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an Gehirn-Apoplexie 4 (Darmstadt 2, Mainz und Offenbach je 1), gewaltsamen Tod 2 Personen (in Mainz und Worms je 1).
Grüuberg, 5, August. Landtagswahl. Freiherr von Nordeck zur Rabenau wurde mit 28 Stimmen wiedergewählt. Der antisemitische Gegencandidat Schuchard erhielt 7 Stimmen.
8. Wohnbach, 3. August. Heute sand dahier in der Localität des „Berliner Hofes" die zweite diesjährige Bezirksversammlung des Krieger-Bezirks-Verbandes Hungen statt. Nach Erledigung einiger Bezirksangelegenheiten fand die Verloosung des nächstjährigen Bezirksfestes statt. Es gewann Inheiden und wird dieser Ort voraussichtlich dieses Fest übernehmen und damit die Einweihung einer neuen Kriegervereinsfahne verbinden.
Homberg a. d. Ohm, 2. August. Die Ohm hat wieder «in Opfer gefordert. Vergangenen Freitag ertrank ein aus Gontershausen stammender, auf der Sandmühle bei Homberg in Diensten stehender junger Mann, als er ein Pferd oberhalb des Wehrs in die Ohm reiten wollte. Der Fluß ist an dieser Stelle so breit und tief, daß es trotz eifrigen Suchens nicht gelang, die Leiche am selbigen Abend auszufinden. Erst am Mittag des folgenden Tages konnte dieselbe mit Hülfe eines an die Unglücksstätte gebrachten Nachens gehoben werden. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau, keine Kinder.
Lehrbach. 2. August. Heute Nachmittag gegen 5 Uhr Zog ein schweres Gewitter über unsere Gemarkung, begleitet mit heftigem Regen und Wind. Jn kaum einer Viertelstunde kam das Wasser so stark, daß es in mehrere Gebäude und Ställe drang. Der Blitz schlug in einen Kornhaufen, welcher vollständig verbrannte. Weitere erhebliche Schäden sind indeß nicht zu verzeichnen.
§ Lichenroth, 1. August. Gestern zog eine Zigeunerbande in der Anzahl von 50 Personen in unfern Ort. Da alle Leute mit Heumachen noch beschäftigt waren, so ließ man die saubere Bande nicht im Ort, sondern schaffte sie schleunig über die Grenze. Andern Tags kamen die Zigeuner wieder, nachdem es denselben in andern Orten ebenso ergangen. Als sie zum zweiten Mal hierher kamen, war es schon, beinahe Nacht und ließ deshalb der Bürgermeister durch die Schelle bekannt machen, daß sich sofort aus jedem Haus zwei Mann bereit halten sollten zum Transport der Zigeuner. Die Zigeuner hatten nämlich bei ihrem Nachtlager oberhalb äusseres Orts ihre Pferde in die Haserfelder getrieben. Im nächsten, etwas kleinern Ort, Wüstwillenroth, wurden sogar Ortsbürger durch die Glocke zusammengerufen, um der unbeliebten Gesellschaft den Aufenthalt zu verwehren.
— Büches, 4. August. Die große Hitze der abgelaufenen Woche, welche zwar von Samstag auf Sonntag durch ein kräftiges Gewitter abgekühlt wurde, seit heute aber wieder im Steigen ist, verursachte in hiesiger Gegend einen Sonnenstich. Ein Fuhrmann fuhr in der größten Mittagshitze durch den hiesigen Ort. Der Mann lag bereits bewußtlos auf dem beladenen Wagen und die Pferde gingen, anstatt die Richtung nach Stockheim zu nehmen, wie es beabsichtigt war, nach Düdelsheim. Hier blieb das Gespann vor einem mit Klee beladenen Wagen stehen und fing an zu fressen. Als der Fuhrmann auf dem Wagen längere Zeit kein Lebenszeichen von sich gab, eilten die Nachbarn herbei und sanden, daß der Mann entweder in tiefer Ohnmacht liege oder schon todt sei. Der herbeigerusene Arzt machte alsbald Wiederbelebungsversuche und nach mehrstündiger, rastloser Anstrengung kam der schon Todtgeglaubte wieder zu sich. Das Fuhrwerk gehörte einem Oeconomen in Hirzenhain, wohin alsbald tele- graphirt wurde. — Dieser^ Sonnenstichfall veranlaßt Einsender dieses darauf aufmerksam zu machen, daß es ein einfaches und sehr billiges Mittel gibt, sich zu schützen. Man darf nur das Blatt von einer Dickwurzel, einer Zuckerrübe oder von einer Weißkrautpflanze in den Hut legen, so ist man geschützt. Diese Blätter kühlen den Kopf und halten die Hitze ab. Da sie um die jetzige Zeit in allen Feldern zur Hand sind, so versäume Niemand, der der Sonne um die Mittagszeit ausgesetzt ist, sich ein solches Blatt von Zeit zu Zeit in den Hut zu legen.
