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— [Seltene Energie.] Alks Bordeaux wird gemeldet: Ein Schiff, der ^Gedeon", welcher den Dienst zwischen Bordeaux und Algier versah, ist seit dem .November spurlos verschwunden. Der Capttän Tournes war seit zwei Jahren ver- heirathet. Seine junge Frau konnte den Gedanken nicht fassen, daß ihr Mann und Lie ganze Bemannung zu Grunde gegangen sei, sie glaubte, das Schiff wäre im Sturme an die Küste von Marokko geworien und die Mannschaft jammt dem Capitän in die Sklaverei geschleppt worden. Bier Monate lang bemühte sie sich, diese ihre lieber; .zeugung auch dem Marinemtnistertum betzubrtngen, aber es gelang ihr nicht. Als alle ihre Versuche fruchtlos biteben, versammelte sie die Frauen der Matrosen und diese 'stellten der Frau des Capttans alle ihre Ersparnisse zur Verfügung. Mit Hilfe dieses Geldes und ihres eigenen Vermögens miethete Frau Tournes einen Dampfer und verließ mit demselben vor einigen Tagen Bordeaux, um das Schiff ihres Gatten auf- izusuchen.
Mhret Haushaltungsbücher.
Es ist in neuerer Zeit von Socialforschern fast aller Culturlander auf die Sammlung von Prioalhaushaltungsbudgets ein großes Gewicht gelegt worden, man Wollte hierdurch zu einer genaueren Kenntniß der Consumtion und der Lebenshaltung eines Volkes gelangen, insbesondere aber gewann man dadurch einen Einblick in die Verhältnisse der unteren Volksklassen. Der bekannte Statistiker Dr. Engel hat bafyv brechende Untersuchungen gemacht zur Erforschung des Amheils, welchen die einzelnen Lebensbedürfnisse, wie Wohnung, Nahrung, Kleidung, Vergnügen u. s. w. bet einem destimmten Einkommen haben, er hat auf diese Weise gefunden, daß ein um so höherer Brocentsatz für die physischen Bedürfnisse des Menschen ausgegeben wird, je geringer das Einkommen ist, und daß mit erhöhtem Einkommen die Ausgaben für physische Zwecke mit einer gewissen Regelmäßigkeit abnehmen. Es war versucht worden, aus diesen Budgets, die für die mittleren und oberen Beoölkerungsklassen allerdings nur i'värlich vorlagen, ein Gesetz über das Verhältniß der einzelnen Ausgaben zu den lIesammtausgaben für die einzelnen Wohlhabenheiksstufen abzuleiten und man wollte auf diesem Wege den verschiedenen Beoölkerungsklassen Nathschläge ertheilen, wie sie rationell zu wirthschaften hätten.
So beachlenswerth nun diese Versuche für die Volkswirthschaft sind, so will es ums doch scheinen, daß solche Forschungen zwar für die Kenntniß der Lebenshaltung »ines Volkes von hohem Werthe sind und besonders einer Preisstatistik als Controle übten en können, daß hingegen die Führung von Haushaltsbüchern zunächst nur für die Winzelwirthschaften von praktischer Bedeutung sein kann. Es gilt daher vielmehr, den sinn für die Buchung der häuslichen Ausgaben in weiten Kreisen zu wecken und zu öeleben und durch die Summirung der Einzelkräfte einen volkswirthschafllichen stutzen herbeizuiühren.
Der Sinn für die Buchung der hauswirthschaftlichen Ausgaben fehlt aber noch cn weiten Kreisen. Während einerseits der Arbeiter sich sagt, es nützt mir doch nichts, ! ch komme immer nur knapp aus, glauben die mittleren und oberen Bevölkerungs- Massen der Mühe einer gestrengen Buchung vorn entgegengesetzten Standpunkte aus Lberhoben zu sein. Es roiberftrebt auch überhaupt zum großen Theile gerade dem Charakter unseres Volkes, sich hypochondrisch über jede einzelne Kleinigkeit Rechenschaft «dzulegen, wir mögen uns unsere Hausfrauen nicht als lebendige Rechenmaschinen loenken. Und doch ist es gerade die Aufgabe der Hausfrauen, nicht sowohl im öffentlichen Leben zu wirken, als daheim ihres Amtes zu walten. „Sie mehrt den Gewinn -mit ordnendem Sinn". Wohl mag es oft schwer sein für die Arbeitersfrau, mit ihrem geringen Gelbe, welches ihr der Mann wöchentlich geben kann, hauszuhalten, aber sie möge es einmal versuchen, ihre Ausgaben genau zu buchen, da wird sie bald finden, daß sie für manche Dinge nicht so viel ansgeben kann, und daß sie bet einem Ver- Aleiche ihrer Preisnotirungen viele Lebensmittel vortheilhaster einzukaufen und zu ver- iwerthen vermag. Für die Frauen in ben mittleren und höheren Ständen gilt dies aber noch mehr und vor Allem kommt noch die sittliche Bedeutung einer geordneten Haus- Wirthschaft in Frage, die erzieherische Wirkung, welche ein Einblick in die Rechen- Winhschast des Hauses auf die Heranwachsenden Töchter auszuüben vermag. Die Dausfrau mag die Ausgaben nach der Reihe anschretben und ihre Töchter mit der monatlichen systematischen Aufrechnung nach Ausgabeklassen beauftragen und diese Arbeit überwachen. „An der Hand einer solchen Ueberstcht", sagt Dr. Engel, „läßt sich, wenn Einschränkungen im Haushalt gebieterisch nothwendig sind, bald entdecken, wo der Hebel des Sparens am ehesten mit Erfolg und ohne Preisgeben anderer wichtiger Zwecke der Familie und der Haushaltung einzusetzen ist."
