Beilage zu Jfr. 51 des „Achmer Anzeiger".
Lokales.
Gießen, 27. Februar. Der hier bestehende „Sanitätso er ein" hielt am vergangenen Samstag seine ordentliche Generalversammlung ab. Aus dem vorgetragenen Bericht über die Kassenverhältntsse des Vereins ist zu ersehen, daß derselbe innerhalb des letztoergangenen Jahres 1788.19 JC vereinnahmte, wogegen die Ausgaben 1704.70 JL betrugen; außerdem verfügt der Verein über einen Kassevorrath von 139.49 JL Die Zahl der Mitglieder beträgt ca. 300, welche, sowohl wie ihre Familienangehörigen, in Fällen von Erkrankungen von zwei anerkannt tüchtigen Aerzten behandelt werden. Die Beiträge betragen pro Mitglied und Woche 13 H und ist bei diesem niedrigen Satze den Minderbemittelten, namentlich aber den Arbeitern und niederen Beamten, die Möglichkeit gegeben, sich in allen Krankheitsfällen ärztlicher Hülfe zu versichern, ohne daß sie mit Bangigkeit der Zustellung für ihre Verhältnisse hoher Doctorrechnungen entgegenzusehen brauchen. Mit dem Inhaber der Euler'schen Badeanstalt ist außerdem ein Abkommen dahin getroffen worden, daß an Mitglieder des Sanitätsvereins Badekarten zu erheblich niedrigerem Preise (40 H pro Bad) abgegeben werden. Die Mitgliederzahl hat sich infolge der von dem Vereine gebotenen Vortheile bedeutend erhöht, ein Beweis, daß die Bestrebungen des Vereins allenthalben ihre Würdigung finden. In den Verein werden ausgenommen Personen beiderlei Geschlechts. Die Aufnahme erfolgt durch den Vorstand, sofern die Angemeldeten gut beleumundet sind. Das Eintrittsgeld beträgt 30 H.
Vermischtes.
△ Aus Rheinhessen, 26. Februar. Die Agenten der Zuckerrübenfabriken durchreiten schon wieder die hiesige Gegend, um die Landwirthe zum Anbau von Zuckerrüben zu bewegen. Die Fabrik „Mainau" läßt 95 Pfg. für den Gentner Rüben bieten, welcher Preis ohne Schnitzelrückgabe zu verstehen ist. Von Setten der Accordanten ist man noch sehr zurückhaltend und sind bis jetzt nur wenige Abschlüsse bethätigt worden.
△ Aus dem Nheingau, 26. Februar. Nach amtlichen Ermittelungen sind im Regierungsbezirk Wiesbaden im verflossenen Jahre bei 2912 Hectaren ertragfähigem Weinbergsfeld zusammen 2475 Hectoliter Rothwein und 60 930 Hectoltter Weißwein geerntet worden. Die Qualität des 1887er wird in der amtlichen Zusammenstellung verschieden angegeben und schwankt zwischen „gering", „mütel", „gut" bis „vorzüglich". Der Preis des Mostes betrug im Rheingau unterschiedlich 400—750 JL. pro 1200 Liter.
Eingesandt.
Mit den localen Verhältnissen des hessischen Hinterlandes, für welches in Ihrem geschätzten Blatte vom 25. d. M. das Project einer Secundärbahn von Weidenhausen nach Niederwalgern zur Sprache kam, genau vertraut, findet sich Einsender dieses veranlaßt, die nachstehenden vervollständigenden und erweiternden Erläuterungen an verehr!. Redaktion zu gefälliger Publikation gelangen zu lassen.
Vor Allem wird es auffallen, daß das beregte Project sich auf die kurze Linie einer den Hauptzweck verfehlenden Sackbahn beschränkt und die Fortsetzung derselben von Gladenbach nordwärts bis zur Station Wilhelmshütte zum Anschluß an die Linie Kölbe-Laasphe ganz übersehen wird. Durch diese dem Interesse des Landes, besonders aber der Hebung seiner Natur entsprechenden industrielle Unternehmungen begünstigende Vervollständigung des Hinterländer Eisenbahnnetzes kann nur allein das zu erstrebende Ziel, die billige Zusührung der die Industrie beherrschenden Steinkohlen auf dem kürzesten Wege durch die von Laasphe in das Ruhrgebiet fortzuführende Bahnlinie erreicht werden.
