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bildeten Carre einen dreifachen Reitersturm eine zwei­malige Attacke der hannöverschen Garde-Cürassiere und einen Angriff der Cambridge-Dragoner siegreich bestand) ein Kelsblock errichtet, welcher eine bronzene Denktasel mit der Inschrift trägt:Hier stand das Carre des Barres. Ein Fels. 27. Juni 1866."

* In Uschütz ließ sich, wie oberschlesische Blätter berichten, ein junger Mann, der sich beim HebenSchaden gethan hatte", vonklugen" Frauen in eine Krauttonne stecken, mit heißem Master vonneunerlei Kräutern" begießen, zum Ueberfluß gab man ihm noch drei heiße Steine mit ins Faß und schloß dieses mit wollenen Decken. Der Kranke verließ das Faß nicht mehr lebend. Die gerichtliche Untersuchung gegen die heilkundigen Weiber ist eingeleitet.

* Der Zufall als Lebensretter. Der BernerBund" führt nachträglich verschiedene Fälle an, wie mehrere Baseler Familien zufällig abgehalten wurden, am Tage der Kata­strophe bei Mönchenstein den dem Verderben geweihten Personenzug zu benützen. So hatte ein Basler mit seiner ganzen Familie diesen Zug zu einem Ausflug aus's Land be­nutzen wollen- aber unter der Hausthüre fingen seine zwei Knaben einen Wortwechsel an, der den Vater bestimmte, nicht nur ihnen Hausarrest zu geben, sondern nun auch mit Frau und Tochter zu Hause zu bleiben- hier hatte also erzieherische Strenge wahrscheinlich eine ganze Familie gerettet. In einem andern Falle aber wurden vier Brüder durch ihren Un­gehorsam bewahrt. Ihr Vater war Vormittags schon über Land gegangen und bestellte seine Buben auf den Nachmittag nach Mönchenstein, wohin sie mit eben jenem Unglückszuge fahren sollten. Schon aus dem Bahnhof angelangt, beschlossen sie, doch lieber nach Augst zu gehen- vielleicht war dabei auch ein romantisches Interesse an der alten Römerstadt im Spiele. Sie fuhren also mit der Centralbahn nach Pratteln und führten ihren Plan aus. Der Vater suchte dann ihre Leichen mit großer Angst und kam Abends spät verzweifelt nach Hause- da laugten gleichzeitig mit ihm ganz wohlbehalten die vier Burschen an und sind diesmal für ihren Ungehorsam wohl schwerlich durchgebläut worden. Schöner ist die Ge­schichte, wie eine ganze Familie den verhängnißvollen Zug versäumte, weil Niemand den alten Großvater, der nach Tisch in der dem Alter eigenlhümlichen breiten Weise eine seiner Erinnerungen erzählte, in seinem Redefluß unterbrechen wollte, obschon ihnen allen, wie man so zu sagen pflegt, der Boden unter den Füßen brannte. Hier war es also Pietät, welche die Betreffenden vor großer Gefahr, vor wahrscheinlichem Tode bewahrte. In einem andern, uns bekannt gewordenen Falle hat dagegen Unmäßigkeit bei Tisch denselben Dienst geleistet. Eines der Familienglieder hatte von einem Lieb­lingsgericht so viel geschmaust, daß es, als man schon zur Bahn ging, plötzlich grimmige Leibschmerzen und Krämpfe be­kam- bis diese vorübergingen, war der Zug längst abgefahren nnd die betreffende Familie hatte auf den Ausflug verzichtet.

* Im New Yorker Zuchthaus Sing-Sing wurden am Dienstag vier Mörder mittelst Eleetrieität hm- gerichtet. Der Hinrichtung, welche ohne Störung verlief, wohnten nur Gefäugnißbeamte, wissenschaftliche und einige besonders berufene Zeugen bei.

