Ausgabe 
8.3.1891 Zweites Blatt
 
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I .

7.

10.

tigfeit abbrechen müssen.

die Linie Londorf-Gießen würden sich nahezu auSgleichen mit dem Geldaufwand für die vielen Brückenbauten bei der Strecke Londorf-

Dte bedeutenden Zuschüsse, welche angeblich von Privaten zu Gunsten des Projccts Londorf-Lollar fchon zugesichert sind, verschwin­den gegen die Gesammtsumme der Baukosten und dürften auch sehr klein erscheinen gegenüber den Opfern, welche die bethetltgtcn Ge­meinden - insbesondere Gießen - zu bringen bereit sind

Die hessische Regierung hat eigentlich nur mit Widerstreben die Linie Londorf-Lollar genehmigt und sie wird sich bet Prüfung deS neuen Projekts sicher hieran erinnern und solches gerade deshalb noch eingehender prüfen.

Unsere Landslände aber werden, wenn sie heute nochmals vor die Frage gestellt sind, was das Beste sei, wohl auch erkennen, daß es kein Fehler ist, einen gefaßten Beschluß umzustoßen, um mit einem neuen dem Lande besser zu dienen. . , .. o. .

Demnach steht wohl mit Sicherheit zu erwarten, daß die Linie Londorf-Gießen genehmigt wird.

Eingesandt.

Do« der Lumda, 5. März 1891.

Die Nr. 53 Ihres geschätzten Blattes brachte zwei verschiedene Artikel über die viel venttltrte Frage, ob das Project Londorf-Lollar oder Londorf-Gießen vaS beste sei.

Es mutz nun in voller Ueberetnstimmung mit dem überwiegen­den Thetl der dabei tnteressirien Bevölkerung als zweifellos erschet- nen, dah das Project Londorf-Gießen entschieden den Vorzug verdient.

Wenn jener Artikel aus dem Lumdathal sagt, daß die Linie Londorf-Gießen den Interessen der Bevölkerung dtrect zuwtderlaufe, so wird damit eine Behauptung aufgestellt, für welche ein wirklich stichhaltiger Beweis nicht geführt worden ist; aber die zu Gunsten der Linie Londorf-Gießen etngelaufenen Massenpetitionen beweisen daS gerade Gegenthetl.

Jener Artikel behauptet, daß man naturgemäß den Bau einer möglichst kurzen Linie habe beschließen müssen und dem gegenüber erscheint es sonnenklar, daß man mit jener kurzen Bahn der fteuer- zahlenden Bevölkerung nicht genügend Rechnung trägt.

Es handelt sich beim Bahnbau besonders darum, die aus dem Staatssäckel fließenden Mittel auch der Gesammthett wieder dienst­bar zu machen und das kann unzweifelhaft nur dann geschehen, wenn eine möglichst große Anzahl von Ortschaften in den Bahnoerkehr mit ausgenommen wird, wie dies im Project Londorf-Gießen allein vorgesehen ist.

Die Bergwerks- und Hüttenbesiher werden fchon danach streben, die Raturfchätze deS Lumdathales aufzufchltctzen, doch die übrige Be­völkerung muß naturgemäß den höchsten Werth darauf legen und dafür Sorge tragen, daß sie selbst beim Bahnbau nicht zu kurz komme; letzteres würde aber bet Ausführung der Linie Londorf Lollar der Fall sein, weil dann viele große Ortschaften unberührt neben liegen blieben. Auch die Arbeitsgelegenheit würde sich mit der Eröffnung der Linie Londorf-Gießen noch vetmehren, denn der Fuhrwerksbetrteb nach Lollar müßle nicht allein erhalten bleiben, sondern noch zu­nehmen, und andererseits hätten die Arbeitsuchenden die beste Ge­legenheit, in dem leicht erreichbaren Gießen Arbeit und Verdienst zu nehmen.

Bezüglich deS Kostenpunktes denkt man, daß, wenn denn doch in Hessen Dutzende von Millionen zum Bau von Nebenbahnen aus- gegeben werden sollen, dann käme es auf weitere 2300000 Mark auch nicht an, wenn die Linie Londvrf-Gteßen und dadurch eine dtrecte Verbindung mit Gießen geschaffen wird, wohin die Bevölke­rung in allen Beziehungen graotttrt.

Dem gegenüber erscheint die Linie Londorf-Lollar nur alS eine halbe Maßregel, welche dem Volke nicht gibt, waS cS braucht.

