Ausgabe 
23.10.1888 Zweites Blatt
 
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''n- achttägige Trauer angelegt hat Di- Beisetzung findet Nachmittags 2 Uhr statt und wird Se. Kgl. Hoheit Abends hierher zurückkehren.

Vermischtes.

X Darmstadt, 21. October. Sämmtliche Gewürzkrämer wurden dieser Taae auf das Großh. Kreisamt beschieden und ihnen eröffnet, daß sie von jetzt an in ihren Läden kernen zum augenblicklichen Trinken bestimmten Schnaps mehr ausschänken burften. Der Verkauf darf nur noch über die Straße stattfinden und zwar nur von laichen Kramern, die eine fpecieHe Gonceffion zum Schnapsoerkauf erhallen haben.

October. Ein neuer Unfall, welcher »um Glück noch einen »erhaltnißmaßig günstigen Ausgang nahm, hat sich in unserem Dorfe zugetragen. Als der Bergmann Jacob Desch von hier gestern Nachmittag 3</2 Uhr in einen 50 Fuß stieg, um 2 in denselben gefallene Eimer berauszuholeu, brachen ca 5 Meter der Brunnenmauer zusammen und begruben den Aermsten derart, daß eine Rettung vorerst kaum möglich schien. Aus das Geschrei feines 10jährigen Söhnchens ' oTn «°t.Ort.££U^ lul-^teae' n>et$e' da man auch von dem ca. 40 Fuß lief aus der Setter stehenden Dech Hulferuse vernahm, mit rüstiger Hand die Retlungsarbeil begannen Immer näher kamen die Arbeiter, immer mehr hörte man das Jammern des lebendig Begrabenen, welcher auf Befragen iede gewünschte Antwort gab, sogar aus Auffordern VhE äUT 2Ii"binob!!t d-r Eimer dienenden Leine zog. Nachdem man bis Nachts >/<4 Uhr unter der Leitung der Herren Steiger Kühn und Gaul und des Herrn Büraer- meisters Hoffmann unausgesetzt angestrengt gearbeitet halte, bemerkte der Bergmann Dönges durch ein Loch an der Leiter die Hand des Desch. Nun begann die schwierigste Arbeit, da der Kopf des Aermsten fest in Steinen eingeklemmt war und jeder durch das Loch fallende Stein ihn todtschlagen konnte, und er sich auch jetzt über Athemnoth beklagte. Nachdem Herr Steiger Kuhn, welcher inzwischen auch in den Brunnen gestiegen war, die Hand und

Stunde später durch den Bergmann Dönges sogar der Kops bemerkt worden, begab sich Herr Steiger Gaul ebenfalls hinab, um mit eigener Hand, aus dem Boden liegend, Luft zu fchaffen. Je mehr die Rettungsarbetten in die Tiefe gingen, desto mehr beklagte sich der bedauernswerthe Desch über Schmerzen, welche noch mehr da­durch gesteigert wuchen, daß ihm trotz der größten Vorsicht Steine auf den Kops fielen

Schon von Weitem horte man das Gestöhne und Geächze des mit dem ganzen Körper in Steinen und Erde fest Eingeschlossenen. Nachdem endlich um 5 Uhr der ftopf freigekommen war, reichte man dem Bedauernswerthen einen Schluck Wein bringen fonnte^6' $U fCft an bie ßciter angedrückt war, nicht herunter-

. S(D Durch den überaus lobenswerthen ausdauernden Fleiß des Steigers Gaul und des Bergmanns Dönges gelang es endlich, den Desch bis unter die Arme frei zu machen, um womöglich ihn herausziehen zu können; aber vergebens, der Körver war bt3 QUf bie freigeschafft werden, was denn auch

Fast unglaublich scheint es bet alledem, daß Desch, der beinahe 16 Stunden ohne Speise und Trank in einer qualvollen Lage zwischen Tod und Leben ausgeharrt .°£ne ^gliche Hilfe aus dem Brunnen empor zu steigen! Höchste^Anerkennungi gebührt den Herren Steiger Kühn und Gaul, sowie dem Bergmann Dönges, welcher letzterer durch eine herabsallende Bohle beinahe selbst erschlaaen worden wäre, für die kräftige Hilfeleistung, welche sie dem Verunglückten zu Theil werden ließen; ihrer Hülfe ist es wesentlich zu danken, daß ein schwer bedrohtes Menschenleben vor dem beinahe sicher scheinenden Tode errettet wurde.

