Bet 2nd & 3rd Lts., Hauptquartier
— Können Postscheine
NEW YORK.
des Licher-Club.
als Quittung dienen l Diese
Vermehr, Land- unö Volkswirthschaft.
— Eonservirung des Riemen- nnd LederzeugeS. (Nachdruck Dfiboten.) Um das lernen und Lederzeug gegen bte zei- störmde Wirkung dec Ammomokbämpfe in den Ställen zu bewahren, wird von erfahrenen Landwirtheu empfohlen, der zum Fetten des Lederzeuges anzuwendenden Lederschmiere eine kleine Menge Glycerin zuzufetzen, wodurch das Lederzeug stets in gutem und geschmeidigem Zustande erhalten werde, woraus folgt, daß das Riemen- und Lederzeug eine größere Dauer erhält, ein Umstand, welcher von großer Bedeutung für die Kasse des Landwirthes ist.
Frage ist durch Entscheidung des Reichsgerichts dahin beantwortet worden, daß bet Postschein über eine per Postanweisung gemachte Zahlung noch nicht als Quittung, betreffend die Tilgung einer Schuld, angesehen werden könne. Vielmehr liefere in diesem Falle der Postschein nur den Beweis, daß an eine bestimmte Person ein gewisser Betrag bei der Post eingezahlt wurde. Da die Möglichkeit nicht ausgeschlossen erscheint, daß der Postanweisungs-Betrag an eine andere Person als an den Adressaten (z. B. an dessen Verwandte, Ehegatten u. s. w.) ausgeliefert wird, so wird der Zahlende streitigenfalls den Beweis zu führen haben, daß die Postanweisung auch zu Händen des Forderungsberechtigten gelangte. Dieser Umstand legt es Jedem, der Zahlungen bnrd) Postanweisung macht, nahe, vom Abressaten eine Empfangsbescheinigung einzuforbern, unb zwar spätestens innerhalb sechs Monaten von bet Versenbung an gerechnet, weil die Post nach Ablauf bieser Frist wegen etwaiger Regelwibrigkeiten bei der Bestellung nicht mehr haftet.
Schrffsnachvichten.
Bremen, 4. Januar. fPer transallantischen Telegraph.^ Der Schnellbampsei Fulda, Capt. R. Ringt, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 25. Decemder von Bremen und am 26. Decembcc von Loulhampton abgegangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Dampfer Erder, Capt. H. Baur, durch Nebel aufgehalten, ist statt am 1. Januar et ft am 3. Januar, 11 Uhr Vormittags, von der Weser nach Newyork abgegangen.
Citeratur unfc ‘KitnfL
Junkermanns Humoristttrrrn. Eine Sammlung heiterer Vortragsstiicke von erprobter Wirksamkeit. Neue Folge. Unter Mitwirkung namhafter deutscher und österreichischer Humoristen herausgegeben von August Junker mann, vorm. kgl. württemb. Hofschauspieler und erstem Komiker am kal. Hoftheater in Stuttgart. Mit einem Vorspiel: „Meine zweite Amerikafahrt." Broschirt JL 3—, eleg. gebd. vH 4-. Vertag von Levy u. Müller in Stuttgart. Wer, der nicht aus Kamerun oder anderen von der Civitifationsstlaße abgelegenen Ländern stammt, hätte Den Namen August Junkermann noch nicht gehörte Ist derselbe doch wie Lafayette der „Held zweier Welten"; freilich nicht auf dem Schlachtfelde oöer im Cabinet, aber auf den Brettern, Die die Welt bedeuten, als Komiker und Reuter-Interpret und im Salon als Vorleser. Diesseits wie jenseits des Oceans, am Rhein unb Neckar wie am Mississippi und Missouri sind ihm Lorbeeren die schwere Menge zugeflogen, also daß ein Dutzend moderner Poeten ihr Bedürfniß damit decken könnten. Wenn einer, so war „der große August" dazu berufen, eine Sammlung humoristischer Vortragsstücke herauszugeben, die die Lachlust kitzeln, das Zwerchfell erschüttern und den hartgesottensten Hypochonder zur Fidelität ftlmuliren. Ein sprechender Beweis hierfür ist der große Erfolg, welchen der bereits in biitter Auflage erschienene erste Band des Junkermann'schen Humoristikums gehabt hat, wodurch der Künstler veranlaßt wurde, im gleichen Verlage soeben eine Neue Folge erscheinen zu lassen. Er har darin eine Fundgrube köstlicher Perlen des Vortrags zusammengetragerr, von denen jede ein Treffer ist. Ebenso wird sich aber auch Jeder, der sich nur auf die ßectüre des Buches beschränkt, daran