9tun ist aber besonders in Betracht zu ziehen, daß aerade im Bereiche des Gebietes, welches die angeregte Fortsetzung der Bahn von Gladenbach resp. Weidenhausen bis zur Station Wilhelmshütte beherrscht, die Natur den Grund zu dem seinem Boden einigermaßen so sehr wichtigen Bergbaubetriebe am ausgiebigsten gelegt hat. Mit Ausdauer ausgeführte bergmännische Versuchsarbeiten haben hier neuerdings zu Entdeckungen geführt, welche der metallischen Bergbauinduftrie die großartigsten Erfolge in sichere Aussicht stellen. Ohne darüber hier auf Weiteres einzugehen, verweisen wir für nähere Kenntnißnahme auf das 3. Heft der gemeinnützigen Blätter zur Förderung des Bergbaues rc. von Dr. Klipstein, welches ausführliche Rapporte über die Fortschritte des Bergbaues im heff. Hinterlande enthält.
Der Eisenindustrie desselben würde übrigens durch eine Fortführung der Bahn von Weidenhausen über Niederweidbach, Bicken und Herbornselbach zum Anschluß an die Deutz-Gießener Bahn eim ebenso erheblicher Vortheil dargebracht werden als den Dillenburger Eisenhütten. Während letztere dadurch einen ungleich billigeren Bezug der Steinkohlen zu erwarten hätten, würden jene, da sie infolge der bedauernswerthen Armuth von Eisensteinen im Hinterlande auch bei Weitem zum größten Theile ihres Bedarfes an Rohmaterial auf Dillenburg angewiesen sind, die seitherigen theuren Transportwege vermeiden können.
Schließlich noch einige Worte uns gestattend über die Unzweckmäßigkeit der durch den beregten Plan der Salzvödenbahn fixirten Einmündung derselben bei Niederwalgern in die Main-Weser-Bahn, bedarf es doch nur den Blick auf eine topographische Karte des in Betracht kommenden Gebietes, um einzuleuchten, daß die natürliche Richtung der Linie zum Anschluß an die Main-Weser-Bahn nach der Station Lollar führt und die nach Niederwalgern eine um so verfehltere ist, als der große Umweg dahin die Ausführung nicht allein enorm vertheuern, sondern auch in anderer Beziehung nicht unwesentliche Nachtheile bereiten würde. Die Vortheile, welche sie angeblich der Stadt Marburg durch Führung nach Niederwalgern bringen soll, sind in der That schwer herauszufinden.
Höchst wünschenswerth erscheint es, daß sich recht bald ein Comitä im Interesse der oben angedeuteten Erweiterung und zweckmäßigen Jnplanlegung der Hinterländer Bahnen bilden möge.
Landwirthschaftliche Nachrichten.
(Nachdruck verboten.)
— sRegenwürmer in Blumentöpfen.] Wenn die Topfpflanzen, die im Sommer im Freien standen, jetzt gegen Ende des Winters anfangen zu kränkeln, ohne daß ein Grund dafür wahrzunehmen ist, so kann als ziemlich sicher angenommen werden, daß ein Regenwurm an den Wurzeln zehrt. Dieselben wachsen in den Töpfen während des Winters meist zu einer bedeutenden Größe an und der Schaden, den sie anrichten, ist leider oft so groß, daß die Pflanze eingeht. Es sollte deshalb sorgfältig auf die Topfpflanzen geachtet werden, und wo sich Zeichen für die Anwesenheit eines Regenwurms, z. B. die charakteristischen runden Kügelchen auf der Erdoberfläche zeigen, ist an die Vertilgung zu gehen. Vielfach wird man den Regenwurm beim Umsetzen erwischen können. Wo das nicht gelingt oder das nicht angänglich ist, hilft das Begießen mit einer Abkochung von Kastanien. Letztere schneidet man zu dem Zwecke, läßt sie eine Zeit lang weichen und kocht sie dann mit demselben Wasser tüchtig auf. Mit diesem bitteren Aufguß werden die Töpfe, die man vorher etwas trocken werden ließ, tüchtig begossen, die Regenwürmer kommen dann an die Oberfläche und können abgenommen und gelobtet werden.
Literarisches.