* Daß mau mit seiner Unterschrift nicht vorsichtig genug sein kann, zeigt folgende amüsante Geschichte einer Petition in Amerika. In Newyork ist die Wette 'zum Austrage ge­kommen, man könne mehr als hundert hervorragende Geist­liche veranlassen, eine Petition zu unterschreiben, die verlangt, daß der Bischof von Dort gehängt werde. Der kühne Wetter verfaßte ein mehrere Bogen langes Schriftstück, dessen Ein­gang an das Interesse des Lesers für die Entwickelung der Kirche appellirte und sich in einem unendlichen Wortschwall erging. Ganz am Schluß wurde die freundliche Bitte aus­gesprochen, Se. Hochwürden den Bischof von Iork gefälligst am Halse auszuhenken, bis er tobt sei. Als erst einmal ein

paar bekannte Namen etn der Spitze des Doeuments standen, nahmen die übrigen Herren keinen Anstand, zu unterzeichnen, ohne gelesen zu haben. Der Gewinner behauptete, er hätte es mit einiger Geduld ebenso gut auf tausend wie aus hundert Unterschriften bringen können.

Literatur und Ilnnst.

Da» Buch von der gesunden und praktische« Woh­nung. (Leipzig, Ernst Keils Nachfolger.) Es liegen uns drei weitere AbtheUungen dieses gemeinnützigen Werkes von E. Falken - horst vor. Die zweite Abtheilung:Luft und Licht in der Wohnung", die dritte:Küche und Gesundheit" und die vierte:Die Kinder­stube". Den Müttern und Hausfrauen bieten dieselben eine un­gemein reiche Fülle von Belehrung. Den Begriff der Kinderstube hat der Verfasser zweckmäßig erweitert und er bespricht in der be­treffenden Abtheilung auch die häusliche Gesundheitspflege der Kinder im schulpflichtigen Alter. Einen besonderen Nachdruck legt er auf die Verhütung der sogenannten Schulkrankheiten, der hohen Schulter, der Kurzsichtigkeit, der Nervenschwäche. Die Ergebnisse der neuesten Forschung werden dem Leser in überaus klarer, verständlicher Weise vermittelt, und so bildet diese Abtheilung einen vorzüglichen Rath­geber für die leider so oft vernachlässigte leibliche Erziehung der Jugend im Hause. Die Gefahren, welche die Gesundheit durch Nahrungsmittel bedrohen können, sind gleichfalls sehr eingehend ge­schildert; außerdem aber geht der Verfasser auf die neuesten Be­strebungen ein, durch den hauswirthschaftlichen Unterricht unbemittelter Mädchen die Kunst, billig und nahrhaft zu kochen, wetteren Kreisen zugängig zu machen. Durch diese Eigenschaften wird der Werth des Buches nur gehoben, denn die Wohnungseinrichtung an und für sich bietet noch lange nicht einen genügenden Schutz der Gesundheit; in einer gesund ausgeftatteten Wohnung müssen wir auch gesund­heitsgemäß wohnen. Das ist der Grundsatz, welcher durch das ganze Buch geht und man muß ihm unbedingt zustimmen.

Als ein Spiegelbild des musikalischen Lebens und Schaffens der Gegenwart kann die im Verlage von Carl Grüninger in Stuttgart erscheinendeNeue Mrrfik-Zeitirrtg", von der soeben der zweite Quartalband ausgegeben wird, im wahren Sinne des Wortes gelten. Keine neue musikalische Schöpfung, kein Werk, keine Aufführung, kein musikalisches Fest, sofern es Anspruch auf Beachtung machen kann, entgeht der Redaction, welcke sich die Aufgabe gestellt hat, das Wesen und die Schönheit der Tonkunst dem Verständniß nahe zu rücken und Jedem zugänglich zu machen, der sich aus der bleiernen Region des Alltagslebens in die hohen und reinen Sphären der Kunst emporschwingen will.

Schiffsnachrichten.

Bremen, 7. Juli. (Per transatlantischen Telegraph-1 Der Schnelldampfer Eider, Capt. H. Baur, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 27. Juni von Bremen und am 28. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

£anb» rrnd Volkswivthschaft»

Friedberg, 7. Juli. Fruchtpresse. Weizen AL 23.00 bis 00.00, Korn AL 20.50-00.00, Gerste AL 17.0017.50, Hafer AL 16 00-16.25. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo, gleich 200 Zollpfund.

Friedberg, 8. Juli. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. AL 1.00-1.20, Eier 1 St. 0 2 St. 13 H.

Frankfurt a. M., 8. Juli. Am gestrigen Zuchtschwein e- Markt auf dem Bebraer Bahnhofe waren zugefahren 200 Stück. Die Preise waren für Thtere von 20 Wochen 45 bis 50 AL, für Thiere von 10 bis 16 Wochen 21 bis 30 AL per Stück. Umsätze nicht bedeutend.

