Gießen, am 25. Februar 1888.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.
Nr. 6 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 22. d. M. enthält •
(Nr. 1769.) Gesetz, betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltung der Reichsheeres. Vom 20 Februar 1888
Greßen, am 25. Februar 1888. «roßherzogliche« Kreitamt Gieße». ^CDruar 1Mb51
________________________ Dr. Boekmann.
1 Vorsteck?'/""^" : 1 PEwonn-i- mit Inhalt, 1 schwarzer Glacehandschuh, 1 Paar gelb- Glacehandschuhe,^Strickzeugs l^alstuchTlP-lzkragen,
Rosten auf die Gemeinden und die besondere Gemarkungen bildenden Distrikte nach der Norm für Vertbeiluna der ffnmmnnnf,
S8wirrben (8lt 9 bel Äm8°tbnUn9 U°m 12’ 2u"i 1874) und' wenn £ Vertretung
Zatt'e?" h" S8OtI“9e bn anträ9e bet G°m°ind-°-rtretung binnen 14 Tagen in dieser Beziehung entgegen. Wir werden dem Großh. Ministerium __________ ___________ Dr. Boekmann.
heute via Malmö-
! rtpnpn 2,5* ^/bruar. Der frühere Landtagsabgeordnete Reinhard Schaum,
i ö« ?ror cini0cn Tagen mitthetlen konnten, wegen Versuchs zum
Meineid zu verleiten, Anklage erhoben worden ist, wird sich am 9. März vor der bie-
> sigen Strafkammer zu verantworten haben. 8 oer pte
wirb, ist das zur ohne Zwischenfall
— Dr. Rogazzi reist demnächst nach Schoa ab, um dem Könige Meneltk ein Schreiben und Geschenke der Königs von Italien zu überbringen.
— Ems ungeheuere Lawine begrub in Valtorta (Bergamo) eine Hütte mit 33 Personen, wovon bis jetzt 7 tobt und 10 lebend herausgeholt wurden; auch m Valbella (Navarra) wurde eine Hütte mit 4 Personen verschüttet.
San Remo, 24. Februar. Der Kronprinz blieb bis Nachmittags 4 Uhr auf und verweilte wiederum kurze Zeit auf dem Balcon. Er aß mit gutem AppetU, die Aerzte finö mit seinem Allgemeinbefinden recht zufrieden. Beschwerden treten mitunter em, wenn die Eanüle verstopft ist, doch werden dieselben leicht beseitigt. — Das heute hier erwartete englische Mittelmeergeschwader ist nicht etngetroffeü. ____________________________________________________ (Fr. Ztg.)
Deutschland.
][ Darmstadt, 24. Fcbruar. Privatnachrichten aus San Remo melden. daß der deutsche Kronprinz durch die Nachricht von dem Tode seine» Nissen, des Prinzen Ludwig von Baven, tief ergriffen worden sei. Ein Telegramm des Großherzog- au den Erbgroßherzog besagt, der Kronprinz habe in der Nacht nur wenig Schlaf gesunden.
Zur Theilnahme an oen Beisetzungs-Feierlichkeiten für den zu Freiburg i. Br. verstorbenen Prinzen Ludwig von Baden werden sich Se. Königl. Hoheit der Erbgroßherzog im Auftrage des Großherzogs nach Karlsruhe begeben. Der Prinz wird bet dieser Gelegenheit von dem Generallieutenant, Generaladjutant v. Westerweller, und dem Hauptmann v. Schwarzkoppen, militärischen Begleiter des Erbgroßherzog-, begleitet werden.
Ztelgien.
Brüssel, 24. Februar. Vom Kongo eingelangte Nachrichten melden den Tod der beiden belgischen Asrikasorscher van de Velde und Warlomonr.
Schweden.
Stockholm, 24. Februar. Die Kronprinzesstn ist Kopenhagen nach Karlsruhe abgereist.
Atatieu.
Akom, 24. Februar. Wis aus Maffauah gemeldet Recogrwscirung nach Ailet marschirte Jäger-Bataillon zurückgekehrr.
. des Abg. Meyer-Halle werden hierauf abgelehnt S 8 mit den
DOn **e$)a^b^nftkctflen fbc*ntra9tcn Aenderungen' angenommen.
3nrramreten des Gesetzes wird auf den 1. Juli 1888 festgesetzt.
Resoluten ?en Abgg Baumbach und Genossen beantragten
Kn briÄ aS",ra0t 1Um Schutz- nützlicher VSgel)
Es folgen Petitionen.
s ,r ’Veittionen we6en Herbeiführung gesetzlicher Miiicl zur Setämpfunn @0ei!8ebunr“u^trXn8 Sommi’fion bcm Reichskanzler als Material für di? ~ M (natl) wünscht eine einheitliche gesetzliche Regelung der
Frage der Trunksucht, während Abg. Schrader schwere Bedenken dagegen äußert.
Der Commisfionsbeschluß wird hierauf angenommen.
