Keitage zu Jlr. 22 des „Meßmer Anzeiger
UuiverfitätS - Chronik.
«öttinaen. An Stelle des Gynäkologen Schwarz ist Professor Dr. Runge ans Dorpat als ordentlicher Professor für Geburtshilfe und Director der gynako loaiscken Klinik hierher berufen worden und hat den Ruf angenommen.
g $ — Die jungen Russen, welchen die Schließung der russischen Universitäten d e Fortsetzung ihrer Studien verbietet, beginnen, soweit ihnen Mittel hierfür zu Gebote tteben sich nach dem Auslande zu wenden. Am Polytechnikum und^ der Hochschule von Zürich macht sich diese Bewegung durch Zuwachs russischer Studenten schon ganz deutlich bemerkbar. _____
Loeflund’s Diätetische Mittel.
LoeftttNd S echleS Malz-Extrakt ist bei Husten, Heiserkeit, Katarrh, Asthma, Brust- und Halsleiden seit 20 Jahren bewährt, ebenso sind Loeflirnd'S Malz- Extratt-BonbonS als Hustenbonbons sehr beliebt. Das Malz-Extrakt mit Eisen wird bei Bleichiucht und Blutarmuth, das mit Kalk bei engl. Krankheit, das Malz- Extrakt mit Leberthra« für schwächliche Kinder empfohlen, die es gerne nehmen. In allen Apotheken, wobei ausdrücklich zu verlangen: von Ed. Loeflund m Stuttgart. 150
Lokales.
«Kietzen, 24. Januar. Ueber das räthselhafte Verschwinden eines ^auspielers b^ richteten wir kürzlich auf Grund von brtefl. Mittheilungen aus Berlin. Der Vermißte ist noch immer nicht gefunden. Heute verlautet über seine letzten beobachteten Handlungen aus Gra,z: Der ehemalige Grazer Techniker Adolph Klein, der sich ^^n wahrend seiner Studien in einer hiesigen Theaterschule ausgebitt)et, dann denselben den Rucken^gekehr und aus unüberwindlicher Neigung zur Buhne Schauspieler geworden, spielte rm letzten Sommer im Nordseebade Westerland Liebhaberrollen und wurde dann im-Theater n Gießen engagirt. Nachdem er aus diesem Engagement freiwillig geschieden war, reiste er am 24. December v. I. nach Frankfurt a. M. ab, von wo Freund,
SRnrfifmnhler Pem in Berlin, besuchen wollte, um einige Tage bet demselben zu bleitm" und dann in ^Schleswigeineneue Stell- anzutreten Er !-nd-t° -in-n großen Qnfftr nack Berlin und übergab am bezeichneten -i,agc Nachmittags sein Handgepäck ^-m T?äg°r mit d-r W-Uung, es um 10 Uhr Abends zum Berliner Zuge zu bringen Amiicken 8 und 9 Uhr Abends, vor Abgang des Zuges, hatte er eine Postkarte an dSnunb in @rai auÄn, worin er einen längeren Bries in Aussich stellte. Seither scblte ede Spur von seinem Verbleiben. Ein Selbstmord durste ausgeschlos en ^in wabrscheinlich wurde er das Opfer eines Verbrechens. Der Koster ist in Berlin .tnn.trnffrn Sein Berliner Freund zog umfassende Erkundigungen ern und unter - L ^um Zwkckl der Auffindung dei Vermißten eine längere Reise in B-g£ tun« etne§ Polizisten, die ebenso wie die in mehreren Zettungen emgelucklen Aufrufe erfolglos blieb.