Der heutige Stand der Technik kennt Terrain Schwierigkeiten bet Bahnbauten fast nicht mehr und die eventuellen Mehrkosten für

Der PostdampferBelgmland" derRed Star Line" in «nt- werpm ist laut Telegramm am 4. März wohlbehalten in Philadelphia a"gE Der PostdampferRhnyland" derRed Star Line" in Ant­werpen ist laut Telegramm am 5. März wohlbehalten in Newport angekommen.

verabfolgt werden.

5. Selbstverständlich ist es, daß befallene, dumpstge, schim­melige Rauhfutterstoffe, gefrorene, angefaulte Wurzelfrüchte, Getreide, welches durch Kornrade und Mutterkorn verun­reinigt ist, nicht verabreicht werden dürfen, i

6. Die Fütterung soll wohl kräftig, aber nicht mastig sein, weil sonst die Blutmenge zu sehr verringert wird.

Ferner ist zu beachten, daß:

7. die Stalltemperatur eine angemessene ist.

8. Fleißiges Putzen ist sehr dienlich, darf jedoch nicht *tt dem Striegel geschehen. Reinlichkeit ist höchst nothwmdig.

9. Vor unziemlicher Behandlung sind die Thiere zu schützen. Arbettsthtere dürfen leichte, langfame Arbeit btS kur- vor dem Gebären auSführen, wogegen schwere und schnelle Dienstleistungen fchon mit der zweiten Periode der Trach-

durcheilte er die Straßen unserer Stadt und suchte zu ent­fliehen, doch dieses war nicht denkbar. An dem Weiselerthor wurde man des armen Menschen habhaft, von wo derselbe in das hiesige Hospital verbracht, dort streng bewacht und Sicherheitsmaßregeln angeordnet wurden, welche ein Entrinnen unmöglich machten. Wie wir hören, ist der kranke jetzt wieder rnhiger geworden, so daß seine Uebersührung in eine Heilanstalt alsbald erfolgen dürste. W. B.

kaudwirthschaftliche Winke und Nathschlage.

LaudwirthfchafUiche Nebenbetriebe.

tltti Oberhefsen, Ende Februar.

Es war doch eigentlich früher, alS der Kampf ums Dasein »,r etwa 30 Jahren noch nicht erfunden war, viel gemüthlicher als setzt", meinte ein intelligenter Landwirth, der so in der Mitte der Sechziger steht, sein Anwesen prächtig im Stande hält, trotz aller Toncurrenz vorwärts gekommen ist und den Hof zu Ende deS ab- {elaufenen Jahres feinem Sohne übergeben hat.Ich sage Ihnen, iese Hetzjagd in allen Zweigen des menschlichen Berufes, dieses Treiben, Jagen, Hasten, Rennen, Stürzen, Ringen nach Geld und Gut, nach Genuß und Vergnügen verdirbt einem den Humor, raubt die GemüthSruhe, schädigt Leib und Seele!"Na, machen Sie eS »icht zu arg, guter Freund!" war die Antwort. Wir sind halt mit dem Jahre 1870 in eine ganz neue Epoche in der Weltgeschichte ein­getreten, wir müffen uns in politischer, socialer, technischer, recht­licher, sogar in religiöser Hinsicht ein Bischen anbequemen und daS geht ohne Pressen, Drücken, Klemmen, Fortschreiten nicht ab." Aber ich habe meinen Hof, meine Aecker, meine Wiesen, meine Gebäulichkeiten und meinen Garten schon seit zwanzig Jahren so im Stande, daß mein Sohn nichts mehr zu bessern haben wird. Oder wißen Sie vielleicht noch etwas?"

Wir gingen durch das Anwesen und nach einer Stunde sand sich viel, besonders aber Ein«, was den guten alten Herrn förmlich dectrifirte und ihn mit der neuen Zett zum Theil ausföhnte. Es soll dem freundlichen Leser nicht vorenthalten werden, denn eS ist

Sie sprang aus und brachte ihm den Kleinen.

Werde wie Deine Mutter," flüsterte er.

Und dann unter Thränen:

Gutsein ist so herrlich . . Mein Gott, vergieb!"

Ein leiser Freudenrus entglitt MariechenS Lippen. Sie neigte sich in Schmerz und Freude über ihn. Auge in Auge verstanden sich beide wie nie vorher, ein Verstehen, an dem der Himmel Theil hatte.

