Nr 7A Erstes Matt. Sonntag den 25. Mürz 1888.
Gießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Bnrcarr r Schulftraße 7.
rLLatML-e Maawa—m ■
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Einladung zum Abonnement ssr
auf den
Gießener Anzeiger,
Wir
Amts- UNS ÄnzeigebtaN für Sen Kreis fließen.
Der Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn, und Feiertagen, iucl. -- — -° *; f«' —* Mo»»-»»». Mch!» te.tDm wir, «»-»-- lei« -»-r-adll»- Md-M»»g «folgt, M»
M 'm n. — *
vollzählige Exemplare liefern können.
Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß den Preise von 50 H pro Quartal geliefert werden.
Abonnenten ves Anzeigers die „Derwaltungsblätter" zum ermäßigten Die Expedition.
Amtlicher Hßeit.
Betreffend: Die Einsendung der Tage- und Handbuchs-Auszüge: hier: Kaffensturzprotokolle. Gießen, am 23. März 1888.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
a« die «rotzherzoglichen Bürg-rmetftereie» deS «reise«.
Diejenigen von Ihnen, welche die in unserem Amtsblatt Nr- 5 vom 26. August 1885 vorgeschriebenen Kaffensturzprotokolle für 1887/88 bis i-tzt uock nicht einaesendet haben, werden an deren Vorlage mit Frist von 8 Tagen erinnert.
Dr. Boermann. __________—
--------Pfunden- 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 goldenes Armband, 1 Boa, 1 Schelle, 1 Handschuh, 1 Gummischuh, 1 goldenes Armband, 1 goldener Bügel von einer Taschenuhr, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. .
9 Gießen, am 24. März 1888. Großherzoglrches Polizeramt Gießen.
p Fresenius. .
Deutschland.
nn. Darmstadt, 23. März. [Srfte Kammer der Standes Eingegangen ist eine Interpolation Sr. Grotzh. Hoheit des Prinzen Alexander oon Heisen übet die ^^Et-rialpräst?-nt^WebÄ^b-antwort-t diese dahin, daß das eigentliche Münz- ro,aar des Grotzherzogthums Hessen durch die Reichs-Münzgesetze aufgehoben worden iti0 Dte Aushebung der Darmstädter Münze sei deßhalb erfolgt, weil ber ®en>lnn, welchen man erhofft hab-, nicht im V-rhältniß zu den Kosten gestanden habe welch mrsaeroendet werden mutzten, um dieselbe mit anderen Münzen auf gleicher Hohe zu halten Durch di- öftere Unterbrechung sei das Perfona außer Uebung gekommen und die Miterhaltung der Mafchln-n f-i -in- kostspielige gewesen Di- B'lbniff-b-r jeweiligen Landesherr» würden nur auf die Goldmünzen geprägt und es sti Seitens Grotzh. N-aierung dem Großherzog das Ehrcnrecht gewahrt und mit Preußen vereinbart w°?den daß di- auf H-ff-n en,fallende Münzguol- In den Münzen zu Hannover und Berlin auf Rechnung der h-fsifchcn Regierung, doch ohne Kosten für Prägung ange- fptprtint nnb mit dem Stempel des jeweiligen Landesherrn versehen wurden.
6 f 8©obann tritt bas Haus in di- Fortsetzung bet B-rathung b-s SlaatS-Bubg-ts Über die außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben und erledigt dasselbe dahin, daß das Haus seine Zustimmung zu sämmtlichen B-schluff-n der zweiten Kammer -rthetlte. B-rathung des Ftnanzgesetzes
^l-rbei entspinnt sich -ine lebhafte Debatte. Zn der zweiten Kammer wurde der Antrag llstöll ng"r Schade und Genosfen, den Artikel I des G-f-tzentwurfs dahin zu jä S on Grundsteuer ber Betrag oon 12 J,, von ber Gewerbe-, Kapitalrenten- und Einkommmsteuer 17 ausg-fchlag-n und nach den gesetzlichen B-stimm- un0m ®|t01beantragt Ablehnung dieser Sa”Unein£ Majorität beantragt dafür unter Ablehnung der Regierungsvorlage, den Ar'- 1 'L07^rm°tz°n ,u 'offenDQn 15 Qn G-werbe-, Kapitalrenten- und Einkommensteuer der Betrag von je 17 ^„ ""f dte Mark StEkapiMl aus- aefcklaaen werden und von der Einkommensteuer sollen für die Fruanzperiode 1888 vi Lll-L°mm°"d» beiden untersten Steuerklaffen 2. Abthei ung also von 500 bis weniger als 600 X und oon 600 bis weniger als 700 X Einkommen, befreit fein.
