Einzelbild herunterladen

Samstag den 7. December.

Gießener Anzeiger.

Beilage zu Nr. 286. -1889.

Locale» «nd provinzieller.

Gießen, 6. December.

t Nach dem uns vorliegenden 25. Hauptrcchenschafts- bericht der Großh. Hess. Centralbehörde des Vereins zur Unterstützung und Besterung der aus den Straf-Anstalten Ent lassenen für die Jahre 1886 und 1887 belief sich die Zahl der Mitglieder dieses Vereins im October 1885 auf 1563, im Oktober 1887 auf 1687 und beträgt zur Zeit 1786 Mit­glieder. Darunter befinden sich 338 beitragzahlende Ge meinten, 25 mehr als in 1887. Die Einnahmen des Vereins betrugen in dem erwähnten Rechenschaftszeitraum 14,008 Ml. 70 Pf., welchen 10,609 Mk. 09 Pf. Ausgaben gegenüberstchenso daß Ende 1887 ein Kassevorrath von 3399 Mk. 61 Pf. vorhanden war. Die Einnahmen des Vereins setzen sich zusammen aus dem jährlichen Staatsbeitrag der Großh. Regierung und den Beiträgen der Vereinsmit­glieder, aus Geschenken u. s. w., die Ausgaben bestehen in Unterstützungen für Vereinspfleglinge und Verwaltungs- kosten.

Heber die Vereiusthätigkeit entnehmen wir dem Berichte Folgendes: Von 1334 in den vorgenannten Jahren aus ten hesfifchen Strafanstalten Entlassenen wurden 336 Pfleg­linge in den Verein ausgenommen, unter welchen sich 28 weiblichen Geschlechts befanden. Es entfallen aus die Pro­vinz Starkenburg 168, darunter wcibl. 12, aus Oberhessen 120, darunter 7 weibl., und auf Rheinhessen 48, darunter 9 weibl. Das Alter der ausgenommenku Pfleglinge an­langend, waren 16 unter 20 Jahre alt, 96 standen im Alter von 2030 Jahren, 81 zwischen 30 und 40, 82 zwischen 4050, 41 zwischen 5060 und 17 im Alter von 60 Jahren und darüber. Als Uuterstützuugeu an Vereinspfleglinge wurden in beiden Jahren zusammen 6832 Mk. 36 Pf. bewilligt, von welchen auf Starkenburg 1405 Mk. .50 Pf., Oberhesfen 1199 Mk. 66 Ps. und Rheinhessen 288 Mk. 90 Ps. kamen. Verwendet wurden diese Unter­stützungen : für Ermöglichung des Betriebs eines Handwerks oder Kleinhandels, zur Anschaffung von Hausgeräthe rc., zur Einlösung gepfändeter Gegenstände, zur Beftreituug von Erziehung-.- und Auswanderungskosten, sowie zum Unter­halte der Familien von Strafgefangenen während der Straf­verbüßung. Außer den in den Jahren 1886 und 1*887 in den Verein aufgenommenen 336 Pfleglingen verblieben aus den beiden vorhergegangenen Jahren in der Vereinspflege 504, mithin standen in derselben 840 Pfleglinge, von denen 263 materiell nnterstützt wurden, 577 Pfleglinge blieben ohne Unterstützung. Von 478 beschäftigten Pfleglingen waren thätig: 202 als Handwerker, Meister, Gesellen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter u. s. w., 229 als Taglöhner, Knechte, Mägde, Hirten rc., 17 als Krämer, Händler, Makler, 14 als Strickerinnen, Näherinnen rc., 11 als Soldaten. Von den in den Jahren 1886 und 1887 Aufgenommcnen haben sich schuldig gemacht des Widerstands gegen die Staatsgewalt 8, Verbrechen und Vergehen wider die öffentliche Ordnung 4, Münzvcrbrcchen 4, Meineid 6, falsche Anschuldigung 1, Ver­brechen und Vergehen wider die Sittlichkeit 31, Verbrechen

