Einzelbild herunterladen

rUn . «i«ft 'N gros M-. tl 6* s- 1 0 an U jrotten. 7^2 1 Wr ManiüuW^ «n mit schöner Handschrift, * W zu besorgen hat, von u Sesv-t. Gefl. Offerten an bte Exped. d. Bl.

AnfertigenUl-inder) avSklei-er« u-Costüme«

i 't**1 !S°Z^7

er Babnbos- o tJepQratem später aelttiMöer!?me9

MW UWZ

look, 39 Neuen Baue 39.

itographie. * mein mvrS Atelier in- ibt Erinnerung. - Noor, norm Th. Woode,- 9 Neuen Baue 39. [1145 4

itewW

ahrer Schatz! unglücklichen Opfer btrl efleckung (Onanie) | men AnSschweisunsenl ühmte Werk: [M2 ,uiZtMmchunz[

M 27 ilbbilb. N8 Mt ,L der, der an den aufridMmMtWM tHt taufen»« w*i »e. Zn bejiebtn burfll

1 (omub. I-Ww

endreher und shinenschlosser

i gutem 1* «f baa(*

SMtz

nerikanis^

j lager

0 fpr.VerbiDduDg

aPoBuWfer

&

stLmdurs

Hamburg JIeXiCo.

Hambnrs

Cries?df

lfe«chotte'12.g a.,0.

Nr. 197.

Dienstag den 26. August 1890

Der

KirKener Anreger rrtcheim r Sgl ich, atit Ausnahme deS MontagS.

Die Gießener glewtritiiiraifir Wttben dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.

Gießener Anzeiger

Kenerat-ZÜnzeiger.

Vierteljähriger AVsunementsprets- 2 Mark 20 Pfg. mft Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.

Redaktion, Expeditrs« nnd Druckerei:

Kchulstratz« Nr.-L° Fernsprecher 51.

Amts- unb Anzeigeblatt für bett Nreis (Sieben.

Hr-tisöeil-ge: Ht-ßnicr I-mikienKtätter.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den jslgenden Tag erscheinenden dkummer bi- vorm. 10 Uhr.

Amtlicher» Theil.

Bekanntmachung,

Schaftäude zu Reinhardshain betreffend.

Unter der Heerde des Schäfers Friedrich Noll zu Reinhardshain ist der Ausbruch der Räude festgestellt worden. Die Heerde des Schäfers Jacob Noll daselbst gilt, weil sie mit der verseuchten Heerde daffelbe Weideland behütete, als der Ansteckung verdächtig. Wir haben deßhalb die Sperre über die Gemarkung Reinhardshain, zugleich aber auch ver­fügt, daß die beiden Heerden nur die ihnen von der Bürger­meisterei zugewiesenen besonderen Weideflächen benutzen dürfen. Gestattet ist die Ausführung von Schafen nur zum Zwecke der sofortigen Abschlachtung und nur mit unserer jedesmal einzuholenden besonderen Erlaubniß. Zuwiderhandlungen unter­liegen der gesetzlichen Strafe.

Gießen, am 23. August 1890.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I V.: Jost, Regierungsrath.

Nr. 26 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 20. d. M., enthält:

(Nr. 1915.) Verordnung, betreffend die Rechtsverhält- niffe indem südwestafrikanischen Schutzgebiete. VomlO.Aug. 1890.

Gießen, den 23. August 1890.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.:

___________Jost, Regierungsrath.__________________

Bekanntmachung.

Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß die nach­stehend näher bezeichneten Hengste des Pachters Hoffmann zu Hof-Güll: 1) Rappe mit Bläffe und weißem linken Hinter­fuß, Ol^äesäale-Raffe, 3 Vs Jahre alt; 2) Fuchs mit Bläffe und vier weißen Füßen, Ol^äesäale-Raffe, 3Vs Jahre alt, bei der durch die bestellte Commission am 27. Juli d. I. vor­genommenen Untersuchung als Beschäler tauglich gefunden worden sind, jedoch zunächst nur für die Dauer eines Jahres und unter der Einschränkung, daß dieselben nur zu Stuten schweren Schlages zugelaffen werden.

