Milüge zu Jlr. 24 des „Achmer Anzeiger".
Vermischtes.
— tDie Mondfinfterniß in der Nacht vom 28. zum 29. Januars Die völlige Mondfinsterntß, welche in den Nachtstunden »om 28. auf den 29. Januar eintreten wird, ist in mehrfacher Beziehung von besonderem Interesse. Bekanntlich kehren die Finsternisse nach einer bereits von den Chaldäern vor mehr als 2»/r Jahrtausenden ermittelten Frist von 18 Jahren und 11 Tagen in derselben Reihenfolge wieder. Stach diesem Cyklus ist die Finfterniß am 28. Januar die Wiederkehr der Mondfinfterniß vom 17. Januar 1870, und ebenso werden, beiläufig bemerkt, die übrigen Finsternisse des gegenwärtigen Jahres denjenigen von 1870 entsprechen. Die astronomischen Verhältnisse sind für die Beobachtung der kommenden Finfterniß ungewöhnlich günstige und man darf auf interessante Wahrnehmungen hoffen, vorausgesetzt, daß die Witterung keinen Einspruch erhebt. Für Jena tritt die erste Berührung des Mondrandes mit ein um 10 Uhr 17 Minuten, die vollständige Verfinsterung beginnt J1 JA min- und endigt 12 Uhr 56 Mtn. Die letzte Berührung des Mondes mit "der das Ende der Finfterniß tritt ein am 29. Januar 1 Uhr 56 Mm. früh. Um die Zett der Mitte steht der Mond hoch am südlichen Himmel, u?hezu 57 Gr. über dem Horizont. Bei Anfang der Mondfinfterniß tritt der Erd- schatten auf die Mondscheibe 93 Gr. vom nördlichsten Punkte des Mondrandes gegen Osten hin und bedeckt dort die Gipfel des Randgedirges d'Alembert (östlich des großen Kraters Gtmaldi und der Kordilleren), ebenso werden diese Hochgipfel bei Beendigung der vollständigen Finfterniß (12 Uhr 56 Mtn.) zuerst wieder sichtbar, und zwar glänzen sie^ gewöhnlich schon ein paar Minuten vor Ende der vollen Verfinsterung in eigen- thumlichem hellblauen Lichte. Der Erdschatten verläßt die Mondscheibe 74 Gr. westlich vom nordöstlichen Punkte derselben, jenseits des Rtnggebirges Kondorket (westlich von Mare Krisium). Zu Anfang der Finfterniß steht der Mond senkrecht über dem rothen Meere nördlich von Massauah, in 18Va G. nördl. Breite, zur Zeit der Mitte über der Oase Kauar in der Sahara und zu Ende der Finfterniß senkrecht über einem Orte von 18 Gr. nördl- Breite nördlich von Bakel am Senegal, lieber die Ursache der Monv- finsterxisse ist heute kein Wort mehr zu verlieren; Jeder weiß, wie die Verdunkelung dadurch entsteht, daß dieser in den Schattenkegel der Erde tritt und durch denselben hindurch seinen Weg beschreibt. Dieser Schattenkegel wird durch Sonnenstrahlen begrenzt, welche die Erde berühren in allen Punkten ihrer Oberfläche, für die die Sonne im Horizont ftebt, wo sie also eben auf- oder untergeht. Da die Sonne als Scheibe von merklichem Durchmesser erscheint und die Erdoberfläche von einer ftrahlenbrechcndcn Atmosphäre umgeben wird, so ist die Begrenzung des Schattenkegels der Erde nicht scharf, sondern verwaschen und außerdem der Querschnitt dieses Schattens etwas größer als er lediglich den geometrischen Verhältnissen gemäß sein würde. Wenn der Schatten auf der Mondscheibe sichtbar wird, zeigt er sich zuerst als matte, rauchartige Der- ounkelung, die jedoch rasch an Bestimmtheit zunimmt. So lange nur ein Theil der Mondscheibe verfinstert ist, erscheint der Schatten dunkelgrau und die Mondflecke sind darin nicht oder nur mit großer Mühe zu erkennen. Erst wenn die ganze Mondscheibe bedeckt ist, erkennt man, daß der Schatten einen röthltchen Schimmer hat und dieses Roth wird während der vollständigen Verfinsterung häufig sehr hervortretend, bisweilen ist es von ziemlich Heller Färbung, mitunter auch düster, dem dunkeln Kupferroth vergleichbar. Die Mondflecke sind in diesem rothen Lichte meist wieder sichtbar. Wenn der Mittelpunkt des Erdschattens auf die Mondscheibe zu liegen kommt, so zeigt sich um diesen Mittelpunkt ein großer, recht schwarzer, verwaschener Fleck und erst in einer gewissen Entfernung erkennt man ringsum die rothe Farbe. Dies wird bei der Finster- niß vom 28. Januar voraussichtlich eintreten, indem um die Zeit der Mitte das Centrum des Erdschattens auf der nördlichen Hälfte der Mondscheibe liegt. Kurz vor Ende der vollständigen Finfterniß sieht man, wie schon bemerkt, auf den Hochgipfeln am Ostrande deS Mondes ein blaues Licht, dem jedoch erst nach 2—3 Minuten der wirkliche Sonnenschein auf jenen Bergspitzen folgt.