London, 20. Januar. Die königliche Sternwarte meldet daß wahrend der aanien "vergangenen Woche die Sonne in London nicht einen einzigen Tag geschienen
Der^ Schmerz über diese stiefmütterliche Behandlung Londons seitens der Natur »ird aber ^einigermaßen gemildert durch die grauenhaften Berichte der Schneegestoder in den Vereinigten Staaten, welche wenigstens 200 Menschenleben gekostet haben. Seit i864 bat das amerikanische Festland kein ähnliches Wetter erlebt. Das The, mometer fanf an einzelnen Plätzen tief unter den Gefrierpunkt. Und dazu noch sauste das Unwetter aus heiterem Himmel herab. In Dakota, wo allein 145 Personen zu Tode erfroren schien die Wintersonne niemals freundlicher als am Morgen des vergangenen Mittwochs. Die Luft war klar wie Crystall, der Wind wehte von Süden her warm und balsamisch: es thaute und die Pächter zogen aus nach der Stadt, um Omkaufe zu niarden Gegen Mittag zeigte sich eine Wolke, die sich von Norden nach Westen tief nm jnoriiont entlang zog. Eine Stunde später und sie fegte schon über bas Land £tn SnTelte die Sonne und entsandte Schneehaufen, welche durch den gleichzei ig dnaetretenen Sturm wie feines Mehl um her getrieben wurden. Alle Bahnen in Dakota, Minnesota und anderen Staaten wurden bedeckt, die Telegraphendrahte^niedergerissem
Die Kälte war so groß, daß zum ersten Male seit dem Anzuge der Wertzen der Fluß Colorado in Texas sich mit einer dicken Eisrinde bedeckte. Das Vieh starb zu Tausenden in den Ställen. Viele Menschen sind erfroren.
Newyork, 18. Januar. Aus allen von dem lungsten Schneefturme heim- gesuchten Bezirken lausen fortgesetzt erschütternde Berichte ein. Ganze Schaaren von Schulkindern tarnen auf dem Nachhausewege um. Die strenge Kalte hat sich auf!TexaS ausgedehnt, wo sie tndeß nur von kurzer Dauer war. Auch dort sollen viele Personen erfroren sein.
Landwirthschaftliche Nachrichte«.
(Nachdruck verboten.) t
— sWarnung vor geschwefeltem Saatgut] Diejenigen Landwirthe, die Saatgut anzukaufen haben, machen wir darauf aufmerksam, beim Einkauf ja darauf zu achten, daß sie nicht geschwefelte Maare erhalten, denn durch das schwefeln wird die Keimkraft um lOpEt. vermindert. Getreide, namentlich Gerste und Werßkleesamen, werden fehr häusig geschwefelt, um ihnen ein schöneres Ansehen zu geben, mitunter auch nur, um die Körner gegen Pilze zu schützen. Es wird das Schwefeln tn großem Umfange betrieben, wie daraus hervorgeht, daß kürzlich bei einer Untersiichung von 100 Gerstenproben sich 6U geschwefelte v.rfanden. Der Landwirtb lasie sich also beim Einkauf von Saatgut, das nur von bekannten und reellen .Händlern gekauft werden sollte, dafür garantiren, daß das Saatgut nicht geschwefelt ist. Uedrigens läßt sich ziemlich leicht feststellen, ob eine Schwefelung stattgefunden hat. Man stecke zu dem Zwecke Silber, z B. einen silbernen Lössel oder einen blank gescheuerten Thaler in die Körner. Ist das Getreide geschwefelt, so hat das Silber am anderen Tage einen schwarzllchen Sch^in.^eitung ber Hülsenfrüchte.] Es ist zwar allgemein bekannt, daß die Hülsensrüchte eine sehr nahrhafte Speise sind, aber wenig bekannt ist, daß dazu eine besondere Zubereitungsart gehört, ohne welche die in den Hülsenfrüchten enthaltenen Nährstoffe nicht zur Aufnahme für den menschlichen Körper geeignet sind, weil sie sich sonst nicvt gehörig lösen. Die Hausfrauen sehen zwar darauf, möglichft frische Hülsenfrüchte zu kaufen, aber obgleich bei diesen die Lösung etwas leichter ist, so findet sie doch nur, selbst unter Zusatz von Natron, unvollkommen statt. Um nun Hulsenfruchte, selbst alte nahrhaft und leicht verdaulich zu machen, sollten dieselben vorher genügend eingeweicht werden. Man schüttet sie zu dem Zweck in kaltes Wasser und läßt Erbsen 24 Stunden, also einen Tag und eine Nacht, Bohnen 48 Stunden dann weichen, nimmt sie dann aus dem Wasser und läßt die Hülsensrüchte feucht noch einen Tag fieben Sodann werden sie in beliebiger Weise gekocht, vielleicht noch unter Zusatz einer Messerspitze doppeltkohlensauren Natrons, und zubereitet. Solche Hülsensrüchte sind nun sehr schmackhaft, sehr leicht verdaulich und sehr nahrhaft, da alle darin enthaltenen Stoffe in einem Zustande sind, in dem sie leicht von den Verdauungsorganen ausgenommen werden können.
