Einzelbild herunterladen

erlassen worden sind; vorschriftswidrige Aufbewahrung leicht entzündlicher Gegenstände; Feilhallen und Verkauf verfälschler und verdorbener Getränke und Eßwaaren; un­erlaubtes Legen von Selbstschüssen, Fußangeln und Schlageisen an bewohnten Orten, sowie Schienen an solchen Orten und Abbrennen von Feuerwerken; Feilhalten oder Tragen von versteckten Waffen wider gesetzliches Verbot; Betherligung an einer Schlägerei (in die man nicht ohne Verschulden gezogen wurde) mit einer Waffe; Haltung gefährlicher wilder Thiere ohne polizeiliche Erlaubntß, sowie Herumlaufenlasfen bösartiger Thiere ohne Vorsichtsmaßregeln; mangelhafte Verwahrung von Gruben und Brunnen rc., woraus eine Gefahr für Andere entstehen kann; überhaupt gefahrbringende Handlungen und Unterlassungen an Gebäuden, Brunnen, Brücken, Schleusen und dgl.; Zuwiderhandlungen gegen die polizeilichen Vorschriften über Schließung der Wein­berge; Unterlassung der behördlichen Anordnungen über das Abraupen der Bäume; unerlaubte Errichtung und Abänderung von Feuerstätten und gefahrdrohende Vernach­lässigung derselben; Betreten von feuergefährlichen Räumen mit offenem Licht; An­zünden von Feuern an gefährlichen Stellen in Wäldern und Halden und bei Ge­bäuden 2c.; Vernachlässigung der Feuerlöschgeräthschaften und der feuerpolizeilichen Anordnungen; unbefugtes Betreten von Gärten, Weinbergen, bestellten Aeckern und Wiesen, von verbotenen Wegen; unbefugtes Betreten fremder Jagdgebiete mit Jagd­gewehr (ausgenommen auf öffentlichen Wegen); Ausnehmen von (Stein oder Jungen des Federwildes.

Endlich begehen auch Uebertretungen diejenigen Schlosser, welche unbefugter Weise Schlüssel zu fremden Thüren machen oder unbefugter Weise solche öffnen; Gewerbtreibende ohne gehöriges Maß und Gewicht; Feuerarbeiter, welche der für sie giltigen Polizeioorschriften zuwtderhandeln. Schließlich gehören zu den Uebertretungen: Abgraben und Abpflügen fremden Bodens; Wegnahme von Erde, Steinen, Lehm rc. aus fremdem Boden; Ankauf von Montur- und Armaturstücken eines Soldaten; unberechtigtes Fischen und Krebsen; unbedeutende Diebstähle an Nahrungsmitteln und Vtehfutter.

Wie oft wird gegen diese Bestimmungen gesündigt, ohne daß der Uebertreter glaubt, sich einer strafbaren Handlung schuldig gemacht zu haben. Daher dürfte es sehr zweckmäßig fein, wenn der geehrte Leser die vorstehende Abhandlung noch einmal liest. So Mancher würde dann von den angedrohten Strafen verschont bleiben.

Egon W.

Lokales.

a Gießen, 22. März. sDie Trauerfeier in der Aula.) Heute Mittag um 12 Uhr fand, wie bereits kurz gemeldet, in der großen Aula der Uni­versität eine Erinnerungsfeier für den Heimgegangenen Kaiser Wilhelm I. statt. Zu derselben waren der Lehrkörper der Universität, die Spitzen der Militär- und Civtl- behörden erschienen. Von dem Ausschüsse der Studentenschaft waren drei Mitglieder anwesend. Folgende hiesige studentische Verbindungen hatten Vertreter zur Feier entsandt: Die Burschenschaften Alemannia und Arminia, die Corps Hasst«, Starken- burgra und Teutonia, die Reformverbindung A.delphia, die christliche Verbindung Wingolf, die katholische Studentenverbindung Hasso-Rhenania, der Verband wissen­schaftlicher Vereine und die studentische Vereinigung Darmstadtia. Der Saal der großen Aula war geschmackvoll decortrt. Hinter der schwarz ausgeschlagenen Redner­bühne erhob sich unter einem ebenfalls schwarzen Baldachin die mit einem Lorbeerkranz gekrönte Büste unseres verstorbenen Kaisers in prächtigem Blätterschmuck und umgeben von den Fahnen der hiesigen studentischen Verbindungen.

