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Sort hielt der Geistliche eine ;vereine jungen geeignete Lieder. : begab man sich dann aus eine :r Thal beherrscht, und brannte ang, Musik und Freudenschüsse hoch aus den Landessürsten und
, omn 31. August in Nr. 203 N^ung erflärt. Es wird tauf mtn mürbe die Ansicht gethelh turmnad)t Mm 27. August ® m bau- den bärtigen Dich ■e Anzahl van Personen be« , bem schweren »ttn und mbd-nck-MschenEntlMng-n . b-trachiei- Wender and das GewO hch- fdatsachw gegenüber wird
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□ Vom Vogelsberg, 5. September. Mit dieser Woche neigt sich die Ernte ihrem Ende zu. Das schöne Wetter, mit dem der September begonnen, ist ihr noch sehr zu Statten gekommen. Wohl machte sich der Eintritt des Herbstmonats durch empfindsam kalte Nächte bemerkbar, Bohnen und Gurken erfroren in exponirten Lagen und die Grummetmäher hatten jeden Morgen Eis an den Sensen, daß man schon meinte, der bereits prophezeite frühe Winter sei vor der Thür- allein die kalte Nachttemperatur ist bald wieder einer milderen gewichen. Jetzt erst beim Schluß der Ernte läßt sich ein sicheres Urtheil über ihr Gesammtresultat fällen und wir können sagen, es ist ein ganz vorzügliches, wenn es auch nicht gerade so ist, daß die Landleute ihre halbe Frucht wegen Raummangel ins Feld setzen müssen, wie jüngst ein Artikel aus dem Vogelsberg mitth'eilte. Wiewohl man das verflossene Jahr als ein sehr segensreiches allgemein bezeichnete, so wird es doch zweifellos von dem heurigen noch übertroffen. Man sieht also, der „Wäsche haltende Sommer" ist doch nicht so schlimm gewesen, als man zu seinem Beginn fürchtete. Es ist eben bei ihm kein Getreide auf dem Felde gewachsen, und das ist eine Hauptsache. Die vorzügliche Ernte macht sich auch bemerkbar bei den gegenwärtig stattfindenden Grummetgrasversteigerungen von Domanial- und Gemeindewiesen. Ungeachtet des sehr guten Grasstandes ist der Preis im Vergleich zum vorigen Jahre ein viel niedrigerer, eben eine Folge des großen Strohergebnisses der diesjährigen Ernte. Wie bei der Getreideernte, so ist auch das Resultat der Erdgewächse, Kartoffeln, Rüben, Dickwurz, Kraut und alles übrige Gemüse, ein ganz vortreffliches. — Unser Vogelsberg ist bekanntlich keine Gegend des Obstes, aber dennoch steht eine recht schöne Obsternte zu erwarten. Aepfel-, Birn- und namentlich die Zwetschenbäume sind reich mit Früchten beladen. Allerdings mag dieses Ergebniß für manche Gemarkung nicht zu erwarten sein, im Ganzen ist es aber zutreffend. Man fragt sich vergeblich, warum ein solch guter Jahrgang wie der heurige nicht ein Sinken der Brodpreise im Gefolge hat. Wäre er eben so schlecht, als gut — eine Steigerung der Brodpreise wäre sofort eingetreten. Man sieht es zweifellos: mit dem Ausschlagen ist man immer rascher bei der Hand, als mit dem Abschlagen. — Im Felde knallt die Büchse des Jägers bezw. seine Schrotflinte hinter den schnurrenden Rebhühnerketten oder dem eilig Fersegeld gebenden Lampen. Die Jäger beklagen sich aber sehr über die wenigen vorhandenen Rebhühnerketten. Dem Rebhühnervolk hat eben der anfangs feuchte Sommer geschadet, indem dadurch die Brut vielfach zu Grunde ging- doch mögen Raben und Feldkatzen noch gefährlichere Feinde gewesen sein. Lampe hat dagegen gut „gesetzt" und der Hasenbraten dürfte demzufolge nicht so selten, wie das saftige Rebhuhn aus dem Tisch unserer Feinschmecker zu finden sein.
Vermischtes.
* Darmstadt, 4. September. Po st-Personalnachrichten. Versetzt wurde der Postverwalter Philippi von Ruppertenrod nach Mücke. Gestorben ist der Ober-Post- commissarius a. D. Alefeld in Würzburg.
