«keitage zu Jlr. 67 des „gießener Anzeiger".
' ” --1 ' L.WJUB."1 L, I j. J.IJL il . 'L J ■ ~ ■» ■■-lia .
Lokale-.
Sieben, 17. März. Im Hinweis auf die am Mittwoch stattfindende Aufführung der Schütz'fchen Matthäuspassion durch den hiesigen Evangel. Ktrcheogesangverein berichten wir hier kurz über das Leben des Componisten. Sein über 200 Jahre alles Werk, über das wir in der nächsten Nummer handeln werden, ist nicht zu verwechseln mit der hier durch denselben Verein schon zweimal gesungenen Rtedel'schen Kompilation, welche alle 4, bezw. 3 Passionen des Meisters, am wenigsten freilich jene Matthäus- passton, das bedeutendste Werk von Schütz zu einem Ganzen verarbeitet.
Heinrich Schütz wurde am 5. October 1585, also 100 Jahre vor Bach und Händel, in Köstritz im Voigtland geboren als Sohn einer reichen, hochangesehenen Familie und genoß eine in Kunst und Wissenschaft gleich vorzügliche Erziehung. Als der hessische Landgraf Moritz einmal auf der Durchreise im väterlichen Hause übernachtete, ward er so von dem schönen Sopran des 13jährigen Knaben ergriffen, daß er ihn mit sich nahm, um ihn zusammen mit seinen Kindern ausbilden zu lassen. Heinrich machte bald so überraschende Fortschritte nicht blos in der Musik, sondern in allen Fächern des Wissens, wie in den Sprachen, von denen er Griechisch, Lateinisch, Französisch gleich beherrschte, daß er allgemein als Wunderkind angestaunt wurde. 1607 zog er aus die Universität Marburg, um Jura zu studiren, und arbeitete mit einem solchen Fleiß, daß er schon ba d mit Beifall eine Disputation hielt. Der Landgraf, der dies Musiktalent nicht untergehen lassen wollte, sandte ihn 1609 nach Venedig, nm bei dem greisen Giov. Gabrtelt seine Musikstudien zu vollenden. Denn damals brach sich in Italien eine neue musikalische Richtung Bahn, die in scharfem Gegensatz zu dem kontra- vunkttschen Formalismus in Deutschland stand und das moderne Oratorium und die Oper in's Leben rief. Stach dem Tode des verehrten Lehrers kehrte Schütz zurück und warf sich wieder, um nicht ganz von der Gnade seines Gönners zu leben, auf die Wissenschaft. Da traf ihn ein Angebot vom Kurfürsten in Dresden, bei einer Tauffeier zu dtrtgiren. Schütz folgte und erhielt, da man feine hohe Befähigung erkannte, die Leitung der kurfürstlichen Kapelle, die er dann auf eine damals ungewöhnliche Höhe brachte. Die Schrecken des 30jährigen Krieges und der Tod seiner Frau trieben ihn auf's Neue nach Italien, wo er noch eingehendere Studien in der neuen Musik machte. 'Nach Dresden zurückgekehrt, ward er wieder durch Kciegsstürme vertrieben und nun von einem Hofe zum andern gejagt. Wir finden ihn bald in Braunschweig, Lüneburg, ja sogar am dänischen Hof, bald wieder in Dresden. Stach dem Frtedensfchluß konnte er sich endlich hier ruhig niederlassen und wirkte nun als Kapellmeister, unter dem noch drei italienische und ein deutscher Kapellmeister arbeiteten. Als 81jährtger Greis schrieb er seine Matthäuspassion. Sechs Jahre darauf entschlief er.
Gietzen, 17. März. Der historische Verein wurde jüngst benachrichtigt, daß Herr Kofler wiederum ein sehr merkwürdiges Denkmal aus römischer Zeit in der Wetterau aufgedeckt hat. Es sind die vollständig erhaltenen Fundamente eines Mtthräum bei Oberflorstadt. Obgleich sich dasselbe nicht durch besondere Ausdehnung auszeichnet, auch keine besonders bemerkenswerthe Fundgegenstände dabet vorkamen, so ist es doch von hohem Interesse, die Anlage eines solchen Bauwerkes kennen zu lernen. Da schon Montag den 19. März alles wieder zugeworfen wird, um die Aecker bestellen zu können, so mögen sich Interessenten beeilen, zur Besichtigung noch den morgenden Sonntag zu benutzen. — Während der Ferien bleiben Museum und Bibliothek des historischen Vereins geschlossen.
verwischtes.