und Vergehen wider das Leben 5, Körperverletzung 85, Ver­brechen und Vergehen wider die persönliche Freiheit 4, Dieb stahl und Unterschlagung 93, Raub und Erpressung 2, Be günstigung und Hehlerei 11 , Betrug und Untreue 9, Urkundenfälschung 13, Bankern« 2, strafbarer Eigennutz 6, gemeingefährliche Verbrechen und Vergehen 12, Verbrechen und Vergehen im Amte 1 , Uebertretung (Landstreicherei, Betteln rc.) 38. Was die Aufführung der Psteglinge be­trifft, so |tnb zu betrachten als gebessert (aus der Vereins- Aussicht entlassen) 80, als gut 205, als schlecht 188, als unverbesserlich ausgestoßen 4, als freiwillig ausgetreten 9, als abwesend, flüchtig, ausgewandert 153, als gestorben 49. Den günstigen Resultaten stehen mithin 192 positiv ungünstige gegenüber, li>3 haben sich der Vereinsaussicht ganz entzogen. Aus ben vorstehend erwähnten Resultaten ist ersichtlich, daß das Wirken des Vereins in einer erheblichen Zahl von Fällen als ein ersprießliches bezeichnet werden kann, obgleich bei einer ganzen Reihe von Pfleglingen ein Erfolg der Ver einSthätigkeit nicht erzielt wurde. Mit Rücksicht auf die Wohlthätigkeit deS Vereinszweckes wäre cs wüuschenswerth, wenn dem Vereine immer neue Mitglieder zugeführt würden, sei es als zahlende oder doch als Vertrauenspersonen mit­wirkende Mitglieder. Anmeldungen zum Beitritt als solche können bei den Großherzogl. Bürgermeistern zur Beför­derung an die Bezirksvereins-Commissionen jederzeit abgegeben werden.

Ueber daS neue Reglement, tetr, die Uniformen für die Eivilbeamten ist zu berichten, daß es hiernach eine große und eine kleine Uniform giebt. Die große Uniform, welche nur bei bestimmten Feierlichkeiten u. s. w. getragen wird, bestellt ans einem Napoleonshut mit weißem Federbusch für die Minister und schwarzem für die Kreisräthe, einem Uniform^ rock, an welchem zwei Knöpfe zum Zuhalten beikützt werden, während der obere Brnsttheil aufgeschlagen getragen wird, mit Achselstücken wie die Stabsoffiziere. Kreisräthe haben in diesen Achselstücken von Silber einen, die Provinzial- directoren zwei Sterne. Die Minister tragen goldene Achsel­stücke. Dazu kommt noch eine weiße Weste, dunkle Hose mit breiter Goldborde. Die entsprechendekleine" Uniform, auch Jnterimsuniform genannt, wird bei allen Sitzungen, Verhand­lungen getragen. Regierungsräthe, Amtmänner, Assessoren haben eine ähnliche, je nach dem Range einfachere Uniform. Auf die Subalternbeamten bezieht sich die neue Uniformver­ordnung nicht.

Prüfung der Geometer. Die nächste Prüfung der Geometer wird am 3. März k. I. beginnen. Die tetr. Geometer Candidaten haben sich bis zum 20. Januar k. I. schriftlich bei Großh. Ministerium der Finanzen, Abtheilung für Steuerwesen, zu melden und ben Nachweis über die er­haltene Vorbildung, die Sitten- und Studienzeuguisse der öffentlichen ober Privatlehranstalten, welche sie besucht haben, unb das Zengniß über mindestens einjäh'ige praktische Ein­übung bei einem im Großherzogthnm beschäftigten Geometer erster Klasse ihren Eingaben beizuschließen. Wer die Be I stellung als Geometer erster Klasse erlangen will, hat außer- '

MWW» II I...............

dem nach der Verordnung vom 15. Juli 1885 den mindestens einjährigen Besuch der technischen Hochschule zu Darmstadt nachzuweisen.

Gesuche um Zulassung zu den im Monat April k. I. stattfinbenden allgemeinen Prüfungen in dem Finanzfach und den technischen Fächern, sowie zu der spcciellen Prüfung der ersten Kategorie des Finanzsachs sind mit den vorgeschriebenen Bescheinigungen und den erforderlichen Anlagen innerhalb 4 Wochen bei der Prüsungscommission einzureichen. Den Meldungen zu den allgemeinen Prüfungen sind die Zeugnisse über bestandenen Acccß und Vollendung des practischen CursuS beizufügcn. Zu der Prüfung können nur solche Aspiranten zugelassen werden, welche vor Beginn ter Prüfung das 20. Lebensjahr zurückgelegt haben.

Alsfeld, 2. December.Gerecht muß man sein" und darum sind wir unserem neuen Kreisrath zu Dank verpflichtet, daß er energisch dafür eintritt, daß mit Eintritt der Dunkel heit die Fuhrwerke mit Laternen versehen sein müssen. Gar mancher, der sich dieser Anordnung nicht fügte, ist, wie man bei uns zu sagen pflegt, schongeweht" worden, aber waS kürzlich passirte, war noch nicht da. Ein Gerichtsvollzieher, ein gemüthlicher, wirklich braver Mann, fährt von Grebenau heimwärts. Zwei Gendarmen begegnen ihm und er ladet dieselben zum Mitfahren ein. Gesagt, gethau, die Männer mit den Uniformen steigen ein und fort gehts im mäßigen Trabe. Da kommen oberhessische Bauern des Weges daher; //Ihr habt keine Laterne und es ist doch schon dunkel, gelt, wenn wir es wären, dann würden wir geweht!" rufen sie. Adermit des Geschickes Mächten und den Großherzogl. Gen darmeu ist fein Bund zu flechten", unser Gerichtsvollzieher wurde zur Anzeige gebracht, weil er ohne Laterne zur Nacht zeit gefahren war unb mußdrei Mark Strafe blechen". Tröstend meinte der gute Mann:1 Mark 10 Pfennig habe ich wenigstens dabei gespart."Wie so?" fragte ein Anderer. Ei, ich hab' rners selber infinuirt." (Kl. Pr.)