* Mainz, 80. August. Ein heiterer Vorfall hat sich dem „N. Mzr. Anz." zufolge bei der letzten Musterung der Militärpflichtigen, welche in dem Bezirksschulhaus im Garten- seld vorgenommen wurde, ereignet. In einem Saale saß die Commission, um über eine Angelegenheit zu berathen, wurde aber hierbei durch den Lärm der auf dem Flur befindlichen Gestellungspflichtigen sehr gestört. Ein Beamter des Kreisamtes beauftragte deshalb den dienstthuenden Gendarmen, Ruhe zu gebieten, da die Commission des Lärmes wegen nichts verstehen könne. Der Gendarm entledigte sich seines Auftrags mit den Worten: „Ruhig do draus! Die Commission v e r st e h t nix!" Ob sich der Gendarm des Sinnes dieser Worte wohl bewußt war?
* Kehl, 2. September. Mit entsprechender Feierlichkeit wurde hier das Denkmal enthüllt, welches dem am 26. August 1870 durch eine Bombe aus dem belagerten Straßburg schwer verwundeten und zwei Tage daraus gestorbenen badischen Artilleriehauptmann Philipp v. Faber von seinen früheren Untergebenen errichtet worden ist. Dasselbe besteht aus einem Granitblock mit flammender Kugel. Die Enthüllungsfeier, an welcher sich Offiziere und Behörden, sowie zahlreiche Einwohner von Kehl und Karlsruhe betheiligten, verlief in ebenso würdiger wie erhebender Weise.
* Aus dem Kreise Biedenkopf, 3. September. Wenn irgend eine Gegend des Regierungsbezirks Wiesbaden Ursache hat, sich ihres diesjährigen Ernteertrags zu rühmen, so ist es die unsere. Aus allen Orten wird über anhaltenden Regen geklagt, und dieser ist unserem durchweg trockenen (wasser
armen) Boden außerordentlich zu statten gekommen. Korn und Weizen werden (namentlich in dem mittleren Theile) weniger angebaut- wo sie aber angepflanzt worden, ist der Ertrag außerordentlich. Unsere Hauptgetreidearten, Gerste und Hafer, haben in diesem Jahre eine seltene Länge erreicht- die Körner waren voll und kräftig. Ganz besonders gut stehen die Kartoffeln - der reichliche Regen ist ihnen nur Vortheilhaft gewesen, die Knollen sind außerordentlich dick und durchweg gesund. Mit der Grummeternte beginnt man soeben und erntet einen reichlichen Ertrag. — Auch Obst gibt es an den tiefer gelegenen Stellen in Ueberfluß, namentlich Aepfel. Infolge des vielen Regens sind auch unsere Viehweiden mit nahrhaften Kräutern vielfach bewachsen. Unser Rindvieh, welches den größten Theil des Tages aus die Weide geht, befindet sich in sehr gutem Zustande. Man züchtet durchweg Vogelsberger und ist mit der Rasse vollständig zufrieden, da sie alle Bedingungen erfüllt, die unsere Gegend verlangt.
*= Frankfurt a. M., 5. September. Fürst Bismarck hat sich noch im letzten Augenblick eines Anderen besonnen und ist gestern Abend noch nicht nach Friedrichsruhe weitergereist, sondern in dem schönen Homburg geblieben. Von dort wird berichtet, daß die Kurcapelle dem Fürsten gestern Morgen 9^ Uhr im Garten des Hotel Riechelmann ein Ständchen gebracht habe und der Ex-Reichskanzler bei seinem Erscheinen auf dem Balkon vom Publikum jubelnd begrüßt wurde. Später stattete Fürst Bismarck dem Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, sowie dem Prinzen von Wales einen Besuch ab und empfing alsdann den Landrath Freiherrn von der Heydt und den Kurdirector Schultze-Leitershofen. Die Einladung, der heute Abend im Kurgarten stattfindenden großen Festlichkeit beizuwohnen, nahm der ^ürst an. Vorher wird dem Fürsten ein Fackelzug gebracht werden, an Ovationen fehlt es somit dem ehemals allmächtigen Manne auch jetzt nicht. Nachmittags besuchte Bismarck in der Villa Kleindienst seine Hauswirthin aus der Zeit des Bundestages, Frau Professor Becker. In das Hotel zurückgekehrt, empfing der Fürst den Gegenbesuch des Prinzen von Wales. Um 41/g Uhr begab sich Bismarck in Begleitung seiner Gemahlin per Wagen nach der Saalburg. Aus dem Wege dorthin begrüßte das Publikum den Fürsten lebhaft. Fürst Bismarck wird noch einige Tage in Homburg verweilen und in Gesellschaft der Fürstin, die ihre Kur beendet hat, die Weiterreise antreten.