Darin versinkend wie in einem Meere von ungeahntem Glücke, erlosch der Strahl seiner Augen, doch im Widerschein davon glätteten sich feine Züge, und tvie über die empörte Natur süßer Abendfriede von den Sternen niederthaut, so verhallten in Frieden die letzten Schläge dieses Herzens.

Das Gut ward verkauft ohne Gewinn. Ihrem einzigen Sohne folgten bald der Generaldirector und seine Fran. Tante Jettchen, die sich länger hielt, lebte hinfort mit Mariechen zusammen in der kleinen Stadt, deren Bewohner die junge Frau und ihren Liebling mit weitherziger Theil- »ahme nmsaßien.

*Hochwürden," so bemerkte die Haushälterin,haben einen Knopf verloren. Können Sie mir vielleicht einen anderen znrn Annähen geben?"Ich habe keinen," er­widerte der alte Landpastor gelassen,aber vielleicht finde ich nach der Predigt einen im Opferstock."

D, diese Dienstmädchen! Hausfrau:Lina, das Ber« tzältniß mit Ihrem Unteroffizier dulde ich fernerhin nicht mehr." Dienstmädchen:So, dann muß ich Ihnen kün­digen! Denn 'ne Madame kann ich jeden Tag kriegen, einen Unteroffizier aber nicht!"

* Die Pflichten deS Primus. Professor (in der Klasse): ES riecht hier so eigenthümlich brenzlich, Kiesemann, riechen Sie nichts?"Nein, Herr Professor!"Aber, Kiesemaml, Sie als Primnö sollten's doch riechen!"

Das Lechrrikam Mittweida (Königreich Sachsen) zählt im laufenden 24. Schuljahre 945 Schüler, welche die Abtheilung für Maschinen-Jngenieure und Electrotechniker, bez. die für Werkmeister besuchen. Unter den Geburtsländern bemerken wir: Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Rußland, Schweiz, Großbi ttannim, Dänemark Holland, Italien, Rumänien, Schweden, Norwegen, Bul- aarien Serbien, Spanien rc., aus Asien besonders Java, Sumatra, auS Afrika: Oranje-Freistaat, ferner Nord- und Südamerika und Australien. Die Eltern der Schüler gehören hauptsächlich dem Stande der Fabrikanten, Ingenieure, Mühlen- und Brauereibesttzer, Schlosser, Mechaniker, Baugewerke, Staats- und Communalbeamten und Kauf­leute an. Die Aufnahmen für daS nächste Sommerhalbjahr beginnen am 13. April. Aufnahmen in Den unentgeltlichen Vorunterricht finden von Mitte Februar bis Ende März jederzeit statt. Programm und Jahresbericht erhält man unentgeltlich von der Direction M Technikum Mittweida (Sachsen).

einfach, leicht zu besorge«, sehr lohnend v«b gewührt grabe i für Liiere Leute angenehme BeschLftignng «nd bar«» I

von feineren Obstsorte« an ben Wohn- und WirthschaftbgebLnben auf dem Lande.

Wenn man durch die Dörfer der Wetterau und des sudwest- I lieben Vogelsberges geht, findet man mitunter ganz prächtige I WeinstScke an Den Hofratthen. Sie bedecken eine ganze Giebelfette des Hauses oder der Scheuer, besonders wenn Letztere nach Süden oder Westen gerichtet sind, und sind oft mit Hunderten und Tausenden von Früchten beladen. Wunderbar schön war die Traubenblüthe in der Mitte des Juni vorigen Jahreö; einen solchen Rerchthum sah Einsender selten. r . I

Das abgelaufene Jahr 1890 war nun freilich den feineren I Sachen nicht günstig. Die naßkalten Monate Juli und August mit ihren Stürmen verdarben die Blüthe. DaS darf aber einen streb- I tarnen Landwirth nicht entmuthigen, um so weniger, als ein eiN-igeS Trefferjahr Drei ««b mehr Aehljahre vottstLnbig auSgleiche« kann. Mir sind Haustraubenuscke bekannt, die fchon lot) bis I 200 Liter Wein in einem einzigen Jahre brachten. Zwar sind unsere oberhe,fischen Landwirthe nicht mtt Keltern, Fässern und Kellern genügend eingerichtet, um den Wein emjulagern; viele verstehen auch die Behandlung deS Traubenmostes und Traubenweines nicht hin­länglich, um die Sache vollkommen rationell durchzufuhren. Auch eignet sich der oberhessische Wein nicht besonders -um Versandt, sondern mehr als Haustrunk. Dafür gibt es aber ein Anderes, das viel lucratiocr ist als das Einlagern des Mostes, nämlich: man ver- I kauft die Trauben vom Stock weg, je nachdem sie reif werden, als Etz «nb Tafeltraube«. , , _ .. . _ ..