Bei der Mondfinfterniß vom 4. October 1884 hat Herr de Boe in Antwerpen eine merkwürdige Wahrnehmung gemacht. Als der Mond ungefähr bis auf ein ulr "ar, zeigte der Schatten statt der kreisförmigen Begrenzung in den
Mittleren Theilen eine ansehnliche Ausbauchung ober Erhöhung. Dieselbe wurde bald “e*ner unb verschwand, als der Mond etwa zur Hälfte verfinstert war. Etwa? Sehnliches haben die Beobachter auf der Brüsseler Sternwarte gesehen und glauben, ote Ausbauchung sei dem äquatorialen Profil der Erde, nämlich ihrer Anschwellung in Den äquatorialen Gegenden zuzuschreiben. Rach der Meinung von Proktor wäre da- .. f UTfaÄje in großen Wolkenmassen, die Über Guiana schwebten, zu suchen. Herr « n Antwerpen, der die Erscheinung am bestimmtesten gesehen hat, sprach die Ansicht aus, daß die Erhöhung des Schattens durch das Profil der Kordilleren hervor- gerufen worden und wieder verschwunden sei, als der Mond in Folge der Erdumdrehung tm Horizont des Großen Oceans stand. Indessen ist dieser Erklärung entgegenzuhalten, vatz um die Zeit, als in Antwerpen jene merkwürdige Ausbauchung des Erdschattens vemerkt wurde, Die Kordilleren nicht im Rande der Erde, welcher den Schattenkegel vegrenzt, lagen, sondern vielmehr Ostbrasilien. Welcher aber auch die Ursache dieser Abweichung der Schattenform von der regelmäßigen Gestalt gewesen sein mag, jedenfalls werden die Beobachter bei der bevorstehenden Finsterniß gut thun, auf die Krümmung des Schattens zu achten, beim dieses Mal wird gegen Ende der Finfterniß H^alaya-Gebirge den Mond im Horizont haben und sein Profil den entsprechenden Theil der Schattengrenze auf dem Monde bestimmen. Da die Begrenzung des öchattei^ überhaupt sehr verwaschen ist, so dars man sich bei der Beobachtung nur einer schwachen Vergrößerung bedienen. Bei der völligen Mondfinsterntß vom 4. October 1884 erschien der verfinsterte Mond außerordentlich dunkel und man hat verschiedene Hypothesen zur Erklärung dieser auffallenden Erscheinung aufgestellt. Nach einer derselben sollten damals die obersten Schichten unserer Atmosphäre merklich weniger durchsichtig gewesen sein a!3 sonst, vielleicht in Folge der Materie, welche beim Ausbruche der Krakatana in die höchsten Luftregionen emporgetrieben wurde. Bei der theilweisen Mondfinfterniß »om 3. August 1887 bot die Farbe des Schattens oder das Aussehen des verfinsterten Mondes nichts Ungewöhnliches dar, dagegen wurde auf der der „Kölnischen Zeitung" und unabhängig davon auch auf dem Observatorium |u O-Gyalla in Ungarn die Schatten grenze außerhalb der Mondscheibe als bleiaraue Wand ähnlich einer Wolke mit scharfen, welligen Umrissen gesehen, dem dunkeln Seg- ^r?E ^Es Erdschattens entsprechend, welches man bei noinial entwickelter Dämmerung t tüt r sich etwas Sehnliches bei b.r völligen Finfterniß am 28. Januar zeigen rmro, läßt sich nicht vorausbestirnrnen, da dies von Zuständen in unserer Atmosphäre abhangt über die wir nicht genügend unterrichtet sind. Photographische Aufnahmen der verschredenen Phasen der Finfterniß zu genau bestimmten Zeiten werden dagegen wichtige Beiträge zur Bestimmung der Vergrößerung des Erdschattens liefern können, »nö cs steht zu hoffen, daß solche Aufnahmen recht zahlreich gewonnen werben.
