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treue Herzen in der Heimath für sie schlügen, und trank dann aus's Wohl der Expedition.

Petersburg, 8. Januar. Der Hasen ist vollständig zugesroren. Dagegen meldet Odessa, daß die dortige Schifffahrt wieder frei ist.

Newyork, 8. Januar. Nach Meldungen aus Pine- ridge hat dort ein Bote aus dem Lager des Generals Brooke berichtet, er habe ein starkes Gewehrseuer in der Richtung des Jndianerlagers gehört und er glaube, daß die Sioux einen Theil der Truppen angegriffen hätten. Es seien sofort Truppen zur Aufklärung nach dem Kampsplatze ent­sendet worden. Der Stamm der Schofchonen soll eine Stadt in der Indianerreservation von Idaho niedergebrannt und das Eigenthnm der Bewohner vernichtet haben. Die Be­völkerung fliehe vor deu Indianern. In Evanston in Wyo­ming herrscht große Aufregung.

totales unb provinzielles,

Gießen, 9. Januar.

Sitzung der Stadtverordneten am 8. Januar. An­wesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Habenicht, Heyligenftaedt, Hom- berger, Jughardt, Keller, Löber, Petri, Schmall, Schopbach, Simon, Vogt und Wallenfels.

Herr Oberbürgermeister Gnauth macht vor Eintritt in die Tagesordnung Mittheilung von der unterm 20. Dec. erfolgten Gestattung der Einfuhr von Schweinen aus Oesterreich-Ungarn in verschiedene Schlachthäuser des Großherzogthums und damit auch in das hiesige Schlachthaus. Was die Einfuhr von Rindvieh betreffe, so sei für das Gießener Schlachthaus eine solche von den hiesigen Metzgern nicht für nöthig erachtet worden. Herr Wallenfels be­merkt hierzu, daß sich sonach seine bei Berathung der Peti­tion der hiesigen Metzger um Gestattung der Einfuhr aus­ländischen Viehes gemachte Bemerkung, die Einfuhr habe für die hiesigen Metzger keinen Werth, bestätigt habe. Ebenso nimmt Herr Grüneberg Veranlaffung zu erklären, daß die Stadtverordneten-Versammlung mit der Befürwortung der Petition sich in eine schiefe Lage gebracht habe, jedenfalls aber ergebe sich nun die Frage, womit die hohen Fleisch- preise, die doch zu Gunsten der Petition mit angeführt worden, sich rechtfertigen ließen. In Übereinstimmung mit dem feit dem Jahre 1873 eingesührten Betriebs- Regulativ für den Stadtwald wird beschlossen, den alljährlichen Fällungsetat für die Jahre 1890/91 bis 1907/8 auf 8778 Festmeter festzusetzen. Einem Ersuchen des Verbandes deutscher Gewerbeschulmänner um Beitritt der Stadt wird stattzugeben beschlossen, der jährliche Beitrag von 10 Mk. bewilligt. Nachdem im Herbst 1889 die Stadtverordneten-Versammlung sich mit der Frage der Einrichtung einer Schlachtvieh-Versicherung auf dem hiesigen Schlachthofe beschäftigt, wurde in der Sitzung vom 10. October 1889 die weitere Berathung der combinirten Schlachthaus- und juristischen Deputation überwiesen und Großh. Ministerium Vorlage gemacht. Großh. Ministerium hatte indeß die Errichtung einer Zwangs-Viehversicherung nicht für empsehlenswerth erachtet und besonders darauf hingewiesen, daß die vermehrte Zufuhr kranken Viehs nach Gießen die Folge sein werde, wenn in den Kreisen der Landwirthe und Händler die Ueberzeugung Platz greise, daß ihnen durch die Versicherung die bestmöglichste Verwerthung ungesunden Viehs geboten werde. Die Errichtung einer am 1. Januar d. I. in Kraft getretenen Schlachtvieh-Versicherung von Seiten des größten Theiles der hiesigen Metzger har vorderhand eine weitere Behandlung der Angelegenheit unnöthig gemacht, wes­halb beschloffen wurde, diese Frage von der Tagesordnung der Stadtverordneten-Versammlungen abzusetzen. Es liegt nach Ansicht der Commission auch kein Grund vor, eine Neben­oder Concurrenz-Versicherung zu errichten, da laut Statut des Gießener Schlachtvieh-Vereins (der Metzger) auch die Vor»

niffe allerdings doch schon an, drückend, ja, unerträglich zu werden. Er versprach, die Sache noch heute Abend in den drei Bergknappen" zur Sprache zu bringen.

