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D ie Abstimmung ergibt die Einstellung der Linie Wald- -michelbach-Fürth gegen 3 Stimmen.

Abg. Breimer stellt den Antrag, die Verbindung Hetz­bach-Beerfelden herbeiführen zu wollen, da in dortiger Gegend der wirtschaftliche Niedergang der Bevölkerung zu consta- tiren. Die Gegend sei zwar scheinbar reich, aber bettelarm.

Abg. Kredel würde es für unverantwortlich halten, wenn man diesen Antrag nicht berücksichtigen wolle.

Ministerialpräsident Weber kann sich Namens der Negie­rung in keiner Weise für diesen Antrag erwärmen, da durch diese Bahn Beerfelden wenig geholfen sei und dieselbe den Staat jährlich etwa 20,000 Mk. kosten würde. Ueberhaupt wisse die Regierung nicht, in welcher Weise sie die vielen Bahnen ausführen sollte.

Nach erfolgter Abstimmung erfolgt die Ablehnung des Antrags Breimer auf sofortigen Bau der Bahn mit allen gegen 10 Stimmen; dagegen beschließt die Kammer einstimmig, das Project der Regierung zur Erwägung und weiteren Vor­lage anheim zu geben.

Dasselbe geschieht mit dem Antrag Heinz er ling aus Erbauung einer Bahn von Bickenbach nach Jugenheim mit 3 Stimmen.

Bezüglich des Antrags Ohly, Schröder und Gen. auf Erbauung einer Bahn von Darmstadt nach Griesheim- Oppenheim im Anschluß an die Strecke Alzey-Oppenheim be­antragt der Ausschuß, denselben der Großh. Regierung zur Erwägung zu überweisen. Nach einer eingehenden Begründ­ung des Antrags durch den Antragsteller tritt das Haus dem Ausschußantrag einstimmig bei.

Auch ein Antrag des Abg. Stephan auf Weiterführ­ung der beschlossenen Linie von Osthofen-Rheindürkheim nach Eich wird in gleichem Sinne erledigt.

Hiermit sind vorerst die eingegangenen Anträge auf Er­bauung von Nebenbahnen erledigt, wozu nach der Erklärung des Ministerpräsidenten Weber etwa 20 Millionen Mark erforderlich sein dürsten.

Das Haus tritt sodann in die Berathung des Artikel 2 des Gesetzes, welcher den Bau und Betrieb der bewilligten Nebenbahnen regelt.

Die Regierung beabsichtigt, einen Theil der Neben­bahnen, hauptsächlich die rheinhessischen Linien, in Bau und Betrieb von Privat - Unternehmern zu geben, will aber die Oberaufsicht in den Händen behalten.

Die Mehrheit des Ausschusses beantragt jedoch, da sie eine derartige Betriebsübergabe für den Staat für nach­theilig hält, den Betrieb und den Bau durch den Staat herbeiführen zu wollen.

Eine Ausschuß-Minderheit stimmt der Ansicht der Re­gierung zu.

Nach einer sehr erregten Debatte, wobei die Abgeord- ueten Wolfskehl, Jöst, Wasserburg, Möhn sich dem Anträge der Minderheit des Ausschusses, sowie der Re­gierung anschließen, während Schröder Namens der Mehr­heit gegen den Regierungsantrag spricht, wird der Antrag der Ausschußminderheit fast einstimmig angenommen.

Die Artikel 3 bis 6 des Gesetzes finden unveränderte Annahme.

Hiernach vertagt sich das Haus bis zum 19. Mai d. I.

Berlin, 3. Mai. Der Stellvertreter des Reichskanzlers, Staatsminister und Vice - Präsident des Staatsministeriums, Dr. v. Boettich er, hat unterm 3. d. M. nachstehende Be­kanntmachung erlassen:

Mit Bezugnahme auf die in Nr. 12 des Reichs-Gesetz­blattes verkündete Kaiserliche Verordnung vom 8. v. Mts., durch welche der Reichstag berufen ist, am 6. d. M. in Berlin zusammenzutreten, wird hierdurch bekannt gemacht, daß die Eröffnung des Reichstags an diesem Tage um 12 Uhr Mittags im Weißen Saale des hiesigen Residenz­schlosses stattfinden wird.