Vermischtes.
*'e’. Darmstadt, 4, August. Heute begann hier das Maturitätsexamen für Externe.
Um den Festtheilnehmern am Burschenschaftsfest doch wenigstens ungefähr Voraussagen zu können, ob sie sich während der Feiertage mit einem Schirm zu versehen haben, setzten sich die „Burschenschaftlichen Blätter" mit Herrn Rudolf Falb in Verbindung. Derselbe hat ihnen folgende Prognose übermittelt, zu welcher die Redaction die nöthige Erklärung hinzusügt:
Der 4., 5. und 6. August werden kritische Tage er st er, zweiter und dritter Ordnung sein.
Wir bitten dies jedoch nicht so zu verstehen, daß am ersten Tage am meisten Ordnung, am zweiten schon weniger, am dritten die geringste herrschen wird, denn sonst müßte bereits am vierten alle und jede Ordnung aufhören. Das würde eine nette Wirthschaft werden.
Temperatur feucht.
Dazu hätten wir eigentlich nicht die Weisheit des Herrn Falb gebraucht, um vorauszusagen, daß es in diesen Tagen in Jena feucht, sogar sehr feucht hergehen wird,- doch wollen wir es nicht unterlassen, es hier mitzutheilen, da doch so mancher durstige Alte Herr sich vielleicht gerade durch diese Gewißheit zur Reise nach Jena bewegen läßt.
Abends Heller Mondschein.
Wir wissen zwar nicht, ob dies eine Anspielung auf die kahlen Häupter der Alten Herren sein soll, jedensalls dürste beim Landesvater nach Abnahme sämmtlicher Kopfbedeckungen ein ziemlicher Mondschein bemerkbar werden.
Partielle Mondfinsterniß.
Tritt wahrscheinlich dann ein, wenn ein Alter Herr auf seinen Vollmond ein zu kleines Cerevis setzt.
Einfluß des Mondes auf Fluth und Erde.
Nach der Falb'schen Theorie ist bekanntlich die jeweilige Stellung des Mondes zum Wasser und zur Erde von großem Einfluß. Da nun die mit Mondschein behafteten Alten Herren sich zum Waffer überhaupt nicht gut stellen, sondern zum Bier halten, so wird eine stärkere Fluthbewegung nicht ausbleiben,- Ströme von Weißbier, Ehringsdorfer und Plauenschem werden fließen, zugleich werden sich Erdschwankungen bemerkbar machen, namentlich beim späten Heimgang der Alten Herren. Da auch die „Sonne" und der „Stern" in den Festtagen eine große Rolle spielen, so wird es ohne Erschütterungen nicht abgehen, auch an zeitweiligen Eruptionen wird kein Mangel sein.
Starke Depression. Ebbe.
Diese kann nicht ausbleiben. Sie wird sich kundgeben in grauem Elend, Katzenjammer und Moralischem. Die Ebbe wird sich namentlich ist sämmtlichen Börsen empfindlich bemerkbar machen.
Wirbelwind.
Sämmtliche Gäste, wie von einem Wirbelwind erfaßt, stieben auseinander mit dem Wunsch aus vergnügtes Wiedersehen im Jahre 1915.