Im vergangenen Herbste lasen wir in dieser Zeitung, daß die I Eßtrauben in der südlichen Wetterau ü. B. in Büdingen, Gelnhausen und anderen Orten) mit 30 bis 50 Pfg. pro Kilo willig b-,ahu und mitunter weit in den Norden Deutschlands, biS Tilsit, Königsberg, I Hamburg, Berlin u. a. m. versandt worden sind. Es ist keine I Seltenheit, daß ein Haustraubenstock hundert Kilo Trauben bringt; I besonders sind die Gutedelsorten als Tafeltrauben zu empfehlen. Ein solcher Stock bringt also 30 bis 50 Mk. und verlangt drei Menschenalter nach seiner regelrechten Anpflanzung factisch nichts, als daß er kunstgerecht geschnitten, später angeheftet und a«s- i gebrochen wird. So ein Traubenstock kann mindert Jahre alt I werden. Eine Düngung ist meistens nicht nöthig, denn die weit- I auslaufenden Wurzeln holen sich die erforderliche Kraft aus den in I der Regel nicht fernliegenden Dungstätten oder Pfuhlgrubcn. Doch i schadet der Dung aus gut verrottetem Stallmiste von Zett zu Zett durchaus nicht. . ,

Was für ein Riste« hat der rationelle Landwirth, wenn er einige Haustraubenstöcke an der Südwest- und selbst auch Ostsette seiner Gebäulichkeiten zieht? fragen wir. Gar keines. Wie anders verhält sich dies bei der Aufzucht von Schafen, Schweinen, Pferden, Rindvieh und selbst Federvieh! Wie manches Stück geht zu Grunde und bis man an einem Stück Großvieh 50 Mk. netto pro Jahr erzielt, muß man sich schon wacker rühren und daran halten.

Diese Punkte besprach ich mit dem alten Herrn, er schob die Pelzmütze hin und her und sagte: Zum Deubhenker! warum hat man uns nicht fchon vor dreißig Jahren auf so etwas aufmerksam gemacht. Hier an der Hofraithe, an der Scheuer und an der langen Stallwand könnten bequem 8 bis 10 große, tragfähige Traubenstöcke stehen und was hätten sie ein schönes Stück Geld abwerfen können.

Das brachte und bringt die neue Zeit mtt ihren ausgezeichneten Post- und Eifenbahneinrichtungen, welche es ermöglichen, 10 Pfund (Sewicht um 25 Pfg. 50 Kilometer (10 Stunden) wett zu befördern. Die Bedürfnisse der Menschen sind gewachsen, Trauben sind von allen Seiten begehrt, viel mehr als producirt werden können und darum haben sie so schöne Preise, war die Antwort.

Nun gehe man durch die Dörfer der Wetterau und sehe sich die Gebäulichkeiten an, von denen mindestens die Hälfte auf der Süd- und Westfeite mit wenigstens einem stattlichen Weinstocke befetzt fein könnte. Aber was findet man? Leider nur wenige. Freilich, wenn der September zu Ende geht und die herrlichen Früchte glänzen unterm braun werdenden Laube hervor, da läuft Manchem das Wasser im Munde zusammen und er stibitzt wohl auch dem Nachbar einmal eine saftige Traube weg; er nimmt sich auch vor, im Früh­jahre etliche Stocke zu pflanzen. Nach einiger Zeit ist die Sache aber vergessen; wenn die Pflanzzett kommt, ist man zu bequem, man hat keine Vorbereitungen getroffen und die Bequemlichkeit, der Schlendrian, der Hemmschuh des Fortschrittes, legt die gute Idee lahm und mit ihr Hunderte und aber Hunderte von Mark, mit ihr die Quelle reinster Freude und erlaubter Genüsse.

