Einzelbild herunterladen

ÄH * bei H-NI

1194 »Ultittli

l9s 2 Uhr 'Met H»f

W\V(x rl

n.

kgts. Nr. iiß rauße.

Renhandlung von

-ee 75 Pf.

UiN' Z.;

Comite»

V erschienen, die vei- imer zu vermeiden 1211

Wallach

MrL

ungblut.

durch ÄiumeU' uann fir die [1217

Wslhöll

1860.

dt:

bMH** tienl j.8rfn*ttal

Mtaiu

# 10.56rttflI

ai*

22«1

M

E-

8910

7660

69.20

361 Vi 1956' 169 o M 3630 180

Dienstag den n. Februar.

(Siebener Anzeigev.

Beilage zu Nr. 35. - 1890.

Feuilleton.

Der Sollega des Herrn Liadtmufikus.

Humoreske von Carl Cassau.

(Fortsetzung.)

In diesem hatte die zweite Geige ein Solo. Herr Wian guckte neugierig seine alte Geige an, denn das In­strument schien unter den Händen des Fremden Crhstall ge­worden zu sein.

Bläst Er auch?" fragte er Bornemann nach Beendig­ung des Satzes.

Ja, Stopshorn!"

Das war in der That der Fall.

So schlage Er ein; er wird erster Gehilfe und be­kommt außer dem Ueblichen vier Species."

Bornemann schüttelte den Kopf und meinte wieder lächelnd:

Ich kann nicht, ich muß weiter wandern! Jetzt kl»mmt das Scherzo Allegretto!"

Mit einemBitte" übernahm er die Partie der ersten Geige und die Führung des kleinen Orchesters und geigte, daß Herrn Kilian Sehen ' und Hören verging, legte beim letzten Accord das Instrument nieder und sagte zu Lebrecht:

' z Ihr, junger Freund, begleitet mich wohl noch ein wenig; ich will mich im Orte noch etwas umsehen, könnte mich aber in der Dunkelheit verirren."

Sie gingen schon.

Herr Kilian sah seine Livia an und sagte erstaunt:

Was war das?"

Wenn er doch anbisse, Kilian!"

Inzwischen waren die Beiden eine Strecke gegangen. Nun begann Lebrecht schüchtern:

Ich habe Euch doch recht verstanden? Ihr wollet mir Bahn schaffen, zur Minna zu gehen?"

Nun freilich!"

Ich danke Euch, Herr! O, Ihr seid etwas Besseres als wir!"

Findet Ihr?" .

Das hört ein Kind. Jhe seid auch kein fahrender Musikant. Eure Kleidung, Eure Wäsche, der Orden da -- j« versteckt ihn nur! Herr Gott, Sie machen sich doch |

nicht etwa einen Spaß mit uns armen Leuten? Sie ind"

Ich bin Euer Collega. Abgemacht! Geht nun zu Cantors Minna, ich suche meinen Landsmann aus!"

Er schlenderte der Schmiede zu, Lebrecht aber verlor sich in einer der Hintergassen.

Es war gerade, wie der Fremde, welcher sich Borne­mann nannte, vermuthet hatte, Börs, sein Diener, stand vor dem Ambos, um den die Gesellen, schimpfend über die späte unliebsame Arbeit, beschäftigt waren, die neue Achse zu schmieden. Er winkte:

Wo hast Du gemacht Quartier, Börs?"

Im weißen Noß, Ew. Gnaden! Aber der verzwickte und verrückte Engländer ist auch schon wieder da."

Mister Cavendish?"

Ach ja! Kaum habe ich drei Zimmer für Sie belegt, flugs ist er auch da und miethet drei Piecen daneben."

Ich komme diese Nacht nicht ins Gasthaus."

Schön, gnädiger Herr!"

Und Du fragst nicht einmal, wo ich bleibe?"

O, mein gnädiger Herr weiß was er thut."

Du hast viel Vertrauen zu Deinem Herrn!"

Kenne ich ihn nicht schon zehn Jahre?"

Du hast Recht! Aideu!"

