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Telegraphische Depesche«.

telegr. j Sufmm«

Berlin, 19. Februar. Der Kaiser besuchte gestern die Oper. Um 8</z Uhr war eine tieine Tbeegesellschass. Der Kaiser schenkte heute jedem Mitglied der russischen Deputation seine Photographie. Um 12/2 Uhr machte die Prinzessin Wilhelm mit ihren Söhnen dem Kaiser einen Besuch und erschienen beim Vorbeimarsch der Wache mit am Fenster. Der Kaiser machte um 2 Uhr eine Spazierfahrt; um 4 Uhr hört er den Vortrag des Reichskanzlers, um 5 Uhr ist Famtliendtner. Der Gouverneur General Werder reist Abends nech Petersburg ab; er ist, wie es heißt, bis Mitte März beurlaubt.

. ^eichsanzeiger" veröffentlicht folgendes Bulletin aus San Nemo

d. 19. d. 10.45 Vormittags: Die Wunde des Kronprinzen fährt fort sich bei bestem Aussehen zu verkleinern. Kein Fieber, Husten wie gestern, etwas mehr Auswurf. Der Apoetit mehrt sich. Mackenzie, Schrader, Krause, Hovell, o. Bergmann, Bramann.

Stuttgart, 19 Februar Der Landtag wurde vertagt, nachdem beide Präsi- denten'n beroegten Ansprachen der Krankheit des Königs gedacht hatten. - Minister v. Mittnocht ist nach Florenz abgereist.

Straßburg, 19. Februar. Baron Zorn v. Bulach (Sohn) und 20 Genossen ; rk0KCnu<bC ^0m Landesausschusse, es sei die Regierung zu ersuchen, mit dem Bau eines definitiven Landesausschuß-Gebäudes zu beginnen, sowohl aus sachlichen Gründen, als auch um der Gesinnung Ausdruck zu geben, daß die Elsaß - Lothringer an ihrer eigenen Landesangehorrgkeit festhalten.

«> ' 19- Februar. Der ehemalige Botschafter Graf Gorti ist -ergangene

Nacht gestorben.

. . Nach weiteren Meldungen aus Massauah bestätigt sich die Nachricht von

der den Abyfiiniern des Godyam durch Derwische beigebrachten Niederlage. Letztere drangen in Dembea ein und überfielen Gondar; die Italiener besetzten Ailet.

San Remo, 19. Februar. Der Großherzog und die Großhcrzrgin von Baden find nach Cannes abgereist.

Petersburg, 19. Februar. DasJournal de St. Petersburg" reproduzirt die Mltcheilungen derCorrcsspondance de l'Est" bezüglich der Verhandlungen in der bulgarischen Frage, ohne jedoch eine Verantwortlichkeit für deren Richtigkeit zu über­nehmen, andererseits aber möchte das Journal den günstigen Eindruck, welchen die Nachrichten der letzten Tage hinsichtlich einer Beruhigung der Gemüther heroorgebracht haben, nicht abschwächen.

rr ^ißt, soll das Berliner Depot der russischen Reichsgestüte ge­

schloffen werben.

, Bukarest, 19. Februar. Die Kammern sind beute mit einer Botschaft des Komgs eröffnet worden, in welcher der Hoffnung auf Erhaltung des Friedens Aus­druck gegeben, glerchzertty aber betont wird, daß es in Anbetracht der schwierigen Ver- hältn.ste in Europa nolhwendig sei, auf eine Kräftigung im Innern Bedacht zu

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Gießen, 20. Februar. Mit der Führung des hiesigen Regiments wurde Oberst- lieutenant Rogge, seither etatsmäßiger Stabsoffizier im Infanterie-Regiment Nr. 130, beauftragt. '

Mainz, 19. Februar. Unseren Stadtverordneten ist soeben der Entwurf zu einer Neuorganisation der hiesigen Polizei zugekommen. Nach demselben soll das Hauptpolizeiamt für die Folge nur aus einem Polizeirath, einem Polizeicommissär und einem Polizeitnspector gebildet werden. Die Oberleitung des Polizetwesens erhält der Poltzcirath; das Ressort des Poltzeicommiffärs besteht in der Handhabung der Crtminal- und Sanitätspolizei und dasjenige des Polizeiinspectors, der Vorsteher der gesammten Schutzmannschaft und den beiden Vorgenannten unterstellt ist, in der Beaufsichtigung der Sitten- und Straßenpolizei, sowie der Droschkenkutscher, Dienstmänner und Gepäckträger. An Stelle der bisherigen Bezirksvorsteher sollen geprüfte Revier- commtffaire kommen und mit Wegfall der Hilfsschutzleute das Personal auf 70 Mann erhöht werden. Die Mehrkosten der Neuorganisation belaufen sich pro Jahr auf 16 075 die einmalige Ausgabe für Ausrüstungs- und Bekleidungsstücke ca. 3000 JL und der Etat der Polizei, ausschließlich für Gehälter und Bekleidung, wird die stattliche Ziffer von 134 560 JL pro Jabr erreicht haben.