* Berlin, 5. September. Wie erst jetzt bekannt wird, sand die 10. Infanterie-Brigade bei der Parade am 1. September in so hohem Grade den Beifall des Kaisers, daß derselbe in jedem Regiment zwei Portepee-Fähnriche sofort zu Lieutenants ernannte. Es ist das ein militärischer Vorgang, welcher viel besprochen wird.
* Hamburg, 5. September. Aus Zanzibar eingegangene directe Nachrichten bestätigen, daß der deutsche Postdampser „Reichstag" im Innern des Hafens von Dar-es-Salaam gestrandet ist. Der Kreuzer „Schwalbe" ist zur Hilfeleistung dorthin abgegangen.
* Ihre Zahnschmerzen zu beseitigen, ist in Raumburg einer 30jährigen Schneiderin auf leider recht tragische Weise gelungen. Sie wollte einen wattirten Rock wärmen und hat ihn zu diesem Zweck in die Ofenröhre gelegt. Der Rock hatte jedoch Feuer gefangen und durch den entstandenen Rauch ist die Aermste, die inzwischen eingeschlafen war, erstickt.
Schiffs-Bewegung
der Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien- Gesellschaft.
„Russia", von Baltimore, am 26. August in Hamburg angekommen. „Gellert", von Hamburg nach Newyork, am 26. August von Havre weitergegangen. „Italia", von Stettin nach Newyork, am 26. August von Havre weitergegangen. „Suevia", von Newyork, am 26. August in Hamburg angekommen. „Wieland", am 27. August von Newyork nach Hamburg abgegangen. „Normannta", am 28. August von Newyork nach Hamburg abgegangen. „Polaria", von Newyork, am 28. August in Stettin angekommen. „Australia", von Baltimore, am 29. August in Hamburg angrkommen. „Columbia", von Hamburg nach Newyork, am 29. August Prawle-Point passirt. „Polynesia", von Newyork nach Stettin, am 30. August von Gravesend weitergegangen. „Augusta Victoria", von Newyork, am 30. August in Hamburg angekommen. „Rhaetia", von Newyork.nach Hamburg, am 31. August Dover passirt. „Suevia", am 31. August, 2 Uhr Nachmittags, von Hamburg nach Newyork 'abgegangen. „Rugta", von Hamburg, am 30. August in Newyork angekommen.
Verkehr, Canb» uttö Volkswirtschaft.
Gießen, 5. September. Aus dem am 2. und 3. d. M. abgehaltenen Viehmarkte waren aufgetrieben: 1284 Stück Rindvieh und 769 Schweine. Die Preise waren durchgehends, hauptsächlich bei Jungvieh, höher als bei den vorhergehenden Märkten und fand infolge dessen ein lebhafter Handel statt. Nächster Markt Dienstag den 23. d. M.
Gieße«, 6. September. (Marktbericht). Auf dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter pr. Pfd. A 1,10—1,25, Hühnereier 1 St. — 2 St. 11—13 Enteneier 1 St.---H, 2 St. — H,
Käse pr. St. 4—8 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 17 Linsen pr. Liter 30 Tauben pr. Paar A 0,50—0,70, Hühner pr. Stück A 0,90—120, Hahnen pr. St- A 0,50-0,90, Enten pr. Stück A 1,40—1,70, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70—74 H, Kuh- und Rindfleisch 60—64 -3), Schweinefleisch 68-70 H, Hammelfleisch 60-68 3i, Kalbfleisch 60— H, Kartoffeln pr. 100 Kilo A 5,00—7,00, Weißkraut pr- St.--H, Zwiebeln per Eentner A 6,00—7,00, Milch per
Liter 12-18 H.
- Zum Portotarif für Drucksache«., Die Verfügung des Reichspostamtes, laut welcher das Porto für Druckfachen im Gewicht von 50—100 Gramm auf 5 Pfg., im Gewicht von 100 bis 250 Gramm auf 10 Pfg. abgeändert wurde, hat vielfach dis Meinung hervorgerufen, dieser erst erwähnte ermäßigte Portosatz gelte auch für Drucksachensendungen aus Deutschland nach Oesterreich-Ungarn, mit welchem Lande wir ja hinsichtlich der meisten Tarife ein Postgebiet bilden. Dies ist nicht der Fall, sondern oben erwähnter Tarif allt nur im inneren deutschen Verkehr und wie Nr. 3 des amtlichen Post-Blattes ausdrücklich in einer Anmerkung hervorhebt, beträgt das Porto für Drucksachen im Gewicht von über 50—250 Gramm nach Oesterreich-Ungarn nach wie vor 10 Pfg.
