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Boulanger!" statt; als die Deputirten Därout-de, Laisant und Richard gegen diese Verhaftungen protesttrten, traf sie das gleiche'Schicksal. Da die Angoulvmer Bürger­schaft thetlwetse eine drohende Haltung einnahm,, mußte das Militär in den Casernen consignirt werben. Die Verhafteten waren bt^ Montag noch nicht sreigelassen worden, da sie sich weigerten, die Verpflichtung einzugehen, nicht wieder zu Manifestationen zu ermuntern; die Angoulömer Vorgänge dürften in der Dienstagssitzung der Deputirten- lammer zu stürmischen Erörterungen geführt haben. Die Voruntersuchung gegen Boulanger soll schwere Belastungsmomente für ihn ergeben haben; die Acten werden sofort dem Oberstaatsanwalt zugehen.

Berlin, 11. Juni. DieNordd. Allg. Ztg." erinnert daran, daß heute vor 10 Jahren, am 11. Juni 1879, Kaiser Wilhelm L und Kaiserin Augusta den Schmuck der goldenen Myrthe anlegten und tagt: Nur eine kurze Spanne Zeit bedurfte <s, um dem Tage der goldenen Hochzeit den Tag der Diamanthochzeit anzureihen. Inzwischen hat der Tod das durch fast sechs Jahrzehnte bestandene Band gelöst und mit dem Galten ist auch der Sohn der hohen Frau entrissen worden, die heute die sechzigste Wiederkehr des Vermählungstages in stiller Einsamkeit und Zurück­gezogenheit begeht. Nur ein stiller Gedenktag ist es, welchen Kaiserin Augusta heute durchlebt. Kein rauschender Jubelruf, kein hell klingender Festlaut tönt der ehrwürdigen Fürstin entgegen. Aber das Band, das sich in guten und bösen Tagen zwischen der Lebensgefährtin des großen Kaisers und ihrem Volke geknüpft, hat mit dem Wandel der Zeiten nur zugenommen an Festigkeit und ist zu einem Wahrzeichen der Treue ge­worden, der Treue und pietätvollen Verehrung für die verklärten Lichtgestalten der beiden Heimgegangenen. Es hat eine innige Zusammengehörigkeit begründet, die ihren Halt in der Achtung und Bewunderung vor der Erhabenheit und Höhe findet, mit welcher der Beruf der Frau und der Fürstin an dieser Stelle geübt wird. Mrt dankbarer Verehrung blickt heut wie in früheren Tagen die Mitwelt auf eine Kaiserin, die, den Beschwerden und Mühen des Alters trotzend, unentwegt ihr Streben darauf gerichtet hält, die Thräneu der Unglücklichen zu trocknen und ihre Schmerzen Hu lindern, und welche in ihrem hohen Sinne rastlos den Antrieb findet, sich das Verständniß der geistigen Bewegung der Zeit zu sichern und derselben aufmerksam zu folgen. Möge die Erinnerung an die Bedeutung des heutigen Tages und an die Zeiten, an welche er gemahnt, von Neuem den Impuls geben, dankbar zu gedenken der hochsinnigen Fürstin, deren leuch­tendes Vorbild auf dem Thron mit unvergänglichen Leitern in die Geschichtstafeln unserer Zeit eingetragen ist.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Korrespondenz-Burearr*

