Vertage zu Nr. 71 des „Achmer Anzeiger".
Literarisches.
— „Wer bei jedem auftauchenden Zweifel Auskunft, auf jede Frage die kurze und richtige Antwort sucht, dem wüßten wir kein geeigneteres Buch zu nennen. Es ist und bleibt das Nachschlagebuch „par excelhmce“ bemerkt die „National - Zeitung" über Meyers Harrd-Lexikon, und das trifft auch bezüglich der jetzt in 40 Lieferungen zu je 30 H erscheinenden 4. Auflage des Werkes zu, ja, vielleicht noch mehr, well sie, reich vermehrt, verbessert und ergänzt, auch den neuesten Erfindungen, Erfahrungen und Ereignissen volle Berücksichtigung widmet." (Eisenbahnzeitung, Lübeck.)
— P. K. Rosegger'S ArrSgewählte Werke. Pracht - Ausgabe. Mit -600 Illustrationen von A. Greil und A. Schmtdhammer. Jn^75 Lieferungen (Lexikon- Octav) ä 50 H. (A. Hartleben's Verlag in Wien.)
Von dieser tllustrirten Ausgabe der Schriften Rosegger's, welche durch ihren Inhalt, schöne Ausstattung und wohlfellen Preis die weiteste Verbreitung verdient, Hegen bereits 5 Lieferungen vor.
Ueber den Autor selbst brauchen wir wohl heute kaum mehr viel zu sagen. Derselbe ist in fast beispielloser Weise in der ganzen Welt deutscher Zunge beliebt und bekannt. Seine Schriften haben einen eigenartigen Reiz und fefseln, ohne irgend welche gewaltsamen Wirkungen um so mehr, als man sich in dieselben hineinliest.
Roseggers innige Vertrautheit mit dem Volksleben, die getreue Schilderung der Volkscharaktere, führen ihm einen immer größeren Kreis von Verehrern zu. In einfacher, natürlicher Weise ist in seinen Werken die Poesie des Alpen-, Wald- und Dorflebens in einer Sprache wiedergegeben, die erfrischend und belebend anmuthet. Die Illustrationen der neuen Ausgaben sind mit künstlerischer Feinfühligkeit ausgeführt, aber dem anspruchslosen Texte genau angepaßt und verdient die Sammlung in jeder Hinsicht für den Familienkreis empfohlen zu werden. Wenn Jemand Lectüre zur Unterhaltung kaufen will, nebstbei zu wohlfeilem Preife, möge er nach der illustrirten Ausgabe von P. K. Rosegger's Schriften greifen, die gleichzeitig Herz und Gemüth erfrischen und veredeln.
/
— Kaufmännisches Jahrbuch 1888. Ein Handbuch für Kaufleute und Industrielle, herausgegeben von Georg Hiller. Verlag von Ferd. Hirt u. Sohn in Leipzig. Geh. 2 «/M, geb. 2 Jü 50
Das „Kaufmännische Jahrbuch" kommt dem praktischen Bedürfnisse des Geschäftsmannes entgegen und wird sich bald allgemeine Anerkennung erringen. Es enthält sämmtliche den Handel und das Gewerbe berührende deutsche Gesetze aus dem Jahre 1887, den bis Ende v. I. ergänzten Reichszolltarif, die in den letzten Jahren ergangenen wichtigen Reichsgerichtsentscheidungen, ein Verzeichniß der Amtsgerichte, die Eisenvahn- tartfvorschriften und den sehr ausführlichen Post- und Telegraphentarif. Unentbehrlich für Firmen, welche mit dem Auslande in Verbindung stehen, sind die Eifenbahn- vorschrtften im Verkehr mit dem Auslande, die Münz-, Maß- und Gewichtstabellen, ein Verzeichniß besonders beachteuswerther Coupons, ein Verzeichniß der fremden Con- suln in Deutschland, der deutschen im Auslande, sowie die wohl zum ersten Male zusammengestellten besonderen Vorschriften (Beglaubigung von Fakturen rc.) für die Ausfuhr für alle Länder und die handelsgeschichtliche Uebersicht aller Länder, welche sich eingehend mit den 1887 erlassenen Gesetzen und Verordnungen über Zollwesen, Handelsverträge und andere, Handel und Industrie berührende Gegenstände befaßt. Das empfehlenswerthe Buch ersetzt somit eine Reihe anderer Bücher, die im Preise weit höher sind.
