Feuilleton.
vor ihren Augen flimmerte es
die erste Zahl, die sie
roffen.
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(Schluß folgt.)
Der Tag selbst
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recht ärgerlich ge- hatte sie diese un-
Zuspruch. 8951
Koch, Forstinspector.
gnügen zu Vergnügen eilte, wallte der alte Groll und Schmerz wieder in ihr auf, den sie am Morgen empfunden. Sie gedachte auch des Wunsches betreffs des Looses- noch war es ihr unmöglich, demselben nachzukommen. Sie löschte das Licht aus und versuchte zu schlafen.
Lange träumte sie vor sich hin; ihre Gedanken schweiften zu ihm und je mehr sie sich im Geiste mit ihm beschäftigte, je mehr sie sich ihn vorstellte, desto mehr wichen Groll und Aerger. Gewohnt, alle seine Wünsche auszusühren, schickte sie sich an, das Versäumte nachzuholen. Schnell zündete sie das Licht an, stand auf und huschte leise, um die schlafenden Ander nicht zu wecken, in das Wohnzimmer, wo die Ziehungsliste lag.
Einen Blick darauf und eiskalt durchlief es ihren Körper,
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nachzujagen im Stande wäre. Sie war wesen und als die Ziehungsliste eintraf, gelesen bei Seite gelegt.
Das war am Vormittag geschehen.
brachte ihr, wie gewöhnlich, viel Arbeit- die Ziehungsliste blieb unbeachtet liegen. Als dann die zwei Buben am Abend glücklich, d. h. ohne Aerger, zu Bette gebracht waren, hatte sie sich in ihr Schlafzimmer zurückgezogen. Sie las nochmals den Brief, und indem sie sich vorstellte, wie ihr ferner Otto von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, von Ver-
von 3 Tagen, blieb jedoch unversehrt. Als sie in Newyork antras, befanden sich auf ihr 25 Passagiere und verschiedene Personen der Mannschaft mit verbundenen Köpfen und Armen in der Schlinge. Der Sturm tobte fast während der ganzen Reise. Am 7. October ergossen sich ungeheure Seen über das Schiff und dasselbe rollte so arg, daß die Schutzvorrichtungen des Hauptdecks das Wasser berührten - bisweilen schien daß Schiff mit der Spitze in die Flnthen tauchen, dann wieder erhob sich das Hinlertheil so hoch, daß die Doppelschraube zu sehen war, welche mit furchtbarer Geschwindigkeit arbeitete. Die Masten krachten, so daß man meinte, sie müßten brechen. Dr. Lenborn wurde den „Daily News" zufolge gegen die Wand seiner Kajüte geschleudert und brach den rechten Arm. Ein Matrose, Carl Christiansen, wurde durch eine mächtige Woge aufs Deck geschleudert und erlitt einen Bruch des Halsknochens. Ein Kajüten-Passagier, August Truebon, wurde ebenfalls verletzt. Sehr schlimm war die Lage der Zwischendeckspassagiere, welche nicht aufs Deck gehen durften und bei jedem Stoß auf den Boden geworfen wurden. Viele erhielten Verletzungen. Zwei Frauen wurden unter den Tisch geschleudert, stießen mit den Köpfen zusammen und wurden betäubt. Unter den 18 Mitgliedern einer Familie blieb nicht eines unverletzt. Am ärgsten war das Wetter am 8. October, an welchem Tage die Passagiere nicht aus das Hauptdeck gehen dursten, weil es stets unter Wasser stand. Eine Frau White und deren Tochter wurden in der Kajüte herumgeschleudert und beide erhielten zwei Armbrüche. Zwei Zwischendeckspaffagieren wurden ebenfalls die Arme gebrochen und einer erhielt eine Verletzung an der Schulter. Aehnlich erging es der „Umbria", aus welcher eine Frau C. P. Morgon in Folge des Schreckens vom Schlage gerührt worden und starb, während ein Mädchen wahnsinnig wurde.
* Tigerjagd. Ein Engländer, der lange in Indien geweilt und der Tigerjagd obgelegen, wurde gefragt, ob das die richtige Waidmannslust sei. „Es ist ein ganz angenehmer Sport", erwiderte dieser, „so lange als Sie den Tiger jagen, jagt er aber Sie, so hat es seine Schattenseiten."
* Zur Jagdküche. Was entsteht, wenn ein Jäger im Winter Jagdgeschichten erzählt? „Kalter Aufschnitt!"