Zuvor wird ein Gottesdienst und zwar für die Mit­glieder der evangelischen Kirche in der Schloßkapelle um 11 Uhr, für die Mitglieder der katholischen Kirche in der St. Hedwigskirche um IP/j Uhr abgehalten werden.

Die weiteren Mittheilungen über die Eröffnungssitzung erfolgen in dem Bureau des Reichstags, Leipzigerstraße 4, am 5. ds. Mrs., in den Stunden von 9 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends und am 6. dss. Mts., von 8 Uhr Vor­mittags ab.

e In diesem Bureau werden auch die Legitimationskarten für die Eröffnungssitzung und die Einlaßkarten für die Zu­schauer ausgegeben, sowie alle sonst erforderlichen Mit- rheilungen gemacht werden.

Berlin, 3. Mai. Der Bun desrath ertheilte in der am 3. ds. unter dem Vorsitz des Vicepräsidenten des Staats- minifteriums, Staatssecretärs des Innern, Dr. v. Boetticher, abgehaltenen Plenarsitzung dem Entwurf eines Gesetzes, betr. Abänderung der Gewerbeordnung, die Zustimmung. Der Entwurf von Bestimmungen über die Bearbeitung der Er­gebnisse der Volkszählung von 1890 wurde den Ausschüssen für Rechnungswesen, für das Landheer und die Festungen und für Zoll- und Steuerwesen zur Vorberathung übergeben. Mit der bereits erfolgten Ueberweisung des Gesetzentwurfs, betreffend die Feststellung eines Nachtrags zum Reichs­haushaltsetat für das Etatsjahr 189091, an den Aus­schuß für Rechnungswesen, erklärte sich die Versammlung einverstanden.

Berlin, 3. Mai. Das Abgeordnetenhaus be­schließt, den Gesetzentwurf, betreffend Rentengüter, über den Sombart, Saffel, Leer, Below, Enneccerus, Krause und Heydebrand sich günstig, Belle und Rickert sich ungünstig ge­äußert haben, an eine Commission von 21 Mitgliedern zu überweisen. Der Minister Lucius hält es für die beste Em­pfehlung des Gesetzes, daß dasselbe nur facultativ sein solle. Die Erfahrungen damit in Westpreußen und Posen seien sehr günstige. Der übrige Theil der Tagesordnung wird nach unerheblichen Debatten erledigt. Nächste Sitzung Dienstag.

Potsdam, 3. Mai. Se. Majestät der Kaiser hat heute

Nachmittag 1 Uhr mittelst Sondcrzugcs die Reise nach Alten­burg angetreten.

Altenburg, 3. Mai. Seine Majestät der Kaiser traf Nachmittags 5 Uhr 30 Min. hier ein und wurde am Bahn­hofe, auf welchem eine Ehrencompagnie aufgestellt war und wo auch die Behörden zum Empfange anwesend waren, von dem Herzog, sowie den Prinzen Albert und Ernst aus das Herzlichste begrüßt. Bei der Einfahrt in die festlich ge­schmückte Stadt brachte die dichtgedrängte Menschenmenge Sr. Majestät enthusiastische Ovationen dar.

Chemnitz, 3. Mai. Eine für gestern einberufene Ver­sammlung der Arbeitgeber der Eisenindustrie beschloß, da das gemeinsame Vorgehen sich so erfolgreich ge­zeigt habe, eine ständige Vereinigung für den Chemnitzer Jndustriebezirk zu gründen. Diese solle mit den anderen, den gleichen Zweck verfolgenden Vereinigungen Fühlung nehmen, um dadurch zur Bildung eines allgemeinen deutschen Verbandes zu gelangen, als Schutzwälle gegen muthwillig heraufbeschworene Strikes.

Ausland.