Schiffsnachrichten.

Bremen, 4. December. (Per transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Werra, Capl. R. BuisiuS, vom Worbbeutidjen Lloyd in Bremen, welcher am 23. November von Bremen unb am 24. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Als preiswertes, practischesLSeihnachtSgeschenk empfehle ich: Rohseid. Bastroden (ganz ©eite) Mk. 16.80 p. Robe, sowie Mk. 22.80, 28, 34.-, 42, 47.50 nabel- fertig. Es ist nicht nothwendig, vorher Muster kommen zu lassen; ich tausche nach dem Fest um, was nicht conoenirt.

Muster von schwarzen, farbigen unb weihen Seiden­stoffen umgehend. Briefe kosten 2u Pf. Porto. Seidenfabrik D^pöt <* Henneberg (#. u. r. Hoflief.) Zürich. L94u9

Grdnikkt der hungernden Vögel im Schnee!

Um mit meinem grossen Vorrath, passend zu practischen Weihnachtsgeschenken, zu räumen, verkaufe dieselben zu und unter Fabrikpreisen.

Salon-Säulen

Noten- u. Krug-Etageren. Hausapotheken

Vogclskäligständer Schirmständer Kleiderständer

Paneels mit u. ohne Decorationen

Nähtische

Spieltische Blumentische Schreibtische für Damen und

Herren

Servirtische mit Linoleum und Majolikaplatten

Toilette-Spiegel in jeder Holz­art.

Eiserne Blumentische Blumenständer Schaukelsessel Faullenzer Kleiderständer Schirmständer in schwarz mit

Kupfer und Gold broncirt.

^h. ||iii(k

Scliiossgasse MÖ1J 0 Ifjl 1 > l'i 1< Uge)'

Rohrsesseln. Blumentische in Korbwaaren

Kinderstühle

Triumpf - Cosmos und Keforni-Klappsttihle

Patent-Kinder-Stühle zum

Hoch- und Niederstellen mit Spiel­tisch

Einfache Kinder-Stühle

Laufstühle und Kinder* tische.

Tischdecken in Plüsch und Phantasieestoff

Teppiche, abgepasst und Stück- waare, in Smyrna , Tournay, Axmünster, Plüsch. Tapestry, Ger­mania

Bett- und Tisch vorlagen

Angora- und chines. Ziegenfelle, Wollene Colter, Steppdecken

Gardinen

Portieren in Wolle, Chenille und Saelskin.

Empfehle eine grosse Auswahl in Japan- und China-

Waaren, bestehend in Tellern, Vasen, Ofenschirmen, Wand- decorationen etc. etc. 9743

Täglich frische Hefe

empfiehlt [9327

Phflipp Bob Bahnhofstraße 11.

9737 Einen großen Zimmerteppich verkauft in Auftrag

I. Rothenberger, Lindenplatz 8.

8813

Hoc

und

Grosses Nöbellager

Meßen, Neustadt 11.

20 verschiedene Sorten Stühle aus Lager. [9600

_______Ernst Lotz,

Brennholz.

Buchen- und Tannenholz, ir

Mer trockener Maare, per Meter und cer Centner, billigst bei

8223 Andrea» Euler»

Ziimmtliche Zuthaten zur feinen Bäckerei empfiehlt in bester Qualität

Emil Orbig,

9687 Bahnhofstr. 30.

9738] Roßhaarmatratzen, 3theilig, mit Keil, werden billig abgegeben.

I. Rothenberger, Lindenplatz 8.

Gesalzene [9686

Rindsdarme

sind zu haben Neuenweg 33.

Schaumwein-Kellerei Würzburg Herzogi. bayr. Hoflieferant. Beste preiswflrdige Mminmior. Fabrikation genau nach französischem System. Zu haben in den bekannten Niederlagen. [9407

Bur Ballsaison empfehle: Tülle, Spitzen, Bänder, Handschuhe, Rüschen etc.

in bekannt großer Auswahl und billigsten Preisen. 9500

Conr Jos Keller, Marktstr. 18.

§ efur öen Veihnnchlsoerkaus * « habe einen großen Posten Damenkleiderstoffe im Preise M bedeutend herabgesetzt, ebenso eine Partie Wintermäntel, 2 ~ Abendräder und Regenmäntel, welche unter Einkaufs- J w p6abftbc S. Wcimersheim Nachfolger. 8

Aechte

Nürnberger Lebkuchen

empfehlen billigst 9692

Gebrüder Adami, 14 Mäusbura 14.