> ^in ^2bnrUJL-1 und rauhe Jahreszeit und der schnelle Wechsel 2-L?Bi^cr"n£ erfahrungsmaßig zahlreiche catarrhalische Erkrankungen der Schleimhäute der Nase, des Rachens, der Luftröhre u. s. w. im Gefolge. Im Interesse

der Gesundheit unserer lieben Kleinen wollen wir daran erinnern, daß ein großer Tbeil der sogenannten- Erkältungskrankheiten der kleinen Lieblinge auf taMnHbet® b°? die erwachsenen Angehörigen der Kinder diese auf den Mund küssen. Es ist eine jebem Arzt bekannte Thatsache, daß so mancher Husten der ohne jede ernste Gefahr an einem Erwachsenen vorübergeht, durch Uebertrag^en auf naturgemäß weniger abgehärtete, daher minder widerstandsfähige Oraan^ Äntn? q bur?t weiter fortgepflanzte Entzündungen nach den inneren Lungen, die gefährlichsten Formen annehmen kann. Die Unsitte vieler Menschen, ihre Liebe zu Kindern durch Küssen auf den Mund zu bocumentirp» ?nrpp5pnL?fnhlbr!t? bCfl- ciner ^btrachtltchen Anzahl von Kindern Krankheiten, die sie können. Mögen also unsere geschätzten Leser diese Mahnung beherzigen und daran denken, daß auch in der Zärtlichkeit allzuviel ungesund mach?

Larrdwirthfchaftliche Nachrichten.

(Nachdruck verboten.)

'w^w5fferun0 im Spätherbstes Die Herbstregen führen viele düngende Seibern unb aus den Wäldern mit sich, weshalb das Wasser in dieser Jahreszeit die meiften nährenden Bestandteile hat und das Wässern nicht zu verab- ^umen ist Soll die Wiese durch das Wässern kräftig gedüngt werden, so ist der Herbst die am besten hierzu geeignete Zett. Wenn der Herbst sehr trocken ist dann wenn man einen wirklichen Erfolg erzielen will, Tag und Nacht gewäffert werben und dies kann auch fortgesetzt werden, wenn Schnee fällt, vorausgesetzt, daß kein Frost dabei kintritt. Die Bewässerung bringt jedoch Schaden, wenn sich durch den Frost Wi^se eine Erskruste bildet, die Monate lang andauert. Auf stark vermoosten Wiesen furchtet man jedoch diese Eiskruste nicht, häufig trachtet man im Gegentbeil darnach, die Bildung einer solchen zu ermöglichen, weil durch das Eis das Moos in die Hohe gezogen wird und sobald die Wiese abgetrocknet ist, von dieser leicht entfernt A e hierdurch blosgelegten Stellen müssen mit Grassamen überstreut und dieser mittelst e,ferner Rechen eingeeggt werden. Die Wassergräben, die über N?/^ durch den Frost Schaden gelitten haben, find auszubessern und die ausgehobene Erde wird entweder zur Ausfüllung tieferer Stellen auf der Wiese selbst oder zur C o m po st b er ei tun g benutzt, die namentlich zur Düngung der Wiesen in jeder Wirtbfcbaft und ?.r?^moglichstcm Maßstabe betrieben werden sollte. Dies? Bewässerungen durchgefühU werden/ Unb fotIten bic|clbcn überall mit Lller möglichen Vorsicht

UuiverfitätS - Ehronik.

_ Berlin. Die hiesige Königliche Friedrich - Wilhelms - Universität beging am 15. October den Akt des Rektoratswechsels. Der Professor ord. Dr. Schwendener alf reitiper Rektor leitete die Uebergabe des Rektorats an seinen Nachfolger, den Ge­heimen Medicinalrath Professor Dr. Gerhardt mit einer statistischen Uebersicht der Erergnisse des verflossenen Rektoratsjahres ein. Beim Lehrerpersonal verlor bk Unb verfität durch den Tod: die ordentlichen Professoren Geheimen Rath Dr. Gustav Kirch- deseler, Consistorialrath Dr. Semisch, den außerordentlichen ^lesfor vr Ehrsitiani und den Prioatdocenten Dr. Schiffer; durch Berufung nach außerhalb: dm Professor extraord. Dr. Netto, die Prioatdocenten Dr Lehmann vr. Weyder, Dr. Löffler und Dr. Marx. Ergänzt, bezw. verstärkt wurde das Lehrer-' personal bei der theologischen Fakultät: durch die Berufung des Prof. Dr. Harnack; bei der juristischen Fakultät: durch die Berufung des Professors Kohler und die Be- sorberung des Prioatdocenten Dr. Bernstein zum außerordentlichen Professor- bei der medicinischen Fakultät: durch die Berufung des ordentlichen Professors Dr. Hertwig und durch die Ernennung der Prioatdocmten Dr. Gad, Dr. Kossel und Dr Trautmann $u außerordentlichen Professoren; bei der philosophischen Fakultät: durch die Berufung der ordentlichen Professoren Dr. Dr. Möbius und Kundt. Durch Habilitation traten dem Lehrkörper hinzu : bei der juristischen Fakultät Dr. Bornhack; bet der medicinischen M f Benda, Renk, Krönig, Jacobsen, Bramann, Dühr stn;

bei der phi osophischen Fakultät die Dr. Or. Rothstein, Marx, Rinne, Dieterici, Marcks Wilken, Fciedheim, Freund, Reissert.

