Ausgabe 
24.11.1889 Zweites Blatt
 
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Tadel aus die Herren Schiedsrichter abzulenken, gegen die ich kein Wort des Verdachts äußerte, zu denen ich in den achtungsvollsten und sreundlichsten Beziehungen stand und denen aus meinen Antrag der Dank der städtischen Vertretung für ihre ge­wissenhafte Mühewaltung votirt worden ist.

So habe ich denn von dem, was ich am 3. Nove mb er über Herrn Heß äußerle, nichts zurückznnehmen. Hätte derselbe nicht für die Wahl zum Stadtverordneten kandidirt, so würden diese Dinge trotz mancher Anregung, die ich zur Veröffentlichung aus den Kreisen unserer Bürgerschaft schon seit Jahren erhalten hatte, von mir nicht mehr berührt worden sein. Parteipoli­tische Motive, wie einige Freunde des Herrrn Heß glauben machen möchten, haben mich in städtischen Angelegenheiten nie beeinflußt. Ich habe in der freisinnigen Versammlung vom 3. November sogar meine wesentlichste Ausgabe darin gesunden, meine Parteigenossen von der Nothwendigkeit zu über­zeuge», daß bei Auswahl der Kaudidaten auch Au- gehörige anderer Parteien zu berücksichtigen seien. Für mich kam nur das Interesse unserer Stadt

in Betracht. Dieses sand ich gefährdet, wenn auch nur der Schein auskommen konnte, daß eine Vermengung städtischer und privater Interessen zulässig sei, und darum unteruahm ich deu Nach­weis, daß Herr Heß, au dessen persönlichen Fähigkeiten und Eigenschaften im Hebrigen ich keinerlei abfällige Kritik übte, seinerzeit in einer der wichtigsten Fragen unseres städtischen Lebens bei ernstem Widerstreit seines Privatvortheils mit dem Wohle der Stadt die Rechte derselben em­pfindlich beeinträchtigt und gelinde ausgedrückt, uicht diejenige Selbstüberwindung und persönliche Entsagung bethätigt hat, welche sich für den Be­werber um die Vertretung öffentlicher Inter­essen ziemen.

Hiermit habe ich einer öffentlichen Pflicht ge­nügt, von deren auch fernerer Hebung in ähnlichen Fällen mich weder die Sophistik des Herrn August Heß, noch die gehässige Anfeindung eines hiesigen Parteiblattes abhalten wird.

Gießen, den 20. November 1889.

Dr. Gutfleisch.

Brühl'sche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gi.be".