Gießen, 22. August 1890.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

______________________I. V.: Jost.______________________

Bekanntmachung,

die Umlage der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenoffen­schaft für das Rechnungsjahr 1889 betreffend.

Unter Bezugnahme aus § 19 der Verordnung vom 11. Juli 1888 (Regierungsblatt Seite 83) wird hiermit zur

öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Umlage der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenoffenschast für das Rechnungs­jahr 1889 im Ganzen 137 563 JC. beträgt und daß hiervon aus die Mark Grundsteuerkapital e i n Pfennig entfällt. Dieser Beitrag wird in einem Ziele erhoben.

Darmstadt, den 16. August 1890.

Der Vorstand

der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenoffenschast. Nover, Regierungsrath.

politische Uebevsicht.

Gießen, 25. August.

Der Besuch Kaiser Wilhelms am russischen Hofe hat am Samstag nach siebentägiger Dauer sein Ende erreicht und trat der erlauchte Gast des Czaren noch im Laufe des genannten Tages mittelst derHohenzollern" die Heimreise nach Deutsch­land an, aus welcher an diesem Montag Nachmittag die Landung in Memel erfolgen sollte. Es wäre müßig, über den eigent­lichen Charakter der soeben stattgefundenen Kaiserbegegnung auf russischem Boden nochmals Betrachtungen anstellen zu wollen, nachdem das Ereigniß seit Wochen schon in der euro­päischen Tagespresse nach allen Richtungen hin erschöpfend erörtert worden ist. Jedenfalls deutet aber die lange Con- ferenz, welche Reichskanzler v. Caprivi am Freitag Nach­mittag in Petersburg mit dem russischen Minister des Aus­wärtigen, Herrn v. Giers, hatte, genugsam auf die politische Umrahmung des Kaiserbesuches in Rußland hin und daß die beiden Monarchen selbst bei ihrem täglichen Zusammensein Gelegenheit genommen haben werden, sich nicht nur über das gegenseitige Verhältniß ihrer Reiche, sondern auch über andere Fragen der europäischen Politik gründlich auszusprechen, ist wohl selbstverständlich. Die großen Manöver des russischen Gardecorps, welche den äußern Anlaß der diesmaligen russischen Reise Kaiser Wilhelms bildeten, gingen am Freitag Nachmittag bei Gomontowo zu Ende und begaben sich die Kaiser Wilhelm und Alexander hierauf nach Peterhof, der gegenwärtigen Sommerresidenz des Czaren. Hier waren die Herren vom Civilcabinet Kaiser Wilhelms schon im Laufe des Donnerstag angelangt und am Samstag Vormittag trafen, von Petersburg kommend, auch der Reichskanzler v. Caprivi, der deutsche Botschafter General v. Schweinitz und Geh. Legationsrath v. Raschdau in Peterhof ein.

Fürst Bismarck hat schon wiederholt erklärt, daß er die ihm zugeschriebene Aeußerung, er wolle die Nationalliberaleu an die Wand drücken, daß siequietschten", niemals gethan habe. Diese Versicherung hat der Fürst soeben in Kissingen beim Empfange der Deputation, welche ihm den Ehrenbürger­brief der Stadt Duisburg überreichte, bestimmt erneuert und hierbei zugleich seiner Hochachtung vor dem so entwickelten Gemeinwesen und der Großindustrie Rheinlands und West­

falens, deren Vertreter politisch überwiegend ja der national­liberalen Partei angehören, Ausdruck verliehen.

Die Generalkonsuln und Schatzbeamten der Vereinigten Staaten haben bekanntlich vor Kurzem in Paris getagt, um über die amerikanische Zollerhöhungsbill des Senators Mc. Kinley zu berathen. Die Herren sollten nun hierbei den Beschluß gefaßt haben, der Unionsregierung Milderungen bei Anwendung der Mac Kinley-Bill zu empfehlen, was aber jetzt von dem zur Zeit in Frankfurt a. M. versammelten Comite der amerikanischen Generalkonsuln in Europa mit dem Be­merken für unzutreffend erklärt wird, daß die Pariser Ver­sammlung gar nicht befugt gewesen sei und auch gar nicht den Wunsch gehegt habe, irgend ein Gesetz der Vereinigten Staaten auch nur im Geringsten zu modificiren. Es wäre indessen für die Unionsregierung doch gut, wenn sie einiges Gewicht aus die Anschauungen ihrer handelspolitischen Ver­treter in Europa über die Stimmung legen wollte, welche hier überall durch die theilweise ungeheuerlichen Zollerhöhungen der Mc. Kinley-Bill erzeugt worden ist.