Paris, 3. Mai. DemTemps" zufolge sind der Marauis Mores, sowie Prevost, Cuiffe und mehrere andere Anarchisten wieder in Freiheit gesetzt worden. Das Zuchtpolizeigericht hat etwa 40 Personen, welche wegen Theil- nahme an Manifestationen am 1. Mai unter Anklage gestellt waren, theils in Geldstrafeti, theils zu Gesängnißstrafen bis zu 3 Monaten verurtheilt.

Paris, 3. Mai. Nach hier eingegangenen Meldungen ist die Zahl der Ausständigen inTourcoing auf 70,000, in Roubaix auf 50,000 angewachsen. Gestern Abend wurde die Ruhe nicht gestört, einige Anarchisten wurden verhaftet.

Madrid, 3. Mai. Der Ausschuß der Socialisten hat heute durch Maueranschlag zur Theilnahme an einer morgen stattfindenden Arbeiter Versammlung eingeladen, welche Beschlüsse zu Gunsten des achtstündigen Arbeitstages fassen soll. In der Stadt herrscht vollständige Ruhe.

London, 3. Mai. Gestern Abend sand zu Ehren Stan­leys ein großer Empfang in der St. James Hall statt, wozu sich eine zahlreiche Gesellschaft eingefunden hatte. Auch der Prinz und die Prinzessin von Wales, der Herzog und die Herzogin von Edinburg sowie mehrere Minister waren anwesend. Der Prinz von Wales führte den Vorsitz. Stanley hielt eine lange Rede, an deren Beginn er sagte, es sei ihm nicht gestattet, über Emin zu sprechen. Das Comite habe anfänglich beschlossen, eine Expedition solle von der Ostküste Afrikas unternommen werden; alle Vorbereitungen seien bereits getroffen gewesen, als das Comite die Nachricht erhielt, daß die französische Negierung sich gegen die Route ausgesprochen habe. Deshalb sollte der Weg vom Congo aus genommen werden. Der einzige Zweck der letzten Expedition sei gewesen, Emin Hilfe zu bringen. Stanley schilderte schließlich ein­gehend den Marsch der Expedition und hob auf das Aner­kennendste die Gastfreundschaft der deutschen Offiziere an der Ostküste hervor. Das Unterhaus verwarf mit 256 gegen 218 Stimmen den Antrag Camerons auf Ent­staatlichung der schottischen Kirche.

Konstantinopel, 3. Mai. Der Sultan Abdul Hamid hat aus eigener Initiative den Auftrag zur Gründung eines großen Asyls für bedürftige türkisch e Staats­angehörige ohne Unterschied der Rasse oder Religion ertheilt. Außer den Räumen für Unterricht und Hand­arbeit soll dasselbe eine Moschee, eine Kirche und eine Synagoge enthalten. Die philantropische Maßnahme hat auf die Bevölkerung einen tiefen Eindruck gemacht.

San Francisco, 3. Mai. Es haben hier 1200 Tischler und 750 Mühlenarbeiter die Arbeit eingestellt. Die­selben fordern den achtstündigen Arbeitstag.

Neueste Nachrichten.

WoiffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 4. Mai. Wie diePost" erfährt, gedenkt der Kaiser den Reichstag persönlich zu eröffnen.

Berlin, 4. Mai. Um zwei Uhr bewegte sich unter großer Betheiligung der L e i ch e n z u g des Reichsbankprüsidenten v. Dechend nach dem Kirchhofe. Hinter dem Leichenwagen folgte ein kaiserlicher Galawagen, hieran schlossen sich sämmt- liche Reichsbankbeamte; eine endlose Reihe von Wagen Leid­tragender folgte.

Berlin, 4. Mai. Die deutsche Mission nach Ma­rokko, welche dazu bestimmt war, den neuernannten Vertreter dort einzusühren und gleichzeitig Geschenke Sr. Majestät des Kaisers an den Sultan zu überbringen, hat am 27. April ihren feierlichen Einzug in Fez gehalten und die glänzendste Aufnahme gesunden.

Bochum, 4. Mai. Die constituirende Versammlung des neuen Bergarbeiter-Verbandes hat heute ein Statut angenommen, demzufolge Socialdemokraten als Leiter und Mitglieder des Verbandes ausgeschlossen sind.

