Mdbt
hetreffenb.
NLtz fK **s {
' NuchmAm
^ttnmgllng iaft89Ol'a*ilta8$ M „Zm Schwanen" Wlicher Maschine« rllihen Betrieb
Midjen Bezirksvereinr, !me und alle Freunde lammlungen hierdurch
Feinden, in welchen , der benachbarten Ge- r ^glichst zahlreichen
).
hen Bezirksvereins.
t die mit einer Menge ecial'Cataloge öber Versandt« «eschäftS 'd von der umiofi -den chmockoollm Gegenstände bewad'en sich lrotz alter der weltberühmten Firma n. Wer wirklich solide
en» «nd Wavd'Uhrm, •arfiüjiiQi, her nö-e die
unO ponulitL •<”
n:
Köln, mit ihren verschiedenen Dbeer-,Citton-.W^ ht-Gel* das feinste il -80 und Mk. V- vorräthig. desgleichen reichen
en: iwte-CW*
1
ier Fabrik »«*■) 'asteten . f 1Dd (a<,aos’
rtner- jO-t» äff s sich be- ÄES
r9L
Rr. 302.
Sonntag den 28. December
1890.
Der K4-K-E Knret-rr crsche,rtl räglich, erit Lu-nahme bei Montags.
Di« Gießener Oarxtei-xktält«, C6«rbfn beui Anzeiger Süchrntlich dreimal deigclegr.
Meßmer Anzeig er
Keneral-Mnzeiger.
Vierteljähr^er >8onu<m<*Uprti*r 2 Mark 20 Pfg. wA Bringerlohn. Durch die Post bt)ey>* 2 Mark 50 M
Redaction, ExpedN^ und Druckerei:
-chvtstraßc Ar.d.
Fernjprecher 6L
Amts- unb Anzeigeblntt ffir bett Kreis Gieren
---- ----- - I ............
sakgendm Tag erscheinenden wuh' I Gratisbeilage: Gießener Jamilienökätter?
---—“ * ...................
Aintlichev Lbesl.
Gießen, am 23. December 1890.
Betreffend : Die Ausführnng der Jnvaliditäts- und Altersversicherung.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großh. Bürgermeistereien des Mreises.
Im Verlage der I. Diemer'schen Buchhandlung in Mainz ist ein Schriftchen, verfaßt von dem Großh. Mini- sterialsecretär Fey in Darmstadt, erschienen, in welchem die wichtigsten Fragen aus dem Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesetz in kurz gefaßter, gemeinverständlicher Darstellung unter besonderer Berücksichtigung der Hessischen Aus- fnhrungsbestimmungen dargestellr sind.
Das Schriftchen eignet sich zur weiteren Verbreitung in der Bevölkerung und kann ebenso den Großh. Bürgermeistereien, sowie allen mit der Ausführung des Gesetzes betrauten Organen als Rathgeber an die Hand gegeben werden.
Indem wir Ihre Aufmerksamkeit auf das Erscheinen des genannten Schrislchens lenken, empfehlen wir Ihnen dasselbe für Ihre resp. Gemeinde anzuschaffen. Das Schriftchen kostet 50 Pfg.
v. Gagern.
Die Ausstellung der Deutschen Landwirth- schaft-gesellschafL zu Bremen 1891.
Die Deutsche Landwirthschaftsgesellschaft wird im Laufe des Monates Juni des Jahres 1891 zu Bremen eine Ausstellung landwirthschastlicher Erzeugnisse jeder Art, sowie von Maschinen 2c. veranstalten. Die- Anmeldungen zur Betheiligung an derselben müssen bis längstens zum 28. Februar 1891 eingereicht sein.
Ich mache die Landwirthe der Provinz, welche in Bremen auszustellen beabsichtigen, unter dem Ersuchen hierauf aufmerksam, ihre Anmeldungen, zu denen Formulare beschafft werden können, rechtzeitig an mich gelangen lassen zu wollen.
Laub ach, am 18. Decentber 1890.