erfreuen und erquicken. An der „Neuen Folge" haben sich die ersten Humoristen Deutschlands und Oesterreich-Ungarns mit köstlichen Beitragen be- theiligt. Wir finden darin Namen wie M. Barack, Friedrich Boden- ftebt, Hermann Lmgg, P. K. Rosegger, Maxrrnilian Schmidt, R. Schmidt'Eabams, Paul von Schönthan, Gustav Schumann (Fritze Blremchen), Julius Stettenheim, Julius Stinde, Friedrich Stoltze u. a. m. Die zahlreichen Freunde und Verehrer Junkermanns diesseits und jenseits des Oceans, wie namentlich die Be- sitzer des ersten Bandes seines „Huworistrkums" glauben wir darauf aufmerksam machen zu sollen, baß der „Neuen Folge" eine humoristiche Schilderung aus der Feder des Herausgebers vorangestellt ist, betitelt „Meine zweite Amerikafahrt", welche als Fortsetzung der „Memoiren" zu betrachten ist. Außerdem enthält das Buch eine reiche Auswahl heiterer, seither ungedruckter Vortragsstücke in Prosa unb Poesie, Scherzspiele, Burlesken, Pantomimen, Duoscenen, Erzählungen rc., mir denen der Künstler stets stürmischen Beifall erzielte.
ordentlich zahlreiche Besuch (der Saal war gänzlich gefüllt), I ist der beste Beweis, daß der Verein sich großer Beliebtheit erfreut, was wohl hauptsächlich der tüchtigen Führung seines Präsidenten, Herrn Carl Löber, zu verdanken ist. Der Ball wurde gegen x/29 Uhr mit einer vom Floormanager, Herrn I Heinrich Deibel, geleiteten Polonaise eröffnet und entwickelte I sich im großen Saale, wie in den Nebenräumen, das' froh- I lichste Treiben. In der ersten Pause empfing das Comite die eingeladenen Vereine und Gäste. Der Präsident hieß dieselben in einer kernigen Ansprache, die mit großem Beifall ausgenommen wurde, herzlich willkommen. Dann folgten die verschiedenen von Herrn Deibel arrangirten und von den Kindern der Vereinsmitglieder ausgeführten Tänze, welche durch ihre ausgezeichnete Anfsührung alle Anwesenden bestens amüsirten. Der Ball ist als ein großer Erfolg zu bezeich I nen, wozu namentlich die verschiedenen Comites, welche aus den Herren Heinrich Deibel, Wilhelm Heil, Heinrich Schön, Georg Hornberger, Georg Arnold, Fr. Goldmann, Chr. Schneider, John Mathäi, Hugo Schieser, August und G. Binkenburg bestanden, beitrugen. Wir sind überzengt, daß alle Theilnehmer an dieser Festlichkeit mit der Hebet’ zeugung nach Hause gingen, fröhliche Stunden im Kreise von Landsleuten auf dem Balle des Vereins „Gießen nnd Umgegend" verlebt zu haben. — Eine weitere Nr. des Blattes berichtet über die Feier der silbernen Hochzeit eines Herrn Hornberger mit seiner Ehefrau Louise, geb. Noll, der im Jahre 1844 geborenen Tochter des Bäckermeisters Carl Noll hier. — Die Newyorker „Hessen-Darmstädter Ztg." berichtet ihren Lesern über alles, was in den drei Provinzen unseres engeren Vaterlandes vorgeht; wir finden z.^ B. in der vorliegenden Nummer die Notiz, daß am hiesigen Bürger meistereigebäude die Aufschrift: „Bürgermeisterei" angebracht werden solle, daß der Sultan von Johore am 28. November hier weilte, und dergleichen Kleinigkeiten mehr, die aber, aus dem ganzen Großherzogthum zusammengetragen, unseren überseeischen Landsleuten Stoff zu allerhand Betrachtungen über ihre alte Heimath bieten und dazu beitragen werden, daß sie dieselbe nicht vergessen nnd ihrer Sprache und ihren Sitten auch „drüben" treu bleiben. Alle nur erreichbaren Familiennachrichten, nach Oertlichkeiten alphabetisch zusammengestellt, bietet das Blatt seinen Lesern ebenso, wie Anzeigen über öffentliche Verkänfe, Coneurse u.s.w. — Den allerdings in Bezug auf Arrangement wie sprachlich mehr englischen wie dentschen Jnseratentheil machen sich die landsmännischen Geschäftsleute besonders ihren Zwecken dienstbar. Hier ein Muster eines der nns vorliegenden Nummer entnommenen Inserates:
aus Leihgestern in Oberhessen, Concordia * Schuetzen X Halle, Rhine Wines, Lager Beer and MEETING ROOMS, No. 28 AVENUE B,
Vevnrischtes.
