Ausgabe 
28.9.1890 Zweites Blatt
 
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ulthiere, wilde Pferde und Büffel.

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re grossartigen Erfolge in New- itansstellung), Spanien, Italien, weltbekannt geworden ist.

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Sonntag den 28. Septbr. Grehenev Anzeigev. Beilage zu Nr. 226. - 1890.

Politische Uebersicht.

Gießen, 27. September.

Der Kaiser hat dem Regierungspräsidenten von Dich in Merseburg unter dem Ausdruck herzlicher Anthezlnahme 5000 M. zur Linderung der drückendsten Roth in der von den Ueber- schwemmungen hcimgesuchten Elbeniederung telegraphisch uber- wiescm^gtei(j&ganäeigerz/klärt gegenüber verschiedenen Versuchen in der Presse, das volle Inkrafttreten deS Jnvali- ditäts. und Altersversicherungsgcsetzes zu hintertreiben oder zu verzögern, daß es sich schon mit Sicherheit feslstellen lasse, daß die Inkraftsetzung mit dem ersten Januar 1891, dem von vornherein in Aussicht genommenen Zeitpunkte, erfolgen werbe. Von einer Absicht, den Zeitpunkt hinauszuschieben, kann keine Rede sein.

In Betreff Helgolands dürste dem Reichstage bald nach seinem Zusammentritt eine Vorlage unterbreitet werden, die sich auf den Anschluß der Insel an das Reich bezieht und wahrscheinlich den Vorschlag machen dürste, die ^ynsel dem preußischen Gebiete einzugliedern, d. h. mit Schleswig-Holstein 'U verbinden, wohin, wenn auch in anderer Form, die Insel früher gehörte. Ueber weitere Rechtsverhältnisse der Einwohner wird man sich hierbei zu verständigen haben, und zwar an der Hand der Verbindlichkeiten, welche Deutschland bei der Abtretung der Insel England gegenüber eingegangen ist. Diese Regelung würde Vereinbarungen entsprechen, welche zwischen den verbündeten Regierungen getroffen worden sind. Als besonderes Reichsland kann die Insel Helgoland schon wegen ihrer geringen Größe nicht organisirt werden.

Die zweite öffentliche Versammlung des in Stuttgart tagenden evangelischen Bundes hat im Altschluß an den Vortrag des Prosessors Beyschlag über die Resormation und die sociale Frage eine Resolution angenommen, in welcher sie sich zu der Ueberzeugung bekennt, daß nur durch die im Principe der Resormation liegenden geistigen und sittlichen Mächte die christliche Gesellschaftsresorm herbeigesührt und der Socialts- mus überwunden werden könne. Auf ein Huldigungstele­gramm des evangelischen Bundes haben der König und die Königin von Württemberg in einem Dankschreiben die Ueber­zeugung ausgesprochen, daß die Ueberwindung der soeialen Nothstände unserer Zeit und Förderung wahren Volkswohles nur auf kirchlichem Boden möglich ist, und ihr aufrichtiges Interesse für die Berathungen des evangelischen Bundes ver­sichert.

Die Wahlen zum niederösterreichischen Landtage weisen für die deutschliberale Partei schwere Verluste auf. Bei den in den Landgemeinden vorgenommenen Wahlen zum nieder­österreichischen Landtage wurden insgesammt 5 Liberale und 15 Conservative gewählt. Die Liberalen haben vier Sitze verloren.

Wie man in fast allen französischen Zeitungen lesen kann, 1 sind die Franzosen nachträglich über die Erfolge ihrer großen Manöver gar nicht so sehr erbaut. So sollen in Bezug aus die Verpflegung der Mannschaften und Pferde sich alle An­ordnungen als unzugänglich erwiesen haben. Ebenso hätte sich bei den Manövern nach dem Berichte der Jnspeetions- ossiziere gezeigt, daß eine große Anzahl Osfiziere geistig und körperlich den Manöveranstrengungen nicht gewachsen seien. Dringend wird daher eine Verjüngung des Offiziersstandes gefordert. Der französische Minister des Aeußeren Ribot hat in der Beantwortung einer Anfrage der Handelskammer in Bordeaux betreffs der Mae Kinley-Bill hervorgehoben, die Regierung wolle, wenn möglich, einen Zollkampf mit Amerika vermeiden. Es sei Sache des Parlaments, sich über etwaige dieser Bill gegenüber zu ergreifende Maßnahmen auszusprechen. Er hege die Hoffnung, daß eine gerechte Regelung der schweben­den Schwierigkeiten möglich sein werde.