General Boulanger, derVerbannte von Jersey", ist vom Redacteur eines deutschen Blattes, desBreslauer Generalanzeigers", brieflich um Mittheilung seiner Ansichten über verschiedene politische Fragen angegangen worden und hat er dem seltsamen Verlangen auch bereitwillig entsprochen. Es lohnt sich nicht, auf die weitschweifigen Antworten des brav7 general näher einzugehen, doch seien seine Ansichten über das französisch-russische Bündnißproject und dieelsaß- lothringische Frage" wenigstens andeutungsweise wiederge­geben. Die Meinung Boulangers über die Zukunstsallianz zwischen Frankreich und Rußland läuft darauf hinaus, daß ein beiderseitiges Desensivbündniß dieser Länder in ihrem ureigensten Interesse liege, während er sich über die Annexion Elsaß-Lothringens durch Deutschland mit der den Franzosen eigenen Verkennung der hierbei in Betracht kommenden Ver­hältnisse ausläßt. Auch für Boutanger ist es eine ausgemachte Sache, daß die Einverleibung Elsaß-Lothringens in das Reich ein schwerer Fehler war, den Deutschland nur dadurch wieder gut machen könne, daß es die annectirten Provinzen an Frank­reich zurückgebe, es würde dies ein Act großmüthiger und weitblickender Politik sein, der das deutsche Volk nur ehren könnte u. s. w. Die Auslassungen Boulangers beweisen nur, daß die Franzosen in ihren Ansichten über Elsaß-Lothringen noch heute wie vor zwanzig Jahren dieselben unverbesserlichen Querköpfe sind.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 23. August. Das heute ausgegebene Großh. Regierungsblatt Nr. 32 enthält:

I. Verordnung, die Jnvaliditäts- und Altersversicherung betreffend.

Feuilleton.

Die verlorene Perle.

Novelle von I. Dedekind, Berf. b«rAchten-Linl".

(Fortsetzung.)

Frau Gräfin haben mir, seit ich hilflos, ein verwaistes Kind, nach Wien kam, so viel Beweise von Güte und Aus­zeichnung gegeben, daß ich diesen bitteren Vorwurf wohl stillschweigend hinnehmen muß, wie sehr er mich auch kränkt."

Ich habe viel auf Sie gehalten, Georg, wenn Sie können, so rechtfertigen Sie sich.

Sehen Sie Ihre Nichte an, Frau Gräfin," er ver­suchte, sich Antonie zu nähern und ihre Hand zu ergreifen, was ihm das zitternde Mädchen erst nach einem kurzen Aus­weichen gewährtesehen Sie sie an, leben Sie mit ihr, erkennen Sie den mir verwandten Genius, der in ihr ruht, den ich wecket durfte, und verlangen Sie keine andere Recht­fertigung."

Lieber Freund," erwiderte die Gräfin kühl,so be­greiflich es sein mag, daß Sie Ihr junges Herz verloren, so unerklärlich scheint es mir, daß Ihr Verstand Sie nicht warnte. Sie haben schon genug von der Welt gesehen, um die Grenzen herauszufinden, die unseren Wünschen ge­zogen sind."

Ich bin kühn genug, mit meinem Sehnen und Streben über diese Grenzen hinauszugehen."

Sie wollen ein großer Mann werden und halten das Genie für einen Adelsbrief?"

Ich will, ja, Frau Gräfin, ich will das Talent, das Sie, Sie vor allen, mit ewig dankenswerther Güte pflegen ließen ich will es, so Gott mir beisteht, zur höchsten Blüthe entwickeln, Ihnen zur Ehre mir und

diesem geliebten Mädchen, das an mich glaubt, zum Unter­pfand höchsten Lebensglückes! Ich weiß nicht, ob Kunst und Adel nebeneinander genannt werden dürfen,- mir ist, als ob jene diesen aufwiegen könnte durch ihre gottähnliche Freiheit und höhere geistige Privilegien."