Der Präsident des landw. Vereins von Oberhessen: Friedrich Graf zu Solms-Laubach.
Gefunden: 1 Pelzkappe, 2 Messer, Theile eines Arm- Handes, 1 Kopftuch, 1 Sporn, 1 Quaste einer Uhrkette, 1 Shlips, 1 Portemonnaie, 2 Lederriemen, 1 Portemonnaie mit Inhalt
und 2 Wandschlappen. Liegen geblieben in einem Laden: 1 Paar Hosen.
Gießen, am 27. December 1890.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Deitt-cher Reich.
Darmstadt, 24. December. Das heute ausgegebene Großh. Regierungsblatt (Beilage Nr. 29) enthält:
I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, den Erlaß einer neuen Arzneitaxe für die Apotheken des Großherzogthums betreffend.
II. Bekanntmachung Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, die in den Apotheken des Großherzogthums vorräthig zu haltenden Arzneimittel betreffend.
III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, die Ausführung des Bauunfallversicherungsgesetzes vom 11. Juli 1887, hier den Prämientarif der Hessen-Nassauischen Baugewerks-Berufsgenossenschast, sowie der Tiesbau-Berussgenossenschaft betreffend.
IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Abtheilung für Schulangelegenheiten, die Ergebnisse der Verwaltung der Wittwen- und Waisenkasse der Volksschuttehrer vom Jahre 1887—88 betreffend.
Berlin, 24. December. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verordnung vom 20. d. M. betreffend die Formen des Verfahrens und den Geschäftsgang in der Angelegenheit der Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Den wesentlichsten Bestimmungen zufolge werden die Angelegenheiten einer besonderen Abtheilung des Reichsversicherungsamts zugewiesen, deren Vorsitzenden der Kaiser ernennt. Auf das Verfahren finden die Verordnungen vom 5. August 1885 und 13. November 1887 mit der Maßgabe Anwendung, daß als Collegium des Reichsversicherungsamts die Abtheilung gilt. Die Revisionsgesuche gegen die Entscheidungen durch Schiedsgerichte und bei Verhandlungen über die Wiederaufnahme des Verfahrens entscheidet eine aus vier Mitgliedern unter Zuziehung von richterlichen Beamten gebildete Spruchkammer. Wenn bei diesen Entscheidungen es sich um Auslegungen von erheblicher, grundsätzlicher Bedeutung oder um eine von einer früheren Entscheidung der Spruchkammer abweichende Rechtsfrage handelt, so entsteht eine aus sechs Mitgliedern gebildete erweiterte Spruchkammer. In derselben müssen sich ein aus der Mitte des Bundesraths gewähltes nichtständiges Mitglied, sowie je ein Vertreter der
Feuilleton.
Von Jahr zu Jahr.
Eine Sylvestergeschichte von Woldcmar Urban.
(Nachdruck verboten.)
I.
„Ah, sieh da! Hansen, alter Junge! Nun, wie gehts? Immer frisch und munter? Au! Sapperment, was brauchst Du mir vor lauter Wiedersehens - Jubel die Hand zu zerquetschen? Das ist ja, als ob Du ein Verwandter des Götz von Berltchingeu wärest."
„Jugendkraft, Lebenslust, Robert, frischer Murh, das ists; braucht man dazu eine eiserne Verwandtschaft? Fröhlicher Muth, leidliches Geld, helfen einem Jnnggesellen durch alle Welt! Merke Dir das. Freilich bei Dir ist das alles vorbei. Hast Dich verheirathet im vergangenen Jahr? Armer Freund!"
„Wieso? Ich befinde mich ganz leidlich, Dolly ist eine charmante kleine Frau —"
„Ja doch, ja. Ich weiß das alles. Flitterwochen! Aber Du weißt doch, daß von Flitterwochen noch kein Mensch gesprochen hat. Laß sie nur erst anrücken, so drei, vier, fünf, sechs Mann hoch — armer Freund!"