* Dem „Schülboten für Hessen" wurde vor einiger Zeit aus Bayern über moralische Mißhandlungen der zur Ableistung ihrer Dienstpflicht in Ingolstadt einberufenen Lehrer berichtet. Im Anschluß an diese Mittheilungen findet es der betr. Berichterstatter nun am Platze, auch der Ehrungen zu gedenken, welcher Lehrer-Compagnien sich erfreuen dursten. „Ich sehe den Zweck Ihres Hierseins", sagte Herr Generalmajor v. Helwig zu unseren jungen Collegen in Ingolstadt, „hauptsächlich darin, daß sie unsere Heereseinrichtung als eine nothwendige begreifen lernen und in Diesem Sinne auf die Ihnen anvertraute Jugend einwirken. Sie haben einen großen Einfluß in dieser Richtung und Sie kennen ja alle das geflügelte Wort von dem Schulmeister, der Schlachten gewonnen hat." Am Schluffe der Vorstellung wandte sich der brave General mit warmen Worten an die Lehrer, zu arbeiten an der Größe und dem Ruhme unseres Vaterlandes. _ „Nicht die Herren Professoren in der Stadt", sagte er, „find es, sondern Ihr, Ihr Volksschullehrer seid es, die dem Vaterlande gute Soldaten geben." Von den 180 zur Ableistung ihrer sechs- bczw. zehnwöchigen Hebung einbernfenen Lehrern wurde ein Concert zum Besten des Bayrischen Lehrer-Waisenstifts abgehalten, dessen Reinertrag sich auf 460 Mk. beziffert. Nach den Gesangsvorträgen im Offiziers-Casino, wo wieder
Herr v. Helwig m der freundlichsten Weise mit den Lehrern verkehrte, wurde bekannt gegeben, daß auch vom Osfiziercorps ein Beitrag genannter Stiftung Übermacht werden soll. — In Neu-Ulm genoß die sogen. „Lehrer-Compagnie" des 12. Infanterie-Regiments eine große Beliebtheit nicht nur bei den militärischen Vorgesetzten, sondern auch in allen Schichten der Bevölkerung. Die flotten patriotischen Marschlieder, welche diese Marstruppe bei dem Abzug und Einzug in die Kaserne in vierstimmigem Gesang in corpore ertönen ließ, ihre Antheilnahme an dem Kirchengesange, wie vor Allem die ausnahmsweise mustergültige gesellschaftliche Einführung bereiteten ihnen eine große Anzahl Freunde und mit gewisser Wehmuth sah man die Lehrer scheiden. Die festliche Abschieds- seier gab ein glänzendes Zeugniß von der Werthschätzung der Scheidenden. Nahezu sämmtliche Offiziere des Regiments gaben dem Abend die Ehre. Eingeleitet wurde die Feier mit einer Huldigung aus den Prinz-Regenten Luitpold von Bayern, welcher ein mächtiger Männerchor in den Liedern „Das deutsche Lied", „Mein Vaterland", „Was ist des Deutschen Vaterland" folgte. Ein Soldat der Lehrercompagnie dankte in herzlichen Worten dem gesummten Offizierco-rps, den weiteren vorgesetzten Organen in markanter, inniger Ansprache, welche der Regimentscommandeur Herr- Oberst von Enler-Chelphin erwiderte, in kurzen, aber kernigen Worten seine vollste Befriedigung über die Haltung der Lehrer aussprechend und speciell allen an das Herz legend, bei der Rückkehr in die Heimstätten in der ihnen anvertrauten Jugend die Vaterlandsliebe zu wecken. In declamatorisch wie gesanglich reich besetztem Programm verlief der Abend. Als am Schluffe der militärischen Hebungen die Lehrer entlassen wurden nnd unter den Klängen der Regimentsmnsik zum , Bahnhof gezogen waren, verabschiedete sich Herr Oberst i oon Euler-Chelpin vor der Abfahrt des Zuges noch in I besonders herzlicher Weise von der von ihm werthgeschätzten Lehrerschaft.
