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maßgebend, bei dieser Gelegenheit zugleich Bekanntschaft des großen Künstlers machen, drücken zu können, was schon deßhalb als eine Ehre für die Betreffenden gelten mußte, weil

ihm die Hand ganz besondere sich Herr Leon- Aufenthalts in

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Theilnehmer rettete diesmal nur die sensationelle Mittheilung von dem die Rübenheimer erwartenden musikalischen Hochgenuß vor der drohenden Strafpredigt der theureu Gattin.

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Donnerstag den 11. Decbr.^ Nachmittags 2«/s Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Georg Franz dritter in Gießen gehörigen Immobilien:

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Diesen gottbegnadeten Künstler also, der sogar schon bei Hofe feine Weisen hatte ertönen lassen, sollten nun auch die

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aus M. und von seinem Concertunternehmen hatte sich mit Windeseile in Rübenheim verbreitet und da Jeder, der sich nur Halbwegs mit zurbesseren Gesellschaft" rechnete, es für ausgemacht hielt, daß er von dem Concerte nicht wegbleiben dürfe, so bedeckte sich die vom Rathsdiener Zippert fast von Haus zu Haus und auch in die benachbarten, sehr wohl­habenden Dörfer getragene Subscriptionsliste rasch mit Namen. Am Samstag Abend hielten Herr Kratzer und Zippert große Abrechnung, denn die gezeichneten Billets zu dem Cello-Con- certe hatten gleich bezahlt werden müssen, miteinander, und da sämmtliche Billets angebracht worden waren, so konnte Herr Kratzer auf ein in seiner Art glänzendes Geschäft zurück­blicken, wofür auch der aus dem Tische liegende beträchtliche Haufen von allerlei Geldstücken zeugte. Nachdem Zippert für feine Bemühungen ein Zehnmarkstück erhalten und sich unter vielen Kratzfüßen aus den Zimmern des Künstlers, in denen das wichtige Gefchäst des Abrechnens vor sich gegangen war, entfernt hatte, raffte Kratzer die eingeheimsten Münzen zusammen und trug sie zum Wirthe vomRothen Löwen" mit der Bitte, dieselben doch gegen Gold oder Papiergeld ein­wechseln zu wollen, iHib da Herr Meyer in seinem Geschäfte kleinere Münze sehr wohl gebrauchen konnte, so entsprach er dem Ersuchen seines Gastes und letzterer steckte alsbald Anzahl von Kronen und Doppelkronen vergnügt in seine

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Rübenheimer hören, und darum war es nicht weiter ver­wunderlich, daß die glücklichen Besitzer der Concertbillets mit Ungeduld des versprochenen Ohrenschmauses harrten. Bei Manchen von ihnen war hierbei auch der heimliche Wunsch die persönliche

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lichkeiten des Städtchens gestellt hatte.

Der Herr Kammermusikus war aber auch ein wirklicher Tausendsassa- er wußte die Honoratioren am Stammtische im Rothen Löwen" durch die köstlichsten Schnurren und durch glänzende Schilderungen aus fernen Ländern, die er im Ver­laufe seiner Künstlerreifen gesehen, wundervoll zu unterhalten und dabei hatte er für jeden der Herren die verbindlichsten Worte. Die Krone fetzte der Künstler feinem Verhalten aber dadurch auf, daß er am Vorabend feines Concerts aus den Weinvorräthen des Löwenwirths ein paar Dutzend Flaschen die Meyer natürlich mit auf die Gesammtrechnung seines prächtigen Gastes schrieb zu Gunsten der Stammgäste anf- fahren ließ, und es fehlte nicht viel, so hätten der Bürger­meister, der Apotheker und der Schuldirector Brüderschaft mit Herrn Kratzer getrunken.

Der 6. Juli, und mit ihm der große Concerttag, war endlich angebrochen und der allgemein herrschenden Spannung, welchen Verlaus das Concert wohl nehmen würde, ^nußte es offenbar zugeschrieben werden, daß der Vormittagsgottesdienst vom männlichen Theile der Einwohnerschaft Rübenheims dies­mal auffallend schwach besucht war, während dafür der Früh­schoppen in den verschiedenen Kneiplocalen unter ungewöhn­lich starker Betheiligung und verhältnißmäßig frühzeitig begann.

ImRothen Löwen" stand der Wirth eben im Begriff, die Kellertreppe hinabzusteigen, um ein neues Faß Bier an­stechen zu lassen, als ihn plötzlich Herr Kratzer, das Haupt mit dem Cylinder bedeckt, in der Rechten cokett sein Stöckchen schwingend, auf die Schulter klopfte und in vertraulichem Tone sagte:

Liebster Meyer, ich wollte Ihnen nur mittheilen, daß ich hier zum Mittagessen bei Ihnen nicht anwesend sein werde. Ich erwarte gerade heute mit dem Elf-Uhr-Zuge einen guten Freund in Schrumsdorf, den ich am Bahnhofe abholen will- wir werden zusammen"in Schrumsdorf essen und aus alle Fälle gegen zwei Uhr hier sein."

(Schluß folgt.)