„Nun, nun; kommt Zeit, kommt Rath. Du kennst doch meinen Schwiegervater — Du wirst ihn übrigens gleich sehen,- es ist ja heute Sylvester,- da kommt die ganze Familie zusammen. Das ist immer eine Freude, sage ich Dir —"
„Thu mir den Gefallen, Robert; Du weißt, daß ich für Familiensreuden nicht sonderlich eingenommen bin. Ich effe amd trinke, was ich will, wohne wo ich will, lebe wie ich will und befinde mich dabei außerordentlich wohl, wie Du siehst. Wozu brauche ich Familie und ihre zweifelhaften Freuden?"
„Aber, Hansen! Na, es tst nur gut, daß noch nicht sllcr Tage Abend ist."
„Unsinn! Du glaubst doch nicht etwa, daß ich mich noch bekehre? Ich kenne das Leben. So lange die Leute aus dem Heirathen ein Geschäft machen, so lange die jungen Damen darin nur eine Art Versorgung erblicken —"
„Aber, lieber Freund, Du bist ja ein schrecklicher Pessimist geworden! Du mußt recht schlechte Gesellschaft haben."
„Ich habe die Gesellschaft, die ich haben will, ich brauche keine andere. Uebrigens auf Deinen Schwiegervater besinne ich mich ganz gut; weißt Du, mit wem der eine coloffale Aehnlichkeit hat?"
„Nun?"
„Mit dem Meergreis auf dem Böcklin'schen Bild „Im Spiel der Wellen". Wahrhaftig, Robert, der reine Meergreis. Da ist ganz das runde kupferrothe Gesicht mit dem gutmütigen, behäbigen, urwüchsigen Lachen, den gutmüthigen, hellgrünen Augen, wie dort. Ich habe immer meinen ganz besonderen Spaß, wenn ich ihn sehe. Aber — als Schwiegervater? Nein, als Schwiegervater kann ich ihn mir nicht denken. Da geht alle behäbige Komik zum Teufel."
„Warum nicht gar! Er ist ein vorzüglicher Mann und wenn er zehnmal Schlossermeister wäre. Du hast nun einmal eine wunderliche Voreingenommenheit gegen — gegen alles Familiäre. Mein Gott, Hansen, Du bist doch eigentlich in einer beneidenswerthen Lage —"
„Nicht wahr? So sagen nämlich alle, und dcls ist mein Stolz. Unabhängig, frei, gut fituirt; es ist eine Lust, zu leben."
„Du mißverstehst mich —"
„Wieso?"
„Ich meine, gerade Du bist in der Lage, Dich glücklich zu verheirathen- Du solltest —"
„Laß mich doch in Ruhe! Wozu beim ?4 Siehst Du mir irgend eine Noch an?"
„Mein Gott, so höre mir doch einmal ruhig zu. Willst Du?"
„Na, so schieße mal los."
Arbeitgeber und Versicherten befinden und richterliche Beamte zu ihr zugezogen werden.
— Die am 25. December erschienene Nummer der „Deutschen medicinischen Wochenschrift" enthält weitere Mit- cheilungen über die mit dem Koch'scheu Heilmittel gewonnenen Erfahrungen von Professor Dr. B. Fränkel (Vorstellung von geheilten Fällen), Medicinalrath Proseffor Dr. Fürbringer, Director des städtischen Krankenhauses Friedrichshain (vierwöchentliche Behandlung in ihrer Bedeutung für die Abweichung vom Schema), Dr. I. Rosenfeld aus dem Diaconissenhaus in Stuttgart, Dr. Kleinwächter, Assistent an der medicinischen Poliklinik in Breslau (Beitrag zu den Local- reactionen), Prof. Dr. Finkler, Leo, Ungar, Fr. Schultze, Ribbert, Doutrelepont in Bonn (aus dem niederrheinischen Verein für Natur- und Heilkunde), Dr. Jürgens-Berlin (Bericht über zwei im Berliner pathologischen Institut zur Section gelangte Fälle von Phthisikern nach Jnjection Koch- scher Flüssigkeit).
