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Feuilleton

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Gerichtsvollzieher.

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zwar:

Montag den 24. August

anerkannt

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Grummetgras- Versteigerung

bei der Stadt Gießen.

Montag den 24. und Dienstag den 25. August, jedesmal von Borm. 9 Uhr an, soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen versteigert werden,

des Schulhofs

sollen im Wege öffentlicher Ausschrei­bung vergeben werden. Angebotssor- mulare liegen während der Dienst-

Mittwoch den 19. August, Vormittags 9 Uhr, wird auf dem hiesigen Viehmarkte eine Kuh gegen Baarzahlung versteigert.

9

stunden auf dem Geschäftszimmer Nr. 3 auf und werden daselbst un­entgeltlich abgegeben.

Versiegelte Angebote sind mit ent­sprechender Aufschrift versehen bis

Samstag den 22. August, Bormittags 10 Uhr, ebendorthin einzusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegen­wart der etwa erschienenen Bieter erfolgt.

Gießen, den 17. August 1891.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

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Die Lebensdauer des Menschen.

Der Mensch hat sich im Verhältniß zu seiner Größe eines hohen Alters zu erfreuen. Die mannigfaltigen Er­fahrungen, welche über seine Lebensdauer gemacht worden sind, leiten uns aus folgende, höchst lehrreiche Schlußfolgerungen. Das Alter der Erde hat bisher noch keinen merklichen Einfluß auf das Alter der Menschen gehabt. Man kann im All­gemeinen noch immer so alt werden, als in den frühesten Zeiten. Indessen gibt es Zeitabschnitte, wo in dem nämlichen Lande die Menschen einmal länger, ein anderesmal weniger lange leben. Waren die Menschen noch Kinder der Luft und der Natur, Hirten, Jäger und Ackersleute, so war auch ein hohes Alter bei ihnen gewöhnlich. Wurden sie aber nach und nach der Natur untreu und überfeinert, so wurde auch die Lebensdauer kürzer. Aber das nämliche Volk kann durch zufällige Rückkehr in einen roheren, naturgemäßeren Zustand wieder zu dem natürlicheren Ziele des Lebens zurückkehren. Das Menschengeschlecht im Ganzen behält also sein ihm an­gewiesenes Lebensziel. In Hochliegenden Gegenden findet man durchweg mehr alte Menschen, und diese in höheren Jahren, als in den tiefliegenden; in kälteren Himmelsstrichen wird der Mensch im Ganzen älter als in den heißen. Die höchste Kälte hingegen von Grönland, Island u. s. w. ver­kürzt wieder das Leben. Ganz vorzüglich zuträglich zur Verlängerung des Lebens ist die Gleichförmigkeit der Luft, besonders in Hinsicht der Wärme und Kälte, Schwere und

Vergebung von Maurerurbetten.

Durch öffentliches Angebot soll die Ausführung der nachstehend ange­führten Einfriedigungsmauern mit Materiallieferung vergeben werden.

Die Gebote können sich auf die Ausführung beider oder nur einer Mauer beziehen.

1) Einfriedigungsmauer in dem bot. Garten, veranschlagt zu 679, Jt.

2) Einfriedigungsmauer in der Veterinäranstalt, veranschlagt zu 744,80 «M.

Voranschläge u. Bedingungen liegen bei unterzeichneter Stelle bis zum Eröffnungstermine der Offerten, am 24. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, offen.

Zuschlagsfrist acht Tage.

Gießen, den 15. August 1891.

Großh. Kreisbauamt Gießen.

Renting. 7378

von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenwegerthor, am Fürsten­brunnen, Wieseckthal und im Heeg­strauch.

Dienstag den 25. August von den Ochsenwiesen, den Wiesen im Stolzenrnorgen, Utersbrunnen, Alientisch und Strangswiese; Nach- mittags y22 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen; Nach­mittags i/z3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Altenbuseck; Nach­mittags V24 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Großenbuseck.

Die Zusammenkunft ist Montag den 24. August am Neustädterthor und Dienstag den 25. August in den Ochsenwiesen. Die Großh. Bürger­meister der umtiegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden be­kannt machen zu lassen.