Paris, 4. Mai. Wie die Blätter aus Lyon melden, sei neuerdings in den Wohnungen von Anarchisten Material zur Fabrikation von Dynamit, sowie fertiges Dynamit ge­funden worden. In Roubaix hat in der Nacht ein Zu­sammenstoß zwischen Militär und den Strikenden stattgesunden, wobei mehrere Personen verwundet wurden.

London, 4. Mai. Heute Mittag begaben sich die Ar­beiter Londons in zwei großartigen Zügen mit zahl­reichen Musikcorps und Hunderten von Bannern vom Victoria Embankment am Themse-Quai nach Hyde Park, wo 15 Tri­bünen für die Redner errichtet sind. Gegenwärtig sind etwa 100 000 Personen in Hyde Park versammelt- Störungen der öffentlichen Ordnung sind bis jetzt nicht vorgekommen. Zweck der Demonstration ist, von dem Parlament die gesetzliche Fest­setzung des achtstündigen Arbeitstages zu verlangen.

Madrid, 4. Mai. Nach den Meldungen aus den Pro­vinzen herrscht überall, mit Ausnahme von Barcelona und der Provinz Malaga, vollständig Ruhe, doch werden anläß­

lich der für heute augekündigten Arbeitertundgebuilgen Ruhe­störungen befürchtet. In Barcelona zerstreuen die Truppen der Bürgergarde jeweils die Ansammlungen der Strikenden. In der Provinz Malaga nimmt die Strike-Bewegung größere Dimensionen an, namentlich in Antequera, wo mehrere Ver­haftungen vorgenommen worden sind.

Livorno, 4. Mai. Die Fiakerkutscher, das Personal der Pferdebahn- und Omnibusgesellschaft, sowie die Kunsttischler und Gehilfen ähnlicher Gewerbe, ferner die Gasarbeiter haben seit heute früh die Arbeit eingestellt. Die Behörde hat für die abendliche öffentliche Beleuchtung Vorsorge getroffen.

Barcelona, 3. Mai. Das Militär war Nachmittags mehrmals genöthigt, die Hauptplätze mit dem Bayonnet zu räumen. Die Strikenden bewarfen das Militär mit Stei­nen- auch einige Revolverschüffe wurden abgefeuert, jedoch Niemand verletzt. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorge­nommen. Das Kriegsgericht verurtheilte einen der Anarchisten zu Zwangsarbeit, fünf andere zu zehnjährigem Gefängniß.

Barcelona, 4. Mai. Das Standrecht wurde auf ganz Catalonien ausgedehnt. Weitere am Abend ftattgehabte Ansammlungen von Strikenden wurden von den Truppen zerstreut. Das Militär feuerte aus die Menge, ohne jedoch Jemand zu verletzen.

Sofia, 4. Mai. Das Kriegsgericht in der Panitza-An- gelegenheit hat beschlossen, den Proceß am 15. Mai zu er­öffnen. Die Verhandlungen sollen öffentlich geführt werden.

Bukarest, 4. Mai. Die D e p u t i r t e n k a m m e r nahm das Pensionsgesetz für Civilbeamte mit 84 gegen 7 Stimmen an und vertagte sich bis zum Mittwoch.

Cocolcs und provinzielle».

Gießen, 5. Mai.