* Als ein Brandjahr hat sich das Jahr 1890 eingeführt : Drei große Brände hat der 1. Januar anfzuweisen. Das belgische Königsschloß in Laeken bei Brüssel, das Züricher- Theater und das Londoner Waisenhaus von Forestgate sind niedergebrannt. Während bei den ersten beiden Katastrophen Niemand das Leben verlor, sind bei dem letzten Feuer leider mehr als dreißig Kinder erstickt. Schwer bedroht war die Michaelskirche in Aachen durch den Brand des dortigen städtischen Lagerhauses. Das Gotteshaus ist aber glücklicher- I weise erhalten geblieben.
Locales and provinzielles.
Gießen, 8. Januar.
— Heber die Kosten der hiesigen städtischen Schulen (Vorschule des Gymnasiums, Realgymnasium und Realschule mit Vorschule, höhere und erweiterte Mädchenschule mit Vorschule, und Volksschulen) enthält der Verwaltungsbericht Großh. Bürgermeisterei folgende Angaben: Die mit Wirkung vom 1. April 1888 an als öffentliche städtische Schule errichtete Vorschule des Gymnasiums, deren Anerkennung als Staatsanstalt die Zweite Kammer der Landstände wiederholt ab- aelehnt, erforderte keinen Zuschuß aus städtischen Mitteln, die Rechnung derselben ergab sogar einen baaren Heberfchntz von 1172.17. Mk. Die vereinigten Anstalten Realgymnasium und Realschule erforderten einen Zuschuß von 20 558.53 Mk., die höhere und erweiterte Mädchenschule uebst Vorschule einen solchen von 27 134.45 Mk., während die aus der Stadtkasse zu bestreitenden Kosten der Volksschulen - abgesehen von der Verzinsung der Schulhausbaucapitalien — o3Oii.4b Mt. betragen. Es erforderte sonach die Erhaltung der hier angeführten Lehranstalten einen Aufwand von 101 uu.44 Mt. bezw. nach Hinzurechnung sonstiger Nebenausgaben von 112076.18 Mk.
— Gießener in Amerika. Wir haben früher bei Erwähnung des Erscheinens einer Hessen-Darmstädter Zeitung in Newyork eine Anzahl Vereine aufgezählt, die ihren Namen nach dem Heimathsort ihrer Mitglieder erhielten. Die um, zugegangene Nr. 22 der gen. Zeitung (vom 13. Decbr. 18v3) bringt einen Bericht über einen vom „Verein Gießen und Um gegeilt)" veranstalteten Jahresball, welcher am 9. December abgehalten wurde. Es heißt da: „Der außer-
pottttsche Ueversicht.