Unsere« verehrten Leserinnen wird es gewiß erwünscht sein, au erfahren, daß der Herbst-Catalog deS Versandt« Geschäfts Mey & Edlich in Leipzig-Plagwitz erschienen ist. Von Jahr zu Jahr eine immer reichere Auswahl bietend, erregt die aufgeführte Menge der verschiedensten Artikel, die das genannte Weltgeschäft auf Lager hält, geradezu Erstaunen. Und dabei ist dieser Herbst-Catalog doch nur ein Auszug aus dem Haupt- Preisverzeichniß, das auf Wunsch den bestellten Maaren beigelegt wird. Selbstverständlich wird der Jahreszeit — dem Herbst und Winter — Rechnung getragen; alle Neuheiten auf dem Gebiete der Damen -Confection, Herren-Garderobe, Pelz- «nd Wäsche- Branche u. s. w. sind vertreten, während auch die Auswahl anderer Artikel, wie Uhren, Schmncksache« u. dgl. nicht minder überrascht. Der Herbst-Catalog wird auf Verlangen unberechnet und portofrei zugefandt. 7404
— Für die durch Hagelschlag Beschädigten in Königsberg gingen ferner ein: Von C. V. 5 A Rest-Uebertrag 37.90 A Jns- gesammt 42.90 A
Für den bedürftigen Conrad Röhrsheim in Crumbach gingen ferner ein: Von C. V. l«ck» Rest-Uebertrag 13.30 A Jns- gesammt 14.30 A
Weitere Gaben nimmt gern entgegen
Die Expedition des „Gießener Anzeiger".
Auszug aus den Standesaintsregistern
der Stadt Gietze«.
Aufgebote.
August: 30. Jacob Reiber, Metzger zu Frankfurt a. M., mit Anna Margarethe Schwalm daselbst. September: 2. Johannes Sehrt, Bremser zu Reinhardshain, mit Katharine Krug zu Linden- struth. 5. Heinrich Karl Dechert von Nieder-Ohmen, Kutscher dahier, mit Elisabeths Dörr von Sichertshausen, wohnhaft dahier. 5. Georg Adam Albach, Schreiner zu Lich, mit Anna Elisabeth Klucker daselbst.
Eheschließunge«.
September: 5. Emil Feuster, Weißbinder dahier, mit Katharine Wagner von Fellingshausen, wohnhaft dahier.
Geborene.
August: 26. Dem Dachdecker Philipp Kröck eine Tochter, Katharine Elisabeth. 30. Dem Kaufmann Georg Kinkel ein Sohn, Karl Martin August. 30. Dem Realgymnasiallehrer Heinrich Müller ein Sohn. 31. Dem Glaser Balthaser Bierau ein Sohn, Karl Ludwig. 31. Dem Viehhändler Hermann Jacob ein Sohn, Julius. September: 1. Dem Gendarmen i. P. Karl August Bergemann eine Tochter, Emilie Luise Wilhelmine. 3. Dem Hilfshetzer bei her Main- Weser-Bahn Theodor Hebstreit ein Sohn, Carl Franz Otto Louis Christian Ernst.
Gestorbene.
August: 31. Carl Hans Pfeil, 7 Monate alt, Sohn von Schreinermeister Carl Pfeil dahier. September: 1. Balthaser Schmitt, 40 Jahre alt, Küfer dahier. 1. Carl Frey, 11 Jahre alt, Sohn von Maurer Ludwig Frey zu Wismar. 3. Friederike Trümper, ged. Hesse, 44 Jahre alt, Ehefrau von Handelsmann Friedrich Trümper zu Burg Haun. 3. Emil Herbig, 33 Jahre alt, Buchbinder von Königsberg i. Pr. 5. Elisabeths Kißler, geb. Eißner, 72 Jahre alt, Wittwe von Universitäts-Pedell Johannes Kißler dahier.
Artszug ans den Tttrchenbüchern
der Stadt Gieße«.
Evangelische Gemeinde.
Getränte.
Den 31. August. Konrad Jakob Koch, Hausbursche zu Gießen, und Pauline Sahm, Tochter des verstorbenen Schuhmachers Heinrich Wilhelm Sahm zu Odersberg.
Den 5. September. Ludwig Feuster, Weißbinder zu Gießen, und Katharine Wagner, Tochter des verstorbenen Taglöhners Christian Wagner zu Fellingshausen.
Getankte.
Den 31. August. Dem Laternenwärter Friedrich Sckäfer eine Tochter, Minna Elise Auguste Katharine Emilie, geboren am 8. August.
Denselben. Eine außereheliche Tochter, Anna Marie, geboren am 12. August.
Beerdigte.
Den 1. September. Mathilde Bok, geb. Lyncker, Wittwe des Oberförsters Theodor Bok, alt 40 Jahre, starb am 30. August zu Londorf.
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