— Säure im Magen, Hartleibigkeit ober andere Zeichen der Berdart- urrgSftörung sollten jeden, den Werth der Gesundheit erkennenden Patienten auf die Benützung der in allen Apotheken ä 85 H erhältlichen Sodener Mineral-Pastillen hinlenken, über deren Wirksamkeit aus Anstalten wie von berühmten Aerzten und Laien die besten Zeugnisse vorliegen. 24
Literarische-.
~ Von der ersten Biographie des neuen Deutschen Kaisers, welche unter dem HAn Qn h Deutscher Kaiser und König von Preußen", ein Lebensbild f em^en' im Verlage von Franz Lipperheide, Berlin, erscheint, sind
♦ iniL™eLer!ln0e.n £ur Ausgabe gelangt. In frischer, volksthümlicher Weise entwirft der Verfasser in den vorliegenden Heften ein umfassendes Bild von dem Ent- wicklungsgang des Monarchen von dessen Kindheit bis zum Eintritt in das Mannes- alter, schildert die vielseitigen Studien des jugendlichen Fürsten, seine militärische Laus- _Oie Einführung in die Staatsverwaltung, die Verlobung mit der englischen Königstochter, die glänzenden Hochzeitsfeierlichkeiten und das traute Familienleben des neuDermablten Paares. Den Text begleiten zahlreiche, mit vollendeter Technik aus- ge uhrte Illustrationen hervorragender Künstler. Zur besonderen Zierde gereichen dem geschmackvoll ausgestatteten Werke die Vollbilder auf Kupferdruckpapier, von denen die der zweiten und dritten Lieferung beigegebenen Darstellungen das Eostümfest zur silbernen Hochzeit des Kronprinzlichen Paares im Königlichen Schlosse zu Berlin, den Besuch des Kronprinzen Friedrich Wilhelm beim Papste Leo XIII., den Einzug des Kronprinzen Friedrich Wilhelm in Madrid und den Hofball im Königlichen Schlosse daselbst trefflich veranschaulichen. Das Buch umfaßt 10 Lieferungen, die in Hwischen- räumen von 14 Tagen erscheinen. Jedes Heft kostet 60 Pfg.
n,r,n f?et unserer Zeit und auch die Frauen haben
liaen unht'ihr,n$B<?Aliilnb al2 ben, Ausgaben der Valkswtrtbfchasl zu belhei-
«hren Tbcll an diesen Ausgaben sich klar zu machen. Aber wie sehr auch Sn ber Frauen im off entliehen Leben, ihre Theilnahme an der Armen- und nnh nnnP^ge ""ruerkcnnm ist, ihr eigentliches Feld bleibt doch der Herd des Hauses ein-nwirk-,^ m“8 D,r[!nt)ä™ f‘e am nachhaltigsten auf das sociale Leben des Volkes srausböltn^ k1 c§ lerT' $4eF *n ihrem Kreise, durch rationelle Fühlung der Haushaltung, den Forderungen der Zeit gerecht zu werden.
Handel und Berkedr.
Limburg, 18. April. Rother Weizen pro Malters 16 50, weißer Weizen JL 00.00, Korn JL 10.90, Gerste 9 80, Hafer JL 7.00, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln JL 0.00.
Frankfurt, 18. April. Auf dem heutigen Markt kosteten Kartoffeln per Malter JL 6.00—7.00, das Gescheid 00--Eier das Hundert JL 0.00—0.00, daS
St. 5—6 Butter im Großen JL 00.00—00.00, im Detail das Pfund 1.00 bis 1.01, Weißkraut per Stück 00—00 Rothkraut per Stück 40—50 Kohlrabi per Stück 0—0 H, Ochsenfleisch per Pfund 45—70 Kuh- u. Rindfleisch 35—60 Kalbfleisch 35—50 Schweinefleisch 60—70 Hammelfleisch 50—60 1 Hahn
vM 0.00-0.00, 1 Huhn v4t 0 00-0.00, 1 Ente JL 0.00-0.00, Gans Pfund 00-00 A, 1 Taube 00-00 Welsche JL 0.00-0.00.
