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Romane schreiben, und klagte mir vor Kurzem erst ein unglücklicher Poet, wie er sein letztes gereimtes Meisterstück von einer Redaction mit der Bemerkung zurückerhalten habe, daß derselben bewährte Dichterinnen für jedes Dutzend Gedichte, welches sie umsonst abdrucke, ein dreizehntes als Ausgabe liefern! „Und da soll man noch anständig leben, ohne zu verhungern," schloß der Mann mit einem Seufzer, der mehr sagte als zehn Bände unhonorirter Gedichte.
Angesichts einer so großen dringenden Gefahr aber ist es jeden Mannes Pflicht, auf Abhilfe zu sinnen und Ersonnenes zum allgemeinen Besten bekannt zu geben, daher ich denn auch meine Pflicht hiermit erfülle, indem ich ein ganz unfehlbares Mittel gegen die Concurrenz der Frauen veröffentliche, dessen Entdeckung ich übrigens nicht meinem Scharfsinne, sondern einem Geständnisse aus süßem Rosen- munde verdanke.
Fräulein Emilie und deren Schwester, Fräulein Dora, zwei sehr hübsche Damen im Alter von neunzehn und siebzehn Jahren, empfingen mich, wie gewöhnlich, in ihrem Studirzimmer. Fräulein Emilie, die ältere der beiden Schwestern, beschäftigte sich seit Jahren mit philosophischen Studien, kennt alle möglichen und unmöglichen Systeme von Plato bis Hartmann und arbeitet eben selbst an einer „Abhandlung über das Verhältniß des Realismus zum Idealismus vom Standpunkte der absoluten Subject-Objectivität ans betrachtet."
Fräulein Dora ist Astronomin, durchsucht allabendlich die Himmelsräume und hätte, wie sie behauptet, schon einige Planetoiden entdeckt, wenn ihrem Operngucker nicht die fatale Eigenschaft anhaftete, jeden Stern doppelt zu zeigen, wodurch die Genauigkeit ihrer Beobachtungen einigermaßen beeinträchtigt wird.
Selbstverständlich war die Unterhaltung mit den beiden Damen so gelehrt, daß mir nach einer halben Stunde die Schweißtropfen aus der Stirne und die Haare zu Berge standen.
Sinnend blätterte das schöne Mädchen in Schopenhauers „Parerga und Paralipomena" und antwortete dann mit schwärmerischem Aufblicke: „Schwarzlockig, schlank, mittelgroß, geistreiche Augen, feine Nase und darunter ein ganz kleines schwarzes Schnurrbärtchen."
(Schluß folgt.)
Herkulesarbeiten unzureichend sei. Die vom Wissensteufel besessenen Frauen antworten mit Prüfungszeugnissen, deren anerkennender Inhalt für manch großhirnigen, bierbeflissenen Jünger der Wissenschaft ein Ziel bleibt — aufs Innigste zu wünschen. Auch der Schreckschuß, daß der zarte Duft der Weiblichkeit, diese schönste Zierde des schönen Geschlechts, unter dem Einflüsse der Wissenschast verschwinde wie der Blumenthau unter den sengenden Strahlen der Mittagssonne, will nicht mehr verfangen.
Eine Legion magergehärmter Jungfrauen in dem interessanten Alter von vierzig Jahren aufwärts erhebt sich, ein dräuender Eumenidenchor, gräulich anzusehen mit dem furchtbar geringelten — leider falschen — Schlangenhaar und ruft mit dämonischem Gelächter:
„O, sehet und ei tarnet weiblichen Dustes Gewinn, Den männliche Zunge zu preisen nimmer ermüdet: Des Kummers Gerunzel ward uns und zehrende Gluth, Doch nimmer der Myrthe dustig beglückender Kranz'."
