1890
Sonntag de» 17. August
Zweites Blatt
Nr. 190
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Betrag
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Die Gießener M«miti-nvtäUer werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
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Der
Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
90 bO 9540 79.00 1630
mittags 2V2 Uhr, einen Vortrag über: landwirth- schastliche Buchführung in dem Locale des Herrn Wirths Konr. Weil III. zu Lang Gons;
Sonntag den 7. September 1890, Nachmittags 2 Uhr, einen Vortrag über: Molkereiwesen im „Rappen" zu Grünberg;
October 1890
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210.62 16590 14730 9400
179.50 16300 0720
Beiträge der Kreise . . . .
Kapitalzinsen......
Proceßkosten ......
Beitrag aus der Staatskasse -
Ersatzposten ......
Zurückempfangene Kapitalien .
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr.
A8e Annoncen-Burcaux deS In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
„Unser Hausdiener!"
„Aff, Jean Martin! Und woher hat der die Neuigkeit?"
„Ein Telegraphenbeamter hat es ihm mitgetheilt."
„Er lst ein Spion, ein Berräther!"
In diesem Augenblicke öffnete sich die Thür, Martin ein und reichte dem Professor eine Depesche. Dieser
Und hinaus stürmte die Schaar bej Tapferen.
Aus den Strasten tobte das Volk bereits und schrie: „Es lebe Frankreich! Es lebe die Republik! Nieder Napoleon, dem Feigling, dem Verräther!"
Der Kaiser der Franzosen fiel eigentlich schon nach den
Der zehnte internationale mrdicinische Congreß in Berlin.
Während es zumeist scheint, als wolle der Nationalitätenhader sich fort und fort siegreich behaupten, knüpfen sich doch — dem schärferen Auge bemerkbar — trotz aller nationalen Ringmauern immer mehr und mehr feine und feste Bande zwischen den verschiedenen Völkern- zumal suchen unabhängig denkende Männer immerzu wieder Fühlung zu erhalten mit Ihresgleichen, die auch unter anderen Lebensbedingungen mit ihnen durch die Gemeinsamkeit ihrer Arbeit und ihrer Ziele
Bteneljähriger jWottnementspretel 2 Mark 20 Psg. mit Bringcrlohn.
Durch die 'post bezog« 2 Mark 50 Psg.
Rcdaction, Expedition und Druckerei:
Kchutstraße Zlr.1.
Fernsprecher 51.
Lautlose Stille trat ein, dann aber schrie der tapfere Emile Grenier:
„Die Deutschen kommen! Les Prussiens! Los Prussiens!“
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Deutsche Jeqen.
Erzählung aus den Kriege jähren von 1870/71.
Von Earl Lassau. (Fortsetzung.)
Es war vierzehn Tage später. Die ganze Oberklasse der Academie commercielle in Rheims war bereits, des Lehrers wartend, versammelt und gab sich lauter, lärmender SiegeSsreude hin. Vor Allen war es der Sohn des Bankiers Grenier aus Varennes, welcher prahlte:
„Sieg, Sieg! Bei Saarbrück ist eme große Schlacht gewonnen! Die Allemands und Prussiens sind bei Weisten- burk, Worth und Spikern geschlagen und in tolle Flucht auf Berlin geworfen!"
Ludwig Ehrbrecht lachte darüber und sagte:
,Halt, halt, das sind Lügen! Die Franzosen sind es, welche in den letzten drei Schlachten geschlagen wurden, und bei Saarbrücken hat ein ganzes französisches Armeeeorps qeqen ein Bataillon Preußen gekämpft."
Nieder mit dem deutschen Lügenmaul!" schrie da Monsieur Emile Grenier auf. „Die Deutschen sind feig!"
Da konnte sich Ludwig nicht länger zügeln, sein deutsches Blut wallte auf und er verabreichte dem Prahler ein paar klatschende Ohrseigen, gerade als der Professor Eardieux eintrat.
„Was geht hier vor?" fragte dieser streng.
Der Klassenerste mußte alles erzählen.
„Ist es so?" fragte der Professor nochmals den Klassenersten.
