom Glücke,

In Deiner Vorzeit heiligem Siegerglanz: Vergiß die treuen Tobten nicht und schmücke Auch unsre Urne mit dem Etchenkranz!

(Leyer und Schwert.)

Vorüber sind die großen Tage, aus denen dieser Mahnruf des Sängers vonLeyer und Schwert" zu uns herübertönt, vorüber die Jahrzehnte Deutschlands jammervollster Zerrissen­heit, vorüber auch die begeisterten Kämpfe, in denen Deutsch­lands Einheit mit Blut und Eisen geschmiedet wurde, und herrlich groß steht unser Volk dain seiner Vorzeit heil'gem Siegerglanz." Aber die Pflicht der Dankbarkeit gegen die Helden, die mit ihrem Blute die Schmach der Fremdherrschaft von der deutschen Erde abgewaschen, haben wir nicht vergessen- unvergänglich leben die treuen Todten in unseren Herzen fort und mancher Eichenkranz, gespendet von liebender Hand, schmückt ihre Urne.

So wallen wir auch heute im Geiste zum Grabe von Wöbbelin, wo der Edelsten Einer den ewigen Schlaf schläft, und bringen auch wir ein Blättlem zu dem Ehrenkranze, der ihm heute in ganz Deutschland geflochten wird, zum Zeichen, daß wir in Liebe und Verehrung des Sängers gedenken, der von Liebe und Leben schied, um der großen Sache, der Be­freiung des Vaterlandes zu dienen.

Vor hundert Jahren, am 23. September 1791, wurde Karl Theodor Körner als der Sohn des Consistorial- raths Körner zu Dresden geboren. Gleichsam als günstige Vorbedeutung für seinen künftigen Dichterberuf wurde sein Eintritt in die Welt von Schiller, dem Freunde seines Vaters, in einem herzlichen Glückwunschschreiben aus Jena begrüßt: Meine herzlichsten Glückwünsche zu dem Stammhalter . . ., dem ich meinen besten Segen zuruse." Und der Segen des Dichterfürsten war mit ihm. Zwar zeigte der Knabe keines­wegs frühe die Talente eines Wunderkindes, dafür aber nach dem Zeugniß seines Vaters neben einer gewissen Festigkeit des Willens ein weiches Herz, treue Anhänglichkeit an einmal Liebgewonnenes, sowie eine leicht erregbare Phantasie. Die Erziehung, die ihm sein Vater zu Theil werden ließ, war eine ausgezeichnete. Der Vater, selbst ein hochgebildeter Mann, verstand es vortrefflich, die von der Natur in den Knaben gelegten schönen Eigenschaften zu pflegen, ohne sich zu bemühen, diesen fremde, nicht in dem Gemüth des Sohnes begründete, beizugesellen. Unter solcher Leitung wuchs der junge Körner zu einem geistig und körperlich wohl ausgebildeten Jüngling heran und konnte mit berechtigten Hoffnungen aus der väter­lichen Zucht entlassen werden, um die Hochschule zu beziehen. Er ging zunächst, 1808, auf die Bergakademie nach Freiberg, wo er zwar sehr fleißig im practischen Bergbau thätig war, sich aber mehr und mehr dem Studium der Naturwissen­schaften zuwandte. 1810 setzte er in Leipzig seine Studien fort, d. h.die Collegien wurden belegt, bezahlt, anfangs fleißig besucht und später noch fleißiger geschwänzt", wie sich sein Biograph Förster ausdrückt. Wegen eines Duells relegirt, begab er sich 1811 nach Wien, nachdem ihm in Berlin die Aufnahme verweigert worden war. Hier in Wien begann für Körner ein neues Leben. Aus den Rath seines Vaters

hin beschäftigte er sich mit historischen Studien, wozu ihm die kaiserliche Bibltothek die vorzüglichste Gelegenheit bot. Der Aufenthalt in Wien war zwar ursprünglich nur auf ein halbes Jahr berechnet gewesen, allein da sich der Aufnahme des relegirten Leipziger Studenten auf anderen deutschen Hoch­schulen die größten Hindernisse entgegenstellten, so wurde be- schloffen, daß Theodor vorläufig in Wien bleiben solle, zumal sich gerade jetzt die Schwingen seines innersten Berufes, der Dichtkunst, frei zu entfalten begannen.