Er ging davon und kam in eine prächtige Lindenallee vor dem alten Graalstift; er las den Namen im Lichte vor­dem Hause. Die Lindenblüthen dufteten so stark, ihm war so wohl. So hatte er einst mit ihr unter der großen Linde gesessen und den wohligen Dust eingeathmet, dort hatte er geherzt und gekost. Und dann war der harte reiche Vater dazwischen gekommen und hatte gerufen:

Was, Margareth, den Ole willst Du, den Lump, den Schullehrerssohn, der nichts hat als seine Bettelgeige, mit der er auf den Jahrmarkt ziehen kann! Ei was, weiß was Besseres für Dich, Margareth: heirathe den reichen Hart Berg, der hat Geld und Gut!"

Nein, Vater, nie!" hatte die Tochter gemeint.

Ich befehls Dir!"

Lieber springe ich in den Göta-Elf!"

Das Wasser ist naß, Mädel!"

Das hatte er anhören müssen. Aber damals hatte er sich auch gelobt, etwas werden zu wollen. Und dieBettel- , geige" konnte davon erzählen, von dem Jubel des Publikums bei seiner ersten Concertreise durch Deutschland, von Lorbeer­

kränzen, Brillantnadeln und Ringen, von ganzen Kasten voll Geld, die er heimwärts geschickt. Das alles sollte die kleine blonde Margarethe haben. Aber er kam zu spät, man führte ihn nur an ihr Grab. Der Alte hatte sie bedrängt, da war sie in den rauschenden Trollhättasall gesprungen und die bösen Kobolde und Gnomen des Göta-Elf hatten gekichert und ge­lacht, als das unglückliche Mädchen auf dem Felsen die Hände rang.Was half ihm nun das Geld? All fein Leid vertraute er feiner geliebten Amatigeige; ruhelos zog er durch die weite, weite Welt, lief dem Ruhme nach und der Zerstreuung, daß er nur nicht zum Bewußtsein seines Elends kam. Erst in seinen späteren Jahren hatte er sich in Amerika eine neue Heimath erschlossen. Plötzlich wurden seine Gedanken unterbrochen und eine schwere Hand legte sich auf die Schulter des Träumers.

Evening, good, evening, Mister Ole Bull! Wollen Sie mir geben nun eine Handschrift von Ihrige for tausend Pfund?"

Herr, Sie sind verrückt?"

Verrückt? 0 no! aber kanns noch werden, wenn Sie mir nicht geben ein Autograph von Ihrige Hand!"

Scheeren Sie sich zum Teufel!"

Teufel! Well! Aber ich habe ein Quartier au die Seite von die Ihriges! Morgen früh, ick werde wieder fragen nach !"

Er grüßte höflich und ging.

Der verrückte Mensch," schalt Ole Bull denn der Leser hat schon errathen, daß er es ist, der sich Bornemann nannte, denn er heißt Bornemann Ole Bullich will ihm kein Autograph geben! Aber ein Original ist er, das ist wahr!"

Damit wandte er sich dem Stadtpfeiferhause zu.

Hier herrschte heftiger Zank und Frau Livia war die lauteste von Allen. Lebrecht hatte nach seiner Trennung von dem Gaste der schönen Minna Kraut den Hof gemacht, der Vater hatte es gesehen, Frau Livia hatte sich dazwischen ge­steckt und nun bekam der arme Lebrecht Scheltworte: von Hause sollte er fort, dem Frauenzimmer aus den Augen! Ja, wenn sie noch Geld hätte! Aber so sei sie arm wie eine Kirchenmaus! Was daraus werden soll? Nichts als Kummer und Noth. Nein, das werde ich zu verhindern wissen. (Schluß folgt.)

I _________________2------------ .

Gn Mahnwort an Guts- und Gartenbesitzer.

Von I. Beez in Stuttgart.

(Schluß aus Nr. 28.)