Jugendliche phantastische Anschauungen, lieber Jörg, die zum Beispiel mein Gatte, so wohl er Ihnen sonst will, nicht theilen will. Glauben Sie im Ernst, daß er sein Tonele einem Bürger znr Frau gäbe?"

Ich glaube, daß der Herr Gras vielleicht zu bewegen sein würde, in diesem Falle durch die so oft erprobten klaren Augen der Frau Gräfin zu sehen," entgegnete Georg mit niedergeschlagenen Augen und scheinheiligem Lächeln. Antonie drückte ihm verständnißvoll die Hand; die Gräfin seufzte leicht, ehe sie antwortete:

Sie sind in Ihrem blinden Glauben doch viel mehr Kind, Georg, als ich annahm. Sie trauen mir viel zu und halten mich, wie ich sehe, außerdem für Ihre Bundesgenossin, die ich durchaus nicht bin, wie ich Ihnen von vornherein erkläre. Ich denke freier, das wissen Sie, als die meisten meinesgleichen, und gönne Jedem, was ihm zukommt. Aber ich halte das Herkommen heilig wie die Sitte der Väter und gestatte keine Uebergriffe in die Romantik."

Sie sprach diese Worte langsam, mit besonderer Be­tonung und mit einem kühlen, beinahe leeren Gesichts­ausdruck.

Antonie sah sie scheu und befremdet an, Georg ant­wortete verletzt:Wenn Sie denn Ihren Traditionen so sehr huldigen, gnädigste Gräfin, wie war es Ihnen möglich, uns beide, begeisterungsfähig, liebebedürstig, wie die Jugend ist, in gefährlicher Nähe zusammenzulassen? Zürnen Sie nicht, wenn ich aus dem Angeklagten zum Ankläger werde."

Ja, ich gestehe," sagte die Gräfin nachdenklich,ich

irrte sehr. Doch war ich nicht blind- lauge schon sah ich die Gefahr, aber wenn ich Feuer rufen wollte, hielt mir Vertrauen in Eure Zuverlässigkeit und ein anderes Etwas den Mund zu: ich hatte so sehr den Wunsch, Tonis Talent zur vollen Geltung zu bringen- etwas Hervorragendes wurde sie nur in Ihren genialen Händen, Georg, darum ließ ich Euch gewähren. Nachdem Sie den großen Preis gewonnen und die Reise nach Paris festgesetzt hatten, war ja ein Ende abzusehen. Arme Kinder! Und nun ist die Zeit gekommen und ihr müßt Abschied nehmen. Ich weiß wohl, daß Muth dazu gehört ..." 1

Muth, den hab ich, aber nicht zum Entsagen, sondern zum Ausharren, Frau Gräfin!"

//Liebe Tante," schloß sich ihm jetzt, ins Innerste ge­troffen, Antonie an-Du sähest, wie unsere Herzen sich sanden, und willst sie nun auseinanderreißen? Das geht nicht mehr, weißt Du nicht, daß sie daran verbluten werden?"

Ach, Närrchen, es verblutet sich nicht so leicht- die Quelle strömt immer wieder aufs Neue und bringt frische Kraft und Lebenslust."

Nein, Tante," rief das sonst so zaghafte Mädchen mit flammenden Augen,unsere Liebe ist unser Heiligthum. Mit ihr fällt unser Lebensglück, unser Glaube an alles, was groß und gut ist- ich kämpfe für sie mit meinem letzten Athemzuge, und der liebe Gott im Himmel wird mich nicht unterliegen lassen!"

Wohl, Herzchen, kämpfe, ich habe es auch gethan zu memer Zeit, und habe auch den lieben Gott im Himmel an- gerusen und bin doch unterlegen."

//Du?"

Ja, unterlegen zu meinem Heil- und da Dir die alte Geschichte frommen kann, so mögt ihr sie erfahren, so ungern ich mich auch in sentimentale Erinnerungen vertiefe."