Der Sieg ward ihm nicht leicht gemacht,- neben der zu­nehmenden Spannung der Lage verdankte er ihn nur der Achtung, die er genoß. Namentlich die Beseitigung von Bernhard Kahlsen stieß aus große Schwierigkeiten. Derselbe hatte schon früher auf mehreren anderen Zechen gearbeitet und hatte augenscheinlich viele Verbindungen, deren thatkrästige Antheilnahme und Hilfe er mit Sicherheit in Aussicht stellte. In der That schienen ihm seit einigen Tagen von unbekannter Hand Geldmittel zuzukommen, von denen er auch der Unter- stütznngskasse Verschiedenes zukommen ließ,- daß er sich dabei selbst nichts^ abgehen ließ, war aber auch ersichtlich. Im Grunde genommen hatte er aber doch wenig aufrichtige Freunde und seinen Erfolg nur seiner Geschicklichkeit und Frechheit zu danken. Und als darum Häuer Harras seinen jungen Freund Hermann Wildhagen an Kahlsens Stelle als Vertreter der Arbeitersache zur Unterhandlung mit dem Commerzienrath in Vorschlag brachte, hatte er gewonnen. Man wußte, daß Com­merzienrath Vogelsang ihn gerade am liebsten empfangen werde und vertraute dennoch seiner kameradschaftlichen Treue. Ein Teller ging zur Abstimmung umher, auf welchen die Arbeiter die mit Namen beschriebenen, zusammengefalteten Zettel legten - das Ergebniß war die Wahl Hermann Wildhagens, neben einem anderen geachteten älteren Kameraden.

Wirklich gelang schon anderen Tages, am zwölften Tage des Strikes, eine gegenseitige Verständigung, die sogar zu beiderseitiger Zufriedenheit führte. Wenn die Arbeiter auch einen materiellen Sieg erfochten hatten, durfte der Com­merzienrath immerhin einen moralischen Sieg verzeichnen, zu welchem seine Gerechtigkeit und Strenge gegen den eigenen leichtsinnigen Sohn nicht wenig beigetragen hatte.

(Fortsetzung folgt.)