Berlin, 11. Juni. Heute Nachmittag von 5 bis 6 Uhr nahmen der Kaiser und die Kaiserin vom Mittelportale des Schlosses aus den Fesizug der Brauer als eine Huldigung und einen Ausdruck des Dankes für die Uebernahme des Protektorats über die Anfangs nur von dem Brauereigewerbe geplante Unfallversicherung entgegen. Der Schah von Persien wohnte mit Gefolge dem Acte bei. Während der Zug seine Aufstellung nahm, wurde die Deputation empfangen. Nach ihrer Rückkehr setzte sich der imposante Zug, der von Herolden und Musikcorps in der Landsknechtstracht eröffnet wurde, in Bewegung. Es zogen höchst malerische Gruppen vorüber, die an­fangs rein historische, später auf die Brauerei bezügliche Bilder darstellten. Dazwischen waren Herolde, Musikcorps und die Fahnen von Brauervereinen aller deutschen Gegenden zerstreut. Es bewegten sich da Egypter, Römer, Phrygier, Hunnen, Ger­manen, Hussitenlager, Wittenberger Studenten, Bürger der Reformationszeit, Marke­tender des 30jabrigen, siebenjährigen und siebziger Krieges, Wagen des obergahrigen Bräus-Berlin, Schnitter, Geräthe, Eiswagen, Gambrtnuswagen mit Gefolge, Mälzler- gruppe, Wagen im Betrieb, eine Rathsherrn-Sitzung nach alldeutscher Sitte, Braukessel im Betrieb, ferner Ausstellungen des Gersten- und Hopfenbaues, Fuhrsaßwagen, schließlich das Ehrenpräsidium des Ausschusses, die Adreßdeputation, weiche der Kaiser empfangen, endlich die Vorführung einer im Betriebe befindlichen Böttcherei und ein eigens für den Festzug gestiftetes Hundert-Hektoliter-Faß. Der Kaiser und die Kaiserin nahmen sichtlich erfreut die interessante Huldigung entgegen. Das herrliche, farben­prächtige Bild rollte sich in schönster Ordnung, vom Wetter begünstigt, ab.

Berlin, 11. Juni. Der Schah von Persien wohnte heute Vormittag, begleitet Dom Kaiser, einer großen militärischen Hebung aui dem Tegeler Schießplätze bei. Bei dem auf den Huldigungszug der Brauer folgenden Galadiner zu Ehren des Schahs toastete der Kaiser in deutscher Sprache auf den Letzteren, indem er an die Gesinnungen seines Großvaters anknüpste, welche auch er hege. Er trank zum Schluß auf das Wohl des Schahs und seines Landes. Der Schah erwiderte in persischer Sprache. Er dankte und trank auf das Wohl des Kaisers, seines Hauses und Deutschlands. Der Gesandte übersetzte die Worte in französisch. Graf Bismarck erhielt heute das Bild des Schahs in Brillanten. Am Abend wohnten die Herrschafteu einer Gala­vorstellung des BalletsSeeräuber" bet.

Berlin, 11. Juni. Die Meldung desNewyorker Herald", nach welcher der einzige Grund, weshalb Blaine den Vertrag der Samoa-Conferenz noch nicht unter­schrieben habe, die Frage der Entschädigung für den Angriff der Samoaner auf die deutsche Landungs-Abtheilung im December 1888 gewesen sei, wird von unterrichteter Sette als vollständig erfunden bezeichnet.

Berlin, 11. Juni. DiePost" conftatirt in einem Artikel über die politische Lage, daß dieselbe seit Kurzem dem Gefühle einer gewissen Beunruhigung Platz gemacht Lade, die bei der Börse und in der Presse sich bemerkbar mache. Die Großmächte fänden nicht mehr ein so williges Entgegenkommen; man meine auch, daß die Fort­setzung der großen russischen Eonoersion nicht mehr so leicht von Statten gehen werde. In Rußland gebe es noch immer zwei Parteien, von denen die eine ungeduldig auf den Krieg, die andere auf die Revolution warte. Der Zar müsse zuweilen der Kriegs­partei ein muthiges Wort gönnen, wie es in dem Toast auf den Montenegriner geschehen sei. lieber dieses Vorgehen herrsche in der Kriegspartei keineswegs Ueberein- Ittmmung; muthige Seelen meinten, die Kosaken dürsten nur über die deutsche Grenze gehen, während weise Männer meinten, man müsse Oesterreich nöthigen, auf der Balkanhalbinsel der russischen Politik den Fehdehandschuh hinzuwerfen. Man müsse Serbien in russische Hände bringen, damit Oesterreich in Serbien einrücke; bann rücke natürlich Rußland in Bulgarien ein. Zu diesem Behufe müßte Rußland durch Rumänien, wo gegenwärtig ein russenfreundliches Ministerium regiere und außerdem Httrowo, der unerschrockenste Agent der unerschrockensten Diplomatie, weile. Man könne nicht leugnen, daß Catargi und Httrowo in Bukarest, Metropolit Michael in Belgrad und dereinzige Freund" in Montenegro ein Trifolium bilde, das allenfalls im Stande sei, die Dinge auf dem Balkan in's Rollen zu bringen. Was nun, schließt das Blatt, die Muthigen und die Weisen ausmachen, werden wir ja eines TageS erfahren.