Der Einbrecher, welcher in der Nacht vom 1. aus 2. d. Mts. in einer Wirtschaft zu Heuchelheim sowie in zwei Wirthschaften an der Rodheimerstraße und in einem Privathause der Bahnhofstraße zu Gießen einbrach, wurde in der Person eines berüchtigten Friedrich Kett er aus Rockenberg ermittelt und durch Zufall am 3. d. Mts. in Frankfurt a. M. verhaftet. Ein von Gießen am Samstag zufällig aus dem Polizeipräsidium zu Frankfurt anwesender Schutzmann hörte gerade, daß dort die Anzeige gemacht sei, ein Mensch habe in der dortigen Herberge verschiedene Silber- gegenstände, als Serviettenringe, Löffel, Messer ?c. verkauft. Der hiesige Schutzmann bezeichnete diese Gegenstände als die im Hochstätter'schen Hause zu Gießen mittelst Einsteigens ge­stohlenen, worauf der Obengenannte durch zwei Frankfurter Crimmalschutzmänner auf der Herberge verhaftet und nach dem Polizeipräsidium geführt wurde, wo er alsbald, da er von dem Gießener Schutzmanne persönlich erkannt war, seinen fremden Namen fallen ließ und ein offenes Geständniß ab­legte. Die gestohlenen Gegenstände hatte der Einbrecher in der Nacht nach der That theilweise im Walde bei Gr.-Linden, theilweise in der Nähe von Rechtenbach versteckt. Der Thäter ist ein äußerst gefährlicher Mensch, er war bei seiner Verhaftung im Besitze eines scharf geladenen Revolvers. Das Silberzeug, welches auf der Herberge zu Frankfurt bereits verkauft war, wurde bei dem Abnehmer erhoben und dieser selbst wegen Hehlerei sofort verhaftet.

R. Lauterbach, 5. Mai. Durch allerhöchste Verfügung, Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 28. v. Mts. wurde Herr Dr. jur. Ludwig Sommerlad aus Wieseck zur Rechtsanwaltschaft bei Großh. Amtsgericht Lauterbach zugelassen.

vermischte».

* Darmstadt, 2. Mai. Po st personalnachrichten. Der Postanwärter Ehrhardt in Darmstadt ist als Post- ajfiftent angestellt worden. Ernannt ist der Telegraphen­assistent Appenheimer in Fürth (Odenw.) zum Postver­walter. Versetzt wurde der Telegraphenassistent Spahn von Elberfeld nach Lauterbach (Hessen). Der Postassistent Merz in Mainz ist gestorben.

* Mainz, 4. Mai. Wie von verschiedenen Seiten mit- getheilt wird, wird auch in diesem Sommer das Großher­zogliche Hoflager nach Mainz verlegt werden. Der Groß­herzog soll nämlich beabsichtigen, die im verflossenen Jahr bei Dr. Metzger in Wiesbaden begonnene Kur sortzusetzen und während dieser Zeit hier Wohnung zu nehmen. Wie dasM. I.", angeblich aus bester Quelle, wissen will, wird Kaiser Wilhelm gelegentlich einer demnächst zu bethätigenden Rheinreise auch Mainz besuchen.

In einer in der kommenden Woche stattfindenden Versammlung des hiesigen Vereins für Reform des Be- stattungswesens und Zulassung der Feuerbestattung wird die Erbauung eines Leichenverbrennungsofens ins Auge gefaßt werden. Ferner soll die Einführung einer gegenseitigen Ver­sicherungskaffe beschlossen werden, welche den Mitgliedern bei Bezahlung eines Beitrags die Bestattung durch Feuer im Falle des Todes sichert. Die Zahl der Hunde hat in der letzten Zeit hier derart zugenommen, daß diese Vier­füßler grade zu einer Plage geworden find. Mit Rücksicht hierauf ist eine neue Polizeiverordnung für die Stadt Mainz in Vorbereitung, worin strenge Strafbestimmungen bezüglich der Ueberwachung der Hunde enthalten sind.

* Frankfurt, 3. Mai. Der Jahresbericht der hiesigen Handelskammer beschäftigt sich u. a. auch mit der geplanten Errichtung eines süddeutschen Fernsprechnetzes. Der Bericht spricht seine Ansicht dahin aus, daß die Verhand­lungen zwischen den preußischen, bayrischen und württem- bergischen Postverwaltungen noch zu keinem Resultat geführt haben müßten, da die Handelskammer seit September keiner­lei Nachricht über diese Angelegenheit erhalten habe. Der Bericht spricht sodann den Wunsch aus, die Postverwaltungen möchten in Zukunft annehmbarere Bedingungen stellen, denn wenn z. B. das Reichspvstamt für die Strecke Frankfurt a. M.- Carlsruhe eine Garantiesumme von 18000 svrdere, so