(Nach ber „Köln. Ztg.".)
Eingesandt.
Gietzen- 26. Januar.
In Nr. 14 b. Bl. war bas Scheeren ber Pserbe im Winter gerügt worben, Darauf hat ein Einsenber in Nr. 20, wie es scheint, ben Versuch machen wollen, diesem Scheeren ber Pferbe unter Bezugnahme auf eine Schrift, betitelt „Das Scheeren ber vT erbe, ein Fortschritt in ber Gesundheitspflege", bas Wort zu reben. Hätte ber SEJenber jene Schrift genau gelesen, so würbe er wohl von seinem „Eingesandt" Abstand genommen haben, denn auf pag. 50 der eit. Schrift sagt der Verfasser wörtlich:
"Bei zu spät, im December z. B., geschorenen Pferden wächst das Haar nicht mehr gehörig nach und das Thier bleibt den ganzen Winter hindurch fast nackt und darum sehr empfindlich".
Durch die Schrift wird also gerade das bestätigt, was das „Eingesandt" in 14 besagt, daß nämlich das Scheeren der Pferde im Winter durchaus ungerechtfertigt ist und den Thieren unnütze Qualen verursacht.
Uebrigens räth, beiläufig bemerkt, der Verfasser der betr. Schrift das von anderer Seite sehr mißbilligte Scheeren (vgl. z. B. Medicinalrath Haubner, Gesundheits- lehre, Dresden 1871) selbst in guter Jahreszeit für die Regel nur bei solchen Pferden
an, welche sehr strenge und mühsame Arbeiten verrichten, folgeweise, wenn sie nicht
geschoren würden, übermäßig schwitzen müßten, und noch besonders macht er darauf
aufmerksam, daß es nöthtg fei, Luxus-Pferde, welche an Decken im Stalle gewohnt
seien, wenn man sie überhaupt selbst in guter Zeit scheeren wolle, nach der Schur und besonders im Winter außerhalb des Stalles stets mit Decken zu belegen, um sie vor Erkältung zu schützen.
Landwirthschaftliche Nachrichte«.