besitzer des Viehes (die Landwirthe) sich gegen Verluste durch Thierkrankheiten versichern können. Das Gesuch des Hrn. W. Steinbach um Herstellung eines Weges nach seinem Ziegelofen (in Nähe des Schiffenberger Waldes) wird abge­lehnt. Gesuchsteller offerirt der Stadt einen Steinbruch als Eigemhum, wenn dieselbe den fraglichen, von dem Schiffen­berger Weg über die Oberheff. Bahnen führenden Weg nach dem betr. Ziegelofen chaussirt. Das Eingehen auf das Gesuch in der vorliegenden Form würde für die Stadt einen Auf­wand von 89000 Mk. verursachen. Zu dem früher ge­faßten Beschluß, den Feldweg in der Lichtenau mit einem Aufwand von 3450 Mk. auf 300 Meter Länge auszubauen und zu chaussiren, hat Herr Löber beantragt, in Anbetracht des schwer fahrbaren Wegs denselben auf die ganze Länge (bis zum Eisenbahnviaduct) auszubauen. Infolge der hierzu nöthigen bedeutenden Mittel (ca. 12 000 Mk.) hat die Bau­deputation Beharren auf dem früher gefaßten Beschluffe und weiter beantragt, dem Löber'scheu Anträge im Verlaufe von 3 Jahren zu entsprechen. Es wird, nachdem Herr Löber die Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit des baldigen Ausbaues nochmals dargelegt, der Antrag desselben zum Beschluß er­hoben. Das Gesuch des Herrn Conrad Simon um käufliche Ueberlassung städtischen Geländes im Neustädter Feld (175 rnMeter, an das Gelände des Gesuchstellers stoßend) wird genehmigt. Zu dem Gesuche der Herren L. Huhn und Fr. Seibel um Gossenpflasterung in der Ludwigstraße wird beschlossen, auf der Südseite dieser Straße, vom Senner- schen Hause bis zur Bleichstraße, und auf der Nordseile (vor dem Lotz'schen Hause) Trottoirs und Gossen vervollständigen zu lassen. Herr Habenicht macht auf die ungleiche Höhe der Trottoirwangensteine in verschiedenen Straßen aufmerk­sam, wird aber vom Vorsitzenden dahin belehrt, daß dies durch das Gcssengefälle bedingt sei. Herr Homberger bemerkt, daß das Wegkehren des Schnees von den Trot­toirs diesen eine für die Passanten gefährliche Glätte gebe, er möchte sich dafür aussprechen, den Schnee, foferne sonstige Verkehrshindernisse nicht entstehen, liegen zu lassen. Herr Wallenfels empfiehlt dem gegenüber gerade Wegkehren des Schnees mit darauffolgendem Aschestreuen. Herr Petri hält das Entfernen des vor den öffentlichen Brunnen sich anhäufenden Eises und Verwahren der Brunnen vor dem Einfrieren für nöthig. UnterNeubau der städtischen Knabenschule" wird beschlossen, die Halbtreisbogen über den Fenstern der nordwestlichen Facade mit Ornament-Mosaik zu füllen. Die Mehrausgabe hierfür (veranschlagt ist die Arbeit aus 650780 Mk.) wird bewilligt. Großh. Di- rection der Realschule hat in einer Denkschrift die Zweck­mäßigkeit der Einrichtung des zum Realschulgebäude gehörenden Gartens für den Unterricht in der Pflanzenkunde dargelegt und um Überweisung hierzu nöthiger Mittel nachgesucht. Es wird beschlossen, die im städtischen Voranschläge für Unter­haltung des Gartens eingestellten 120 Mk. in den Voranschlag der Realschule überzuführen und außerdem 200 Mk. für die Anlagen und Anschaffung von Geräthen zu bewilligen. Der hierdurch auf 78 866 Mk. erhöhte Voranschlag der Realschule, zu deren Kosten die Stadt 23 610Mk. beizutragen hat, wird nicht beanstandet. Unterm 18. December ging von der Bürger­meisterei Mainz ein Schreiben ein, in welchem die Stadt­verordneten-Versammlung um Anschluß an das an Großh. Regierung zu richtende Ersuchen, den Gemeinden die Berech­tigung zur Befreiung der untersten Einkommen­steuerstufen von der Entrichtung der Gemeinde­steuern zu ertheilen, angegangen wird. Nach dem Ein­kommensteuergesetz werden in der 1. Klaffe Einkommen von 500 bis weniger als 600 Mk., in der 2. Klasse Einkommen von 600 bis weniger als 750 Mk., in der 3. Klasse Ein­kommen von 750 bis weniger als 900 Mk. usw. versteuert. Außer diesen drei niedrigsten Klaffen der Einkommensteuer, welche auch zur Communalsteuer herangezogen werden, sind noch drei Klassen von Steuerpflichtigen vorhanden, die nur zur Gemeindesteuer herangezogen werden, es sind dies Klasse A (Einkommen von weniger als 300 Mk.), Klaffe B (Einkommen von weniger als 400 Mk.), Klasse 0 (Einkommen von weniger als 500 Mk.) Wie viele der untersten Steuerstufen von Entrichtung der Gemeindesteuer befreit werden sollen, ist in der Zuschrift der Bürgermeisterei Mainz nicht dargelegt und wird deshalb hierüber auch kein Beschluß gefaßt, sondern nur über die Möglichkeit einer Steuerbefreiung berathen. Aus dem Berichte des Herrn Oberbürgermeisters über die finanzielle Tragweite einer Steuerbefreiung ist das folgende von Interesse: In Gießen sind für das Jahr 1890/91 zur Gemeindesteuer eingeschätzt: mit einem Einkommen unter 300 Mk. und einer jährlichen Gemeindesteuer von 64 Psg.