Die richtige Ppauzreit ist aber jetzt vor der Thüre; I darum mögen hier einige Winke und Rathschläge folgen, nicht blos I über Haustraubenstöcke, sondern noch über eiuige andere Sorte« feineren Obste» und über die Benutzung unbeachteter Plätze und Stellen im Garten und an den Hofratthen, an die so mancher gewiegte Landwirth noch nicht gedacht hat. Gerade die älteren Herren, die die schweren Arbeiten nicht mehr verrichten, werden vielleicht I Einiges dabei finden, das sie intereffirt.

(Schluß folgt.)

Hnioerfitäto -

Der bisherige Privatdocent Dr. Albert Naud( zu Berlin ist wm außerordentlichen Professor in der philosophischen Facultät der dortigen Unioersttät ernannt worden.

In einer Versammlung des Werrathal-VereinS zu Esch- wege hat Dr. Brill die jüngsten Angriffe auf die Autorschaft Höfling« bezüglich des Liede«O alte Burschenherrlichkeit" widerlegt. Nach den sehr gründlichen Untersuchungen deS Dr. Brill sei unstreitig SanitätSrath Höfling der Verfasser jenes beliebten ©tubenten'- HebcS. Die Zweifel daran seien lediglich dadurch hervorgerufen worben, daß f. Z. der greife Höfling sich in der Angabe des Ent- ftehungsjahreS etwas geirrt hat. .

In der mathematisch - naturwissenschaftlichen Facultät der Universität Straßburg hat sich Dr. Jost, bisher Assistent am dor­tigen botanischen Institut, habilitirt.

Privatdocent Dr. du BoiS-Reymond, der älteste Sohn deS berühmten Lehrers der Universität Berlin, und Stabsarzt vr. Pfeiffer werden sich in der medicinifchen Facultät der Frted- ich-Wilhelm-Universttät habilitiren.

Professor Sattler in Prag hat einen Ruf nach Leipzig als Nachfolger des verstorbenen Cocctus erhalten.

AIS Nachfolger des nach Leipzig berufenen Prof. Dr. Lamp­recht in Marburg ist Professor Frhr. v. d. Ropp in Breslau als vrdentlicher Professor der Philosophie berufen.

Zum ordentlichen Honorarprofeffor in der theologischen Facultät bei Universität Leipzig ist ber bisherige außerordentliche Professor Lio. theol. Dr. phil. Ren» Gregory ernannt worden.

Die Akademie zu Münster i. W. soll mit dem Sommer- Halbjahre eine neue außerordentliche Professur für mittlere unb neuere Geschichte, sowie für geschichtliche Hilfswissenschaften, Facher, für bie eS bisher keinen befonberen Lehrstuhl gab, erhalten.

Dr. Eonrad Keller, Prof. beS Polytechnikums zu Bern, hat für ein Jahr Urlaub genommen, um sich an einer ausländischen Expedition in bisher noch unerforschte G-biete Ostasrikas zu bethei­ligen. Keller wird sich besonders mit der Leitung der ethnographischen «nb naturwissenschaftlichen Forschungen befassen.

Professor Dr. Lujo Brentano, ber bekannte National- Sconom, hat. wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, ben an ihn ergangenen Ruf an bie Universität München angenommen. Sein Abgang wirb sowohl seitens bes hiesigen Lehrcollegiums wie auch der Leipziger Stubentmschaft aus« Lebhafteste bebauert.

In ber philosophischenFacultät ber Straßburger Kaiser- WilhelmS-Unioersttät hat sich Herr Dr. F. Leitschuh für mittel­alterliche unb neue Kunstgeschichte habilitirt.

Wie man aus Tübingen schreibt, ist bas Rectorat ber württembergischen SandeSuniversität für baS Stubienjahr 189192 dem Professor Dr. «über an ber evangelisch-theologischen Facultät übertragen worben.

Citeratur unt Kunft.

»Neueste Erfindungen «nd Erfahrungen" auf ben Gebieten Der practischen Technik, bei Gewerbe, Jnbustrte, Chemie, der Land- und Hauswtrthschaft rc. (A. HartlebenS Verlag in Wien). PränumerattonSpreis ganzjährig für 13 Hefte franco 4 fl. 50 fr. == 7 Mk. 50 Pfg. Einzelne Hefte für 36 fr. 60 Pfg. in Brief­marken. Von dieser gediegenen gewerblich-technischen Zeitschrift er­schien soeben das dritte Heft ihres XVIII. Jahrganges, daS rote gewöhnlich einen Reichthum an nützlichen und wichtigen Belehrungen jeder Art für Gewerbetreibende unb Techniker enthält.

