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sie wieder.

Das Weib kniete vor dem Lichte nieder und betete Jesukinde.

Sie betete nicht in wilder Leidenschaft, wie die

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und Schmach!"

Jetzt sind sie draußen," flüsterte das Magdale plötzlich. Und wahrhaftig, es war nicht das Klopsen des Windes das war ein Pochen an der Thür.

(Schluß solgt.)

geben.

Versiegelte Angebote sind mit ent-, sprechender Aufschrist versehen bis, Dienstag den 8. Deeember Vormittags 10 Uhr, ebendorthm ein­zusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter erfolgt.

Gießen, den 4. Deeember 1891.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

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Bekanntmachmig.

Die Herstellung zerlegbarer Podien und eines Pultes für die Ralschul- Turnhalle sollen im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Zeich' nungen und Angebotsformulare liegen während der Dienststunden auf dem Geschäftszimmer Nr. 5 aus und werden dortselbst unentgeltlich abgegeben.

Versiegelte Angebote sind mit ent­sprechender Ausschrift versehen bis Dienstag den 8. Deeember, Vormittags 10 Uhr, ebendorthm ein« zusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa er­schienenen Bieter erfolgt.

Gießen, am 4. Deeember 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen.

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Feuilleton.

Der liebe Gott zieht durch den Wald.

Von P. K. Rosegger.

(2. Fortsetzung.)

Die Frau des Hauses war die Erste, welche wieder zur Besinnung kam. Sie eilte in den Schnee und in die Nacht hinaus; laut und hell ries sie ihr Kind, bis ihr die Stimme versagte. Durch Heide und Wald irrte sie, und wo ein Kreuzbild stand, da sank sie aus die Kniee und rang die Hände.

Herr Gallheim hastete wie ein gehetztes Wild über Berg und Thal; das Reh und der Edelhirsch, nach denen er sonst so gierig sein Feuerrohr gerichtet, hätte er flehend an­rufen mögen'.Habt ihr mein Kind nicht gesehen?" Die Thiere flohen erschreckt und lugten aus Verstecken hämisch auf ihn hin. In der Finsterniß stolperte Gallheim über ein gebrochenes Bäumchen. Der Tannenwipsel wars, weßwillen der Pecher Lenz im Gefängnisse saß.Auch dieser Mann hat Weib und Kind!" so ries es in seinem Herzen. Er eilte weiter und stieß in sein Horn.

Die ganze Bewohnerschaft des Herrenhauses irrte im Walde. Der Pecher-Lenz war zu dieser Stunde fast der ein­zige Bewohner im großen Gebäude.

Das ist eine arge Weihnacht!" sagten die Suchenden zu einander.Wir werden morgen einen traurigen Christ­lag haben!" Und sie stießen ins Horn und lauschten, sie feuerten Schüffe ab und horchten vergebens aus ein Gegen­zeichen. Wohl, sie vernahmen Signale, aber als sie den­selben zugingen, waren es die der anderen Sucher. Keiner hatte eine Spur, keiner wußte Rath. Endlich begann ein wildes Gestöber- der Sturm rüttelte an den Stämmen und erstickte den Schall der Hörner. Die Schneeflocken tanzten wie rothe Sternchen um die Pechlunten- da sagte Einer: Der Herrgott legt schon das Bahrtuch darüber!"

* * *

Das ist eine arge Weihnacht!" so seufzte auch das Weib des Lenz im Waldhause. Sie ging von einem Fenster zum andern, eilte bei jedem Geräusch an die Thür aber er kam nicht.

nehme Frau, sie betete mit Ergebung:Ich lege, heiliges Kind, mein Anliegen in Deine Hände. Böses er nichts gelhan haben- es ist ja meine tägliche Bitt, daß ihn sein Schutzengel nicht sollt verlassen. Aber mit gebundenen Händen? Hatte er denn doch gewildert, um Dir zu Ehre, Du heiliger Christ, einen Festbraten heimzubringen ? Armuth und Sorge, o Gott, wie gern ertrag ichs, nur nicht Schande

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als hörte es irgendwo ein Schluchzen. Dann fragte es wieder nach dem Vater.

Sei still!" gab das Weib endlich unwirsch zur Ant­wort - bald setzte sie weicher hinzu:Der Vater sucht das Christkind und hat sich im Walde verirrt."

Er wird es schon finden," meinte das Magdale,das Christkind hat ja eine leuchtende Brust und Aeuglein wie Karfunkelsteine."

Freilich," versetzte die Mutter. Weiter sagte sie kein Wort. ,

Tiefer und tiefer ging es in die Nacht hinein. Draußen rauschte der Wind und die Fensterwinkel waren vollgestopft von frischem Schnee. Im weiten Lande ist Glanz und Freude in dieser heiligen Nacht.

Das Weib des Pechers zündete eine rothe Kerze an. Mehrmals hatte die Kerze schon geleuchtet es war ein trüber Glanz. Als der Vater des Lenz gestorben war, da hatte sie gebrannt- als in einer wilden Gewitternacht die Lawine vom Schollberge niederfuhr und das große Wasser gegen dieses Haus tobte, hatte sie gebrannt. Die rothe Kerze sollte brennen, wenn einstmals nach diesem mühevollen Leben der Lenz und sein Weib das Auge schließen müßten im Wald­hause. Es war die Sterbekerze. Und jetzt, da des Hauses ältester Bewohner, der ehrliche Rufi gestorben war, jetzt brannte

Der Vater wird noch zum Christkind zu spät kommen," meinte das kleine Magdale.

Weiß Gott," antwortete die Mutter halb für sich,zu spät für das Christkind wird er nicht kommen. Aber so lange ist er mir noch nie ausgeblieben. Mir ist heute den ganzen Tag so bange. Geh ins Bett, Magdale!"

Jetzt klopfte es ans Fenster.

Gottlob! Gottlob!"

Aber er wars nicht. Ein verspäteter Holzhauer ging vorbei, der rief durch die Scheibe herein:He, Muhme, was hat er denn angestellt?"

Wer?"

Er!"

Ich weiß nicht, was Ihr meint," versetzte das Weib angstvoll.

Die Muhme wüßte es gar nicht? Na, so sage ich auch nichts. Das Beste wird sein, die Muhme läßt mich heut in ihr warmes Stübel hinein."

Ich laß Niemand ein. Mann! Lenz!" ries sie gegen den Ofenwinkel hin.

Thue sich die Muhme nicht foppen," lachte der Holz­knecht draußen,der Lenz ist heute nicht daheim und kommt auch lischt heim."

Sie stürzte zum Fenster hin.Wißt Ihr was? Wo ist er denn?"

Mir sind sie begegnet," berichtete der Holzer,er hat den Hut tief im Gesicht gehabt, aber ich habe ihn doch er­kannt. Die Hände sind ihm gebunden gewesen."

Das Weib that einen Aufschrei. Der Holzhauer ging weiter.

Und so ist anstatt des Christkindes im Waldhause der Jammer eingekehrt. Vielleicht als Vorbote nur. Wer kennt nicht den Unterschied zwischen Verzweiflung und ergebenem Leide? Wo dem Christkind Herzen entgegenschlagen, da finden böse Gäste kein Daheim.

Geh schlafen jetzt!" sagte die Mutter zum Mädchen.

Magdale blickte verwundert aus. War denn nicht Christ­abend ? Das Weib hielt ihr Weinen zurück, das Einzige, was sie ihrem Kinde thun konnte. Immer und immer wieder blies sie in die Gluth des Herdes, und es wollte nicht brennen- so oft der Span erlosch, war es dem Mädchen,

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