40 Personen, mit einem Einkommen unter 400 Mk. und einer jährlichen Gemeindesteuer von 1.27 Mk. 160 Personen, mtt einem Einkommen unter 500 Mk. und einer jährlichen Ge­meindesteuer von 2.55 Mk. 60 Personen, zusammen 260 Personen der Gemeindesteuerstufen A bis C, mit einer jähr­lichen Gesammtsteuer von 381 Mk. In Klaffe 1 der Ein­kommensteuer (Einkommen von 500 bis weniger als 600 Mk. entrichten 433 Personen jährlich je 3.82 Mk. Gemeindesteuer, in Klasse 2 (Einkommen von 600 bis weniger als 750 Mk.

765 Personen je 5.74 Mk, in Klasse 3 (Einkommen von 750 bis weniger als 900 Mk.) 636 Personen je 7.65 Mk., im Ganzen 2088 Personen der Steuerstusen 1 bis 3 circa 11300Mk. Nach einer Zusammenstellung der in den letzten drei Jahren uneinbringlich gewesenen Steuerbeträge (1887/88 4104 Mk., 1888/89 o209 Mk., 1889/90 5415 Mk.), die wohl zum größten Theil auf die oben angeführten Steuer­klaffen fallen, wird die Stadtkasse eine bedeutende Minder­einnahme nicht erfahren, wenn die Klassen A, B, C und 1 von Entrichtung der Gemeindesteuer befreit würden. Herr Beigeordneter Langsdorff empfiehlt Befreiung des Klaffen A bis C, nachdem Herr Oberbürgermeister Gnauth feine Stellung zur Frage dahin erklärt hatte, daß besonders die Aussicht auf Verminderung der Steuerexecutionen, weniger die den betreffenden Steuerpflichtigen durch die Befreiung von einem sehr niedrigen ©teuerbetrage erwiesene Wohlthat, ihn be­

stimmen würde, für die Freigabe der unteren Klaffen zu stimmen. Herr Georgi würde auch die 1. Klaffe der Ein­kommensteuerpflichtigen zweiter Abtheilung frei laffen, nicht aber die 2. Klaffe, weil in derselben Personen seien, die eine Befreiung als Zurücksetzung empfinden würden- er empfiehlt den Anschluß an den Mainzer Antrag. Herr Vogt spricht sich für Verweisung der Sache an die Finanz-Commission aus, er befürchtet mit Befreiung der 1. Klaffe einen unlieb­samen Zuzug von außen. Herr Oberbürgermeister Gnauth theilt diese Befürchtung nicht, die Leute würden weniger Mark wegen nicht in die Stadt ziehen, wo sie auf dem Lande von Octroi befreit seien. Herr Wallenfels bemerkt, daß der in den Städten vorhandene Wohlthätigkeitssinn den Zuzug von außen veranlasse. Herr Homberger möchte, bevor Beschluß gefaßt würde, Auskunft von Mainz darüber erbitten, wie viele Klassen von der Steuer befreit werden foteu. Herr Hehligenstaedt hat keine Bedenken, dem Vorgehen von Mainz beizutreten, mit der Steuerbefreiung der untersten Klaffen würden sich die Eintreibungskosten vermindern. Herr Bei­geordneter Langsdorff hält eine Anfrage in Mainz für über­flüssig und spricht sich für Anschluß an den Mainzer Antrag aus. Es wird beschlossen, dem von der Bürgermeisterei Mainz unterbreiteten Anträge: Großh. Regierung um die Ermächtigung zur Befreiung der untersten Steuerstufen von den Gemeindeabgaben, jedoch unter Wahrung der den in diesen Klassen befindlichen Steuerpflichtigen seither zustehenden politi- chen 2c. Rechte zu ersuchen, beizutreten.

Coneertverein. In dem Programm des nächsten Concerts am Sonntag, den 11. Januar, sind durch Erkrank­ung des Fräulein Anna Mosebach einige Aenderungen nöthig geworden. Fräulein Frieda Zimmer aus Frankfurt, eine bisherige Schülerin Stockhausens, welche kürzlich in dem vier­ten Symphonieconcert der städtischen Capelle in Mainz mit außergewöhnlichem Erfolge gesungen hat, wird aus HaendelsJosua" die Arie:O hätt' ich Jubals Hars' und Mirjams süßen Ton", sowie an Stelle des Liszt- chen LiedesDie drei Zigeuner" zwei Lieder von Richard Wagner:Schmerzen" undTräume", letzteres als Studie zu Tristan und Isolde vom Componisten bezeichnet, vortragen. Im Uebrigen bleibt das Programm unverändert.