Für die Ueberschwemmten gingen ferner ein: Dr. Ploch 10 R. B. 5 Jt. Oberftlieutenant Caspari 10 JL, Geh. Kirchenrath D. Köllner 5 JL, W. Löder 10 JL, R. N. 3 Landger.-Präsident Knorr 20 JL, Spar- und Leihkasse Watzenborn 25 JL, Ungenannt 1 vM, Dekan Dr. Strack in Lang-Göns 5 JL, von ben Schulern in Ronnenroth gesammelt 19.60 JL, Lehrer B. daselbst 1 J4, zusammen 114 60 Ji., mit den bereits früher quittirten Beträgen nunmehr 3019.32 Jt
Weitere Gaben nimmt gerne entgegen
Die Expedition des Gießener Anzeigers.
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesettschast.
Freitag Abend 630 Uhr, Samstag Vormittag 800 Uhr, Samstag Nachmittag 330 Uhr, Samstag Abend 7" Uhr.
Bekanntmachung.
Auf Grund des rechtskräftig bestätigten Zwangsvergleichs wird das Konkursverfahren über das Vermögen Les Philipp Etlinger von Gießen ausgehoben.
Gießen, den 14. April 1883.
Großh. Amtsgericht.
Gebhardt. 3327
Holzversteigerung
im Gießener Stadtwalde.
Montag den 23. April 1888,
von Vormittags 9 Uhr an,
fsoll im Gießener Stadtwalde in dem Diftrict Hangelstein nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
A Bau-, Werk- und Nutzholz.
12 Eichenstämme mit 13,57 Festmeter (von 23-82 Zentimeter Durchmesser), wovon 10 Slämme zu Schnittholz für Schreiner geeignet sind,
11 Fichtenstämme mit 3,79 Feftmtr.
B. Brennholz.
Scheith. Knüppelh. Stockh. Reish.
Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen
Buchen 134 256,6 39 4335
Eichen 48 36 27 410
Nadel 26 12 4 310
Die Zusammenkunft ist an der Straße nach Daubringen unweit des Steinbruchs.
Gießen, den 16. April 1888.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm. 3232
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß der Finanzaspirant Kreuder an Stelle des erkrankten Rechners und Oeconomen Kötter mit der Verfehung der Dienstfunctionen des letzteren in der Anstalt für Blödsinnige „Alicestist* bis auf Weiteres beauftragt worden ist. Das Bureau befindet sich wie bisher in der Anstalt.
Darmstadt, den 16. April 1888.
Großherzogliche Provinzial-Direction Starkenburg. ________________ von Marquard.
4 Träger, Säulen, Abtrittsrobre, Kaminschieber, Pfuhlpumpen, und sonstige Bau- Artikel.
Cement und Gyps. Gartenmöbel, Gartengeräthe, als:
Spaten, Schippen, Hacken, Rechen, Sensen, Sicheln?c,
Ciferrre Bettstellen.
J. €?. D. Bapst
empfiehlt 3323
Seifen-Extract«
Seifenpulver
von der Seifenfabrik F. Jos. Mobs, Gießen.
Bester Ersatz für Aschelauge ohne schädliche Nebenwirkung; macht die
Wäsche blendend weiß und hinterläßt einen angenehmen Geruch._______[3309
Ludwig Schmitt, Glases
Kanzleiberg 7, empfiehlt sich im Einrahmen von Bildern und Spiegeln in allen denkbaren Nahmen. 477
Arbeitsversteigerung.
Mittwoch den 23. d. Mts.,
von Vormittags 9 Uhr an, sollen alten Rathhause versteigert werden
Maurerarbeit, versnschl. zu 636
Skeinhauerarbeit, „ „ 80
Schlofferarbeit, „ „ 168
Cbaussirsteinlieferung,, „ 130
Pflastersteinlieferung, „ „ 7560
Steinsuhrlohn, „ „ 567
Handarbeit, „ „ 91
Cbaussirarbeit, „ „ 1778
Pflasterarbeit, „ „ 2038
Fluthgrabenräumen, „ „ 800
Gießen, den 19. April 1888.
im
51
30
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm. 3341
Samstag, den 21. d. M.,
Nachmittags 2 Uhr,
versteigere ich in meinem Bureau zwangsweise:
2 Ladeneinrichtungen, Waarenschranke, Wand- und Taschenuhren, Kleiderschränke, Kommode, Sophas, Stühle, Tische, Spiegel, 1 Parthie Dörrfleisch rc. Gießen, den 17. April 1888.
Bühner,
3335 Gerichtsvollzieher.
Aeilgeöotenes.
3313] Der Unterzeichnete ist beauftragt,
zwei Dampfdrescli-Apparate
bestehend in zwei 8-pferd. Locomo» bilen und zwei Dreschapparaten,
System Hornsby, unter sehr günstigen Bedingungen zu verkaufen. Ans Wunsch können je die Locomobilen oder auch die Dreschmaschinen allein verkauft und der Kaufpreis in Ratenzahlungen berichtigt werden. Wilhelm Roemer,
Kirchhain (Main-Weser-ä