Kreuznach, 11. Juni. An dem Banket, das zur Feier der Enthüllung des Hutten-Sickmgen-Denkmals nach der Festrede auf der Ebernburg stattfand, nahmen 200 Personen Theil. Dle Stadt und die Umgebung prangen im Festschmuck.

EiSleben, 11. Juni. Heute früh war hier ein großer Wolkenbruch, welcher die Felder verwüstete.

Ang-vnrg, 11. Juni. Die heutige Hauptsitzung der allgemeinen deutschen Lehreroersammlung wurde von Halben-Hamburg eröffnet und darauf derselbe zum Präsidenten gewählt. Regierungsrath Schmidt begrüßte die Versammlung Namens des bayrischen Staatsministeriums und der Kreisregierung Schwabens, ebenso Bürger­meister Fischer Namens der Stadt Augsburg und Schulrath Bauer für den Orts­ausschuß. Die Redner stimmten darin überein, daß die deutsche Nation ihr Haupt­augenmerk auf die geistige und körperliche Ausbildung richten müsse. Die Versammlung sandte Telegramme an den Kaiser und dm Prinzregenten Luitpold ab. Schuldirector Richter-Leipzig sprach hiernach über dasBolksthum und die Volksschule".

Hamburg, 11. Juni. Hauptmann Kund von der Forschungsstation Kamerun und der Lehrer Ehriftaller treffen demnächst auf Urlaub hier ein. Sie paffirten gestern auf einem Wörrnann'schen Dampfer Madeira.

Wie«, 11. Juni. Der Kaiser ist heute Abend nach München abgereist. Der Fürst von Montenegro und die Prinzessin Militza sind nach Trieft abgereist, von wo sie auf einer auf Befehl des Kaisers bereitgestellten Yacht über Fiume nach Catarro

Weiterreisen. In Fiume schließen sich ihnen Erbprinz Danilo und die anderen Prinzessinnen an.. Heute Nachmittag stattete der Fürst dem Grafen Taaffe einen Besuch ab.

Bern, 11. Juni. Der hiesige deutsche Gesandte v. Bülow theilte gestern dem Bundesrath Droz, dem Vorsteher des Departements des Auswärtigen, die von Berlin erhaltene Depesche mit, wonach die deutsche Regierung ihr Bedauern ausdrückt, daß im Falle Wohlgemuth ein Etnoerständniß nicht erzielt worden ist.

Lokales.

* Gießen, 12. Juni. Unter dem sonnigen Wetter, welches nun schon seit Wochen fast ununterbrochen herrscht und es in puncto Wärme nur allzugut meint, sind auch die Pfingstfeiertage vorübergegangen. Zwar schien es, als sollte mit dem am Abend des zweiten Feiertages eintretenden Regen eine lange Reihe von schönen Tagen ihren Abschluß finden, doch wurde man bald gewahr, daß dieser Regen sich noch nicht zu dem gefürchteten oder auch herbeigesebnten Landregen entwickelte, sondern nur den Feld- und Gartenbesitzern eine kleine Pfingstfreude zu bereiten bestimmt war. Weniger er­frischend, ja geradezu schreckenerregend wirkte der Regen auf die ohne Schirm aus­geflogenen Besitzerinnen und Besitzer neuer Toiletten, denn so erfrischend und will­kommen ein solider Regen der Flora unserer Wiesen, Gärten und Felder ist, er schlägt sofort ins Gegentheil um, wenn er sich über die Flora der neuen Damen-Pfingstbüte ergießt. Entsprechend dem herrlichen Wetter bot denn auch die Stadt und ihre Um­gebung ein ächteS Pfingstbild. Wer nicht in der Lage war, eine größere Pfingsttour ju unternehmen, lenkte seine Schritte oder sein Gespann nach einem der benachbarten Ausflugsorte, Schiffenberg, Forftgartcn, Gleiberg, Staufenberg, Philosophenwald u. s. w., oder besuchte Wetzlar, Bad-Nauheim oder sonst einen der Nachbarorte, wo man sich noch Gefallen beluftige" zu können glaubte. In Gießen selbst boten am zweiten und dritten Feiertage die Concerte der hiesigen Regimentscapelle in Stein's Garten Ge­legenheit, sich ohne Besorgniß vor einem allenfallsigen Regenguß ein Psingstvergnügen ju verschaffen, ja die Aussicht auf plötzliches Naßwerden mochte wohl neben den vor­züglichen Leistungen der Regimentsmusik und dem an sich schönen Local dazu bei­getragen haben, daß Stein's Garten am zweiten Feiertage nahezu überfüllt war. Auch unser herrlicher Wald konnte sich des Besuches zahlreicher Ausflügler erfreuen.