Wie wir schon hervorgehoben haben, hatten sich bei dem Knaben Körner nicht eben viel Talente bemerkbar gemacht, die auf eine außergewöhnliche Bestimmung desselben hätten schließen lassen. Er besaß einepoetische Ader", die in Gestalt von scherzhaften Versen hervortrat und durch die Erzeugnisse der Schiller'schen Muse angeregt wurde. Aus seinem zwölften Lebensjahre haben wir ein kleines Gedicht, das nach Schillers Hectors Abschied" gedichtet und an seinen nach der Schweiz abreisenden Privatlehrer gerichtet ist. In diesem Product, das den TitelKüttners Abschied" trägt, dürfen wir einen der ersten poetischen Versuche des Knaben erblicken. Der Einfluß Schillers, den er im elterlichen Hause persönlich lieb gewonnen hatte, trat bis zu einem gewissen Zeitpunkt auch in allen seinen späteren Gedichten zu Tage. So trägt die erste Gedichtsammlung, die er als neunzehnjähriger Jüngling unter dem TitelKnospen" drucken ließ, ganz das Gepräge Schiller'schen Geistes. Goethe, der auch im Körnerhause verkehrte und allen Arbeiten Theodors, besonders den drama­tischen, warmes Interesse entgegenbrachte, hat diesen Einfluß nie ausüben können, obgleich Theodor mit Begeisterung seine Werke las. Aus Freiberg schreibt der junge Bergstudent: . . . und komm' ich endlich an meinen Lieblingsplatz, so nehm' ich den Goethe aus der Tasche und schwebe hinauf in seinen Tönen und labe mich in Der Harmonie seines Geistes". Dabei blieb es aber auch man findet in seinen Poesien nirgends Goethe'sche Anklänge.

Eine von Freiberg aus unternommene Reise nach Schlesien und in das Riesengebirge brachte ihm einen bunten Lieder- strauß, in dem sich manch schöne undduftige Blüthe findet. Aber immer noch nicht war die Saite seiner Leyer ange­schlagen, die später so mächtig erklingen sollte.

In Wien bot sich ihm ein neues Feld, aus dem er un­vergängliche Lorbeeren erwerben sollte: Das Burgtheater öffnete ihm seine Pforte. Hier wurden am 17. Januar 1812 zum ersten Male seine beiden kleinen StückeDie Braut" undDer grüne Domino" unter großem Beifall der Zuschauer aufgeführt. In schneller Reihenfolge kam nun Stück auf Stück, so daß es nicht zu verwundern ist, wenn sich in diesen eine gewisse Flüchtigkeit der Anlage und Durchführung be­merkbar macht. Auchschillert" der junge Dramatiker in diesen ersten Stücken merklich, jedoch darf man ihn noch lange nicht einen geistlosen Nachahmer des großen Meisters nennen, wie es leider geschehen ist. Ueber die beiden DramenDie Sühne" undToni", welch letzteres im Burgtheater ungeheuere Beifallsstürme entfesselte, hat sich Goethe selbst in einem Briefe an Körners Vater sehr günstig ausgesprochen und hat auch deren Aufführung zu Weimar veranstaltet.Toni" war eigens für die am Burgtheater beschäftigte Antonie Adam­berger, eine vielgefeierte Tragödin, geschrieben. Für diese hatte Körner eine glühende Lrebe gefaßt, die von dem edlen Mädchen ebenso glühend erwidert wurde. Unter den Strahlen dieser Liebe entstandenRosamunde" undZriny", die beide einen großen Fortschritt in der Entwicklung des Dichters bedeuten und ihm eine feste Stellung erringen sollten. Der Erzherzog Karl, der Sieger von Aspern, beschied voller In­teresse an seiner Muse den Dichter zu sich und ein paar Tage später erhielt dieser das Secret als k. k. Hoftheater­dichter, nachdem er mit dem Intendanten des Hofburgtheaters einen für ihn sehr günstigen Vertrag abgeschlossen hatte.