„Ja!" bestätigte dieser.
riß sie auf und sank wie vernichtet auf dem Katheder nieder, indem er wehklagte:
„Leider hat Monsieur Erebreckt Recht! Der Kaiser Napoleon, so telegraphirt mein Bruder, hat bereits die höchste Kriegsleitung in die Hände des Grasen Palikao niedergelegt, die Marschälle Mae Mahon und Bazaine werden die Armee führen! Quel malheur! quel malheur !u
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Landwirthschastslehrer Leithiger von Alsfeld
Sonntag den 24. August 1890, Nachmittags 21/2 Uhr, einen Vortrag über: die Aufzucht und Pflege des Jungviehes in dem Locale des Herrn Wirths Theiß in Weiter-Hain;
Sonntag den 31. August 1890 Nach-
ersten verlorenen Schlachten vom Throne und hatte in Frankreich nur noch die Macht eines Schattenkaisers.
Am Nachmittag erhielt Ludwig eine Depesche von seinem Vormunde aus Ehalons, worin ihm dieser befahl, Heimzukommen, da die Deutschen nahten. Da trat Martin zu Ludwig und meldete ihm, daß er als Deutscher den Lauspaß erhalten habe. Der arme Bursche weinte Zornesthränen, während Ludwig das Papier noch immer anstarrte.
Nach kurzem Besinnen erklärte Ludwig daraus:
„Hören Sie, Martin, in das Haus meines Vormundes kehre ich jetzt nicht zurück- ich gehe dem deutschen Heere entgegen und lasse mich dort anwerben."
Da lachte Martin grimmig auf und sagte entschlossen: „Hurrah, da gehe ich mit Ihnen! Darf ich?"
Ludwig nickte und sagte:
„Aber Vorsicht, Vorsicht! Sonst läßt man uns nicht ungestört ziehen!"
Am Abend des 14. August brachen die beiden jungen Leute heimlich und in aller Stille in Rheims auf und marschirten in südöstlicher Richtung den Deutschen entgegen.
(Fortsetzung folgt.)
sttaßen........
20. Uneinbringliche Posten und Nachlässe .
23. Ausgeliehene Kapitalien .... - 54000
t tlt: £ T Gesch.), Aachen, # 6tM Düffel- ▲ ljnach, Alsfeld. ▼
Summe der Einnahmen 328918 21
Ausgabe.
Kichmer Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Besoldungen.........
Diäten und Gebühren......
Bolenlohn und Verkündigungskosten - . Für Bureaugegenstände u. Geräihschasten Erbauung und Unterhaltung der Kreis-
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Goldreif ßioite
Auszug
aus der von Großh. Oberrechnungskammer revidirten Rechnung der Provinzialkaffe der Provinz Oberheffen pro 1888/89.
Rub-Nr. f . ... ,
Kasseoorrath aus vorhergehenden Jahren Ausstände aus vorhergehenden Jahren
Bekanntmachung.
Der landwirthschaftliche Bezirksverein des Kreises Gießen wird
Donnerstag den 28. August 1890 in Grünberg auf dem Tummelplatz (Lehmkaut) in der Nähe des Wagner- fchen Gartens eine Ausstellung von Zuchtvieh, verbunden mit einer Viehpreisvertheilung veranstalten.
An derselben können sich alle im Kreise Gießen wohnenden Viehzüchter mit ihren Zuchtthieren mit Ausnahme der Viehhändler betheiligen.
Prämien werden nur für Zuchtthiere derKVogelsberger Raffe (Reinzucht) und der Simmenthaler Raffe (Neinzucht und Kreuzung) ertheilt-
An Geldpreisen hat der landwirthschaftliche Provinzialverein und der Zuchtverein Gießen zur Prämiirung von Vogelsberger Vieh je 200 X, zusammen 400 X, und der landwirthschaftliche Bezirksverein zur Prämiirung von Simmenthaler und Vogelsberger Vieh 500 X zur Disposition gestellt.
Preise werden bewilligt:
1) für Bullen im Alter von einem Jahre und darüber,
2) für Rinder im Alter von einem Jahre ab und für Kühe jeden Alters
Nur preiswürdiges Vieh wird prämiirt. Sämmtliche auszustellende Thiere müssen bis Morgens 8 Uhr auf dem Tummelplatz zu Grünberg aufgetrieben fein. Bullen im Alter von P/2 und mehr Jahren müssen an einem Nasenring geführt und an demselben aus dem Ausstellungsplatze angebunden werden.