Zum Eingang der Feier spielte die Regimentsmusik den Trauermarsch von Chopin. Nachdem der Kronbauer'sche Quartetlverein das Lied von Kreutzer:Ich suche dich" vorgetragen hatte, bestieg der derzeitige Rector der Universität, Professor Dr. Heß die Rednerbühne. Redner führte ungefähr Folgendes aus: Der 22. März, der Geburtstag unseres Kaisers, war seit nahezu 20 Jahren ein nationaler Ehrentag geworden; noch im vorigen Jahre durften wir an diesem Tage unserem damals schon 90 Jahre alten Kaiser Wilhelm unsere Glückwünsche zujubeln. Wenn nun unser geliebter Kaiser auch für immer von uns geschieden ist, so wollen wir doch diesen Tag nicht dahtngehen lassen, ohne unseres verehrten Heldenkaisers auch von dieser Stätte aus noch einmal zu gedenken. Redner erklärt, daß seine Aufgabe am heutigen Tage nicht dahin gehen könne, ein genaues Bild vom Leben unseres Kaisers zu entrollen, er wolle nur seine Gestalt nach einigen Gesichtspunkten durch einzelne charakteristische Züge aus seinem Leben beleuchten. Er schildert nun zunächst den Kaiser als Heer­führer, wie Kaiser Wilhelm als kleiner Prinz die Erniedrigung Preußens erleben mußte, wie er aber auch schon von frühester Jugend an Mitwirken durfte an der Er­hebung seines Vaterlandes, wie der junge Prinz feine Feuertaufe bei Bar sur Aube empfing, wie er seitdem stets bestrebt war, sein Vaterland zu heben und zu kräftigen, wie ihm dies auch endlich gelang und er sich sogar 1871 die deutsche Kaiserkrone auf's Haupt setzen durfte. Wenn die Hohenzollerndynastie viel für Deutschland gethan habe und eng mit unserem Vaterlande verwachsen sei, so überrage Kaiser Wilhelm 1. feine sämmtlichen Vorgänger, auch den vor 200 Jahren, im Jahre 1688 dahingefchiedenen großen Kurfürsten, fowie den 1786 gestorbenen Friedrich den Großen,den Einzigen". Nicht nur als Heerführer, sondern auch als Völker führ er stehe Wilhelm I. einzig da. Der Tod keines Monarchen noch habe eine solche Erschütterung, eine so allgemeine Trauer erweckt, wie der unseres dahingeschiedenen Kaisers. Er habe es durch seine Mäßigung und Friedenspolitik verstanden, sich die Herzen aller Völker zu gewinnen. Redner schildert sodann den Kaiser Wilhelm als Regent, sein Bestreben, Deutschlano mächtig und groß zu machen, seine Thätigkeit auf dem Gebiete der inneren Gesetzgebung und der Socialpolitik, seine religiöse Duldsamkeit und fein Bestreben, Deutschland zu einer Colonialmacht heranzubilden. Auch als Beschützer der Wissenschaften und Künste stehe das Bild unseres Kaisers leuchtend vor uns. Er ließ für wissenschaftliche Zwecke monumentale Prachtbauten errichten und unter­stützte die Bestrebungen der Wlffenschaften in jeder Weise. Dies müssen wir dankbar anerkennen und können dies nicht besser thun, als daß wir uns ihn in unserem Streben ' zum Vorbild nehmen, daß auch Sie, verehrte Commilitoncn, sich bestreben, ihm nach- I zueifern. Redner giebt sodann der Versammlung noch ein Bild des Kaisers als I

Mensch er schildert seine Geistes- und Körpereigenschasten, seine innige Vaterliebe, seine Leutseligkeit und Milde und schließt dann mit einer Huldigung an Kaiser "brich III., welche von allen Anwesenden stehend angehört wird.

Den Schluß der erhebenden Feier bildete der von dem Quartettoerein vor­getragene 84. Psalm:Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!" und ein Choral der Regimentsmusik.

. Die Mitwirkung des Kronbauer'schen Quartettvereins war um so willkommener, als der Akademische Gesangverein unter den gegenwärtigen Umständen nicht in der r.age gewesen wure, mitzuwirken.

9 t V K t f 4 t t »

_, Nidda, 22. März. Der Stadt Nidda ist von ihrem Ehrenbürger, Herrn tn Wien, welcher sich schon öfters du>ch Zuwendungen an seine Vaterstadt verdient gemacht hat, wiederum eine größere Geldsumme zur Verfügung gestellt worden unter der Bedingung, den auf einem Gemeindegrundstücke gelegenen sogen. Johanniter­thurm mit Anlagen zu umgeben. Die Arbeiten sind bereits in Angriff genommen und wird die Anlage bis zum Beginn des Frühjahrs vollendet sein.