Zu der Gewerkvereinsbewegung in England und Neusee- -land liegen folgende Meldungen vor: Die Union-Darnps- schiffsgesellschaft zu Southampton ist fest entschlossen, sich vom Gewerkverein der Seeleute und Heizer unabhängig zu machen. Dieser Tage sollte der Heuerungsvertrag der Besatzung des DampsersDurban" unterzeichnet werden. Als sich die Leute meldeten, sagte man ihnen, daß man ihrer nicht be­dürfe. In Southampton ist man in Folge dessen der Ansicht, daß die Gesellschaft in Zukunft Ausländer engagiren wird. Wie der Berichterstatter derTemps" in Hamburg meldet, sind von dort schon 45 keinem Gewerkverein angehörende Seeleute nach England abgereist.

Der schweizerische Bundesrath hat zum 24. September je 9 der hervorragendsten Parteiführer der eonservativen und der liberalen Partei im revolutionären Canton Tessin zu einer Conserenz einberufen, in welcher unter seiner Ver­mittelung eine Verständigung zwischen beiden Parteien erzielt werden soll. Gleichzeitig theilte der Bundesrath dem Com- missar Kuenzli mit, daß er zur Zeit noch nicht in der Lage sei, über die Frage der Wiederübernahme der Regierungs­gewalt im Tessin durch den Staatsrath zu entscheiden.

vermischtes.

Darmstadt, 26. September. Das am 26. ausgegebene Großh. Regierungsblatt Nr. 35 hat folgenden Inhalt: Be­kanntmachung, betr. den Bau von Nebenbahnen. Nachdem Se. Kgl. Hoheit der Großh erzog zu genehmigen geruht haben, daß die in Darmstadt bestehende Großh. Bau­behörde für Nebenbahnen, unter Beschränkung ihres Wirkungs­kreises auf die Leitung der in der Provinz Starkenburg aus­zuführenden Nebenbahnbauten fortan die Benennung:Großh. Baubehörde für Nebenbahnen in Starkenburg" führe, und daß zur Leitung der Nebenbahnbauten in den Provinzen

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Oberhessen und Rheinhessen vorübergehend zwei weitere Bau­behörden mit dem Sitz in Gießen bezw. Mainz errichtet werden, welche die Benennung:Großh. Baubehörde für Nebenbahnen in Oberhessen" bezw.Großh. Baubehörde für Nebenbahnen in Rheinhessen" zu führen haben, so wird dies hierdurch mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Großh. Baubehörde für Nebenbahnen in Oberhessen am 10. September d. I. in Wirksamkeit getreten ist, und die Großh. Baubehörde für Nebenbahnen in Rheinhessen am 1. Oetober d. I. in Wirksamkeit treten wird.

Literatur und Aunft.

Von btr beliebten FamilienzeltschriftUniversum" ließt das dritte Heft des siebenten Jahrganges vor, bet dem wohl zunächst die reiche illustrative Ausstattung ins Auge fällt. Wir heben nur zwei der Bilder besonders hervor: den LichtdruckJagd auf Feld­hühner" nach dem Gemälde von Haus Dahl und das große, über­doppelseitige, prachtvolle HolzschnittbildSalome mit dem .Haupte Johannes des Täufers" nach dem Gemälde von G. Papperitz. Beides ind wirkliche Musterleistungen, wie wir deren in gle'cher Vollendung kaum sonstwo begegnet sind. Dem illustrativen Theil ebmbuittß ist der textliche. Za dem gioßen RomanDombrowsky" von Ernst Eckstein und der fein humoristischen NovelleDas Pedigree der Buttelfrau" von Eufemia Gl äfin Ballestrem kommt noch eine siffeluoe NoveletteHardens Gefchichte" von Hanns von Spielberg und eine Reihe populärer, anziehender Artikel. Die zeitgeschichtliche Rundschau bietet u. a. eine Abbildung des vom russischen Kaiser an den deutschen Reichskanzler von Caprivi verliehenen Andreasordens nebst einer Beschreibung desselben. Die letztere schließt mit einer merkwürdigen Analogie: Der erste Ritter des Andreasordens war wie letzt der jüngste ein hoher Militär und hervorragender Politiker: G.as Feodor Alexejwttfch Golowin, russischer Feldmarschall, General­admiral und Minister der auswärtigen Angelegenheiten (g-.storben 20. August 1706).