■Ä Ä .Ä'Kaiä SS SÄ KS.A der Steuerzahler in die Steuerfreiheit. Dielen dieser Befreiten sei bieses Neaie- weil sie in den Augen ihrer Mitbürger für Arme angesehen würden. Durch die Regierungsvorlage glaube man daS Richtige getroffen ru haben. welche ble Re-
Ministerialrath Baur erläutert in längerer Rede die Gründe, g « * gierung bestimmten, dte leider von zweiter Kammer abgelehntcn Eoefstcrenien v
15 $ für Grund- und Einkommen- und 17 H für Gewerbe- und Kapitalrentensteuer f-stzusetzen.^ @raf Solms-Laubach und Fürst Yfenburg-Birstein fpr-ch"^»erUI Än“"©^* kernig «er fpr.cht für den Antrag der Minorität.
WÄNwfti'M »Kd ber Antrag der Majorität d-s Ausfchuff-s mit 11 gegen 12 Stimmen angenommen.
0 Die Art. 2-4 werden ohne Debatte einstimmig genehmigt.
Morgen früh 11 Uhr Sitzung.
nn Darmstadt, 23. März. (Zweite Kammer der Stande.) Die Kammer tritt sofort (VzU Uhr) in dte Berathung über den Antrag des Abg. Schroder ür den hpVnnberpn Aussckuü iur Prüfung der Erhebungen über die Lage der Landwirtschaft im Großherzogthum, statt der früher beschlossenen fünf Mitglieder sieben Mitglieder zu wählen, und die Wahl dieses Ausschusses.
Abg. Wasserburg erklärt sich gegen die Vermehrung dieser Commission auf st-bm MttgUed-r. @d)rBber roirb fobann mit allen gegen 10 Stimmen angenommen.
Bei der stattgehabt-n Wahl wurden iuSaiitgliebern blefer 6ommtffton gtroablt die Abgg. Haas, Michel, Sckade, Schroder, Gutfleisch, Mohn und Kredel.
Es folgt odann die Berathung über die Rückäußerung I. Kammer den Gesetz- Entwurf betr die Ausführung der Unfall- und Krankenversicherung der in land-und sorstwtrthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen auf Grund des Reichsgesetzes vom ö.^Mai 1886.^ w beantragt, daß bei.Art.23 dieses Gesetzes bie Regierung Vorlageseinerzeit den Abänderungsantrag „gegen Lohn oder Gehalt" eingebracht, erklärt, daß er sich dem Anträge der Regierung anschlteße und §guä'bef^^^c6Teetnfttmnti^^eUrüt zum B-fchluß I. Kammer.
Zt?LLm7r1n"L Äng über die Herstellung -in-s Anbaues an ^^Mchd-m S-itms"d-7 Kammer ein früSereä Project ^bi-f"s Teuen
hat die Großh. Regierung ein neues Proiect voraelegt Die Kosten ^ses neuen Entwurfs sind auf 33 000 X veranschlagt und eine Ersparniß von 0000 x gegen frÜ6” Di-^Kamm-r erklärt sich mit biefem Project etnoerftanben.
Hiermit ist dte Tagesordnung erledigt.
Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr.
Berlin, 23. März. Der Kaiser arbeitete Vormittags längere Zeit mit Wilmvwski und empfing Mittags Prinzesfin Victoria, den Prinzen Leopold und den Erbprinzen von Ateiningen. n l
— Die Adresse des Abgeordnetenhauses wurde gestern durch Bermittelung des Hofmarschall'Arnles dem Kaiser übergeben, da eine Aud.enz zur Zeit nicht stattfinde« konnte.