Gießen, 12. Juni. Der Großherzogl. Rabbiner Dr. Levi hat dem Stad.'vor- stonde seinen Austritt aus der städtischen Armen-Deputation erklärt.

Gießen, 12. Juni. sO der hessischer Geschichlsverein.^ Leider mußte der geplante Ausflug des Oberhessischen Geschichtsvereins am dritten Pfingsttag nach Braunfels in der letzten Minute aufgeschoben, wenn auch nicht aufgehoben werden. Erft Samstag Mittag vor dem Fest wurde der Vereinsoorstand von dem fürstlichen Hofmarschallamt in Braunfels benachrichtigt, Se. Durchlaucht werde, entgegen früheren Bestimmungen, erst nach dem Pfingstfest abreifen. Da alfo die verschiedenen Schloß- flügel währeich ber Feiertage bewohnt blieben, so sei es leider unmöglich, dem Verein die verschiedenen sehenswcrthen Raume des Schlosses zu offnen. So blieb also nichts übrig, als den Ausflug abzusagen, aber erst in einer Stunde, wo der größte Theil der Feiertagsdiatter schon gedruckt war. Trotzdem gelang es, Dank der Zuvorkommenheit der Redaction, noch in einen Theil der Auflage eine ganz kurze Notiz darüber einzu­rücken.. Marburg wurde telegraphisch, die auswärtigen Mitglieder durch Postkarten von dem Aufschub benachrichtigt. Der Vereinsvorstand hat an das fürstliche Hofmarschall­amt in Braunfels die Bitte gerichtet, ihm einen für den Ausflug geeigneten Sommer­sonntag so zeitig zu bestimmen, daß auch die Einladungen nach auswärts zeitig genug ergehen können.

Verwischte s.

Gießen, 12. Juni. Wir erhielten von hier nachstehende Zuschrift: Der Tam­bour von Chambord kann heute mit herzlichem Dank bezeugen, daß er von der deutschen Nation nicht vergessen worden ist. Die Erinnerung an das glänzende Bravourstück von Chambord hat nach 18 Jahren überall im deutschen Vaterland neue Begeisterung erweckt, und dem armen, kranken Busch ist das Wörtchen Chambord zur Hülfe in der Noth geworben. Alles in Allem, die Gaben eingerechnet, die dem Busch'direkt zuge- gangen sind, hat er 10,000 X erhalten. Man darf wohl sagen, das ist eine nationale Gabe, worüber Alle, und zumeist die alten Kriegskameraden des Tambours, sich nur freuen können. Man wolle jedoch nicht glauben, daß Busch von den Zinsen dieses ge- fammten Kapitals zehren könne. Zur Deckung von Schulden, zur Anschaffung von Kleidungsstücken, Lebensmitteln und dergleichen ist bereits ein anständiges Sümmchen verbraucht. Auch kostet die Pflege des noch immer kranken Mannes viel und ist die Anschaffung einer geräumigen Wohnung unbedingt nöthig. Wenn alsdann noch ein Morgen Feld erworben ist, werben etwa 4000 X, welche in der Wormser Sparkasse angelegt find, den Rückhalt für die zahlreiche Familie in den nächsten Jahren bilden. Es hängt eben Alles davon ab, bis zu welcher Zett Busch wieder arbeitsfähig wird und durch die Arbeit der herangewachsenen beiden Knaben Unterstützung finden kann. Von seinen 5 Töchtern sind 4 noch im zartesten Alter. Die freundlichen Leser und ganz besonders die edlen Helfer des Busch dürfen schließlich überzeugt sein, daß eine weise Verwendung bezw. Erhaltung der Liebesgaben unter allen Umständen erfolgt. Von denOberhessischen Nachrichten" und demBüdinger Alla. Anzeiger" ist inzwischen eine schwere Anschuldigung des Wendel Busch verbreitet worben, welche sich auf eine ganz haltlose Steigerung des Hauptmann a. D. Willenbücher ttr der kürzlich stattge­habtenHassia"-Versammlung zu Büdingen gründet. Die betr. Aussage gipfelt in der Behauptung:Wendel Busch habe den Sturm auf Schloß Cbambord gar nicht mitgemacht!" Diese unwahre Mittheilung findet am Besten ihre Widerlegung durch die amtlichen Angaben aus dem uns im Original vorliegenden Milttärpaß des Wendel Busch, welche wir hier zum Abdruck bringen:

Feldzug 1870/71.

Schlacht bei Verneville 18. August 1870.

Noisseville 1. Sept. 1870.

Belagerung von Metz vom 19. Slug, bis 27. Oct. 1870.

Schlacht bei Artenay 3. Dez. 1870.

Orleans 4. Dez. 1870.

Avantgardegefecht bei Lailly 8. Dec. 1870.

St. Die 9. Dec. 1870.

Sturm auf Chambord 9. Dez. 1870.

Mainz, 25. Juni 1871. Kattrein,

rtTXI Hauptmann und Comp.-Chef.

Wir ersuchen alle Blätter, welche die Mittheilung der oben angeführten Zeitungen abgedruckt haben, auch vorstehende Richtigstellung der Thatsachen zu veröffentlichen.

Mainz, 10. Juni. Die weithin bekannte Cementsabrik der Firma Dyckerhvff und Söhne auf der Amöneburg feierte am verflossenen Samstag ihr 25jähriges Geschäftsjubiläum. Aus diesem Anlaß stiftete die Firma 50,000 X für ihr Arbeitspersonal. Die eine Hälfte hiervon wurde für einmalige Geschenke ver­wendet und die andere Hälfte wurde der Unterstützungskasse zugeführt. Die Gemeinde Castel, zu welcher der Fabrikdistrikt Amöneburg gehört, verlieh dem Inhaber der Firma das Ehrenbürgerrecht und von dem Großherzog wurde derselbe mit dem Titel Com- mercienrath ausgezeichnet.

Würzburg, 7. Juni. Auf Dürrbacher Markung, bei der sogen.Schenken­tanne" hat heute früh zwischen zwei hiesigen Studirenden ein Pistolenduell statt­gefunden, bei welchem der Student Blankemann, gebürtig aus Westfalen, einen Schuß in den Oberschenkel erhielt, an dem er, trotz sofortiger ärztlicher Hilfe und Ueber- führung in eine hiesige Privatklinik, noch im Laufe des Vormittags gestorben. Sein Gegner ist noch unbekannt, doch soll er sich bereits der Behörde gestellt haben.

. [Bur Katastrophe von Johnstown.j Man hat berechnet, daß zehn­tausend Arbeiter 30 Tage arbeiten müssen, um die Straßen von Johnstown paffirbar zu machen, so daß man mit dem Neubau des Ortes beginnen kann. Gestern wurden ^wettere Leichen unter den Trümmern aufgesunden. Es stellt sich jetzt heraus, daß die Ueberschwemmungen auch im mittleren Pennsylvanien viele Opfer gekostet haben, wenngleich die furchtbare Katastrophe in Johnstown bisher die öffentliche Aufmerk- samkett tast ganz in Anspruch genommen hat. Im Kreise Huntingdon wurden 300 Hauser fortgeschwemmt und im Smith-Thale wurde auf ganze Strecken der Humus weggewaschen.