*nn. Darmstadt, 31. Juli. Zur Regelung und Förderung des Vergebungs-(Submissions-) Wesens im Groß- herzogthum Hessen hat neuerdings die Großherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbeverein an sämmtliche Gewerbevereine im Lande Formulare verschickt, welche an die Meister des Zimmer- und Steinhauergewerbes zur Vertheilung gelangen sollen und dazu dienen, die Preiseinheiten für die einzelnen Arbeitsleistungen in den betr. Gewerben zu ermitteln. Auf diese Weise hofft die Großh. Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbeverein dem Bauhandwerk und den verwandten Gewerben durch Veröffentlichung dieser Erhebungen bei Submissionen ersprießliche Dienste leisten zu können.
* Mainz, 5. August. Bei der heutigen Landtagswahl wurden die Socialisten Jöst und Ulrich als Vertreter von Mainz gewählt.
* Hanau, 2. August. Die Pulverfabrik hat 800 ihrer Arbeiter entlassen. Die Entlassung von weiteren 100 Arbeitern steht bevor.
* Marburg, 4. August. Am Samstag Nachmittag gegen 5 Uhr ertrank Hierselbst ein Student Namens Roselieb aus Germerode. Derselbe fuhr unterhalb der Weidenhäuser Brücke jn einem Canoe, letzteres schlug infolge unvorsichtigen Schau- relns in der Nähe der Becker'schen Badeanstalt um, woraus Roselieb, der des Schwimmens unkundig zu sein schien, nur wenige Meter vom Ufer entfernt in der Tiefe versank.
* Hohensolms, 3. August. Ein schweres Gewitter, verbunden mit starkem Hagelschlag, welches sich gestern Nachmittag über unserer Gemarkung entlud, hat die Hoffnungen aus eine gute Ernte, welche unseren Landwirthen so sehr zu gönnen gewesen wäre, mit unbarmherziger Grausamkeit vernichtet. Sämmtliches stehende Getreide, mit Ausnahme kleiner nach Altenstädten und Erda zu gelegenen Gemarkungstheile, ist total zerschlagen. Auch was an Roggen aufgebunden und in Hausten aufgestellt war, hat ganz beträchtlich gelitten. Das Laub ist von zahlreichen Bäumen bis auf das letzte Blatt abgeschlagen, dabei sind ganze Fluren so total abgeschwemmt, daß langer und schwerer Arbeit bedürfen wird, um die Felder wieder einigermaßen in einen leidlich guten Zustand zu versetzen. Die kahlen Bäume, inmitten einer so heimgesuchten Umgebung stehend, brachten fast den Eindruck hervor, als ob man sich in einer völligen Winterlandschaft befände. — Noch schlimmer übrigens als unser Dors ist das benachbarte Königsberg betroffen worden/ dort liegt die Sache so, daß von einer Ernte kaum noch die Rede sein kann. Die Trauer und Bestürzung über die hierdurch herbeigeführte gänzliche Fruchtlosigkeit der mühseligen Arbeit des Landwirths in diesem Jahre ist groß und allgemein.
Preisvertheilung statt.
Es
erhielten Preise:
Punkt-
Sachsenhausen, T.V.
23) Coblenz, T.V.
24)
T.Ges.
4.
37)
38)
39)
32)
33)
18,27
18,09
17,96
19,60
19,33 18,99
18,90
18,75 18,70 18,42 18,38
1)
2)
3)
4)
5)
6)
21,52 21,36 21,34 21,09 20,80
20,76 20,55 20,48
20,43 20,42 20,40 20,37
Punktzahl.
19,77
19,76
19,69
19,68
19,61
vom
7) Ems, T.V.
8) Wetzlar, T.V.
9) Offenbach, T Ges.
10) Marburg, T.V.
11) Bockenhetm, T.V.
„Vorwärts"
12) Frankfurt, T.Gem.
13) Hanau, T.Gem.
14) Hanau, T.Ges.
15) Sonnenberg, T.Ges.
Offenbach, T.V.
Limburg, T.V.