So war denn seine Zukunft gesichert und er schien an der Seite einer geliebten Braut, im Verkehr mit Männern wie Wilhelm v. Humboldt und Friedrich Schlegel, mit geist­reichen Frauen wie Karoline Pichler und Frau v. Pereira, geachtet als Mensch und als Dichter, einem seltenen Glücke entgegen zu gehen. Da brach flammend der Morgen der Freiheit an, Preußens Volk erhob sich wie ein Mann zur Befreiung des Vaterlandes. Wie hätte da ein Theodor Körner zu Haus bleiben können! Er, begeistert für alles Große, Edle, mußtedem Wogensturme die muthige Brust entgegen­drücken", sein Leben einzusetzen für das höchste Gut, die Frei­heit des Vaterlandes. Und er riß sich los. _ Seine Toni, ebenso groß, ebenso edel denkend wie er, ließ ihn ziehen, wenn auch mit blutendem Herzen. Sie wußte, daß er nicht fehlen durfte, wo seine Brüder siegten, wußte, daß tr nicht in feiger Begeisterung seinen Jubel den siegenden Brüdern nachleiern" konnte. Bei den Lützower Jägern zu Fuß fand er eine Kameradschaft, deren er bedurfte, die ihn verstand, wenn er in mächtiger Begeisterung seine Kriegs- und Sieges­lieder hinausschmetterte. Und wie hat er sie hinaus geschmettert! Alles was die Menschenbrust an Schönem und Edlem birgt, hier kam es zu Tage, hier brach es hervor wie ein gewaltiger Bergstrom und riß alle mit sich fort durch die Macht der Begeisterung zu Kampf und Sieg. So wurde Körner der Tyrtäus der Lützower nicht allein, sogar das ganze Heer sang bald seine Lieder, und noch heute klingen sie fort im Munde des deutschen Volkes. In ihnen ist Körner ganz er selbst, in ihnen ist er unerreicht.

Nur zu bald sollte sein liederreicher Mund verstummen für immer. Schon beim Auszuge hatte er eine Ahnung seines Todes:

Und sollt' ich einst beim Siegesheimjug fehlen: Weint nicht um mich, beneidet mir mein Glück! Denn was, berauscht, die Leyer oorgesungen, Das hat des Schwertes freie That errungen."

Als er, bei einem verräterischen Ueberfatt mitten im Waffenstillstand verwundet, einsam und hilflos in einem Ge­hölze lag, glaubte er, seine Stunde sei gekommen, und unter den heftigsten Schmerzen entrang sich den Lippen des Sängers ein Lied, das ihn uns in seinem ganzen felsenfesten Gott-

bcrtraucn zeigt. Aber noch einmal sollte er dem Leben wieder- gegeben werden, ihm war ein schönerer Tod beschieden, als einsam im Walde zu verbluten: Schon bald nach seinem Ein­tritt in das Lützow'sche Corps war er zu den Reitern über- getreten und zum Lieutenant gewählt worden- Lützow hatte ihn zum Adjutanten ernannt und in dieser Eigenschaft machte er alle Gefechte der Freischaar mit. Wie mit der Leyer, so war er auch mit dem Schwerte den Seinen allzeit voran,- und was er im Liede gesungen, hat er mit seinem Blut be­siegelt. Am 26. August 1813 traf ihn die feindliche Kugel, als er auf der Straße von Gadebusch nach Schwerin mit hoch geschwungenem Schwert auf seinem feurigen Schimmel gegen ein von dem Feinde besetztes Gehölz ansprengte. Von seinen Kampfgenoffen, vom ganzen deutschen Volke betrauert, wurde er zwei Tage später unter einer Eiche bei Wöbbelin zur ewigen Ruhe bestattet. Mit ihm, dem zweiundzwanzig­jährigen Jüngling, ging ein Mensch dahin, wie es wenige ge- gegeben hat- aber seine Werke lassen seinen Namen nicht unter­gehen, und mit Liebe und Stolz blickt das deutsche Volk auf seinen Heldensänger, dessen Lieder, wie sie unsere Ahnen 'ge­führt haben, auch unsere Jugend, wenn es noth thut, zum Siege führen werden, getreu dem Worte des heute Gefeierten:

Was beim auch immer aus dem Sänger werde: Heil ihm! erkämpft er auch mit seinem Schwerte Nichts als ein Gcab in einer freien Erde!" H.

Locales uni* provinzielles.

Gießen, 22. September.

Dramatische Vorträge von Oscar Zack. Wie wir hören, finden in diesem Herbst die früher so beliebt ge­wordenen Vorträge des Herrn Oscar Zack wieder statt und beabsichtigt derselbe die Hälfte der Rein-Einnahme dem Kirchenbaufonds zu überweisen. Aus diesem Grunde dürste die Subscription, welche durch Liste gemacht wird und für alle drei Vorträge Mk. 2. beträgt, wohl reich aussallen. Die Vorträge sind für den 14. October (GutzkowsUriel Acosta"), 28. October (Frieda Schanz Licht") und 11. November (FitgerDie Hexe") in Aussicht genommen. Wir machen auf die Gediegenheit des Programms schon heute ganz besonders aufmerksam.