Wieseck, 16. März. Die im Jahre 1883 von dem damaligen Bürgermeister Lang zu Schulzwecken für die hiesige Gemeinde zum Preise von 18 150 JL angekaufte Lenz'sche Hofraithe wurde heute in öffentlicher Versteigerung von Herrn Karl Rühl auc) Gießen für die Summe von 16 800 JL erstanden. Dieselbe war fett dem Jahre 1884 unbewohnt. Den hierdurch entstandenen, nicht unbeträchtltchen Schaden hat die Gemeinde zu tragen.
r — sBearbeitung von Glas.j Um Glas zu fetten, bedient man sich nach dem „Metallarbetter" einer entsprechend harten, einfach gehauenen Felle und benetzt dieselbe ! mtt Benzin, welches mit Kampfer gesättigt ist; die Arbeit geht dann ganz leicht von statten. Um Glas auf einer Drehbank zu drechseln, befestigt man eine mit Terpentin und Kampfer befeuchtete Felle in dem Werkzeugstock. Um Glasröhren kantig zu machen, bringt man sie auf einer Hartholztgen Spindel an, indem man eine eiserne Stange mit Spitze durch einen Block von Ktrschbaum-, Kastanien- oder Ahornholz treibt und nun die Fläche einer einfach gehauenen Feile in dem Werkzeughalter wie oben verwendet und dann langsam dreht. Große Löcher können rasch in Glas eingeschnttten werden, wenn man sich dazu eines röhrenförmigen Stahlwerkzeugs mtt Hieb nach Art einer Felle auf der hohen Kante oder mit Zähnen unter Zugabe von feinem Schmtergel bedient. Hierbei muß man aber daraus achten, das Glas gut zu unterstützen, etwa an Bleiplatten, um das Brechen in Folge ungleichen Druckes zu vermeiden; auch darf das Werkzeug keine sehr schnelle Bewegung erhalten. Wie obm eingeschmtert, läßt sich das Glas auf diese Weise leicht behandeln. Um es oberflächlich zu reinigen, wird schwefltche Säure und Kaltum-Bichromat empfohlen. Zur Durchbohrung von Glas empfiehlt ferner die „Eentralztg. für Opt. und Mech." den folgendm einfachen Apparat: Eine rechteckige Ebonttplatte von etwa 18 Em. Länge und 12 Em. Breite wird über eine Induktionsspule gelegt, welche Funken von 12 Em. Länge gibt. Unter der Ebonit platte befindet sich ein Messtngdraht mit aufwärts gebogenem zugespitzten Ende, welches durch die Platte eben nur htndurchgeht, aber auf der anderen Seite heroorsteht; dieser Draht ist mtt dem einen Ende der Induktionsspule verbunden. An der Stelle, wo die Drahtspitze die Platte durchdringt, wird etwas Olivenöl eingetröpfelt, um den Draht zu tsoltren, worauf das zu durchbohrende Glasstück, von der Drahtjpitze nicht berührt, aufgelegt wird. Ein zweiter zugespitzter Draht, der mit dem anderen Pole der Induktionsspule verbunden ft, wird auf der Stelle der Glasplatte, unter welcher sich die erwähnte Drahtspitze befindet, aufgesetzt. Der alsdann zwischen den Drähten überschlagende elektrische Funke durchbohrt das Glas. Indem man das Glas auf der Ebonttplatte fortschiebt, kann man in wenigen Augenblicken eine Reihe von Löchern htndurchschlagen.
Handel «nd Verkehr.
Gießen, 17. März. Der Zutrieb zu dem am 13. und 14. d. M. abgehaltenen Vtehmarkt war bedeutend. An Rindvieh waren 1623 und Schweine 598 Stück auf- getrieben. Der Handel war lebhaft und die Preise höher als aus den vorhergehenden Märkten. Nächster Markt Dienstag den 17. und Mittwoch den 18. April d. I., am letzteren Tage auch Krümermarlt.
Schiff-«achrtchteu.
Bremen, 15. März. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Schnelldampfer Werra , Capt. R. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 3. März von Bremen und am 5. März von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newvork angekommen.
Das Zwischendeck des Dampfers „Hohenstaufen" am 21. März nach Australien ist be,setzt.
Qur ! Seit 20 Jahren von unübertroffener Wirkung ist das
. staatlich geprüfte und begutachtete von ersten Autoritäten empfohlene
Haarwasser v. Retter (München)
welches statt Oel ob. Pomade, täglich gebraucht, das Haar bis in's höchste Alter glänzend, geschmeidig und Scheitel haltend macht, die Kopfhaut von Schuppen rc. befreit und dadurch die Thätigkeit derselben erhöht, ä h- um 40 H u- 1.10 bei
1377 I. H. Fahr, Sonnenstraße.
Aeikgeöotenes.
Cigarren.
Beste Hamburger Specialitüten b 7, 8, 9, 10, 12, 15, 18 H, bei 1654 Jean Häuser, Neuen Bäue 12.