Iterblichkeitsverhältnisse des Lreifesund der Stadt Gießen im Jahre 1887.

Die Sterblichkeit des Kreises Gießen war im Jahre 1887 eine höhere als 1886. Gegen 1499 im letzteren Jahre Gestorbenen beläuft sie sich auf 1586, also 87 Todes- falle mehr. Hiernach kommen, die Bevölkerung rund zu 72.000 Seelen anae- nommen auf jedes Tausend 22 Sterbefälle, während sich dieses Verhältniß 1886 auf jlCuIC.

Den Altersklassen nach vertheilen sich diese TodessSllc auf 281 Stinte: des ersten £e&en^a6re§ (!886 : 309) , 295 ßtnber zwischen 2-15 Jahren (1886: 260) und Erwachsene (1886: 930). Eine vermehrte Sterblichkeit ist daher einaetreten bei den Kindern zwischen 215 Jahren und den Erwachsenen, eine Verminderung derselben bei den Kindern des ersten Lebensjahres.

Wenn man den Ursachen dieser sowohl in den Altersklassen als der Gesammt- zahl veränderten Sterblichkeit genauer nachforscht, so fällt zunächst in das Auge, daß den Infektionskrankheiten 153 Personen gegen 104 im Jahre 1886, also ein Mehr von 49 im Berichtsjahre zum Opfer gefallen sind. Dieses Mehr ist veranlaßt durch das An- wachsen der an Croup und Diphtherie Verstorbenen von 69 in 1886 auf 119 in 1887 SVHVr0 hinreichend die vermehrte Sterblichkeit unter den Kindern zwischen 2 bis 15 Jahren, die za diesen Krankheiten am meisten ausgesetzt sind.

-ÖQß Die Sterblichkeitsziffer der übrigen Infektionskrankheiten zeigt gegen das Jahr A886 keine bedeutenden Schwankungen. Bei Masern stellt sich dieses Verhältnis Scharlach auf 5:9; bei Rose auf 3:4; bei Keuchhusten auf 17:13; bei Abdommaltyphus auf 5:3; bet Kindbettfieber auf 3:4. An sonstigen Infektions­krankheiten erfolgte in den beiden letzten Jahren kein Todesfall. Gleiche Sterblichkeit zeigte sich in den Vergletchstahren bei Wochenbetterkrankungen (7) und akutem Gelenk­rheumatismus (4); nur unbedeutende Schwankungen ergaben sich bei Gebirnscklaastuü 25:28) und bei Lungenschwindsucht (205:210). Dagegen 0arben l887 an 7nXh ltchen Krankheiten der Athmungsorgane 209 Personen gegen 159 in 1886 und ist hierin die Hauptquelle der vermehrten Sterblichkeit der Erwachsenen zu suchen Die Zahl der Todesfälle an Darmkrankheiten verminderte sich von 51 im Jahre 1886 auf 36

Kirchliche Anzeigen der eoattgd. Gemeinde.

den 20. Februar, Abends 8 Uhr Bibelstunde in der Klein- l4,aDOm ^rcr§ 61 an' 3CJU Veruttheilung und Mißhandlung vor dem Hohen Rath, des Petrus Verleugnung und Reue; Pfarrer Dr. Naumann^ Kirch-.^Mr°rkr Schlvss-?'^"' 6 Uhr- ». P°s,i°ns°nd-cht in te

bfcS kostens zum Theil die geringere Sierblichkeit der Kinder des ersten r.»ocn2j>ly. es.