— Die prächtig ausgestattete Kaiser-Nummer der Leipziger Illustrirten Zeitung (I. I. Weber, Leipzig) enthält folgende Abbildungen: Randzeichnungen zu einem Gedicht von Ernst Scherenberg. Kaiser Wilhelm (nach der letzten photographischen Aufnahme.) Apotheose auf Kaiser Wilhelm (Relief von G. Eberlein). Doppelseitig. Das Palais des Kaisers. Unter den Linden am Abend des 8. März (Originalzeichnung von E. Thiel). Vorlesen von Extrablättern auf der Straße (Originalzeichnung von E. Thiel). In der Nacht zum 9. März vor dem Kaiserlichen Palais (Originalzeichnung von E. Thiel). Vor dem Kaiserlichen Palais unmittelbar nach
Bekanntwerden der Todesnachricht (Originalzeichnung von E. Limmer), doppelseitig. Die Todtenmaske Kaiser Wilhelms (abgenommen von Prof. R. Begas, gezeichnet von E. Limmer). Im Sterbezimmer des Kaisers (Originalzeichnung von H. Lüders). Truppenvereidigung in der Garde du Corps Kaserne in Berlin (Originalzeichnung von Knötel). Friedrich III., Deutscher Kaiser und König von Preußen (doppelseitige Beilage). Victoria, Deutsche Kaiserin und Königin von Preußen (doppelseitige Beilage). Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen. Augusta Victoria, Kronprinzessin des Deutschen Reichs und von Preußen.
Landwirthschaftliche Nachrichten.
(Nachdruck verboten.)
— [Anbau der Mohrrüben und Karotten.) Mit dem Monat März ist auch die Zeit gekommen, an die Aussaat der frühen Mohrrüben und Karotten im freien Lande zu gehen. Selbstverständlich muß dazu ein gutes, nicht zu nasses Wetter abgewartet werden, tritt das in der zweiten Hälfte des März ein, so kann mit der Aussaat begonnen werden. Als alte, bewährte Sorten für den Anbau empfehlen wir die Karotte von Nantes und die Boitzenburger Karotte, sowie die Frankfurter Möhre. Der Boden für die Mohrrüben darf bekanntlich kein frischgedüngter, sondern muß ein im Vorjahre gedüngter sein, der schon im Herbst rigolt ist. Ehe man au die Aussaat geht, muß man sich überzeugen, ob die Samen, die nach der Ernte zusammenkleben und oft von den Samenhandlungen auch in diesem Zustande in den Handel gebracht werden, einzeln sind, wenn nicht, muß man sie durch Reiben zwischen den Handflächen trennen. Um ein erneutes Anhaften der einzelnen Samen zu verhüten, mischt man ihn am besten mit feinem Sand und bringt ihn so zur Aussaat. Diese erfolgt am besten in Rethen von 15—20 Centimeter Abstand, wobei man darauf zu achten hat, daß die Samen nicht zu dicht liegen, weil man sonst mit dem Verziehen zu viel Arbeit hat. Man verzieht die Pflanzen gewöhnlich zweimal, einmal bald nach dem Aufgehen, so daß zwischen den einzelnen Pflanzen ein 2—3 Finger breiter Zwischenraum bleibt und später, wenn die Rübchen schon so groß geworden sind, daß sie gerade gebraucht werden können, zieht man so viele aus, daß der Abstand ziemlich eine Hand breit wird. Diese beim zweiten Mal ausgezogenen Rüben auf andere Beete zu verpflanzen ist nicht rathsam, am besten werden sie im Haushalt verbraucht. Bemerkt fei noch, daß im leichten Boden die Saat festgetreten werden muß. Um den Raum der Mohrrübenbeete besfer auszunutzen, empfiehlt es sich, eine Zwischenfrucht zu bauen, und für diese empfiehlt sich in erster Linie Spinat, den man zwischen die Reihen säet. Gleich nachdem der Spinat dann abgeräumt ist, müssen die Beete von Unkraut gesäubert und der Boden aufgehackt werden.
— Für die Feigenbäume, welche im kalten Zimmer, Gewächshause oder Keller überwintert wurden, tritt mit dem März insofern eine gefährliche Zeit ein, als der Vegetationstrieb einerseits geweckt, andererseits eine zu schnelle Vegetation verhindert werden soll. Die Hauptsache ist, daß die Erde in den Kübeln möglichst trocken gehalten wird. Das heißt natürlich nicht, die Ballen sollen austrocknen, staubtrocken dürfen sie nie werden, wenn der Baum nicht zu Grunde geben foll, eben die Erde muß ganz mäßig feucht gehalten werden. Es empfiehlt sich deshalb, lieber öfter, aber nur ein ganz wenig nicht zu kaltes Wasser auf die Erde am Rand der Kübel ober Töpfe zu gießen. Sodann müssen die Feigenbäume möglichst an die freie Luft gewöhnt werden und sind sie deshalb bet warmem Wetter zunächst Mittags in's Freie zu setzen, ohne sie jedoch dem directen Sonnenschein auszusetzen. Ist das Wetter erst beständiger, so läßt man die Bäume Tags über im Freien, man thut jedoch gut daran, sie bis Ende April Abends immer wieder während der Nacht hereinzunehmen, natürlich nicht in warme, sondern in kalte Räume.
