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Stockhausen, den 3 November 1890.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Stockhausen. Faust.
haften Betrag beizusteuern, falls erst eine eigentliche deutschevangelische Gemeinde sich gebildet haben werde. Einzelgaben wie die Erträgnisse von Sammlungen werden an den Pastor Terlinden in Duisburg a. Rh. erbeten.
* Straßburg, 1. November. Nach amtlichen Berichten ist die Reblaus, welche 1889 in fünf Gemeinden, Lutterbach und Hegenheim (Oberelsaff) und in Vallieres, St. Julien und Seh (Lothringen), beobachtet worden war, im Laufe dieses Sommers auch in der Gemeinde Auch und neuerdings auch in Vantoux, in der Umgegend von Metz, entdeckt worden, während der 1885 zuerst entdeckte Herd in Plantiöres bei Metz verschwunden ist. Die verseuchten oder verdächtigen Weinberge umfaßten 1889 6,3 Hectar, wozu 1890 7,5 Hectar kamen. Die Kosten für Untersuchungen, Desinfection, Entschädigungen usw. betrugen im Vorjahre 80 000 Mk. und werden in diesem Jahre erheblicher sein. Die sonstigen zahlreichen Untersuchungen haben keine ungünstigen Ergebnisse gehabt. Die Kosten für Bekämpfung der Reblaus scheinen als ständiger, nicht unbedeutender Posten in unserm Landes- haushatte sich eingebürgert zu haben.
Dem Blaustrumpf.
Du schrie'st in die Welt hinaus: Der Poesie hab mich ergeben! Doch ach, mit Keller, Küch und Haus, Mit Deiner Lebensart ists eben!
Grüningen, den 1. November 1890.
Großherzogliche Bürgermeisterei Grüningen Gilbert.
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Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde RöthgeS für 1891/92 liegt vom 5. bis 14. November auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier zur Einsicht der Betheiligten und Entgegennahme von Einwendungen offen.
Röthges, am 2. November 1890.
Großherzogliche Bürgermeisterei Röthges.
stattsinden kann, um in dieser Angelegenheit feste Beschlüsse zu fassen. Sie rechnet dabei auf das Entgegenkommen aller Besitzer und Pächter der dabei in Betracht kommenden Flächen, widrigenfalls es überhaupt nicht möglich ist, eine Eisbahn bei Butzbach herzustelleu.
0 Bobenhauseu, 3. November. Gestern fand die Einweihung des neu hergerichteten Sch ul Hauses der hiesigen zweiten Klasse mit dem neuerbauten Schulsaale statt. Trotz des ungünstigen Wetters nahm die Einweihungsfeier einen recht schönen Verlauf. Festlich hatte sich der Ort mit Kränzen uni) Fahnen geschmückt und zahlreich waren auswärtige Gäste erschienen. Nachmittags 2 Uhr nahm der Festzug Ausstellung aus dem Marktplatze. Voran die Schuljugend, daun die Musikkapelle, die Festjungsrauen, die Ehrengäste und die übrigen Festtheilnehmer, in dieser Ordnung bewegte sich der hübsche Zug nach dem einzuweihenden Schulhause. Nach dem Gesang der Schüler und einer Ansprache des zweiten Lehrers wurde der Schlüssel unter den üblichen Formalitäten überreicht. Sodann hielt der Ortspfarrer, Herr Muhl, in markigen Worten die Einweihuugsrede. Von Seiten Großh. Kreis-Schul-Commission nahm Herr Kreisrath Schönfeld an der Feier Theil. Das Schulhaus und der Schulsaal sind durch den Kreis-Baumeister Herrn Schnitzel-Grünberg sehr schön und allen jetzigen Anforderungen entsprechend hergerichtet worden. Mit der Einweihung des Schulhauses verband sich das Kirchweihfest.
L.-Schwalbach, 2. November. Heute früh hat sich am hiesigen Bahnhof ein schreckliches Unglück ereignet. Ein junges Mädchen von Adolfseck Namens Rettert wollte noch den um 8 Uhr abgehenden und bereits in Bewegung befindlichen Bahnzug besteigen, fiel hierbei jedoch von dem Trittbrett, gerieth unter die Räder und wurde furchtbar verstümmelt hervorgezogen. Das eine Bein war vollständig vom Körper abgetrennt und der zweite Wagen ging dem armen Opfer über den Oberkörper. Der Tod trat sofort ein. Der die Verunglückte begleitende Vater mußte den schrecklichen Tod seines Kindes mitansehen.
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Bekanntmachung.
Der Gemeinde-Boranschlag für 1891/92 liegt 8 Tage lang auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht offen.
Hattenrod, am 3. November 1890.
Großherzogliche Bürgermeisterei Hattenrod.
Bekanntmachnng.