—„ sDie Pflege ber Obstbäume in den SBintermonaten.] lieber bieses Thema hielt unlängst ber Obergärtner ber lanbwirthschaftlichen Versuchsstation Elbena in Pommern, Th. Mensing, einen Vortrag, ber auch für süblichere Gegenden manches Beachienswerthe bietet. Wir entnehmen demselben das Folgende, indem wir in der Hauptsache dem Bericht des. „Grfsw. Kr.-Anz." folgen: In den Wintermonaten, wo Natur sich durch eine längere Ruheperiobe zu neuem Wachsthum kräftigt, ist bie Thätigkeit bes Gärtners unb Obstbaumzüchters zwar keine so angestrengte wie im Sommer, zumal die meisten seiner Pfleglinge der Pflege wenig ober gar nicht bebürfen; fie ist aber bennoch keineswegs ganz einzustellen, vrelmehr müssen bie Vorarbeiten für b;e an Arbeit so reiche Zeit des Frühlings erledigt werden. Einer besonderen Beachtung unb aufmerksamen Besichtigung bedürfen zur Winterszeit aber die Obstbäume. äftan entdeckt bann vielfach, daß in ber Krone manche Aeste sehr nahe aneinander stehen, so daß sie sich bei nur einigermaßen starkem Winde rounbreiben müssen; von stärkeren Arsten sind auch wohl Sommertriebe in die Krone hineingewachsen. An den Zweigspitzen bemerkt man vertrocknete Blätter, die mit einem weißlichen Gespinnst umsponnen unb damit an ben Zweigen befestigt sind. Bei näherer Betrachtung finbet man in diesen Gespinnften Puppen und Eier schäblicher Insekten. Auch sinb bie stärkeren Aeste der Krone und der Stamm häufig mit abgestorbener, abplatzenber Rinde, mit Flechten, Moosen unb anderen Schmarotzern bedeckt, wie sich auch wunde Stellen Daran vorfinden. Dies alles ist geeignet, das Wachslhum des Baumes, die Lebensdauer desselben, die Ernte unb die Ausbildung der Früchte auf das Empfind- lidjfte zu beeinträchtigen, wcßhalb auf die Beseitigung dieser Uebelflänbe die größte Sorgfalt zu verwenden ist. Was zunächst die Krone des Obstbaumes betrifft, so darf dieselbe nur so Dicht sein, daß auch im Sommer Lust und Licht auf das Innere derselben einwirken körnen, aus welchem Grunde im Winter das Auslichten derselben erfolgen muß. Wasserreiser unb zu nahestehende Zweige sind wegzusckneiben; stärkere Aeste sind — unb hieraus ist besonders zu achten — bicht über der Stelle zu entfernen, wo sie entstanden sind, da stehenbleibende Stumpfe geeignete Brutstätten für Pilz- bilbungen abgeben, woraus sich dann ber ben Baum zu Grunde richtende Krebs entwickelt. Das Schneiden Der Zweige unb Aeste ist in ber Weise auszuführen, baß ber Schnitt sich von unten nach oben Dem Stamme zuneigt, Da auf diese Weise bie Wunbe möglichst klein wirb unb auch leichter heilt. Entstehen größere Wunden, so sind dieselben, um bie Einflüsse ber Witterung abzuhalten unb bie Pilzbtlbung zu verhindern, mit Banmwachs, Theer ober Baumsalbe zu bestreichen. Nicht selten macht der Obstbaumzüchter bie Bemerkung, daß ein im mittleren Alter stehender Baum ein nur schwaches Wachsthum zeigt. Er entwickelt wohl Blätter unb Blüthenknospen, aber wenig Holztriebe. Die Ursache kann barin liegen, baß der Baum schon beim Pflanzen an ber Wurzel gelitten hat unb die demselben die Nahrung zuführenden Zellen zum größten Theile verholzt sind. Ist der Baum noch jung, so wird man ihn zwecks Beseitigung dieses krankhaften Zustandes stark zurückschneiden. Ist er schon starker, so mutz man ih« verjüngen. Dies geschieht, indem sämmtliche Aeste der Krone bis auf einige Fuß über ihrem Entstehungspunkte entfernt werden. An diesen Stumpfen entwickeln sich bann Augen und Holztriebe. Von den letzteren werden die besten zum Neubau ber Krone benutzt, der etwa in 3—4 Jahren vollenbet ist. Während dieser Zeit dürfen aber die anderen, beim Ausbau der Krone nicht Verwendung findenden Zweige nicht fortgeschnitten werden, da die schon ohnehin stattgefundene Saftstockung baburd) vergrößert wirb, was ben Untergang bes Baumes zur Folge haben könnte. Diese Art ber Behanblung vertragen übrigens nur bie