Gießen, den 16. August 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Leichtigkeit. Daher sind die Länder, wo schnelle und starke Abwechselung im Barometer- und Thermometerstande gewöhn­lich ist, der Lebensdauer nie vortheilhast, denn jene schnellen Abwechselungen sind eben so viele innere Revolutionen und diese nützen die Kräfte und Organe ab. Dies gilt z. B. auch von Deutschland, wo man oft in einem Tage zugleich Frost und Hitze erlebt und wo der März sehr warm und der Mai beschneit sein kann. Ein zu hoher Grad von Trockenheit ist ebenso wie zu große Feuchtigkeit der Lebens­dauer nachtheilig. Hingegen ist eine ständig mit einem ge­wißen Grade von Feuchtigkeit gemischte Luft die beste, um ein hohes Alter zu erreichen. Daher sind die Inseln und Halbinseln die Wiegen des Alters. Von jeher wurden die

Menschen auf den Inseln älter als auf dem dabei unter gleicher Breite liegenden festen Lande. So leben die Menschen aus den Inseln des Archipels länger, als in dem gleich dabei liegenden Kleinasien, auf der Insel Eypern länger, als in Syrien, aus Formosa und Japan länger, als in China, in Schottland, Dänemark, Schweden länger, als in Deutschland. Das Seewasser also wirkt sehr wohlthätig und die Seeleute werden daher sehr alt. Stillstehende, süße Wasser hingegen schaden durch ihre Ausdünstungen. Je mehr der Mensch der Natur und ihren Gesetzen treu bleibt, desto länger lebt er; je weiter er sich davon entfernt, desto kürzer. Daher wurden die Bewohner einer und derselben Gegend, so lange sie das einfache und gesunde Hirten- und Jägerleben führten, alt; sobald sie aber civilisirter wurden und dadurch in Ueppigkeit und Faulheit verfielen, sank auch ihre Lebensdauer. Daher ' haben nicht die Reichen und Vornehmen, sondern vorzüglich I die Bauern, Ackersleute, Matrosen u. s. w. die gegründetste

vorzügliche- Fabrikat, empfiehlt

I. Happel, Neustadt 56

Hoffnung, alt zu werden. In einer gewisse» Mittelmäßigkeit des Standes, des Klimas, der Gesundheit, des Temperaments, der Leibesconstitution, der Geschäfte, der Geistesarbeit, der Diät u. s. w. liegt also das große Geheimniß, alt zu werden. Auch lehrt die Erfahrung folgenden bemerkenswerthen Um­stand: Alle sehr alten Leute waren verheirathet und mit­unter öfters als einmal und gewöhnlich noch in hohem Alter. Man hat kein einziges Beispiel, daß ein lediger Mensch, Junggeselle, ein sehr hohes Alter (d. h. über 100 Jahre hinausgehend), erreicht hätte. Der Franzose de Longueville lebte 110 Jahre [unb hatte zehn Frauen gehabt; die letzte, die er, 99 Jahre alt, noch heirathete, gebar ihm noch in seinem 101. Jahre einen Sohn. Es werden der Anzahl nach mehr Weiber als Männer alt, das höchste Ziel des menschlichen Alters erreichen aber doch nur Individuen männ­lichen Geschlechts. In der ersten Hälfte des Lebens ist ein thätiges und selbst anstrengungsvolles Leben, in der letzten Hälfte aber eine ruhigere und gleichförmigere Lebensart dem Alter zuträglich. Kein einziges Beispiel findet sich, daß ein Müssiggänger ein ausgezeichnetes hohes Leben erreicht hätte. Nach Bacons Beobachtungen erreichen Söhne von alten Vätern und jungen Müttern ein hohes Alter, und Söhne,"welche der Mutter ähnlich sehen, durchschnittlich ein höheres Alter, als solche, welche mehr dem Vater gleichen. Betrachten wir endlich die einzelnen Menschenrassen in Bezug aus ihre längere oder kürzere Lebensfähigkeit, so scheint die kaukasische Rasse im Allgemeinen eine größere Lebensdauer zu haben als die mongolische und malayische.

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