Das Verzeichniß der Vorlesungen, welche in diesem Semester am orientalischen Seminar gehalten werden, ist soeben erschienen. Es werden von 13 Lehrern 33 Vor- AM"^b ^""gen abgehalten werden und zwar: Chinesisch und neueste Ge­schichte Chmas von Professor Arendt; praktische Hebungen im Chinesischen von Kuei- Lin und Pom-Fei-SAng; Japanisch und Geschichte Japans in der Neuzeit von £ttnfSc;?1 nbo1lanic^l ^wie über Religion, Sitten und Gebräuche der Bevölkerung Nordindtens von F. Rosen; Neuarabisch, über Religion, Sitten und Gebräuche der Muhamedaner Professor Dr. Hartmann; praktische Hebungen im Neuarabtschen von Hassan Taufik und A. MaLrbes; Persisch Dr. Andreas; Türkisch, über Sitten und £er Gurken Mamssandjta; ©ifabeli, über Geographie von Südafrika und AEUchte der neuesten Entdeckungen, Missionsinspector Dr. Büttner; Neugriechisch ^^kakI. Außerdem wicd Dr. Büttner öffentlich über die Bewohner und die wirthschattlichen Verhaltmste der deutschen Gebiete in Afrika Vortrag halten

Repertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. M.

L Opernhaus.

Dienstag den 23. Oc tob er: Letztes Gastspiel der Kgl. preuß. Kammersängerin iääl Site »-* --

Mittwoch den 24. October geschlossen.

Donnerstag den 25. October: Don Juan. Große Preise.

Freitag den 26. October geschlossen.

Samstag den 27. October: Der Prophet. Große Preise

Sonntag den 28. October: Maskenball. Große Preise

Dienstag den 30. October: Othello. Große Preise.

_ Schauspielhaus.

o 23. October: Adelaide. Hierauf: Der zerbrochene Krua

Zum Schluß: Der gerade Weg der beste. Große Preise KrU0'

... Mittwoch den 24. October: Gastspiel der Frau Niemann-Raabe. Ein Tropfen Gift. (Hertha: Frau Niemann-Raabe.) Außer Abonnement. Erhöhte Preise

Donnerstag den 25. October: Gastspiel der Frau Niemann-Raabe. Suni ersten

Freilag den 26. Cctober: Julius Cäsar. Große Preise.

-uÄi BLÄ-y-' ÖWS (Cyprienne: Frau Niemann-Raabe.) Außer Abvnnemeni. Erhöhle Sßreifc

. ^ntta0^cn,28-cPctob=r1: tiE8te§ Gastspiel der Frau Niemann-Raabe. Dorf und Stabt. (Lorie. Frau Ntemann-Naabe.) Außer Abonnement. Erhöhle Preise.

. 9 ®Ele8e"tn* Aufführung derLustigen Weiber von Windsor" am Dienstag ?e»nr28itSCi<)?Crr tn "'cicher Oper Frau Pauline Lucca ihr zweites und l-tzles Gaft- nb ,^bTn H°ut>tpartien folgendermaßen besetzt worden: Frau

Ed!^Müller^ ^luth. Herr Heine, Faüstaff: Herr Baumann, Fenton: Herr

. ^«Pharus im Meere der Krankheit, so nennen die Ausländer dos

heutsche Prohukt, bas in den Sodener Mineral-Pastillen feit zwei Jahren auf dm medicinischen Markt gekommen. Ihre strengen Versuche haben sie zu der u berzeuauna geführt daß wo alle anderen angewandten Mittel zur Gesundung und Linderung von Hals-, Bruft- und Lungenlerden machtlos waren, dieselben noch staunenswertbe Er­folge erzielt Hoffend bedient sich ihrer der Kranke und segnend kann er auf e ne foMe Kur zuruckfchauen, denn unendlich groß ist die Heilkraft der gütigen Natur Ist die Wirkung der Sodener Mmeralquellen und somit auch folgerichtig der Sodener Mn Pastillen als deren Produkt. Alle Apotheken, Drogulrien^ und Mineralwa^ haben den Verschleiß dieses tresfl.chen Medicaments übernommen undwar zu dem

S0 ®d,ad,tetk «Beim Einkäufe verlange man nachdrücklichst Archte Sobener Mineral-Pastillen, unb achte, ob beten Schachteln mit ovaler blauer Schlutzmarke mit bem Facsimile Ph. Herrn. Fay versehen sinb.) 8057

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