* Coblenz, 3.,August. Achtzehntes Mittelrhein. Turnfest. Die Freiübungen leitete Preisturnwart
Universität»»2Iacf?rid?*ett.
- Marburg, 3 August. Zum Rector hiesiger Universität wurde gestern für das Amtsiahr 1890/91 Herr Professor vr. Weber von dem Akademischen Senat gewählt.
Temperatur der Lah» und der Lust am 5. August, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16, Luft 18 Gr.
Rübsamen.
25) Cocpem, T.V.
26) Eoblenz, T.V.
* Anläßlich des
zahl.
Wiesbaden, M.T.V 22,43
Frankfurt a.M., T.V. 21,85
Wiesbaden, T.Ges. ""
29) Creuznach, T.V.
30) Trier, T.Ges.
31) Nteder-Jngelheim, T.Gem.
Offenbach, T.Ges.
Wiesbaden, M.T.V.
„ T.V.
Schiftsnachrichten.
Das Hamburg-Rewyorker Post-Dampf- ßaempfr am i. August, 3 Uhr Rach- mittags, wohlbehalten in Newyork angekommen.
Worms, T.Gem. Griesheim a. M., T.Gem.
, . 20,35
16) Sachsenhausen,T.Ges. 20,12
17) Bornheim, T.Gem. 20,09
18) Offenbach, T.V.
34) .....
35) St. Johann, T.V.
36) Dietz, T.u.Fechtcll
Fritz Heidecker-Wiesbaden. Es bildeten diese Uebungen, welche sich auf dem prächtigen Festplatz so recht entwickeln konnten, einen herrlichen Anblick. Das Musterriegenturnen bot glänzende Leistungen. Abends 10 Uhr fand die ™
27) Mainz, T.V.
28) Frankfurt, T. u. Fechtclub
bis 6. August in Jena stattfindenden Burschenschafter-Festes wird in der „Jenaer Ztg." folgende Wetteransage (nach Falb) veröffentlicht:
N, T.V. | IQ QK Fechtclub Coblenz, T.V.
40) Homburg, T.V. 17,83
41) Trier, T.V. "Mosella" 17,78
42) Wittlich, T.V. 17,56
43) Coblenz, T.V. 17,45
44) Bessungen, T.Gem. 17,23
45) Neuwied, T.u.Fechtcl. 17,06
46) Wiesbaden, T.V. 17,—
47) Hetligenwald, T.V. 16,40
48) Trier, T.V. „Germania" 15,89
Verkehr, Land, unö Volkrwirthschafr.
Gießen, 5 August. (Marktbericht). Auf dem beutiaen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,05-1,10, Hühnereier 1 St. 6, - 2 St. - H, Enteneier 1 St. 6-7 X 2 I Ääfe pr. St. 5—8 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 16 3' pr- Liter 4, fcauäen pr. Paar 0,60—0,80, Hühner pr. Stück 0,90—1.30, Hahnen pr. St- 4L 0,60-1,00, Enten pr. Stück «n Ochsenfleisch pr. Pfd- 70—74 H, Kuh- und Rindfleisch
flViftf V' Schweinefleisch 68-70 H Hammelfleisch 50-68 HKÄb- flersch 56-60 X Kartoffeln pr. 10Ö Kilo X 4,50-7,50, Weißkraut ßiter 12-18 X' per 6entner 7,50-8,00, Milch per
Weiße Seidenstoffe von 95 Pfge. I
8‘o Pr x9D?ete — Flatt gestreift und gemustert (ca. 150 ver- jchted- Qual.) — vers. roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik Döpbt G.Henneberg (K. u K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 $ Porto. 564
20,06
19) Frankfurt, T.Gem. 20,05
20) Wiesbaden, M.T.V. 20,—
21) Coblenz, T.Ges. /
22) Darmstadt, T.Gem. j
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wohnt jetzt Marktplatz 21
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». »S» ,'Ä Ä“ August bis 23. «etober ist die Univ.rfftätS- dihltothek täglich »on 9-1 Uhr geöffnet. P
Gießen, den 1. August 1890.
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