Herr Briefträger Ph. Brand von hier erhielt bei der Kölner Vogel-Ausstellung für vier Harzer Edelroller- Kanarienhähne je einen dritten Preis und ein Diplom.

Um Einheitlichkeit herbeizuführen, ist neuerdings sei­tens der preußischen Eisenbahnverwaltung für die Bahnhofs- wirthschasten die Bestimmung getroffen worden, daß der Inhalt eines Bierseidels von nun an 0,4 Liter und der eines Schnittglases 0,25 Liter betragen und dieseMaßnahmen" in den aushängenden Preisverzeichntffen vermerkt sein müffen.

BadNauheim, 6. Januar. Infolge der von Jahr zu Jahr steigenden Fremdenfrequenz ist hier auch das Bau- terrain sehr im Preise gestiegen. Neulich sind zwei Bau­plätze der Quadratmeter zu 12 Mk. verkauft worden, sodaß sich der hessische Morgen & 2500 Quadratmttcr auf 30 000 Mk. stellt.

§ Licheuroth, 6. Januar. Gestern fand hier eine Volks-Versammlung statt. Schuhmachermeister Kaiser aus Hanau hielt einen Vortrag über die den Bauern- und Handwerkerstand besonders berührenden Fragen der Gegen­wart. Die Versammlung war sehr stark besucht. Redner betonte besonders die Nothwendigkeit der Gründung von Dar- lehnskassen, Consumvereinen und Absatz-Genossenschaften, wenn der Bauernstand bestehen wolle.

Alsfeld, 5. Januar. In der verflossenen Nacht wurde hier zweimal versucht, Kaffenschränke zu erbrechen. Nach den Ermittelungen drückten nach Mitternacht zwei Einbrecher die Scheiben der Geschäftsräume der Firma Hölscher ein, machten vergebliche Versuche, den Geldschrank zu öffnen und räumten dann in den Schreibtischen auf. Hierauf versuchten sie, gleichfalls vergeblich, den Geldschrank imDeutschen Kaiser" aufzubrechen. Die Thäter sind noch nicht ermittelt.

In TraiSMünzeuberg gründete sich am 5. d. Mts. eine Ortsgruppe des Mitteldeutschen Bauern-Vereins, die den NamenBauernverein für Trais-Münzenberg" führen soll. Erster Vorsitzender ist Herr Philipp Tag I. Der Verein zählt nahezu 30 Mitglieder.

Vermischtes

* Oppenheim, 7. Januar. Das durch den Temperatur­wechsel des gestrigen Tages verursachte Glatteis hat in den Weinbergen nicht unbedeutenden Schaden angerichtet. Da nach dem Regen bezw. Thauniederschlag Frost eintrat und sich an den Reben, die noch naß waren, eine Eiskruste bildete, wurden die Augen vernichtet und die Rinde an der Rebe losgezogen, so daß dieselbe barst und ein schwarzes Aussehen erhielt.

♦x Krofdorf, 8. Januar. Gestern sah sich die hiesige Polizei veranlaßt, bei einer Wittwe, von welcher vermuthet wurde, daß sie ihr neugeborenes Kind getöbtet und bei Seite geschafft habe, Haussuchung zu halten. Dieselbe ergab zwar nicht den Fund des Kindes, aber doch bestimmte Anzeichen, welche den Verdacht bestätigten. Wie verlautet, hat die betr. Person bei der heute im Beisein des Kreis- physicus nochmals stattgesundenen Untersuchung eingestanden, daß sie das Kind unter dem Kessel verbrannt habe. Sie wurde sofort verhaftet und in das Untersuchungsgefängniß abgeführt.

* Marburg, 8. Januar. Gestern Abend fand eine Sitzung des hiesigen Aerzte-Vereins statt. In derselben hielt Herr Profeffor Dr. Rumps einen Vortrag über daS Koch'sche Heilverfahren und zeigte einige Fälle von Tuber­kulose, bei denen eine wesentliche Besserung zu erkennen war. Außerdem führten die Herren Geh. Rath Pros. Dr. Mann- kopff, Pros. Dr. Küster und Herr Prof. Dr. Ahlseld einige Demonstrationen vor.