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des ersten hessischen Reichstagswahlkrcises.
Es sind drei Jahre vergangen, seitdem wir zum letzten Mal zur Wahlurne schritten. Damals handelte es sich nach unserer Auffassung in erster Linie darum, solche Abgeordnete zu wählen, die entschlossen waren, dem durch das Ausland bedrohten Reich die zur Abwehr der Gefahreu nöthigen Mittel zu gewähren. Daß diese Gefahren nicht, wie schon damals behauptet wurde und heute uoch manchmal behauptet wird, eingebildete waren, sondern wirklich bestanden, hat später das Geständniß der französischen Machthaber erwiesen. Der am 21. Februar 1887 gewählte Reichstag hat die ihm gestellte Aufgabe redlich erfüllt. Die militärischen Forderungen der Regierung wurden von ihm bewilligt, zur Bestreitung der Kosten wurden dem Reiche neue und dauernde Einnahmequellen eröffnet. Wenn trotz dem zweimaligen Thronwechsel der Friede drei Jahre erhalten blieb, so ist das überaus dankenswerth, uud ein reichlicher Antheil des Dankes gebührt dem Reichstag.
Am 20. d. M finden neue Wahlen statt. Die Abgeordneten werden von da an volle fünf Jahre dem Reichstag angehören. Es sind aber große und schwere Aufgaben, die dem künftigen Reichstag zufallen.
Die Wehrkraft des Reichs muß auf ihrer Höhe erhalten, es soll auch dann, wenn das Septennat im Jahr 1894 zu Ende geht, jedem Versuch, an dem festen Bestand des Heeres und der Marine zu rütteln, mit voller Entschiedenheit entgegen getreten werden.
Die Landwirthschaft braucht tticht nur den Schutz, den ihr die Getreidezölle gegenwärtig gewähren, sondern sie hat auch anderweitig Fürsorge von Seiten des Staates fort und fort nöthig, wenn sie die feste Grundlage der Volkswohlfahrt bleiben soll.
Das ^ÖllbiDCrf muß vor weiterschreitendem Verfall bewahrt, es soll ihm die Möglichkeit gegeben werden, durch Bildung lebensfähiger, dem modernen Betrieb angepaßter Verbände sich selber zu helfen-
Dem Handel sollen nach Ablauf der jetzt bestehenden Handelsverträge die seitherigen Absatzgebiete gewahrt und neue eröffnet, auch weitere Absatzwege gebahut werden.
Der Ausbeutung des arbeitenden Volkes durch Wilcher lind Börscilspiel ist erustlich zu wehren und zwar mit einschneidenden Gesetzesmabregeln, nicht aber mit unstuchtbarem Gelärm, wie es der Antisemitismus versucht.
Eine ganz besondere Fürsorge bednrseu die wiöthschastllch schWllÄcll llllb IwihleidendeN Massen des Volks' Es ist das die große Frage der Zutunst, welcher der Kaiser seine ganze Theilnahme schenkt, von deren Lösung das Wohl und Wehe unseres Volks abhängt uud mit der sich auch der künftige Reichstag jedensalls
V,e ä“ g„nel^j dieses Jahres läuft die für das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Soctttl= demokratie festgesetzte Frist ab, und es handelt sich dann darum, was geschehen soll, um einer Wühlerei nnd Verhetzung, welche di- Grnndlagen nns°r-r Gesell,chastSorduuug bedroht, wirklich uud gründlich zu st-u-rm
Der von den Nationalliberalen unseres Wahlkreises anfgestellte Candidat, Herr
„„spricht in seinem Wahlausrns au der Lösung der Ausgaben, wie st- nach unserer N-b-rzcugung dem kommenden R-ichStag zufallen, ernstlich mitzuwirken. Wir haben deshalb von der Ausstellung eines eigenen, conservatioeu Cau- didalen abgesehen" und empsehlen unseren Gesinnungsgenossen di- Wahl des Herrn Schl-nte.
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Gieße» im Februar 1890.
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