Der Voranschlag der Gemeinde Stockhausen für 1891/92 liegt vom 6. bis 14. November auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier zur Einsicht der Betheiligten und Entgegennahme von Einwendungen offen.
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* Bau einer deutschen evangelischen Kirche in Rom. In einem mit vielen Unterschriften (darunter aus dem Groß- herzogthum Hessen diejenigen der Herren Prof. Dr. Gott- s ch i ck- Gießen und Superintendent Ober-Consistorialrath Dr. Köhler-Darmstadt) versehenen Aufruf heißt es: Es war bei der Feier des dritten Jubeljahres der Reformation, am 31. October 1817, als im päpstlichen Rom der erste evangelische Gottesdienst in deutscher Sprache stattfand. Im Palazzo Astalli, jetzt Muti, hielt der bekannte Bunsen ihn ab; der damalige preußische Gesandte in Rom, Geh. Staatsrath Niebuhr, war so ergriffen davon, daß er in .Gegenwart sämmtlicher Teilnehmer Bunsen umarmte und küßte. Am 27. Juni 1819 fand der erste regelmäßige Gottesdienst in deutscher Sprache im Palazzo Orsini durch den ersten preußischen Gesandtschaftsprediger, den nachmaligen Oberconsistorialrath Dr. Schmieder, statt. Bis auf den heutigen Tag bilden die Gottesdienste in der Capelle der deutschen Botschaft, jetzt Palazzo Caffarelli, den einzigen kirchlichen Sammelpunkt für die deutschen Protestanten in Rom. Diese Weise der kirchlichen Versorgung genügt aber den Bedürfnissen der stetig wachsenden deutschen Colonie nicht mehr. Unsere evangelischen Landsleute in Rom bedürfen einer eigenen Gemeinde, einer eigenen Kirche. Bei der blos gastweisen Benutzung der von der Botschaftscapelle aus dargebotenen Erbauuugsmittel konnte sich ein selbständiges, kräftiges Gemeindeleben bisher nur schwer entwickeln. Die Bedingungen dazu sind vorhanden. Sie treten in den gottesdienstlichen und mancherlei Vereins- Einrichtungen innerhalb der „capitolinischen Gemeinde" in erfreulichster Weife zu Tage. Wenn erst die nothwendigen kirchlichen Gebäulichkeiten (Kirche, Pfarrhaus, Schule) vorhanden sein werden, daun werden unsere Landsleute — ein fester Bestand von 600 Seelen, um den sich im Winter die doppelte bis dreifache Zahl sammelt, — in Verbindung mit den Deutsch-Schweizern, Deutsch-Russen und Scandinaviern wohl im Stande sein, für die weiteren kirchlichen Bedürfnisse aufzukommen. In einer Reihe anderer italienischer Städte (Genua, Mailand, Venedig, Florenz, Neapel u. a.) bestehen längst lebensfähige deutsch-evangelische Gemeinden^ es ist nicht abzusehen, warum die Gründung einer solchen in Rom unmöglich sein sollte. Es ist eine Ehrenpflicht des Landes der Reformation, daß nach allen anderen Evangelischen endlich auch die Deutschen, deren Gemeinde in der Siebenhügelstadt nicht nur die älteste, sondern auch die bei Weitem zahlreichste ist, ihr selbständiges Kirchenwesen erhalten. Es wird nichts weniger als ein Prunkbau beabsichtigt/ eine einfach, aber edel und würdig gehaltene Kirche soll der Verkündigung des Evangeliums in deutscher Sprache, diesem goldenen Schatz, das irdene Gefäß bieten. Es besteht der dringende Wunsch, die feste Absicht, die Neuordnung der Gemeindeverhältnisse in Rom in friedlichem Einvernehmen, in vertrauensvoller Auseinandersetzung mit den dabei beteiligten staatlichen und kirchlichen Behörden herbeizusühren. Kein berechtigtes Interesse soll verletzt werden; maßgebend soll einzig und allein der Gesichtspunkt sein, unserer theueren evangelischen Kirche auch in Rom zu gesegneter Selbständigkeit zu verhelfen. Schon hat der Gedanke einer deutschen evangelischen Kirche in Rom weithin in deutschen Landen gezündet. In kurzer Frist sind über 20 000 Mk. freiwillig zusammengebracht worden. Auch der Centralvorstand des Evangelischen Vereins der Gustav- Adolf-Stiftung hat seine Bereitwilligkeit erklärt, einen nam-
Der Voranschlag der Gemeinde Trais-Horloff für 1891/92 lügt vom 6. bis 14. November d. I. auf unserem Bureau zur Einsicht der Beiheiligten und Entgegennahme von Einwendungen offen.
Traiü-Horlofs, den 3. November 1890.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Trais-Horloff.
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Die Rechnung über Einnahme und Ausgabe der Israel Neligionsgemeinde Gießen pro 1889/90 liegt 8 Tage lang zur Einsicht der Netheiligten auf dem Bureau des unterzeichneten 1. Vorstehers offen.