Gießen, 8. Januar.
linier Kaiserhaus ist von einem neuen Schicksalsschlage betroffen worden, die Kaiserin-Großmutter, Kaiser Wilhelms . Wittwe Augusta, ist nach kurzem Leiden den Folgen der jn- fluenza erlegen. Schon gestern Vormittag ließen die Nachrichten aus dem Palais Unter den Linden leider fernen Zweifel mehr darüber, daß die Katastrophe unabwendbar sei- umgeben von ihrer FamilN, von der einzigen Tochter und, den Enkelkindern hat die greise Fran am Nachmittag des gestrigen Tages ihr Leben vollendet In das bescheidene Heim, das ihr zum Wittwensitz geworden" war, wo sie -'ebetw-l das Andenken an den vor nahezu zwei Jahren Heimgegangenen Gatten pflegte, ist abermals Trauer eingezogen, cmc Trauer,an der Relchs- baupistadt, Preußen und das Reich uungen Antheil nehmen.
P Der Reichstag wird heute seine Arbeiten mit der Spccial- berathunq des Marine-Etats wieder aufnehmen und wird er seine Thiitiqkeit zunächst überhaupt der Erledigung de- Reichs- haushaltsetats in zweiter Lesung widmen. Alsdann aber soll sofort die Specialberathuug des Socialistengesetzes be- aonnen werden und sieht mau allseitig den bezüglichen Reichstagsverhandlungen mit um so größerer Spannung entgegen, als selbst jetzt noch vollkommene Ungewißheit über den Aus- aang der Socialistengesetz-Angelegenheit herrscht. Diese Ungewißheit scheint denn auch das Entstehen der Gerüchte uber angebliche Meinungsverschiedenheiten in Sachen des Socialistengesetzes zwischen dem Reichskanzler nnd dem preußischen Minister des Innern, Herrn Herrfurth, gezeitigt zu haben. Es heißt da, der Kanzler bgünstige die von Sacysen und Hamburg im Bmidesrathe lebhaft vertretene Aufrechterhaltung der Ausweisungsbesugniß, während Herr Herrfurth den Anschauungen der gedachten Bundesregierungen nicht ziftttmme, weshalb seine Stellung als erschüttert gelte. Alle diese Gerüchte werden indessen jetzt von den officiösen „Berl. Pol. Nachr." als freie Erfindungen characterisirt und erklärt das Regierungsorgan, es könne von Meinungsverschiedenheiten im Schooße der Regierung in Fragen, welche durch Beschluß des Staatsministeriums als abgeschlossen zu gelten hatten, keine Rede sein- überdies sei gerade aus dem Ministerium des Innern ein weit schärferer Gesetzentwurf als die gegen- wärtige Socialistenvorlage, hervorgegangen, dem aber der Bundesrath nicht zugestimmt habe. Aus dieser ofsiciosen Auslassung kann übrigens der Schluß gezogen werden, daß die verbündeten Regierungen auf der Ausweisungsbefugniß beharren. _ m
Ueber den Termin für die Neuwahlen zum Reichstage verlautet jetzt, daß als solcher der 6. März in Aussicht genommen sei- als verbürgt kann jedoch diese Mittheilung vorerst nicht gelten. 4 ,
Ueber Dr. Peters sind dem Berliner Emm-Pascha-Comito neue Meldungen zugegangen, aus denen erhellt, daß 1)r. Peters mit seiner Expedition nicht niedergemetzelt worden fit, sondern sich auf dem Marsch vom Kenia-Gebirge nach dem Barmgo- See befindet, welchen Dr. Peters als zweite große Etappe auf seinem Wege zur Aufsuchung Emin Paschas bezeichnet hatte. Selbstverständlich ist die ganze Expedition fetzt zwecklos geworden, doch dürste die Nachsendung von Boten auf große Schwierigkeiten stoßen.
In Lissabon traf eine weitere Note Lord Salisburys ein, welche Namens des englischen Gesammt-Cabinets der portugiesischen Regierung mit dem sofortigen Abbruche der diplomatischen Beziehungen und noch darüber hinausgehenden Schritten droht, falls Portugal nicht unverweilt/ ohne Ausflüchte oder Zweideutigkeiten, Genugthuung für das Vorgehen des Majors Serpa Pinto versprechen. Es fand umgehend ein Ministerrath statt und auf Grund der Beschlüsse desselben wurde der Minister des Auswärtigen mit der sofortigen Beantwortung der englischen Note beauftragt.
Donnerstag den 9. Januar. (Siebener Beilage zu Nr 7. - 1890


