Ausgabe 
31.10.1888
 
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>lipe zu Jlr. 255 desflimmer Anzeiger"

Vermischtes.

[Eie Arbeiten am Nordastseecanal^ Nachdem die Arbeiten am Nordostseecanal nunmehr bereits an zwei Loosen begonnen haben, dürfte cs für die weitesten Kreise von Interesse sein, diejenigen Bestimmungen in Erinnerung zu bringen, welche durch die Kaiserliche Canalcommisston über die Annahme der Arbeiter, den mit denselben atuuschlteßenbeu Arbettsoertrag, ihre Unterbringung und Verpflegung u. s. w. getroffen sind. WM

Danach werden zur Beschäftigung beim Bau des Nordostseecanals nur männ­liche Arbeiter nach vollendetem 17. Lebensjahre zugelassen; wenn Väter mit ihren Söhnen in die Arbeit treten, genügt für letztere das vollendete 15. Lebensjahr. Deutschen Arbeitern wird bet sonst gleichen Eigenschaften und Leistungen vor fremdländischen der Vorzug gegeben. Jeder Arbeiter wird vor dem Eintritt in das Arbeitsverhältniß bei dem Canalbau durch den von der Bauoerwaltung für die betreffende Strecke bestellten Arzt untersucht, dessen Urtheil über die Zulässigkeit der Annahme entscheidet. Mit ansteckenden oder ekelerregenden Krankheiten behaftete Personen werden zur Arbeit beim Canalbau nicht zugelassen. Mit jedem Arbeiter ist ein besonderer Vertrag abzuschließen. -^..^..^öllche Arbeitszeit wird nach Anhörung der Unternehmer durch die Canal-Com- mrsston festgesetzt, Nachtarbeit darf nur mit Genehmigung der Canal-Commission statt-

-cTi "Nn- nnd Festtagen dürfen nur dringliche Reparatur- und sonstige un- austchtebbare Arbeiten vorgenommen werden. Die Lohnzahlungstermine für die Arbeiter dursen nicht über 14 Tage auseinanderliegen. Bet Accordarbetten, welche eine längere Dauer bedingen, ist den Arbeitern nach 14 Tagen ein angemessener Vorschuß zu gewahren. Die Auszahlung des Lohnes an die Arbeiter durch Mittelspersonen ist unstatthaft. Arbeiter, welche einen Famtlienhausstand mit sich führen, haben für ihr Unterkommen und ihre Verpflegung selbst Sorge zu tragen. Jeder Arbeiter ist berechtigt uuo aus eine an ihn ergebende Aufforderung Seilens der Barackenverwaltung ver­pflichtet, an den Lehrstunden und Uebungen theilzunehmen, welche zur Ausbildung von Mannschaften im Feuerwehrdienst wie im praktischen Samartterdtenst in den Baracken iUltlftnden. Die Kosten dieser Veranstaltungen trägt die Canalcommission. Aus den Ordnungsstrafgeldern sollen hauptsächlich die Kosten gemeinnütziger Veranstaltungen für die Arbeiter bestritten und außerordentliche Unterstützungen an letztere gewährt werden. Zur Entscheidung von Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Arbeitern werden von der Canalcommtssion nach örtlichen Bezirken Schiedsgerichte gebildet, bei denen

3u't1ithar bcr Canalcommission den Vorsitz führt und sowohl die im Bezirk thatlgen Unternehmer, wie die Arbeiter der betreffenden Strecke durch je einen Bei- Ireten sein D°n ^Cr Carm^ommission auf je ein Betriebsjahr bestimmt wird, ver- r. . Zur Unterbringung der Canalarbeiter sind an 10 verschiedenen Orten der Canal-

Barackenlager errichtet resp. in der Errichtung begriffen, zwei derselben sind bereits mit Arbeitern belegt. Zur Aufnahme von Kranken werden als Lazareth eingerichtete Baracken mit je 20 Bellen in den Dörfern Burg und Hanerau errichtet. Die Baracken Kme für je 8 Mann, die Construction derselben ist unter Mitwirkung

Des RetchsgesundheitSamtes erfolgt. Für jede Baracke ist ein eigener Barackenver- fr mehrere Baracken (Barackenlager) je ein Jnspector zur Beaufsichtigung