— Wie der „Reichsanzeiger" mittheilt, wird die Zahlung der dem Sultan von Zanzibar zustehenden Abfindungssumme am 27. d. M. in London erfolgen und alsdann der Reichscommissar Namens des Kaisers auch rechtlich von der deutsch-ostafrikanischen Küste Besitz ergreifen. — Dasselbe Blatt publicirt den Wortlaut der für die Waareneinfuhr nach der deutsch-ostafrikanischen Küste zu erlassenden Verordnung und fügt hinzu, die von Zanzibar nach der Küste eingeführten Waaren würden als ausländische behandelt und müßten daher verzollt werden.
Berlin, 25. December. Das Panzerschiff „Friedrich Carl" ist gestern Morgen wieder flott geworden und geht mit den übrigen Schiffen des Uebungsgeschwaders nach Smyrna in See.
Berlin, 24. December. Zwischen den Ministern des Unterrichts und der Finanzen einerseits und dem Geheimrath Professor Koch und seinen Mitarbeitern andererseits ist wegen Ueberlassung der Herstellung und der Vertheilung des Koch- scheu Mittels verhandelt und eine Vereinbarung erzielt. Letztere unterliegt zur Zeit der Prüfung des Staatsministeriums. Mittheilungen über die Einzelheiten sind mit großer Vorsicht aufzunehmen. Für die finanzielle Seite der Angelegenheit ist die Mitwirkung des Landtages zu erwarten.
Guben, 24.December. Der Reichstagsabgeordnete Prinz v. Schönaich-Carolath hat sein Amt als Landrath niedergelegt.
Rudolstadt, 25. December. Der Fürst Günther hat sich mit der Prinzessin Luise Charlotte Marie Agnes, der
„Du weißt doch, wie der Dichter sagt: Und eh' Du gehst, besorg ein andres Du, Denn sonst betrügst Du Dich und auch die Welt!"
„Pah, der Dichter!"
„Ich weiß wohl, sie sind in unserer Zeit discreditirt y sie mögen vielleicht die Schuld zum Theil selbst mit tragen ; aber die Sache ist doch nicht so ohne Weiteres zu verwerfen — —"
„Ohne Weiteres, sage ich Dir! Denn der Dichter ist gerade nicht der Mann, der uns über die Sorgen, die heutzutage Frau und Kinder, ein eigener Hausstand und der ganze umständliche Apparat, den wir gewöhnlich eine Familie nennen, verursachen, hinweghilft."
„Und doch, Hansen, sage ich Dir, denke darüber nach, so lange es noch Zeit ist."
„Noch Zeit ist? Ich denke doch, ich habe mit meinen achtundzwanzig Jahren noch lange Zeit zum Nachdenken."
„Gewiß, aber der Sylvester, des „Jahres letzte Stunde" ist ein Zeitpunkt, wo man gewissenhafter und eindringlicher als sonst Einkehr halten sollte. Die Jahre, mein lieber Hansen, haben etwas Heimtückisches an sich. Fröhlich, jugendlich, verheißend kommen sie an, und wenn sie dann vorbei sind, so haben sie hier eine Falte gemacht, da eine Runzel eingegraben, hier ein Haar gebleicht, dort eine Hoffnung getäuscht. Lieber- Freund, so lustig und vielversprechend sie alle ankommeu, es vergeht keins, ohne uns hinterlistig sozusagen einen Tritt zu versetzen und das letzte ist überraschend schnell da und stößt uns hohnlachend in die Grube."
„Aber, Robert, das sind ja recht niedliche Neujahrsbetrachtungen! Und Du nennst mich einen Pessimisten? Komm, laß Deine Weisheit, die nichts taugt, ich will Dir beibringen, wie man lebt! Verlaß Dich auf mich, ich kenne das Leben, sage ich Dir. Komm, laß uns eins trinken. Ha, ha, dorr kommt auch der Meergreis. Gut. Tres fachint collegium, Prosit, Prosit Neujahr!"
(Fortsetzung folgt.)