Derfefcr, Land, unö r>olf»u>irtbfd>ap

Der Absatzzusammenstellbarer Fahrscheinhefte hat im Jahre 1889, bis zu welchem die bez. stattsttschen Erm ne mißen reichen die Höhe von 383661 Siück erreicht. Hiervon enlfuUtn 11599'auf die' I., 190281 auf die II. und 181784 auf dre IN. Klass-. 118730 Hefte betrafen Reisen für (Sntiernunjen von 1001 bis 1500 km, 105178 Hefte für Entfernungen von 701 dis 1000 km, 58144 Hefte für Entfernungen von 1501 bis 2000 km und 47 2bO Hefte über 2080 km. Die Gesammteinnahme beziffert sich auf 21433246 X, woran 1623926 X auf die I., 13702046 X auf die II. und 6107256 X auf die III. Klasse entfallen. Nachdem dieses Fahrkartenfvstem im Jahre 1890 eine wcsentliche Erleichterung dadurch erfahren hat, daß die Bedingung der Rundreise fallen gelassen worden ist, wird sich voraussichtlich ein weit stärkerer Verkehr entwickeln Da im Jahre 1889 die schweizerischen Transportanstalten unb 1890 die dänischen, schwedischen und norwegischen Eisenbahnen v> die Reihe der am Rundreiseverkehr betheiligten Verwaltungen eingetreten find, umfaßt derselbe nunmehr das Gebiet von Trondbjeue bis zur Adria und von Memel bis Genf bezw. Vlissingen und Ostende. Eine be­deutende Erweiterung steht für das Vereinsrundreifenetz in Kurze durch den Beitritt der französischen Bahnen zu erwarten. Die Schwierigkeiten, welche sich dem Vorhaben noch entgegeniteUen, da das bereits bestehende französische System der zusaminrnstellbaren Fahrscheinhefte sich mit dem deutschen nicht deckt, werden voraus­sichtlich bald überwunden sein.

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AtthesMt Eisenbahnen.

Kieslieferung.

Die Lieferung von 3C0 cbm Lahnkies soll im Wege schriftlichen Angebots ver­geben werden und sind die bezüglichen Bedingungen im Bureau des unterzeichne­ten Eifenbahnbaumeislers von heute ab zur Einsicht offen gelegt. Schriftliche Angebote sind eben dahin bis -um Er­öffnungstermin Montag den 29. d. M., Vormittags 11 Uhr, abzugeben.

Gießen, den 23. September 1890.

Roth,

7934 Großh Eifendahnbaumeister.

Arbeitsversteigerung.

Mittwoch den 1. Oetober er ,

Vormittags 9 Uhr sollen im alten Rathhause versteigert werdin:

veranschlagt zu

Maurerarbeit «M. 188.

Steinhauerarbeiten 880.

Schlosserarbeit 72.

Pflasterarbeilen 1066.97

Gießen, 26. September 1890.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

7963 Gnauth.

Donnerstag den 2. Dcloder,

Nachmittags 2 Uhr,

sollen auf dem hiesigen Ortsgericht erbver- theilungshalber die den Friedrich Lind Eheleuten in Gießen gehörigen Im­mobilien:

Flur I Nr. 326 75 Meter Hofraithe in der Katharinengasse, .

Flur I Nr. 327 31 Meter Hofratthe daselbst

öffentlich meistbietei d versteigert werden. Gießen, 26. September 1890. Grobherzogliches Ortsgericht Gießen.

B3o«t. 7970

Mobiliar-Dersteige ung.

Montag den 29. September, Nachmittags 2 Uhr,

versteigere ich Weserstratze §2 im Hause des Herrn Briefträger T o d wegzugshalber nachbenannte vorzüglich gut erhaltene fast neue Möbel und sonstige Gegenstände, namentl- Kleiderschrönke (1 Ehiffo niere), Eommode Waschschrank Nach tische, vorzügl. Sopha, Stühle, Tisch, «eit- stellen mit und ohne Sprungfederein­lagen, Spiegel, oval mit Golvrah« wen und andere, Küchenschcank mit Glasaufsatz, gutes Küchengeschtrr aller Art 2c- :c. - NB. Eine vorzügliche im besten Zustand befindliche, wenig gebrauchte Singer Nähmaschine. [7872

I. Rothenberger, Ger.-Tax., ßtnbenpl.8.

Versteigerung.

Mittwoch den 1, October L I., Mittags 2 Uhr, soll aus dem hiesigen Bürgermeisterei-Bureau ein dienstunbrauchbarer schwerer Fasel­ochs, , der Gemeinde zustehend, öffentlich meistbietend versteigert werden.

Treis a/L., 24. September 1890. Großh. Bürgermeisterei Treis a/L.

Benner. 7935

Obstversteigerung.

Di-n-tag den 30. Sep­tember, Norm. 8 Uhr beginnend, kommt die Aepfelernte des hie­sigen Hofgutes zur Versteigerung-

Winnerod, 26. September 1890. 7967 Die Gutsverwaltung.

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