* ^ammtliche Arbeiter, welche einen Familienhaushalt nicht führen, sind ver­pflichtet, in den Baracken Wohnung und Mittagskoft zu nehmen. Der Preis hierfür wtrv von der Canalcommission nach den Selbstkosten festgesetzt und von den Unters ne^mern, bei welchen die Arbeiter beschäftigt sind, eingezogen. Gegenwärtig ist der Preis für ein zur Ernährung eines Mannes ausreichendes Mtttagsessen und für ? Unterkunft auf 45 Pfennige festgesetzt. Die Arbeiter können auch in einem von dem ! ^aracfenoerroalter gehaltenen Laden Genußmittel für Frühstück und Abendessen, außerdem Gcbrauchsgegenstände, Wasche, Kleider (diese werden vom vaterländischen Frauenverein I geliefert) verschiedener Art einkaufen. Ein in jeder Baracke befindlicher Versammlungs- I

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Letzte

Samstag den 3. November: Mama's Augen. Hierauf: Ein toller Ein fall. Große Preise.

Sonntag den 4. November: Kaufmann von Venedig. Große Preise

Montag den 5. November: Der Ducatenprinz. Große Preise.

Samstag den 3. November: Gioconda. Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 4. November: Der Freischütz. Gewöhnliche Preise.

Schaufpielhauö»

Mittwoch den 31. October: Fatinitza. Große Preise.

Donnerstag den 1. November: Abschieds-Vorstellung der Frau Charlotte Lange

Vorstellung im Abonnement B (für einen ausgefallenen Samstag). Graf

Eisex. (Elisabeth: Frau Charlotte Lange.) Große Preise. W

Freitag den 2. November: Barbier von Sevilla. Hierauf: Ballet-Diver­tissement. Große Preise.

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Gerste\ JL 14,20, Hafer Jt. 13,20, Erbsen JC 18,00, Samen 23,00, Wicken JL 00 00

Kartoffeln JC. 0,00. Linsen JL 24.00. ' '

raum ist zur Abhaltung von Gottesdienst eingerichtet. An die Arbeiter werden auf SteWJ unentgeltlich verabreicht. Für Reinigung von Wäsche

Landwirthfchaftliche Nachrichten.

r(n. . . (Nachdruck verboten.)

eutung der Bohnen als Nahrungsmittel.) Während Bohnen, Linsen Erbsen alle Blutbestandtheile enthalten, folglich auch zu den besten Nahrungsmitteln gehören, besitzen die Hülsenfrüchte bei unserer gewöhnlichen Zubereitung in der Küche doch nur einen Ziemlich geringen Werth für die Ernährung. Die unserem Körper so nothwendtgen und in den Hülsenfrüchten enthaltenen Eiwetßstoffe werden in der Regel gar nicht oder nur in sehr geringem Grade gelöst und so für die Verdauung ungeeignet gemacht. Ohne geloste Eiweißstoffe ist aber der Nährwerth der Bohnen und dergleichen nur ehr gering. Kohlensaures Natron und auch Regenwasser, in welchem man Hülsen- fruchte gern unter Zusatz des ersteren kocht, reichen für die volle Lösung der Etwetb- 48ff©tHnhPn H UnT<mCi?r vortreffliches Nahrungsmittel zu erhalten, müssen diiffe E kaltem Wasser übergossen stehen bleiben. Nach Ablauf dieser Beit nnrfimAU S«? das Gefäß bedeckt und die so aufgequellten Bohnen werden

U?b^nIfeud?I Än gelassen und dann erst mit Negenwasser gekocht. Se bst bereits drei Jahre: alte Lohnen machen auf diese Weise zubereitet auch nicht die g"11?" und haben einen guten Geschmack, indem ein Theil

des Stärkemehls durch dm beginnenden Keimungsproceß in Dertrin (Stärkegummi) Derroanhe t roirb Gleichzeitig btlbet sie auch Milchsäure, welche eine schnellere ^Lösung des ^weißkorpers bewirkt, woburch bie Einwirkung auf bie Blutbereitung rascher vor sich geht. Auf biese Weise behanbelt, bekommen bk alten Bohnen gewissermaßen ben Sbaracter der frischen unb finb auch nur in bteser Bereitungsweise ein vortreffliches Nahrungsmittel.________________________

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Mittwoch ben 31. October: Vorstellung bei kleinen Preisen. Die Reise um die Erde. Außer Abonnement.

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