Kernobstbäume, nicht aber bas Steinobst. — Besonbere Sorgfalt ist in ben Wintermonaten auf die Reinigung des Stammes von Moosen, Flechten unb abgestorbener Rinde zu »erwenden. Es kommt sehr viel darauf an, daß diese mit der Hacke ober dem Baumkratzer auszuführenbe Arbeit gut unb grünblich verrichtet wirb, denn unter ben zu entfernenden Theilen überwintern Brut, Eier und Larven unzähliger Insekten, die den Obstbäumen den größten Schaden zufügen. Besonders schädlich sind die Rüsselkäfer, welche die Blüthenknospen Derartig aushöhlen, daß Die Bäume beim Beginn deS zweiten Triebes vollständig kahl dastehen. Die ben Aepfelbäumen so gefährliche Blutlaus überwintert unter einem ben Stamm ober bie Zweige überziehenden Gespinnst von weißlicher Wolle, theils lebend, Iheils in Eiern. Die Eier ber unzähligen Mengen von Blattläusen sinb nur, mikroskopisch wahrnehmbar. Um bie Holz- ober Fruchtaugen gelegt, erscheinen sie anfänglich als Schmutz, später im Februar als feine Körnchen. Großen Schaden verursachen ben Obstbäumen auch bie Ringelspinner unb Goldafter, welche in einem festen, leimartigen Gespinnst überwintern. Der Apfelblüthenftecher ist sehr häufig bie Ursache, baß bie Obstbäume wohl blühen, aber keine Früchte tragen. Auf bie Vertilgung ber erwähnten unb noch vieler anberer schäblicher Insekten und ihrer Brut hat nun der verständige Obstbaumzüchter in den Wintermonaten sein Augenmerk zu richten. Sind die Moose, Flechten u. s. w. entfernt, so sind Stamm und Zweige mit Kalkmilch oder Seisenwaffer, dem etwas Fuselöl beigemengt ist, zu überstreichen, bet welcher Arbeit besonders darauf zu achten ist, daß die Rindenrisse unb die Astlöcher hinreichend mit diesetr Flüssigkeiten getränkt werden. Die Kalkmilch überzieht Stamm unb Zweige mit einer Haut, unter ber bie Insektenbrut erstickt. Fuselöl empfiehlt sich, weil es sehr bünnflüssig ist. Sinb bünne Stämmchen sehr mit Blattläusen besetzt, so thut man gut, sie zu verbrennen, um ber weiteren Verbreitung vorzubeugen. Werbet man auf diese Weise auch im Winter der Pflege der Obstbäume größere Sorgfalt zu, so werden die Bäume die ihnen gewidmete Zeil unb Mühe reichlich lohnen unb mit Dem Eintritt einer breiteren Basis wirb dem Obstbau dann auch eine größere Garantie seiner Ertragsfäbigkeit gegeben werden, was nicht unerheblich zur Hebung des Volkswohlstandes beitragen kann. (F. Z.)
Literarische-.
— Ein bezeichnender Zug unserer heutigen Romanliteratur ist das frappante Lokalkolorit, das die besten modernen Werke dieser Gattung auszuzeichnen pflegt. Diese Beobachtung Drängt sich uns von Neuem auf, wenn wir die bis jetzt erschienenen acht Hefte (sechzehn Wochennummern) des lausenden Jahrganges der »Deutschen Romanbivliothek"' (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) zur Hand nehmen.„ Jeder Der vier trefflichen Romane, die wir hier vereinigt finden, hat feine eigene Färbung, entsprechend Dem Boden, .auf dem er spielt. „Des rechten Auges Aergerniß" von August Niemann zeichnet auf das Treffendste die zersetzenden Elemente, die innerhalb der hohen österreichischen Aristokratie gelegentlich bis zu so entsetzlichen Thaten führen wie die hier mit künstlerischer Meisterschaft geschilderte, während Theodor Duimchen's „Jantje Verbrügge", die ganze breitspurige Behaglichkeit eines reichen holländischen Kaufmannshauses schildert, in welches ein frisch hereintretendes jugendliches Element äußerst wohlthätige Wandlungen bringt. Dagegen führt uns Christian Benkard's „In ferner Inselwelt", seinem Titel entsprechend, über das Weltmeer, während Robert Byrs „Waldidyll" den frischen Duft des deutschen Waldes athmet. Alle vier Werke zählen zu den fesselnden Erscheinungen in der erzählenden Literatur der Gegenwart.
TZ ___ Fleisch-Extract. Pepton u. Bouillon
381801 PI1! I* M sind in kurz. Zeit bereits mit 16 Ehrendiplomen ®
M u. goldenen Medaillen ausgezeichnet worden. 50