Limburg, 8. Juli. Fruchtmarkt. Rother Weizen AL 20.30, weißer Weizen AL 20.10, Korn AL 16 25, Gerste AL 11.25, Hafer AL 7.90, Erbsen, Kartoffeln..

An im Großherzogthum Hessen wohnende Erfinder wurden letzthin folgende Patente ertheittr B. Böger in Frankfurta.M. und C. Siegl in Offenbach Abheb- und Zuführungsvorrichtung für einzelne Papierbogen für Buchdruck-, Stetndruckpressen u. dgl. vom 23. Juli 1890 ab; E. Müller in Amöneburg bei Biebrich Verschluß an Traghaken für Kleidungsstücke rc. vom 30. April 1890 ab; Schreiner & Sievers in Offenbach Stempel zum Pressen von Hohlkörpern aus dünnen Celluloid-Platten vom 26. November 1889 ab; Dr. E. Höpfner in Gießen Apparat für electro- metallurgische Arbeiten vom 22. Februar 1889 ab; Dr. H. Lossen in Offstein bet Worms Einrichtung zum selbstthätigen Abstellen der Wasserleitung bei Rohrbrüchen vom 26. October 1890 ab.

Patent Anmeldungen sind von nachstehenden Personm und auf nachverzetchnele Gegenstände erfolgt: Adolf Weidenbusch in Darmstadt Apparat zum Abheben einzelner Blätter von einem Stoß Papier u. dgl.; A. Leonhardt u. Cie. in Mühlheim Verfahren zur Darstellung eines gelben Farbstoffes; A. Römheld in Friedrtchshütte bei Lauboch Treppenroststab; Wilhelm Hart­mann u. Julius Thomson in Offenbach Ledersalzmaschtne (Zusatz zu Patent 50905); Karl Schmäh! in Mainz - Füllofen mit aus Einschubplatten gebildetem Füllschacht und Entgasungscanal; Jakob König in Offenbach Strohhülsen Nähmaschine zum Vorarbeiten von Stroh von ganzer Halmlänge; Wilhelm Keller u. Stephan Quast in Osthofen Reiniger und Ausleerer von Schleudermühlen; Schmidt'sche Schmirgelwaarenfabril Mayer u. Schmidt in Offenbach Handschleifvorrichtung für Sptralbohrer.

(ginfalaetCM beregneten HeneS.WEtn längst erprobtes, Vielen aber noch unbekanntes Mittel, schreibt Ludwig Lindes in der Wien. ldw. Ztg.", um längere Zeit im Regen gelegenes und nicht vollkommen trocken eingebrachtes Heu von Wiesengras oder Klee aufbewahrungsfähig und zur Fütterung geeignet zu machen, ist die Bereitung von Braunheu aus demselben unter Zuhilfenahme von Viehsalz. Das Einsalzen des Heues geschieht während des Abladens, beziehentlich Etnschtchtens auf den Heuböden oder sonstigen Auf­bewahrungsorten in der Art, daß über jede etwa 0,5 Meter hohe Schicht Heu einige Hände voll Salz möglichst gleichmäßig über die ganze Fläche des Heustockes ausgestreut werden. Man rechnet im Durchschnitt auf 2000 Kgr. (40 Ctr.) Heu 4 bis 5 Kgr. Salz. Das Salz verhütet die Schimmelbildung und befördert während der Gährung des Heues im Heustocke die Bildung von Milchsäure, wodurch das infolge der ungünstigen Witterung minder nahrhaft und schmackhaft gewordene Futter wieder bedeutend an Nährwerth gewinnt. Die Hauptsache bleibt aber, daß das Heu nicht, wie es gewöhnlich geschieht, ballenweise übereinander geschichtet wird, sondern alles Heu, insbesondere feuchtes, muß gleichmäßig fest geschichtet werden. Jeder hohle Raum im Heustöcke verursacht Schtmmel- bildung. Nach vier bis sechs Wochen ist das Heu zur Verfütterung geeignet. _______________

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Limburg (Lahn), den 3. Juli 1891. Königliche Eisenbahn - Bau - Jnspection.

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