Auch dieselben gewaltsamen Todesaiten sind statt 52 in 1886 nur 31 im verflossenen A r kam Verunglückung 16mal (1886 25), Selbstmord

14mal (1886 24), Mord oder todtliche Verletzung Imal (1886 3) vor. Der Selbstmord te lOmal durch Erhäfigen, 2mal durch Eischteßen und je einmal durch Ha°s- abjchneiden und Ertranken. v

essȊh. * s,,,nb"" -

386 Person'n^^ Quartale starben 429, im zweiten 434, im dritten 337 und im vierten cv L bie Sterblichkeitsverhältnisse der Stadt selbst betrifft, so finden sich dem

1886 gegenüber bei den einzelnen Krankheitskategorien genau dieselben Schwank! U.V, wie dieselben sich im ganzen Kreis gezeigt haben. Die Summe der im Ganzen

ist von 419 im Jahre 1886 auf 455 gestiegen, diejenige der Kinder zwischen w sich von 60 auf 77 und diejenige der Erwachsenen von 264 auf

^^..".hoht, dagegen diejenige der Kinder vom ersten Lebensjahre sich von 95 auf 81 Crmalc0i k>er Todesfälle an Infektionskrankheiten ist von 25 bis auf 40

?°lt0e berö<3uAa^e Sterblichkeit an Croup und Diphtherie (27 gegen sowie an Keuchhusten (7 gegen 1), während sie bet den übrigen Jnfektions- franfbetten siemlich tue gleiche wie 1886 geblieben ist. Das Verhältniß ves Jahres 1887 zu h^ 3ahre 1886 stellt sich bei Masern auf 1:0; bet Scharlach auf 2:2 bet

2 1<<3; Blattern, Ruhr, Kindbettfieber und andere

Jnfektionskrankh^ten führten in beiden Jahren nicht zu einem tödtlichen Ausgang. An Lungenichwindsucht starben 74 statt 84 in 1886, an Gehirnschlagfluß 7 anstatt 12 an akutem Gelenkrheumatismus 1 statt 3, an Darmkrankheiten 21 statt 26. *

Dagegen findet sich auch in der Stadt eine gegen das Jahr 1886 von 33 BIä

4rfCÄC Sttrbltchkeit an entzündlichen Krankheiten der Athmungsorgane.^D^ selbe laßt sich nicht durch das Herrschen der Masern erklären, denn diele begannen erst flcöen ©nbe bc§ Jahres epidemisch zu werden, während in den letzten zwei Monaten keine der Differenz entsprechende Steigerung in den Todesfällen jener Kategorie ein! getreten ist. Der Grund liegt vielmehr in dem häufigeren Auftreten der eroupö en Lungenentzündung, in Gießen selbst, sowie in einzelnen Landgemeinden.

Die Zahl der gewaltsamen Todesarten ist gegen 1886 von 16 auf 13 nirürf- gegangen; diejenige der Verunglückungen blieben sich gleich, diejenige der Selbstmorde Er^folg^zu verzeichnen lft fur 1887 noch eine Körperverletzung mit tödtlichem £ r , Das Maximum der Todesfälle fiel mit 52 auf den Monat Juni und alsdann folgten August mit 48 und April mit 44 Todesfällen. Das Minimum der Sterblich- näd,,lbem k°m°nOc.ote mit 27

Berechnet man die Gefammtzahl der 1887 in Gießen stattgefundenen Stcrbefälle auf eine Bevölkerung von rund 19,000 Einwohner, so ergibt sich die ollerdinas hohe ftabt ä B ä 1 3 für hflS c i " , wabrenb diejenige von ^Darm-

stadt z. B. 21 3 für verflossene Jahr betragt und dort noch als eine ungünstige bejeiebnet wird. Allein es ist zu bedenken, daß Gießen als Universität stark besuchte Krankenanstatten hat und daher eine sehr beträchtliche Anzahl von Todesfällen auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke entfällt. Die Zahl derselben betrug im ver- bättniü" 5?? "^t weniger als 25 pCi. der Gesammtsterblichkeit, ein Ver-

hattniß das sich in diesem Umfange wohl in keiner anderen hessischen Stadt wieder- findet und auch seinen Einfluß aus die Sterblichkeitsquote bestimmter Krankheiten, z. B. der Diphtherie und Lungenschwindsucht ausübt. y

,, , Das Verhältniß der Infektionskrankheiten zu der Gesammtsumme der Ver- storbenen stellte sich in den 6 letztoerflossenen Jahren: 1882 auf 93:421 22 vCl- 1883 auf 105:487 21,6 pCt.; 1884 auf 39:414 9,4 pCt 1885 auf 45*454 = 10 PCt; 1886 auf 25:419 = 6 pCt.; 1887 auf 40:455 = 9 pK» her relatwen Häufigkeit der Infektionskrankheiten ist daher das verflossene Jahr das zweit- gunstigste bezüglich ihrer absoluten Häufigkeit das drittgünftigfte dieser Reibe In d/n Jahren 1882 und 1883 trugen hauptsächlich Diphtherie und Scharlach 1884 Sckar- ^ch^unde^Keuchhusten, 1885 Masern und Kindbettfieber zur Erhöhung der Sterb-

. 2n den letzten 6 Jahren starben in Gießen 326 Kinder an Croup und Diph- therie was durchschnittlich auf das Jahr 54,5 und auf das Tausend der Bevölkerung dieselbe wahrend dieser Zeit auf 19,000 angenommen, 2,8 pro Mille Todesfälle auf- macht. Es ist dies mindestens 5mal so viel als z. B.