Die möglichste Ausdehnung der Beerenobstcultur würde den Landbewohnern nicht nur schätzbare Artikel für den Haus­halt, sondern auch eine ansehnliche Rente liefern und formt Lt Hebung des Nationalwohlstandes beitragen. Die 5 Millionen allein, welche jährlich für Beerenobstproduete iti§ Ausland wandern, wären schon ein anständiges Tascken- aeU) für die soviel erwähnte nothleidende Landwirthschaft, her noch viel mehr Millionen gar nicht zu gedenken, die wir jährlich nach Tirol, Frankreich und Belgien für Tafelobst delablen, welche wir aber, genau wie jene es thun, nur allem an unseren kahlen Hausgiebeln, Garten- und Gebäudemauern ielbst produciren könnten, ohne einen Meter Feld zu verlieren. Wie reimt sich denn der statistische Beweis, daß wir nicht einmal den eigenen Bedarf decken, zu den so viel gepriesenen Fortschritten unserer Obstcultur, die doch ein wichtiger Zweig der Landwirthschaft ist und wäre man nicht in dieser Richtung mehr berechtigt, von einem routinirten Schlendrian, als von wirthschastlicher Routine zu reden?

Pfarrer Gußmann schreibt, daß er aus Früchten der wenigen in seinem Hausgarten angepflanzteii Erdbeerpflanzen jährlich mehrere Hectoltter köstlichen Wem bereite, und wer die Beerencultur rationell betreibe, hebe das Geld auf, welches auf der Straße liege. Von 10 Johannis- und 1OO Erdbecrpflanzen mit 10 Kgr. Zucker erhalt man 1OO Liter Wein van 12 pGt. Alkoholgehalt und unvergleich­lichem Bouquet. Aus deu Rabatten des kleinsten Hausgartens lassen sich 1OO Johannis- und 5OO Erdbeerpflanzen anbrmgen, deren jährlicher Ertrag auf genannte Weise verwendet inner­halb 10 Jahren ein Vermögen darstellt.

Die Erdbeere ist die köstlichste bei uns einheimische frucht, sic ist frisch genossen eine Erquickung für Gesunde und Kranke. Im Frühling angepflanzt, erhält man schon tm ersten Sommer Früchte. Von den vielen verbreiteten Sorten sind manche unfruchtbar und werthlos, währenddem von guten

Sorten jede Pflanze 5060 saft apfelgroße Pflanzen zur j Reife bringt. Gute Sorten aber werden noch immer 'zu 410 Mk. zu 1OO Pflanzen offerirt, währenddem die Grund- und Weinbergsbesitzer hier und in der Umgegend gerade die werthvollsten Sorten speciell der Früchte wegen cultiviren, welche sehr gut bezahlt werden, ihre entbehrlichen Setzpflanzen aber als Nebenproduct sehr billig abgeben. Einer dieser Feldbesitzer in Wangen hat dieses Jahr aus den Beeren von 4 Ar Feld 500 Liter Wein erzeugt und denselben im October zu 300 Mk. nicht unter falschem Namen, sondern als Johannis­beerwein au einen Kenner verkauft. Rechnet man hiervon 50 Mk. für den verwendeten Zucker ab, so bleibt für die Beeren der enorme Ertrag von 6000 Mk. per Hectar Feld, bei weniger Risiko und Arbeitskosten als jeder andern Cultur und Handelspflanze. Wie vieles könnten manche höher Be­gabte noch neben ihrem Beruf zum Segen der ländlichen Bevölkerung beitragen, wenn sie es für Pflicht erachteten, durch kleine Probepflanzungen anregend zu wirken; theoretische Belehrungen nützen weniger als Beispiele. Wer die Gabe hat, sei es durch Beispiel, Wort oder Schrift belehrend zu wirken, leistet der Menschheit mehr als ein gewöhnliches Almosen.

Von diesem Standpunkte aus ist unsereMahnung an Feldbesitzer" geschrieben und richten wir die Bitte um gefällige Aufnahme derselben an alle Herren Zeitungsbesitzer und Redacteure derjenigen Blätter, welche unter der ländlichen Bevölkerung verbreitet sind, und sind gern bereit, jede weiter- gewünschte Auskunft über Anlage, Pflege, Sortenauswahl und beste Verwerthung der Früchte zu geben. D. Attg. Z. f. L.