Aba v? nbtn Gewerbebetrieb der Schlosser werden auf Antrag de» er-Halle von der Tagesordnung abgesetzt.
Petitionen.^'" 1 Ubr: Handelsvertrag mit Paraguay, Erlaß der R-licl-ng-ldcr,
Telegraphtschk Depeschen.
Wolff'« teltgr. Eore»iz>»«de«z«vnreq«.
Berlin, 24. Februar. Der Kaiser nahm vormittags mehrere kurze Vorträae entgegen und empfing Nachmittags die ©raten Otto Stolberg, Albedyll und Moitk? Die sur gestern Abend angesagt gewesene kleine Theegesellschast wurde^ abgesagt Die Wache zog heute aus Beseht des Kaisers ohne Musik aus. u 1 8
_ Berlin, 24. Februar. Der „Reichsanzeiger" bringt folgendes Bulletin aus e°m 2?' ®cbru?r Vormittags 11 Uhr: Nach einem guten Tage war der finden unverändert"äe" anfanfl5 unruhig, später besser. Im klebrigen ist das Be- . 2t' JEb'uar. In dem hier geführten Prozeß gegen die Sozialisten unb (Senoffen «egen Theilnahme an einer geheimen Verbindung sind 2. Mär,aulgesetzf'worben "° Verkündung des Urtheils ist bis auf den
q k ; t'-dr», 24 Februar. Bei der Ueberführung der Leiche des Prinzen
Ludwig aus dem Sterbehause zum Bahnhof bildeten Militär und fackeltragende Mts^b".Spalier. Unter den Klangen e.nes Trauermarsches wurde der Zug durch Militär eröffnet, dem der Sarg, von Soldaten auf den Schultern aetraaen folat? ©Inter demselben schritt der Großherzog und das Gefolge zu Fuß und folgte die H>r3°6in ^^^o^amen im Wagen. Mit dem Extrazug, welcher die Leiche führt rft auch der großherzogliche Hof nach Karlsruhe gefahren. 9
.. . ‘• Februar. Der Großherzog und die Frau Großherzogin treffen
I? * dr nzen Ludwig Wilhelm heute Abend hier ein. Letztere wird in
der L>chloßkirche aufgebahrt. Der Flügcladjutant Major v. Schönau ist nach Berlin gereist, um Seiner Maiestat dem Kaiser über den Verlauf der Krankheit Bericht zu httreMtreffen^^ $rOnprtni unb die Kronprinzessin von Schweden werden am Sonntag
Deutscher Reichstag.
45. Sitzung vom 24. Februar 1888.
Erster Gegenstand der Tagesordnung ist erste und 'eoertt. zweite Berathung des von dem Abg. Goldschmidt (freis.) etngebrachten Gesetzentwurfs betr. die Abänderung des Gesetzes über den Verkehr mit blei- und zinkhaltigen Gegenständen. Danach sollen die Bestimmungen des Gesetzes vom 25. Juni 1887 auf das Feilhalten und Verkaufen von Eonserven erst vom 1. October 1889 ab Anwendung finden.
In Verbindung mit diesem Anträge wird eine Reihe von Petitionen berathen, welche theils den Ausverkauf aller am 1. April 1888 in deutschen Lägern vorhandenen Eonserven unter geeigneten Controlmaßregeln wünschen, theils um das Inkrafttreten
Petzes am 1. October 1889 bitten oder die Eontrole über die gesetzmäßige Be- schaffenheit aller vom Auslande eingehenden Conseroen den Reichszollbehörden an der Zollgrenze übertragen haben wollen.
Die Commission beantragt, die Petitionen über den Verkauf der Conseroen der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen.
« rkrJ®tel8f?crct8rr v Bötticher erklärt, daß der Bundesrath mit dem Anträge Goldschmidt einverstanden sei. Eine vom Bundesrath veranstaltete Prüfung habe cr?l-k/ i Eonservenindustrie durch den frühen Termin des Gesetzes empfindlich geschädigt werde. 1
M °Y-r-Jena (natl.) beantragt, die Bestimmungen des Antrags Gold- schmidt auch auf die Fabrikanten von Conseroen auszudehnen.
r, wird hierauf geschlossen; in der zweiten Berathung erklärt
Staatssekretär v- Bötticher gegen den Antrag Meyer-Jena. Ein Bedürfntß für dieses Antrages sei nicht nachgewiesen, dagegen liegen actenmäßige §rist -wischen dem Beschluß und dem Inkrafttreten des
®eikn be?iufteUen CnU8t fd' um ®efä6e auä g-fundhettsfchädlichen Bestand- $leger:3eenaälang‘1eno<mmen.fCi,mlbt "** ^^"f unter Ablehnung des Amendements Es folgt zweite Berathung des Gesetzes betr. den Schutz von Vögeln.