Gelegentlich der Thierschau kann die Ankörung sprungfähiger Bullen durch die Körcommission stattfinden. Es finden daher Gemeinden und Bullenhalter daselbst günstige Gelegenheit zum Ankauf von Gemeindebullen
Gießen, den 5. August 1890.
Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen- Jost, Regierungsrath._________________
Bekanntmachung,
die Abhaltung landwirthschaftlicher Vorträge betreffend.
Summe der Ausgaben 300696 24
Abschluß.
Gesammtsumme der Einnahmen . . 328918 21
„ „ Ausgaben . ♦ 300696 24
Verglichen bleibt Rest 28221 97 welcher in baarem Vorrath besteht.
Gießen, den 24. Februar 1890.
Der Rechner der Provinzialkaffe für Oberhessen. Grüneberg, Rendant.
Revidirt, ohne daß fich für den vorstehenden Abschluß eine Aenderung ergeben hat.
Darmstadt, den 9. August 1890.
Großherzogliche Ober-Rechnungskammer.
Lorbacher. Pusch-
In Gemäßheit der Art. 93 bezw. 43 der Kreis- und Provinzialordnung wird der vorstehende Auszug zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Gießen, den 15. August 1890.
Der Vorsitzende
des Provinzial-Ausschusses der Provinz Oberheffen.
Jost, RegierungStath.
6et, ist bei W möglich.
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„So hat Grenier Recht," entgegnete der Professor. „Die Deutschen sind geschlagen, die Deutschen sind feig! Sie thun also Monsieur Grenier sofort Abbitte, Monsieur Erebreckt!"
Aber Ludwig entgegnete:
„Herr Professor, ich behaupte, daß Sie sich irren! Die Deutschen sind nicht feig und nicht geschlagen. Abbitte leiste ich deßhalb auch nicht."
„Alle Teufel!" wetterte der Professor nun. „Woraus gründen Sie Ihre Behauptung?"
Ludwig entgegnete fest:
„Ich behaupte das auf Grund einer Depesche, welche über Rheims nach Paris gesandt wurde. Mae Mahon ist nach der Depesche mit dem Rest seiner geschlagenen Armee schon nahe bei Ehalons. Mac Mahon ist bei Weißenburg und Wörth von dem preußischen Kronprinzen geschlagen- dagegen sind die nördlichen Corps bei Spichern vom General Steinmetz besiegt, so daß Marschall Bazaine nach Metz hineingedrängt ist."
„Und wer sagte das Ihnen?"
4) Sonntag den 14. September 1890. Nachmittags 2 Uhr, einen Vortrag über: die Trockenlegung der Grundstücke in dem Locale des Herrn Joh. Heiland zu Lich;
5) Sonntag den 21. September 1890, Nachmittags 2V2 Uhr, einen Vortrag über: Molkereiwesen in dem Locale des Herrn Wirths Konr- Weil III.
zu Lang-Goa-;
6) Sonntag den 28. September 1890, Nachmittags 2 Uhr, einen Vortrag über: landwirlh- schastliche Buchführung in dem Gasthofe „Zum Rappen" zu Grünberg;
7) Sonntag den 8. Oktober 1890 . Nachmittags 2.Uhr, einen Vortrag über: Anlage von Gewannwegen in dem Locale des Herrn Joh. Heiland zu Lich halten wird.
Alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Bezirksvereins, der landwirthschaftlichen Localvereine und alle Freunde der Landwirtschaft werden zu diesen Versammlungen hierdurch ergebenst eingeladen.
Die Herren Bürgermeister der Gemeinden, in welchen Vorträge gehalten werden, sowie die der benachbarten Gemeinden werden hierdurch ersucht, auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken.
Gießen, den 8. August 1890.
Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost, Regierungsrath.
Wies eck, den August 1890. Betr.: Missionsfest im Dekanat Gießen.
Das Großh. evangelische Dekanat Gießen
an die evangelischen Pfarrämter des Dekanats.
Ich theile Ihnen mit, daß das in nächster Woche in Lang-Göns zu haltende Mtssionsfest auf dringenden Wunsch der Festgemetnde auf den September verschoben worden ist. Der Tag wird noch bekannt gegeben werden.
Wahl.
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