* Mainz, 9. Februar. Im Wahlkreis Mainz-Oppen­heim machen die Socialdemokraten riesige Anstrengung, um bei der bevorstehenden Reichstagswahl als Sieger hervor­zugehen. Während die anderen Parteien bis jetzt nur ver­einzelte Versammlungen abgehalten haben, vergeht seit Wochen | kein Tag, an dem nicht eine ober zwei socialdemokratische

WMMB

Wahlversammlungen stattfinden. Vorab wird die Agitation in ländlichen Bezirken geführt, in welchen die Arbeiter­bevölkerung stark vertreten ist. Hier halten die Social­demokraten am nächsten Donnerstag die erste allgemeine Wählerversammlung, in welcher der gewesene Reichstags­abgeordnete Paul Singer von Berlin sprechen soll.

Von Seiten des hiesigen Vereins zur Einführung der Feuerbestattung wird an seine Mitglieder eben folgendes Testamentsformular versendet:Letzwillige Ver­fügung. Ich spreche hiermit den ausdrücklichen Wunsch aus, daß meine sterblichen Reste nach meinem Tode durch Feuer bestattet und zu diesem Zwecke nach Gotha überführt werden sollen. Eine zweite Ausfertigung dieser Erklärung habe ich bei dem Vorstände in Mainz deponirt, welcher beauftragt ist, die Bestattung zu veranlassen. Für meine Frau und Kinder wünsche ich dieselbe Bestattungsart."

Hpielpian der vereinigten Frankfurter Ztadttheatrr.

Opernhaus.

Dienstag den 11. Februar: Der Nordstern. Gewöhnliche Preise.

Mittwoch den 12. Februar: Zum Gedächtnisse Richard Wagners. Vorstellung bet kleinen Preisen. Tannhäuser.

Donnerstag den 13. Februar: Cosi fan tutte. Hierauf: Wiener Walzer. Gewöhnliche Preise.

Freitag den 14. Februar geschlossen.

Samstag den 15. Februar: Rtenzi. Gewöhnliche Preise.

Sonmagden 16.Februar,Nachmittags3«/»Uhr: Dorfbarbier. Hierauf: Puppenfee. Ermäßigte Preise. Abends 7 Uhr: Neu emstudtrt: Rattenfänger von Hameln.

Schauspielhaus.

Dienstag den 11. Februar: Minna von Barnhelm. Gewöhnliche Preise. c

Mittwoch den 12. Februar: Kabale und Liebe. Gewöhn­liche Preise.

Donnerstag den 13. Februar geschlossen.

Freitag den 14. Februar: Traum ein Leben. Gewöhnliche Preise.

Samstag den 15. Februar: Zum ersten Male: Die Ehre. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Gewöhnliche Preise. i

Sonntag den 16. Februar, Nachmittags 3Va Uhr: Alt- Frantfurt. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Zum ersten Male wiederholt: Die Ehre. Gewöhnliche Preise.

Fleisch-Extract

11 B 4 wenn jeder Topf

Nur aecht <»

J . in Bl AU ER FARBE rraff.

Zu haben in den Colonial-, Delicatesswaaren- und Drögen- Geschäften, Apotheken etc. 207

CO

[897

Macearorrt, Neapol., Maccaroui, sst. Wiener, Eiergewüsev-udeln, extragute Qual.,

der Export-Cte.

für DetrtscTteTL Cogrcccc Köln a. Rh., Sdlierring 55, bei gleicher Güte bedeutend billiger als französischer.

Ita» rertooce »tetflEtlqaettee satt un»w>rFlr»». nizMtsr VeTjkeh,eer mit WMerwkfinfera.

empfiehlt

Emli Fischbach.

ersuchen Sie gell. 455

Schusters Caffee.

Höchste Auszeichnung j Goldene Medaille.

Cöln 1889 j Silberne Medaille.

Verkaufsstelle Giessen: Hell. Wallach, Markt 8.

HkmilennachAklls;

von «X 3. an mit rein lein. Einsatz unter Garantie für guten Sitz empfiehlt

J. Kaan jr.,

1064] Kreuzplatz.

Kinderwagen in größter Aus­wahl zu billigsten Preisen bei [511 A A. Kilvtrrger, V

L- Senners Rchf.

1041] Neuenweg 83 ein tüchtiger Pferdeknecht gesucht.