>1 wird mit einer vom Abg. Dr. Baumbach beantragten redactionellen Aenderung angenommen. «vuvuuhcuöi
Zu 8 2 beantragt Abg. Dr. Baumbach (freis.), daß, entgegen der Reaierunas- fdn^oUe^ 6 c®un® ÖOn Bügeln, so lange der Boden mit Schnee bedeckt sei, gestattet
Nachdem Abg. Dr. Meyer-Halle (freis.) diesen Antrag bekämpft, wird er mit knapper aitajoritat angenommen.
Qll( .> 5 nach dem Antrag der Abgg. Dr. Baumbach und Genossen folgenden Zusatz. Vogel welche dem jagdbaren Feder- und Haarwilde und dessen Brut und Jungen, sowie Fischen und deren Brut nachstellen, dürfen nach Maßgabe der landes- S-setztlchen Bestimmungen von den Jagd- oder Fischereiberechtigten und deren B?aui- nagten getodtet werden." •'
Gesetz Ln?“nI^büngbpnbetll§na^en ®C,C6e§' ben 55o8tIar,e"' «“f di- dieses n,ü..schka?e^L^r^eWaLt"'° bi-s-s Paragraphen einverstandett,
d-m Anträge der Abgg. Baumbach und Genossen soll der Krammeis-
■logelfang in der Zeit vom 21. September bis 31. Deeember gestattet sein I
31 b.S- Meyer-Halle beantragt, diese Frist erst vom 1. Cctober‘eintreten tu laffen; prinetpiell sei et gegen den Krammetsvogelsang. «ntreten zu
lebten SÄ? gtÄ ®«minberUng der Krammetsvogel in ben
211)0. Dr. Hermes (freis.) bekämpft den Antrag Meyer-Halle.
Karlsruhe, 24. Febr. Die Leiche des Prinzen Ludwig kam mittels Ertra- zuges, in dem sich auch der Grotzherzog, die Großherzogin, der Hofstaat, Prälat Doll im Ornat, ferner Brinz Max und Prinzessin Mary befanden, um V-12 Uhr hier an Nach kurzem Empfang durch die Prinzen Wilhelm, Karl und deren Gemahlinnen be- Spatter ße ^enjUfl na^ ^cr Schloßkirche. Entblößten Hauptes bildeten Tausende ar . Februar. Landesausschuß. Bei der Bcratbuna deÄ
tinpna9nnh,Uäni?df*lfe r« r" Regierung zu ersuchen, mit dem Bau eines defini- tiven LandeSausschntz-GebaudeS zu beginnen, sprachen Bulach (Sohn) und Bulack D$fftfamrf?^rflSr^CtrL UST? 2lntra9' Winterer gegen denselben, Unterstaalssecretä^ Puttkamer erklärte, die Regierung werde, ohne sich auf die politischen Motive des m?trarDfe?rCiÄarhat bcftcn 9lnna^mc demselben Folge leisten. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. • 1
n Wie«, 24. Februar. Die „Presse" bespricht das Communique des russischen Regierun^anzeigers. Sie gibt zu, daß die Stellung des Coburgers in Bulgarien keine durchaus legale sei, weist aber darauf hin, daß Rußland es verschuldet habe daß d^ser Usurpator auf den bulgarischen Thron gelangen konnte. Durch die russische ; aQlPaIi0 ^ E Thatsachen geschaffen , welche Halbwegs die Ruhe der Ä r ?? involvirten Ueberall fordere die öffentliche Meinung, daß, wenn rrUf ^Or 0cf°?tcrt werden muffe, man doch vorher wissen solle, wie der Ä?wie Rußland Bulgarien an Rußland geknüpft sehen wolle thffiTnnh rtT' ?r‘ «emerft, wie leicht vor sechs Monaten eine Verständigung mit wäre, wenn damals dasselbe auf den gleichen Boden wie heute ae
C* Kommunique sei als Programm nicht ausreichend, Rußland sollte Mächten 7ÜVnVrmi«n ^ '""Interesse an Bulgarien mit ben übrigen
öcbM« 7ug8®eräen@aUt015" <f‘ $dn3 V°Ui§ 3iapo,co" «“* der r, . Petersburg, 24. Februar. Das „Journal de St. Pötersbourg" sieht in den 6,estrlgen Erklärungen des „Regterungsboten" über Bulgarien einen Beweis der ver- ^^^^bdlichen Gesinnungen Rußlands, welches nur durch moralische Autorität das Recht Herstellen wolle; Rußland denke sicherlich nicht daran, die von ihm P^?fgrundete Autonomie Bulgariens anzutasten; die friedliebenden Mächte müßten jüngst in auswärtigen Zeitungen erwL der MWi0te Vxd> ber Ministerrath mit
San Remo, 24. Februar, 11 Uhr Abends. sPrivatdepesche des „Gieß. Anz."l Der Kronprinz erschien heute Nachmittag auf dem Balkon, hatte später erfrischenden Schlaf und befindet sich in besserer Stimmung. Husten weniger häufig, Auswurf geringer, kem Kopfweh; Temperatur normal.