Thierfchntz-Verein für das Großherzogthum Hessen. Die diesjährige Generalversammlung findet am 21. October zu Nidda statt, vorher geht am 7. October die jährlich einmal stattfindende Ausschußsitzung in Darmstadt.

Kürzlich fand in Bad-Nauheim eine Coaferenz der katholischen Organisten Hessens statt, in der beschlossen wurde, in einer gemeinsamen Eingabe an das bischöfliche Or­dinariat eine endgültige Regelung der Organistenbesoldung zu verlangen und zwar derart, daß für die Ausübung des Orgelspiels an Sonn- und Festtagen eine Minimalbezahlung von 200 Mk. cingesührt würde. Zugleich einigte man sich dahin, daß, falls die kirchliche Behörde sich dem Verlangen gegenüber ablehnend verhalten sollte, man die Intervention des Ministeriums anrufen würde, um event. die gesetzliche Entbindung von dem Organistendienst für alle hessischen Lehrer nachzusuchen.

Ruppertenrod, 21. September. Die Frau, welche beim Heuholen von der Leiter herab in die Scheunentenne fiel, ist heute Morgen ihren schweren Verletzungen erlegen.

A Hungen, 20. September. In der heute dahier abge­haltenen Generalversammlung des hiesigen Vorschuß- und Credit-Vereins wurde an Stelle des seitherigen Vor­sitzenden, Herrn L. Buch dahier, Herr Maurermeister Friedrich Falk dahier zum Vorsitzenden erwählt.

- ft Hungcn, 20. September. Die Ehefrau eines hiesigen Geschäftsmannes besuchte dieser Tage ihre in Beuern wohnende Tochter und verstarb daselbst plötzlich in Folge eines Herzschlags. Die Leiche wurde nach hier verbracht.

- ft Birklar, 21. September. Heute fand die Beerdigung des am vorigen Samstag plötzlich verstorbenen hiesigen Hos- pächters Kammer statt. In welcher hohen Achtung, Liebe und Verehrung der Verblichene stand, dies zeigte sich nicht nur an dem ungemein großen Leichenzuge, sondern sand auch noch ganz besonderen Ausdruck in der tiefempfundenen Grab­rede des Ortsgeistlichen. Herr Kammer stand erst im 57. Lebensjahre, weßhalb der so rasch eingetretene Tod dieses braven Mannes noch um so mehr bedauert wird.

- ft Lich, 21. September. Die Taufe des jüngst ge­borenen Grasen von Lynar, eines Enkels des hiesigen Fürsten, sand heute im hiesigen Schlosse durch Stiftsdechanten Klingelhöffer statt. Unter den Tauspathen, 15 an der Zahl, befindet sich u. A. außer den 'beiderseitigen Großeltern auch ein Herzog von Mecklenburg. Der Täufling erhielt die Namen Wilhelm Rochus.

Q Trais-Horloss, 20. September. Die Zuckerrüben- Er nte hat bereits in hiesiger Gegend begonnen und werden seit einigen Tagen die Rüben auf hiesiger Haltestelle zum Ver­sandt angefahren. Die Zuckerrüben werden durch Vertreter der Actien-Zuckerfabrik Büdingen in Stockheim in Empfang genommen und auch der Waschprobe unterzogen. Es wird die seitens der Direction genannter Fabrik getroffene neue Anordnung von den hiesigen Rübenzüchtern als eine große Annehmlichkeit bezeichnet.

Aus dem Ohmthal, 21. September. Hätte das einzig schöne Wetter der vorvorigen Woche sich auch in der ver­flossenen Woche gehalten, so wäre jetzt die Ernte vorüber, so aber ist ihr Ende wieder hinausgezogen worden. Dessen ungeachtet ist doch der größte Theil in recht guter Qualität unter Dach und Fach gebracht worden und nur einzelne Hafer- und Weizenäcker stehen noch im Felde. Auch die Grummeternte ist bis auf einzelne Ausnahmen vorüber, sie hat an der Qualität wie Quantität ein vortreffliches Er- gebmß geliefert. Selten sieht man solche hochbeladene Wagen voll Grummet heimfahren wie in diesem Jahre. Ein recht gutes Resultat liefert der Sommerraps (Sommersamen). Da­durch wird der gänzliche Ausfall der Wintersamenernte (Winter-