Gießen, den 5. November 1890.
Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen.
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ferner noch die in nächster Zeit zu erledigenden Aufgaben. Es hat sich in Folge der schwerwiegenden Gründe, welchen sich kein Rechtlichdenkender entziehen kann und welche unzweifelhaft für die Abschaffung dieser Steuer sprechen, der gerechte Sinn unserer Bevölkerung immer mehr und mehr mit diesem Gedanken vertraut gemacht. Wir verweisen hier noch auf den diesen Bestrebungen so sympathisch gegenüberstehenden Leitartikel des „Frankfurter Journals" vom 30. v. M. und wünschen im Interesse der Gerechtigkeit und Gleichheit Aller vor dem Gesetze besten Erfolg.
△ Hungen, 3. November. Einigen hiesigen Geschäftsleuten wurde die nachgesuchte Concession zum Wirthschasts- betriebe nicht ert§eilt, da sich in hiesiger Stadt bereits 17 Wirtschaften befinden.
Butzbach, 2. November. Die am Dienstag Abend im „Löwen" stattgehabte Versammlung, in welcher die Herstellung einer Eisbahn zur Besprechung gelangte, beschloß einstimmig, einen „Eisverein Butzbach" zu gründen und von den Mitgliedern einen Beitrag von 50 Psg. pro Jahr zu erheben. Zugleich wurde eine Commission gewählt, welche die vorgelegtcu Projecte eingehend prüfen und die Vorbereitungsarbeitcu übernehmen soll. Dieselbe wird ihre Arbeiten so beschleunigen, daß nächsten Dienstag den 4. November , Abends 9 Uhr, im „Löwen" die zweite Sitzung
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Gießen, 4. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter pr. Psd. 0,90—1,00, Hühnereier 1 St. 7-8, 2 St. — Enteneier 1 St.--H, 2 St. — H,
Käse pr. St. 4—8 Käsematte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 16 4, Linsen pr. Liter 28 Tauben pr. Paar JL 0,50—0,70, Hühner pr. Stück JL 0,85—I CO, Hahnen pr. St .M. 0,CO—1,00, Enten pr. Stück X 1,40—1,60, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70—74 H, Kuh- und Rindfleisch 60—64 $i, Schweinefleisch 70-80 H, Hammelfleisch 62—68^, Kalbfleisch 60-64 Kartoffeln pr. 100 Kilo «4L 5,(0-6,00, Weißkraut or. St. 3—7 Zwiebeln per Centner JL 5,00—0,00, Milch per
Liter 12—18 Gänse pr. Psd. 50—60 H.
§ Hungen, 3. November. Heute fand der sogen. „Allerheiligen- Markt" statt. Obwohl es des Nachts vorher und auch des Morgens noch stark regnete, so war doch, da sich der Himmel dann ausktärte und auch das Wetter des Tags über Stand hielt, der heutige Markt stark besucht. Der Schweine-Markt, welcher erst spät beginnen konnte, war, wenn auch entfernt wohnende Landleute vom Besuch desselben durch das Wetter abgehalten wurden, stark, namentlich mit Ferkeln, befahren. Es war hier lebhafter Handel; denn die Schweine-Märkte der Umgegend, namentlich im Kreise Büdingen, werden wegen der herrschenden Maul- und Klauenseuche nicht abgehalten. Die Preise waren gedrückt. Es wurde befahlt für das Paar Ferkel 25—40^ je nach Alter und Qualität. Läufer kosttte« 40— 60 JC. Auch der des Nachmittags stattgefundene Krämer-Markt war gut besucht. Einem alten Herkommen nach wird dieser Markt vor allem von der Jugend aus der ganzen Umgegend besucht und ist dadurch der „Allerheiligen-Markt" der besuchteste unserer Stadt. Bis in die Nacht hinein herrschte lebhafter Verkehr, wie auf dem Markte, so auch in den Wtrthschaften. Der nächste Markt, der sog. „Weihnachts-Markt", findet am 15. December statt.
Alle Hausfrauen empfehlen sie. Offenbach a. M., Sehr geehrter Herr Brandt. Ich litt an Magen- und Darmcatarrh und Unterleibsstörung, und habe schon Alles angewandt und nichts hat mir so gut geholfen, als Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen, welche ich schon mehreren, die mit ähnlichen Leiden behaftet sind, empfohlen. Frau Babett «Schmitt, Geleitsstraße 34. — Man sei stets vorsichtig, auch die ächten Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen (Preis 1.—) mildem weißen Kreuz in rothem
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Die Rechnung der von Nubenau'schen Stiftung für die <s> Jahre 1887/89 liegt acht Tage lang im Pfarrhaus an der Südanlage zur ♦, Einsicht offen.
Gießen, am 4. November 1890.
Der evangelische Kirchenvorstand.
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