Allgemeiner Anzeiger.
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dem District
den 81. Januar 'aus
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Fichten- Eichen- Buchen - Linden-
21,20
10,22
1,77 0,44 14,29
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Riedwald:
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Bau- und Rutzholzversteigerung in der Mrstlichen Oberförflerei Lich.
haltend, ii
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Es sollen versteigert werden:
den 30. Januar aus den Distrikten Mönchswald
Eichen - Stangen Fichten-
„Meilbach".
Lich, am 16. Januar 1888. ,
€2i Dr. Dieffenbacb, Forstrath.
Kiefern-Stammholz, 187,36
69,50
Für Maskenbälle
ÄE” «8? XV»’ i°"X"Är 8Ä
Spitzen und Ballblumen zu billigsten Preisen- 681
__A. Fatagmann.
Sämmtliche
Iorumlarim für Krankenkassen
find nunmehr bei mir zu haben.
Wilh. Klee
Schreibmaierialienhandlung zu Gießen.
Montag und M e i l b a ch: 340 < 125 48 7 2 5 145
Dien-tag — -
265 Stück Fichten-Stammholz, 149,51 fm haltend,
70 „ Eichen- n 55,67 „ „ *
(darunter mehrere Schnittholzbloche)
1 Kirschbaum-Abschnitt, 0,49 fm haltend,
24 Fichten-Derbstangen, zusammen 4,90 fm,
1137 „ -Reisstangen (Hopfenstangen, Bohnenstangen u. s. w.)
3 Eichen-Stangen mit 0,32 fm.
Die Zusammenkunft ist jedes Mal Vormittags 9^2 ^hr, am e^ten Tage auf dem Weg von Burkhardsfelden nach Lich wo dieser den fürstlichen Wald durchschneidet, am zweiten Tage auf der Kreisstraße Ltch—Hattenrod tn der
Holzversteigerung.
Dienstag, den 31. Januar,
von Vormittags 9 Uhr an, sollen in dem Staufenberger Gemeindewald, Districten Birken und Lahnkopf versteigert werden:
35 Eichen-Stämme mit 18 32 Fm., mehrere Stämme bis zu 90 Ctm. Durchmesser,
39 Nadel-Stämme mit 12,56 Fm , 600 Fichten-Derbstangen, 21,99 Fm., 3116 Fichten-Reisstangen, 23,88 Fm., 126 Rm. Buchen-Scheit,
28 „ Eichen-Nutzscheit,
120 „ „ Scheit,
68 „ Buchen-, Eichen u. Nadel- Knüppel,
5660 Wellen Buchen-, Eichen- und Nadel-Reiser,
54 Rm. Buchen- und Eichen-Stöcke.
Die Zusammenkunft ist an der Straße nach Marburg, oberhalb der Tiefenbach und kommen Fichten-Stangen und Bauholz erst zur Versteigerung.
Staufenberg, am 23. Januar 1888. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg.
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| Conditor, Marktstraße 32.
Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag d. 30, Januar 1888, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem District Oberhaag Abth. 113s. nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
A. Bau-, Werk- und Nutzholz.
1 Birkenstamm mit 0,49 Festmeter,
9 Fichtenstämme „ 4,29 „
9 Fichtenstangen „ 0,80 „
B. Brennholz.
Scheith. Kuüppelh Stockh. Reish.
Rrntr. Rmtt. Rmtt. Wellen
Buchen 2,5 — — —
Eichen 317,4 178,8 154,8 5190
Nadel 2 6 5 330
Die Zusammenkunft ist am Forstgarten 3. Schneise.
Gießen, den 19. Januar 1888.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm. 610
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