Beilage zu Ar. 218 bes „Mcheuer Anzeiger".
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Die Bäume auf unserem Ariedhose-
Unser so schön gelegener Friedhos ist ein blumengeschmückter H»in; mächtige Baumkronen überragen die Grabreihen und wcchsclvoll ist die Auswahl der Bäume.
In erster Linie sind Nadelhölzer von cypressenähnlichem Wüchse als Trauer- bäume angepflanzt; ihr düsteres Colorit, ihr streng begrenztes, obeltskenartigcs Wachs- thum lädt sie so recht als pflanzliche Letchenstetne erscheinen und gibt dem Ruheplatz der Tobten ein ernstes, weihevolles Gepräge. Der Lebensbaum ist in mehreren Arten anzutreffen (Thuja gigantea, oooidentalis oompaota, crista ta, globosa, plicata und lobii). Finster und traurig erscheint der westliche Lebensbaum, der von Nordamerika zu uns kam; sein kegelförmiger Wuchs nimmt am Grunde oft bedeutende Dimensionen an; die fast wagrecht abstehenden Zweige lösen sich auf in ein regelloses Gekotrr allseitig abstehender, mit dunkelgrünen Schuppen bekleideter Aestchen, welche die kleinen, elliptischen Zapfen tragen, die, in Menge auflretend, durch ihr schnelles Braunwerden den Farbenetndruck des Baumes erheblich stören. Dagegen zeichnet sich der nordamerikanische Lebensbaum durch absolute Kältefestigkeit aus, kein Wintcrfrost stört ihn. Vom Volke wird er gern als Cypresse bezeichnet, mit der er im Wuchs und Colorit auch manche Aehnlichkcit hat. Die wirkliche Cypresse des Südens verträgt aber nur Kälten von wenigen Graden und ist bet uns unmöglich im Freien zu erhalten.
Ihr ungemein ähnlich in Schlankheit des Baues find die säulenförmigen Wachholder (Juniperue), welche nicht selten als Grabzierden gepflanzt werden. Diese eigenartige Form unseres wilden Wachholders bildet Säulen von ost kaum einem Fuß Durchmesser bet zwanzig Fuß Höhe und ist so recht geeignet, wie ein stilles Aufrufs-Zeichen unseren Blick an eine Grabstätte zu fesseln.
Aus der Fülle unserer Laub Hölz er sind in ihrem ursprünglichen Wüchse fast nur zwei Bäume verbreitete Kirchhofsgäste, die Birke und die Zitterpappel. Beide haben miteinander gemein das ewig unruhige, sanft rauschende Laubwerk, die Zitter- nappel oder Espe in wett höherem Maße noch als die Birke. Sie war es bekanntlich, die allein an jenem traurigen Freitage das Haupt nicht beugte, als Christus verschied. Alle Bäume trauerten und senkten die Blätter, nur die Espe stand aufrecht, als dec Todesengel daherzog. Ta goß er die Schale mit dem Blute des Erlösers am Fuße des Espenstammes aus, und die starre Espe ward zur Zitterpappel, deren junge Blätter blutroth aus der Knospe brechen im ersten Frühjahr und ketoe Ruhe am Baume finden können, sondern zittern und rauschen, bis der Nordsturm im Herbste sie herunterweht zur Mutter Erde und des Schnees Leichentuch auch ihnen Ruhe bringt.
Die Birke ist so recht zum Trauerbaum geschaffen; ihre herabhängenden Aeste, ihr mattes Laub, der weiße Stamm, alles vereinigt sich, die mit jedem Boden vorlieb nehmende, zur ernsten Genossin der Zitterpappel oder der finsteren schweigsamen Föhre zu machen. Des Menschen Hand hat es verstanden, eine eigene Trauerbirke (Betula alba var. pendula haben wir auf unserm Friedhöfe) zu züchten; ihr Astwerk senkt sich im schlaffen Bogen zur Erde und scheint den unter ihr schlummernden zu beweinen. Weeping willow nennt sie der Engländer.
Derartige Trauerformen existtrcn von zahlreichen Baumarten und finden sich in mannigfachem Wechsel als Grabschmuck. An irgend _einer Stelle zufällig entstanden, werden solche Formen mit hängenden Aesten von gärtnerischer Hand vermehrt und weiter gezogen und pflegen in den meisten Fällen dann dauernd zu werden, wenn auch hin und wieder ein einzelner Ast sich einmal des ursprünglichen Wuchses seiner Stammart erinnert und grade aufschießt. So sehen wir auch auf unserm Friedhöfe Trauereschen (Fraxinus excelßior var. pendula), Trauerespen, Trauerelchen (Queren» ©occinea), Trauerweiden (Salix babylonioa) und zahlreiche andere Trauerbäume am Kopfende unserer Gräber ihre Aeste zu Boden senken.
Blumen mit lebhaft gefärbten Blüthen sind als Grabzierde nur wenig beliebt, höchstens die dunkelrosa blühende Akazie. Merkwürdigerweise fehlen unfern Friedhöfen
fast ganz die japanischen Magnolien, deren prächtige riesengroße, weiße oder weiß-rosa Blumen im allerersten Frühjahr erscheinen und von so langer Dauer sind, daß sie so recht zum Grabschmuck geeignet erscheinen.
Von den Blüthensträuchern und Blumen unseres Friedhofes ein anderes Mal!
(Nachdem ich diesen Artikel der Redaction übergeben, erfahre ich zu meiner großen Ueberraschung, daß alle Bäume auf unserm Friedhöfe eigentlich zu Unrecht bestehen, daß ihr Dasein ungesetzlich ist. Es ist in der That so! In 8 7 der Friedhofsordnung vom 10. September 1875 heißt es wörtlich: „Das Bepflanzen der Gräber mit Blumen und kurzen Ziersträuchern ist erlaubt, mißständige Pflanzen von größerem Gehölz und Bäume dagegen sind untersagt, und hat der Stadtoorstand das Recht, solche Bepflanzungen entfernen zu lassen, wenn die wegen der Entfernung erlassene Aufforderung unbeachtet gelassen wird!)
Repertorr der vereinigten Stadtthcater zu Frankfurt a. 3)1.
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Samstag den 22. September: Zum ersten Male wiederholt: Antoinette. Große Preise.
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fjRittnrkfort Herr C. Retter tn München übergab mir ein „Haarwasser" mit \S/UlUU./lvlU dem Gesuche, dasselbe zu prüfen und gutachtlich darüber zu berichten. Die angestellte Analyse ergab durchaus keine den Haaren nachtheilige Materien; ihre Bestandtheile sind vielmehr solcher Art, daß von dem Gebrauche des Mittels eher ein wohlthLttger Ginstutz auf das Wachsthum der Haare zu erwarten ist und steht daher ihrer Anwendung keinerlei Bedenken entgegen
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