— Zur guten Stunde. (Deutsches Verlagshaus, Emil Dominik.) Die jüngst ausgegebencn Hefte 11 und 12 dieser empfehlenswerthen Zeitschrift enthalten die Fortsetzungen der Romane „Der Bergrath" von Sophie Junghaus und „Kay's Töchter" von Hermann Heiberg, ferner die Novellen „Ein Gelöbniß" von Eonrad Alberti, „Ringerike" von C. M. Dacano und die „Herrin von Plankenwörth" von E. Karlweis. An Artikeln verzeichnen wir: „Wie eine Oper enffteht", von Theodor Krause, „Elisabeth Eharlotte, Herzogin von Orleans" von Fritz Ellguth, „Singen und Sprechen" von Paul Dobert, „Wagner und Liszt" von Ernst von Wolzogen. Den Sportfreunden sei der Artikel „Etwas vom Turf" von Oskar Stein empfohlen, der von zwei Illustrationen „Pumpernickel", geritten von Ballantine, und „F6Mon", geritten von Pr.-Lt. von Heyden-Linden. Den aktuellen Ereignissen tragen die Arlckel „Russische und Oesterreichische Generale" Rechnung. Gedichte, Spielecken-Aufgaben rc. sind in gewohnter Fülle vorhanden. Von den Kunstbeilagen erwähnen wir die Aquarelldrucke: „Oberbayerisches Bauernmädchen" von R. Wanhmüller, und „Katerlies" von R. Eichstädt, ferner die theils schwarz, theils farbig gehaltenen Bilder „Die Visttc" von W. Podkowinsky, „Winter" von R. I. Gordon, „Februar" von F. Stuck, „Siesta" von Meyer von Bremen, „Amperlandschaft" von Philipp Röth u. a. — Der Preis beträgt pro Heft 40 H. Abonnements „Zur guten Stunde" nimmt jede Buchhandlung an.
h— im
Drogerie s von
Otto Schaaf, Seltersweg 39, empfiehlt
Kinder-Nährmittel: Arrow-rf?ot Kraftmehl, Albert-BiscuitS, feinst prä- parirtes Hafermehl, Legu- minofe, Maüzextraet, Milch - Jucker, Salep, Medicinal-Weiue, Med icittst-Leberthran und alle sonstigen Drogerie-W aaren.
1587 Einen hochfeinen und kräftigen
gebrannten Caffee
zu 1 JL 40 $ per Pfd. bei
C. Roth, Wallthorstraße5.
Kaiferbräu
aus der Exportbier-Brauerei
I. Hildebrand in Pfumgstadt
Die Flasche 25 frei ins Haus geliefert. 1499
Georg Arnold^
Deutscher Hof.
Allgemeiner Anzeiger.
! Schluß des Inventur-Ausverkaufs
Samstag den 3. Mär?.
Sämmtliche Lagerwaare gebe bis dahin zu ganz ; ■ enorm billigen Preisen ab.
! 1592 Herrn. Äug. Müller.:
Bei Inventur Aufnahme habe einem großen Posten ! Kinder- u Mädchen-Kuopfstiefel u. Kinder । Halbschuhe, sowie eine Parthie Damen Zug stiefel zurückgesetzt, welche ich, um schnell damit zu räume«, zu jedem annehmbaren Preise verkaufe.
Tiiliiiee 'RnrH Ecke Mäusbnrg und 1528 JUAiUL» JDUGAl, Wcttergaff«.
••eeeeeeeeeeeeeeee^eeeeee
14 grosse Fl. oder 26 halbe Fl. Böhmisch Export
3
3
3
Mk.
I »
n
für 1 20 bei I586
C. Roth II.
M 562 W
j »<—•»••••••••••—••••• | 5 Pfd. prima weiße SpSlZSpTeVL
■ 1476 bei August Schlesstttger. i
* 1ÄV1 iö46 Ein Paar gute Pferde (Rappen) j
[ sind zusammen ober einzeln zu verkaufen, | 1 Näheres in der Expedition d. Bl. 1
d Das durch seine gute Qualität so allgemein behebt d gewordene Flaschenbier von tiebr. Röbrle d kostet frei in's Haus geliefert:
14 »
16 ,
„ „ 26 „ „ Franziskaner (dunkel)
„ „ 30 „ „ Wiener Export
Nur auf kurze Zeit!
Damen Regenmäntel, Jaquets, Umhänge
in geschmackvollem neuestem Genre zu denkbar billigen Preisen.
Cour. Jos. Heller, __________Wetzsteingasse 48. 1448 Rein u. kräftig schmeckende
Caffee’s:
roh pr. Pfd. JL 1,10, gebr. pr. Pfd. at 1,40
» •• •• » l»20, „ „ „ „ 1,50,
n » •• tf 1/30, „ „ „ „ 1,60,
11 11 »I 11 1/40, „ „ „ „ 1,70,
u h 11 ti 1,50,
„ , „ „ 1,60,
empfiehlt 1201
Ohr. Bieker, Neustadt 55.
1463 Ich habe einen größeren Posten Möbel zu verkaufen-
H. Werner, Bismarckstraße 6—8. Flaschenbier aus der Gxportbier Brauerei
Pftmgstadt:
Bock-Ale (Salon-Bier)
per Flasche .... 30
Kaiserbräu, per Flasche . 25
Lagerbier, „ „ . 20
frei ins Haus, empfiehlt 1556
Fr. Kühnhold,
bös] Ltylarrke Oelf/lsfer zu Dung- fässern, sowie Cocospipen zu verkaufen bet
L. Mühlhausen, Westanlage 15