GchiffSnschrLchten.
Bremen, 19. März. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Aller, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. März von Bremen und am 9. März von Southampton abgegangen war ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Newvork angekommen.
Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 26. März 1888, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Wanne, Brauhof, Hainges- boden und Hochwart nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
A. Bau-, Werk- und Nutzholz.
30 Eichenstämme mit 11,01 Festm., 2 Birkenstämme „ 0,29 „
120 Fichtenstämme „ 33,68 „ 6 Eichenstangen „ 0,49 „
328 Fichtenstangen „ 30,94 „
B. Brennholz.
Scheith. Krmppelh Stockh. ReiSh.
Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen
Buchen 48,4 34,7 14,5 600
Eichen 65 148,5 88,7 3190
Nadel — 2,9 17,4 930
Aspe — 2 — —
Die Zusammenkunft ist an der Grün- bergerstraße zunächst der Altentischwiese.
Gießen, den 19. März 1888. Großh. Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm. 2374
Catharina-Pflaumen, Türkische Zwetschen, Brünellen (franz«), „ (italien),
Apfelscheiben, Apfelshalteu, Birnen
empfiehlt in allen Preislagen 2325
Emil Fischbach.
Allgemeiner Anzeiger.
Montag den 26. März 1. I.,
Vormittags 10 Uhr, läßt Herr Maurermeister PH. Jünger dahier in seiner Wohnung — Schiffenberger Weg 34 — wegzugshalber freiwillig versteigern:
3 in bestem Zustande befindliche Wagen, der eine mit 10 Centimeter breitem Rad,
3 schwere Arbeitspferde,
1 Kuh,
1 trächtiges Rind,
3 fette Schweine,
1 Mutterschwein,
*1 Ferkel (8 Wochen alt),
verschiedene Pferdegeschirre, darunter 1 Sielgeschirr,
1 Paar Erndteleitern,
1 Wagenscheere,
1 Partie Mist,
ea. 100 laufende Meter Schienengeleife mit einem Rollwagen.
Gießen, 20. März 1888.
2371 Bühner, Gerichtsvollzieher.
FlasclieiibMHerlage.
Empfehle einem verehrt. Publikum eine vorzügliche Flasche Exp.-Bier aus dem Bürgerlichen Brauhaus in München pr. Fl. 30 H aus der Actienbrauerei in Gießen „ 23 „
2091 Hochachtungsvoll
Carl Petri, Marktplatz.
Viliiiiiischiiii'ii
neuer bewährter Conftruction liefert unter dreijähriger reeller Garantie zu günstigen Bedingungen
H. Kraft, Mechaniker,
1&3 Neuenweg 46,
R»YM<»sqM«nbestai,»tht1l« fteis vorräthig. eigene rn-pnraiurwcrkftattc.
Freitag, den 20. April l. I ,
Nachmittags 2 Uhr,
sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Karl Stieber Eheleuten von Gießen gehörigen Immobilien:
Flur I Nr. 1139 — 69 Meter Hofraithe in der Kühgasse,
Flur 1 Nr. 1161 — 31 Meter Hofraum neben der Bach an der Brauhausgasse
öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 8. März 1888.
Großh. Ortsgericht Gießen.
Vogt, Ortsgerichtsmann. [1962
Freitag, dm 20. April l. I,
Nachmittags 2 Uhr,
sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Georg Dietrich Dörner Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien:
Flur l Nr. 33 — 106 Meter Hofraum in der Mühlgasse,
Flur I Nr. 33b — 25 Meter Grabgarten daselbst,
Flur I Nr. 43 — 62 Meter Hofraithe in der Neustadt, öffentlich meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 8. März 1888.
Großh. Ortsgericht Gießen.
Vogt, Ortsgerichtsmann. 2133
Ieikgeöolenes.
2270 Ein Garten (im Gartfeld gelegen), ist zu verkaufen. Näheres durch
Christian Burkhardt, Afterweg 20.________
Cement, Sendung,
Dachpappen, Baumaterialien ! u. s. w-, empfiehlt 2212
Ulan. Wirths Xachf.