Aber nicht nur in unfruchtbaren Rachechören äußert sich der dämonische Character des schönen Geschlechts im ledigen Zustande, sondern auch in der teuflischen Praxis, sofort nach der ganzen Hand — Männerhand natürlich — zu greifen, wenn man ihm einen Finger gereicht. Um den weiblichen Wissensdurst, dem die Geheimnisse des A-B-C und die Tiefen des Strumpfes nicht mehr genügten, zu löschen, wurden allenthalben Trinkhallen unter den Namen von Mittelschulen, Töchterschulen, Lyceen 2C. errichtet — vergeblich! — in Hellen Haufen drängen sie heran zur kastalischen Quelle der Hochschulen und mit jedem Jahr mehren sich die jungfräulichen Häupter, die sich statt mit der Haube mit dem Doctorhute schmücken, versteinernde Medusenhäupter für Frauendust bedürftige Männerherzen.
Vor dem Feuereifer dieses jungfräulichen Invasions- Heeres hält leider auch der letzte Trost, daß die Sache in unserem Vaterlande noch nicht so weit gediehen, nicht Stand, denn hat sich eine solche wißbegierige Heuschreckenschaar einmal auf irgend einem Felde männlicher Thätigkeit niedergelassen, dann ist es zur Abhilfe zu spät, dann bleibt kein grüner Zweig, kein Blatt mehr unbenagt, wovon die armen deutschen Schriftsteller und Dichter ein grausiges Lied zu singen wissen. Scheinen doch wie durch Zauber sämmtliche Stricknadeln in Stahlfedern verwandelt zu sein, seit zwei Damen in dem verbreitetsten belletristischen Blatte Deutschlands die längsten und spannendsten Strüm — Pardon!
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wollen," klagen die Philosophen, „was aber soll aus dem Kosmos des An-sich-seienden werden, wenn Frauen die eigene Selbstgebahrung aus dem barsten Sein verstehen wollen, die wir — kaum verstehen?"
Die Theologen aber beten: „Erlöse uns von allem Nebel, Amen!" Denn ach, wer wird das Glauben besorgen, wenn sich die Frauen auf das Wissen verlegen? So berechtigt jedoch diese Schmerzensschreie, wie gesagt, sind, die Ge- sahr selbst beseitigen sie ebensowenig als es die scharfsinnigen Beweise vermochten, daß das weibliche Gehirn für die Aufnahme der colossalen männlichen Weisheit viel zu klein, die weibliche Körperkrast für die Bewältigung wissenschaftlicher
Doctores unsere lieben der Heilkunst — in die //Heilige Themis, Juristen. „Du weißt,
Gefahr im Verfuge.
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Es ist nicht mehr zu leugnen, eine Gefahr, schlimmer als Reblaus und Bohrwurm zusammengenommen, steht vor der Thüre- finstere Wolken, in Gestalt riesiger Chignous, häufen sich am socialen Horizonte an, Vernichtung drohend dem starken Geschlecht.
Schon sehen Buchhalter, Post- nnd Telegraphen-Beamte, Schulmeister, Musikanten und — Dichter ihre catilinarischen Existenzen durch die billigere Frauenarbeit gefährdet, und wie nahe dies Geschick auch bisher unberührten Kreisen, beweist das tausendstimmige Echo, welches die unlängst von der Rostra herab gesprochenen Worte: „Wir wollen keine Concurrenz von Seiten der Frauen," in den heiligen Hallen
Recht haben — wollen,
vier Jahre lang Rechthaberei studiren!"
„Das ist die schreckliche Entwicklung des Weltsystems, das furchtbare Zur-Erscheinung-Kommen der Thorheit des weiblichen Wollens im Gegensätze zum männlichen Nicht
aller vier Facultäten erweckten.
„Beim Barte Aesculaps, ein Wort zu rechter Zeit!" riefen die Mediciner mit entianischem Grolle. „Was sollte aus der Wissenschaft werden, wenn künftig auch weibliche guten Patienten nach allen Regeln
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