* Waidmann's Heil! Ein höchst üppiges Resultat hat die vor einigen Tagen in der Gemeinde Haidenhof (bei Passau) abgehaltene Treibjagd geliefert: neunzehn bis an die Zähne bewaffnete Nimrode, siebzehn vom Eifer glühende Treiber und neun sohlenbeschwingte Jagdhunde brachten — einen Hasen zur Strecke!
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gesehen, war 4760, die Nummer ihres Looses! Hinter derselben stand fett und groß gedruckt 600,000 Mk. Ihr Loos war mit dem Haupttreffer gezogen worden! Sie hatten das große Loos gewonnen! — Als sie sich von ihrer ersten Erregung erholt hatte, verglich sie Loos und Liste, Stelle für Stelle immer wieder aufs Neue. Jeder Zweifel war ausgeschlossen, der erste Preis war auf ihr Loos gefallen. Welch ein Glückssall!
Doch was war es, das sie nicht freudig aufschreien und ausjauchzen ließ? — Was war es, das sie abhielt, ihrer ersten Eingebung gemäß ihre Kinder zu umarmen und ihnen unter Freudenküffen diese Gtticksbotschaft zu bringen? — Was war es, das ihr aus einmal Thränen, Thränen der Trauer und nicht der Freude in die Augen trieb? — Es war die Furcht vor der Zukunft, vor der glänzenden Zukunft, in die sie das viele Geld auf einmal versetzen mußte. Wie schön und zufrieden waren ihr bis heute die zehn Jahre ihrer glücklichen Ehe verflossen? Wie glücklich hatte sie bis jetzt an der Seite ihres geliebten Gatten gelebt.
Mußte dieses nun nicht alles anders werden?
Wie schrecklich, wenn der Vater von jetzt ab nicht mehr arbeiten würde, wenn er ein Müssiggänger würde, der nur dem Vergnügen nachginge?! Wie verderblich, wenn die Heranwachsenden Buben ein derartiges Beispiel vor Augen hätten!
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Das große Loos.
Die „Frau Juspector" war heute mit schwerem Herzen zu Bette gegangen - ein Brief ihres geliebten Gemahls hatte ftci in große Aufregung versetzt. Seit acht Tagen war sie Sfrohwittwe, als welche sie sich, wie es einer guten Ehefrau geziemt, recht einsam und verlassen vorkam. Heute Morgen hatte sie nun endlich ein Lebenszeichen von ihrem theuren Otto erhalten- leider bereitete ihr dieses mehr Schmerz als Freude. Zu ihrem gewalttgen Schreck nämlich glaubte sie aus seinen Zeilen entnehmen zu müssen, daß ihn im Gewirr der Reichshauptstadt auch nicht im Geringsten jenes Gefühl beschlichen habe, das sie verzehrte und den ganzen Tag an ihn denken ließ — das der Sehnsucht, der Liebe. Und das erschien ihr als ein Verrath an ihrer zehnjährigen Ehe. Heiter, ja gewissermaßen ausgelassen, hatte er ihr von seinem Aufenthalt in Berlin berichtet. Und wollte es die Fügung des Schicksals oder war ihr Otto wirklich schlimmer als sie ahnte, sein Brief beschäftigte sich meistens mit Dingen, bei denen das schönere Geschlecht hervorragend betheiligt war. Da hatte er ihr ein Ballet in der Großen Oper geschildert, da erzählte er ihr von Renz, von dem Treiben unter den Linden, scizzirte ein Theaterstück, das er im Residenztheater gesehen hatte und das ihrer Ansicht nach von frivolen Dingen handelte. Kurz — sie fühlte sich recht verletzt und dies um so mehr, da auch nirgends ein wärmeres Wörtchen für ihre eigene Person eingeflochten war. Am unangenehmsten aber hatten sie die Schlußzeilen des Briefes berührt: „Vergiß ja nicht, die Ziehungsliste einzusehen, die Dir heute zugehen wird- telegraphire sofort, wenn was gewonnen."
Mitten im Strudel des Vergnügens dachte ihr Gemahl also an das Loos- gewiß nicht, damit sie im Falle eines Gewinnes besser und behaglicher leben, ihre zwei Kinder sorgfältiger erziehen könnten, nein, damit er, so wie jetzt in Berlin, auch fernerhin nur Vergnügen und Zerstreuungen
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Angebote sind unter der Aufschrift: Lieferung von Menage-Bedürfnissen für das II. Bataillon an dis unterzeichnete Menage - Commission bis spätestens zum 25 d. Mts. einzureichen. 9306
Gießen, den 19. October 1891.
Menage-Commission des II. Bataillons Infanterie-Regiments Kaiser.
Mittwoch den 21. October (Siebener Anzeiger♦ Beilage zu Rr. 245. -1891
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