Krankheiten starben Abdominaltyphus führte in den letzten 6 Jahren 16mal zum Tode, ein ganz günstiges Verhältniß, welches sich noch besser gestalten mür^ wenn ma» t>le Sabre 1882 und 1883 mit 9 Todesfällen außer Berechnung lassen würde Es würde alsdann noch nicht einmal ein TyphusDodter auf 10,000 Köpfe kommen ' Die Wasserleitung Gießens ift erst seit vorigem Jahre auf die vollständige Wasseroersörgung der ganzen Stadt berechnet und werden auch jetzt noch vielfach Schachtbrunnen zum Bezug von Trinkwasser benutzt Statt der noch fehlenden Canalisation besteht^ ein durchaus regelwidrig angelegtes System von Canälen, die nicht gründlich ausgesvült und gereinigt werden können Trotzdem finden sich hier diese günstigen Verhältnisse gerade bet einer Krankheit, für deren häufigeres Auftreten man das Fehlen jener Ein­richtungen verantwortlich macht. Es dürfte darin eine Mahnung liegen den den diese für die Zurückdrängung des Typhus haben, nicht zu überschätze

. Die Zahl der durch Darmkrankheiten in der Stadt Gießen hervorgerufenen Todes alle war in den letzten 6 Jahren stets eine für städtische Verhältnisse geringe Doch ist zu beachten, daß jedenfalls eine nicht unbeträchtliche Zahl der an biefen flranf- beiten gestorbenen Monatskinder als an Krampfen gestorben aufgeführt wird. K

Handel und Verkehr.

« r. 181 Februar. (Fruchtpreise.) Weizen 17.80, Äom iqnn

Gerste «4L 13.00, Hsfer 13.30, Erbsen «A 00.00, Linsen JL ÖO 00 Lein 00 00 Samen v* 00.00, Kartoffeln JL 0.00, Wicken 00.00 tctn* 00,00

Allgemeiner Anzeiger.

Restauration Schnell.

Montag den 20. Februar r 1459

l oncert des Köhiee* Trios.

unter Mitwirkung des Tenoristen Herrn Zyorft, des von einem TournL aus Rolland zuruckgekehrten Salon-Humoristen Herrn Carl Schäfer, gen. Ohr, des musikalischen Clown Herrn Palm, sowie des Bandonin-Vtrtuosen Herrn Körfgen. Anfang 8 Uhr.

Heute und täglich tinireffend: se-frsich- Schellfische, Zander, ptete- Rbeinsalmen, flriine Häringe, I». Stockfische, fft. gewässert, ächte holl. Bratbückinge, Sprotten, Räucheraale, Gel^eaal rc.

A. Koch Nacht., 1458 Hamburger Fisch- u. Delicatessen-Handl.

Prima frische Schellfische, Lander, diverses schönstes Geflügel, geräucherter Lachs, Kieler Bückinge u. Sprotten empfiehlt C.w. Kleinhenn.

Neue Sendung Apfelfinen, Citronen, Datteln, Zeigen, Tafelrofinen und Mandeln rc. rc________ 1456

1329 Matratzenwolle billig abzuqeben bei L. Mühlhausen, Westanlage 15.

Donnerstag den 23. d. M., Abends SV2 Uhr, wird Dkrr C. Säuger, Prediger der freireligiösen Gemeinde in Frankfurt a. M., im Saale desPrinz @arl" dahier seinen

Vortrag über das Gewissen fortsehen. Zutritt ist Zedermann gestattet; auch Damen sind willkommen.[1432] Das Comite.

Für Schneider.

Tüchtige Rock- und Westenarbeiter sucht auf Werkstatt 1442

I Becker, Bahnhofstraße 8.

1407 Ein tüchtiges Mädchen auf so­fort gesucht. Wo? sagt die Exp. d. Bl.

Gartenerde

kann abgefahren werden. 1367

Näheres im Frankfurter Hof.

1383 Eine gesunde Tlmme sucht Stelle auf sofort oder später. Näheres zu er­fragen in der Expedition d. Bl.