Reichelsheim i. d. W., 22. März. Am vergangenen Dienstag Abend ver- ungluckte in der benachbarten Gemarkung Blofeld ein schon bejahrter Händler aus Heuchelheim bei Friedberg. Derselbe gerieth in der Dunkelheit von der Landstraße auf die überschwemmten Wiesen und fand in dem liefen Wasser seinen Tod. Das Amts­gericht zu Wtbba nahm heute an Ort und Stelle den Thatbestand auf.

Frankenbach, 22. März. Auf Veranlassung der Krieger hiesiger Gemeinde e heute als Zeichen aufrichtiger Theilnahme an der Trauer des ganzen deutschen Volkes über das Hinscheiden Sr. Majestät unseres allgeliebten Deutschen Kaisers und Königs Wilhelm I. ein Trauergottesdienst abgehalten; die hiesigen Krieger nahmen auf der Staatsstraße Aufstellung und bewegten sich im Zuge, geführt von Unteroffizier Gg. Schmidt, zur Kirche. Nach dem Gottesdienst wurden von den Kriegern, welche den Feldzug mitgemacht hatten, 3 Ehrensalven abgegeben.

Gchiffsuachrichteu.

Bremen, 22. März. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Eider, Capt. H. Baur, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. März von Bremen und am 12. März von Southampton abgegangen war, ist heute 1 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Handel und Verkehr.

Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 22. März. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht 376 Stück Rindvieh und 320 Schweine. Der nächste Markt ist am 9. April d. I.

Kirchliche Anzeige» der Stadt Wiefte».

Sv an ge lischt Gemein-e.

Gottesdienst.

Sonntag Palmarum, den 25. März:

Landes-Buß- und Bettag.

Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Schlosser.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst.

Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für hilfsbedürftige inländische evangelische Gemeinden.

Ktnderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser-

Am Gründonnerstag findet Beichte und heiliges Abendmahl im Vor­mittagsgottesdienst statt.

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 25. bis 31. März besorgt Pfarrer Schlosser.

Katholische Gemeinde.

Palm-Sonntag.

Von 6 Uhr an Beichte.

Um 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion.

Von 910 Uhr: Prüfung der schulpflichtigen Kinder in der Religion-

Um 10 Uhr: Palmenweihe und Hochamt-

2 Uhr: Fasten-Andacht.

Am Mittwoch von 5 Uhr an Beichte.

Gründonnerstag.

Von 6 Uhr an Beichte.

Um 7 und 8 Uhr: Austheilung der h. Communion-

V» 10 Uhr: Hochamt-

6 Uhr: Passionsandacht.

Charfreitag.

Um WO Uhr: Hochamt.

5 Uhr: Predigt und Andacht.

Charsamstag

Um 8 Uhr: Hochamt.

Von 5 Uhr an Beichte

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 5« Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 7<* Uhr.

Allgemeiner Anzeiger.

General-Versammlung

der Metallarbeiter-Kranken- und Sterbekasse

Samstag, den 24. März, Abends 8*/? Uhr, auf dem Lahustein.

Um zahlreiches Erscheinen wird freundlichst gebeten.

2444 Die Ortsverwaltung.

Dorbereitungs -Institut;u Gießen.

Planmässige und gründliche Vorbereitung für alle Arten Militär-, specielle Finanz- und Geometer-Examina, für den kaufmännischen Beruf, sowie behufs Aufnahme in Gymnasien, Real-, polytechnische und sonstige höhere Schulen.

Für Geschäftsleute, welche sich für ihren Beruf oder ein Examen vorbereiten wollen, an den gewöhnlichen Cursusstunden theilzunehmen aber behindert sind, ist ein Abend-Cursus eingerichtet.

Beginn des Sommer-Semesters am 16. April.

Der Vorsteher: Dr. Kubel^

2253 Bahnhofstrasse 45.

E Flaschenbier. E

Hiermit empfehle ich einem geehrten Publikum

per Flasche

Prima hellfarbiges Exportbier 23 Pfg.

Prima dunkelfarbiges Exportbier 25

Prima hellfarbiges Lagerbier 18 «US der Arlien-Brauerei Gießen.

Gütigen Bestellungen sehe ich gerne entgegen und liefere bei Abnahme von mehreren Flaschen frei ins Haus.

Daniel Heil, 2370 Lindenplatz 3.