Eine geschickt rebigirte Uebersicht ber neuesten Fortschritte auf allen Gebieten menschlicher Thätigkeit läßt bie Zeitschrift für Jeder­mann lehrreich unb anregend erscheinen unb machen wir besonbers Freunde ber technischen Gewerbe auf bie werthvolle Lectüre aufmerk­sam. Die Redactton vermittelt auch in geschicktester Weise den Ver­kehr ihrer zahlreichen Leser durch einen in jedem Falle Auskunft gebenden Fragekasten, durch Besprechung neuer Patente, literarischer Erscheinungen rc. Zahlreiche Illustrationen bilden eine Hauptzier der in jeder Hinsicht vortrefflichen Zeitschrist, welche wir hierdurch nur erneut Jedermann zum Abonnement ihres kürzlich begonnenen achtzehnten Jahrganges bestens empfehlen können.

Stanley« neuestes Buch: ,3m dunkelsten Afrika" enthält an vielen Stellen mannigfache Mttihetlungen über Die Zwerg­völker, auf die er im Innern Afrikas gefloßen war; allein der Ver­fasser gab dort nichts Zusammenfassendes, nichts Ganzes über die eigenthümliche Zwergrasse. Jetzt hat er dies nachgehvlt unb feine Beobachtungen über biete meifroürbigen Menschen in einem befonbe­ren Aufsatz niebcrgelegt, ben bie bekannte illustrtrte Familienzettung lieber Lanb unb Meer" (herausgegeben von Prof. Josef Kürschner, rebigiri von Otto Baisch, Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) tn ihrem neuesten, 10. Hefte in beutscher Ueberfehung bringt. Wmn auch Stanley nicht ber eigentliche Entdecker btefer afrikanischen Zwergvölker tft benn baß bas Innere bes Festlandes solchen als Wohnort bient, war schon von verschiedener Seite ausgesprochen worben, und Menschen von geringer Größe, ja wahre Zwerge wür­ben auch thatsächlich von Reisenben in manchen Theilen bes Landes aufgefunden so ist doch ber kühne Entdecker jebensalls ber einzige, Der Genaueres über bas Leben bieser Liliputaner weiß, ba er sie in I ihren im tiefsten Urwalde versteckt liegenden Wohnstätten ausgesucht I hat. Es bedarf daher auch weiter keiner Worte, auf die Wichtigkeit und das hohe Interesse hinzuweisen, die dieser Artikel für alle Ge­bildete haben muß, und jeder wird ben Leitern bes prächtigen unb beliebten Journals für biefe so zeitgemäße Gabe bankbar fein. In bem 11. Hefte befinbet sich ein anberer, reich illustrtrter Artikel: Schillers Geburtsort" von F. Ionas, der ebenfalls die allgemeine Aufmerlfamk-it auf sich zieh-n muß. Er führt uns in Schtll-rs Heirnath, in das lieblich gelegene württembergische Städtchen Mar­bach, und in das bescheidene Haus, in dem bet deutsche Dichterheros das Licht der Welt erblickte. Auch hier genügt es, einfach hinzu- weisen auf den Artikel, und jeder wird gern und mit Andacht unb Verehrung sich durch die geweihten Räume von kundiger Hand geleiten I lassen. ___ ___

Dcrf<*r, Cat*« mtfc

- Einige Hauptregeln bei ber Behandlung tragender HauSthiere. (Nachdruck verboten.) Jeder schädliche Einfluß ist I vom Mutterthier abzuhalten, da derselbe nicht nur die Mutter, son- I bern auch baS Junge trifft unb bie schlimmsten Folgen, sogar das voizeitige Ausstößen der Frucht unb damit völlige Entwerthung und I Schädigung des MutterthiereS bedingen.

Bei ber Fütterung ist zu beachtm:

| 1. Jeber schroffe Uebergang von einer Fütterungsweife zur

anderen ist zu vermeiden.

2. Ausschließung sämmllicher zu wasserhaltiger Futtermittel, weil diese zu sehr eischtaffmd wirken.

3. Zu voluminöses Futter ist zu verwerfen, weil zu stark be­lastete Verdauungsorgane einen Druck aus die Gebärmutter auSüben und dadurch Verweisen heivorrusen können.

4. Alle stark reizende Futtermittel, wie rohe Kartoffeln, I Rübenblätter, Senf, dürfen nur in ganz geringen Gaben