2249 Ein Eckhaus, am Zusammenfluß von 3 Straßen, in bester Lage, unter günstigen Bedingungen zu verkaufen.
Näheres durch Wilhelm Krämer, Bahnhofstraße 61.
2238 Ein schwerer dopmlsp Wagen zu kaufen gesucht. I. Rickel, Licherstr. 5.
Brennholz.
Buchen- und Tannenholz, in guter trockener Waare, per Meter und per Centner, billigst bei 96 Andrea» Euler.
=Flaschenbier
Gxport-Bier-Brauerei Pfungstadt.
Kaiserbräu ä Flasche ... 25
Lager-Bier ä „ ... 20 „
bei jedem Quantum frei in's Haus liefert J Arnold.
1656 __Brandgaffe 6.
Confirmanden - Anzüge
billigst zu kaufen bei
LouiS Rothtnverger,
1564 Nemmoeg 22
Depesche. Z
Neu eingetroffen: große Sendung SpazterstScke und Regenschirme, letz tere von 1 JL 50 an. — Repariren und Ueberziehen sofort und billig.
Jean Häuser, Neuen Baue 12.
Allgemeiner Anzeiger.
Sämmtliche noch vorräthigen
Englisch Tüll Gardinen
gebe noch zum Jnventurpreise ab.
Eine Parthie schwarze und eouleurte reinwollene Kleiderstoffe empfehle ganz enorm billig. 2101
Herm^lug. Müller.
usverkauf.
Von heute an findet in dem
Ph. Ellinger’schen Laden dahier, Seltersweg 71, täglich Ausverkauf der sämmtlichen LVaarenvorrathe zu ermäßigten Preisen statt.
Gießen, den 18. März 1888. 2241
••••••••••••••••• $•••••••
e 1ÖET Ausverkauf. ' $
D Wegen Verlegung meiner GeschäfrSlocalitäten M Ä nach Gcke der Plockstraße und SelterSweg (im Hause M M des Rechtsanwalt Labroisse) verkaufe von heute ab meine sämmt- 2
T lichen Waarenvorräthe in •
J Tapeten, Rouleaux, Teppichen, Gar- 5
• dinen, Tischdecken etc. Z
Ä zu bedeutend herabgesetzten Preisen. ä
• Ernet Blörtnet'* e
D 1205 Bahnhofstraße 12 D
veeeeeeeeeeeieieeeeeeeeeeee
Pa. Exportbier i 23 Pfennige pr. Flasche
„ Lagerbier .
aus der Aktien-Brauerei Gießen
empfiehlt und liefert bei Abnahme von mehreren Flaschen frei in’« Haus
Carl Lehrmund,
18 Neuenweg 36.
Ein Haus
[420
3.50
eingetroffen.
2049
Heinrich Wallach
Zollfrei ii.fraucopr.)*«*!iiachnnhmeempf. k. H. Schulz, Altona hei Hamburg.
.3.-
2.-
>6--
3.75
3.25
3.25
3.25
2.75
2.80
2.75
2.50
3.25
3.—
3.—
Für Confirmanden
empfehle:
Hemden, fttaetn, Manschette«, Sylipse, Handschuhe rc. rc-
2029 H. Rübsamen.
Caviar,neu,as^(6.5o
Lachshäringe, ff., haltbar,
Trauerstor,schwarzeSeide und Glace Handschuhe '"'N" H. Rübsamen.
Emser WWi^
ca. 30 pr. Postkiste.......
Schellfisch, Dorsch, ff. ge
räuchert, pr. Postkiste....
Pipi Qnrnft ".200 pr.S'/Jv.-li. MCI. oprOlL, pr.2KJ#8.50,pr.«L Klippfisch, getrock., weisse
flache, pr. Postcolii.......
Hschronlade, Rollmops, ff.,
picant, ca. 40 pr. Postfass
Kieler Riesen-,caJQpr.Postk.
Bücklinge E?:,4’: :
Vollhäringe, neue Holländer, ca. 25 pr. Postfass.........
Fetthäringe, neue grosse,
ca. 30 pr. Postfass........,
Fctthäriuge, neue mittelgr.,
ca. 45 pr. Postfass........,
Frische Schellfische, aisgew., e Dorsch, do. pr. Postk.,
Segfiscne Marias tum Braten .
I in bester Geschäftslage, zwei Laden für » jedes Geschäft geeignet, zu verkaufen. | Auskunft in der Exped. d. Bl-
Geschäftshäuser, beste Lagen, zu verkaufen durch 2134 Joh. Fr. Schaaf, Neustadt 55.
2124 Eine Parthie PolftermSbel, als' Sophas, Sessel, Stühle u. s. w. gebe ich fo billig wie möglich ab.
P. Hollneann, Neuen Baue 6.