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Inzwischen war aber die Einwohnerschaft von Rüben- durch große Plakate, welche Herr Kratzer in der ein­zigen im Städtchen vorhandenen Druckerei hatte herstellen lassen, noch ganz besonders aus den bevorstehenden Kunst­genuß aufmerksam gemacht worden. In colossalen Lettern wurde da dem verehrten Publikum von Rübenheim und Um- gegend verkündet, daß der Kammermusikus und Cellokünstler Kratzer aus M. am Sonntag den 6. Juli, Nachmittags 4 Uhr, im Saale desRothen Löwen" ein Cello - Concert unter- gütiger Mitwirkung des Rübenheimer Stadtorchestecs veran­stalten werde, und am Schluffe der Ankündigung fehlte auch die Bemerkung i «cht, daß Herr Leonhard Kratzer schon wieder­holt die Ehre g habt habe, sich sogar in höchsten Kreisen mit seinen musikalischen Vorträgen produciren zu dürfen.

Hard Kratzer in der so kurzen Zeit seines Rübenheim schon ziemlich intim mit den angesehensten Persön-

Bekanntmachung.

Das uns unterstellte Königliche Eisenbahn - Betriebsamt (rechtsrhein.) Hierselbst (Ursulaplatz 6) wird am 1. December d. I. nach Köln-Deutz in das umgebaute ehemalige Empfangsgebäude aus dem Köln * Mindener Bahnhöfe verlegt werden. _

Es ist daher der Schriftwechsel mit dem genannten Betrrebsamte vom 1. Deeember d. I. ab anDa» Königliche Eisen­bahn-Betriebsamt (rechtsrhein.) in Köln-Deutz" zu richten.

Köln, den 25. October 1890.

Königliche Eisenbahn-Directron (rechtsrhein.).9091

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Der Rein- Sertaf ta m uni> R'cker M erhalte» je« Karte icn BM-mdlmg. torstand.

Die Einleger werden ersucht, sie die Zinsen für 1890 Empfang nehmen wollen, an emem der vorgenannten Zahltage mit den Ein­lagebüchern bei der unterzeichneten Kaffe iu erscheinen. . .oftA

Zinsen, welche bis )« Ende 1890 nicht erhoben worden sind, werden -en Eapitalien in den Büchern zu- geschrieben nnd vom 1. Januar 1891 "*Es "rauchen hiernach alle diejenigen Einleger, welche die Zinsen nicht baar erheben wollen, an den vorgenannten Zahl­tagen nicht zu erscheinen, die,Wahrung der zugeschriebenen Zinsenbetrage in den Tinlagebüchern kann vielmehr ganz ge­legentlich im Laufe des Jahres 1891 erfolgen , .onn

Gießen, am 22. November 1890.

Der Rechner der Spar- u. Leihkaffe Gießen-

Wir beehren uns hiermit die Eröffnung unserer dies­jährigen

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Bei der unterzeichneten Kaffe sind zum Erheben der Zinsen für 1890 von ein­gelegten Capitalien folgende Zahltage fest­gesetzt worden:

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Der berühmte CeUospteler.

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(Fortsetzung.)

,^Nun, da will ich diesen voriresflichen Mann gleich auf­suchen," sagte Kratzer lächelnd,da wir heute schon Donners­tag haben, so muß ich mich überhaupt mit meinen übrigen Vorkehrungen zu dem Concerte beeilen. Vielleicht habe ich heute Abend das Vergnügen, Sie, Herr Bürgermeister, im Rothen Löwen" zu treffen ja? Schön also einst­weilen guten Morgen, Herr Bürgermeister!"

Empfehle mich Ihnen, Herr Kratzer!" rief der Bürger­meister mit einer Verbeugung.

Die Thür schloß sich wieder hinter dem fremden Künstler, Herr Schnauzler aber warf feine Rechnungen bei Seite und verließ ebenfalls das Amtszimmer, um nach demRothen Löwen" zu wandern und hier den gewohnten Frühtrunk ein­zunehmen, dessen Stunde gekommen war, vielleicht konnte man bei dieser Gelegenheit noch etwas Näheres über den interessanten Cellokünstler hören. Dem war jedoch nicht so, denn Herr Meyer, der Wirth zumRothen Löwen", konnte dem Bürgermeister auf dessen Befragen nur mittheilen, daß der Fremde mit der Post von der nächsten, etwa eine Stunde von Rübenheim entfernten Eisenbahnstation eingetroffen war und einen kleinen, ziemlich abgenutzt anssehenden, aber sehr- schweren Koffer, sowie einen großen, leichten und fest ver­nagelten Holzkasten offenbar ein Behältniß, welches das Cello enthielt mit sich geführt hatte. Auf Wunsch waren dem Ankömmling die beiden besten Zimmer, über welche der Rothe Löwe" verfügte, eingeräumt worden, und hatte der­selbe erklärt, er würde jedenfalls einige Tage imLöwen" wohnen bleiben. Nun gab der Bürgermeister seinerseits nähere Auskunft über den Fremden, der nach der Versiche­rung des Herrn Schnauzler einer der größten musikalischen Künstler der Gegenwart sein sollte, und ^mit begreiflichem Interesse nahmen die zum Frühschoppen anwesenden Stamm­gäste die Mittheilung des Bürgermeisters entgegen, daß dieser berühmte Mann sich einige Wochen in Rübenheim aufhalten und am nächsten Sonntag sogar ein Cello - Concert geben werde. Es führte dies zu einer langen und angeregten Dis­putation an der Honoratiorentafel über das große, in Aus­sicht stehende Ereigniß, in Folge dessen sich die Frühschoppen- Sitzung fast über die Mittagszeit ausdehnte und manchen ihrer

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