Reitage zu Ar. 269 Des „fliebener Anzeiger".
vermischtes.
Berlin. Wie das offictelle Organ der Deutschen Allgemeinen Ausstellung für Unfallverhütung, „Die Berufsgenossenschaft" berichtet, ist die zur Unterbringung größerer Maschinen bestimmte Maschinenhalle, welche auf dem bisherigen Spielplätze des Aus- ftellungsgrundstücks errichtet wird, bereits im Bau begriffen. Die Eisenconstructton des Gebäudes wird nach den Entwürfen des Herrn Ctvtltngenieur Scharowsky durch die Maschinenfabrik „Cyclop" Mehlis & Behrens, Berlin, ausgeführt, während das Baugeschäft von Simon & Cie., Berlin, die Herstellung der Fundamente und der Umfassungsmauern übernommen hat. Für den Betrieb in der Maschinenhalle werden vier Kessel aufgestellt. Von den neuerdings gemeldeten Ausstellungs-Gegenständen dürfte die Darstellung eines Gefrierschachtes — Patent Poetsch — ganz besonderes Interesse für sich in Anspruch nehmen, bei welchem durch Verwandlung des Schwimmsandes und Wassers in den festen Aggregatzustand die Gefahr eines Einsturzes resp. Derschüttetwerdens ausgeschlossen ist. Nicht weniger werthvoll erscheint die Vorführung einer completen Papiermaschine, welche die Papierfabrtkation — von der Verarbeitung Les Rohproductetz bis zum fertigen Papier — unter Berücksichtigung sämmtlicher Schutzvorrichtungen veranschaulichen wird. Die Deutsche Seewarte in Hamburg bringt eine reiche Collectio-Ausstellung in Modellen, Zeichnungen und Plänen, welche alle diejenigen Hilfsmittel in sich vereinigt, die dem L>chutze auf See und an der Küste dienen. Während der Dauer der Ausstellung werden zu gewissen Tagesstunden praktische Hebungen auf dem Gebiete des Rettungswesens stattfinden. Es soll den Werkmeistern, Vorarbeitern und sonstigen Interessenten Gelegenheit gegeben werden, sich über die zweckmäßigste Handhabung von Verbandmitteln rc. unterrichten zu können. Eine große Zahl von Berufsgenossenschaften und wtrthschaftltchen Verbänden werden aus Anlaß der Ausstellung ihre nächstjährigen Versammlungen in Berlin abhalten. Die Aus- stellungslettung wird für solche Versammlungen besondere Säle des Ausstellungspalastes zur Verfügung stellen und dieselben auch für Vorträge über Unfallverhütung und Gewerbehygiene benutzen. Das humanitäre Vorgehen der Gebr. Stumm in Neunkirchen, welche bekanntlich eine Prämie von 10 000 JL für ein Mittel zur Verhinderung des Einathmens von Staub in der Tbomasschlackenmühle ausgesetzt haben, hat in vielen Kreisen Nachahmung gefunden. Beispielsweise bewilligte der Glasbeleger-Hülfs- verein in Fürth einen Preis von 4000 JL für eine Schutzvorrichtung gegen das Etn- athmen von Quecksilber in den Belegereten, ferner die Brauereien in Berlin mehrere Preise für eine gute Bremsvorrichtung an Faßbierwagen.
— Daß Jemand aus Liebe zum Falschmünzer werden kann, beweist die folgende beschichte, die dem „B. T." aus Rom geschrieben wird: Schon lange hatte die römische Polizei ein neues, fast noch unbewohntes Gebäude in der Sctpionenstraße (im Engelsburg-Vierte!) überwacht, in welchem allnächtlich, von 7 Uhr bis Mitternacht, ein seltenes Treiben bemerkt worden war. Den ersten Stock des Hauses hatte ein in der Altstadt wohnender junger Mechaniker Namens Mercuri gemiethet, der niemals bet Tage, wohl aber allabendlich zur bezeichneten Stunde in seinem „Atelier" erschien und mit mehreren Genossen daselbst arbeitete. Kurz nachdem Mercuri die betreffende Wohnung bezogen hatte, begannen plötzlich große Mengen vorzüglicher, ja geradezu unvergleichlich kunstvoll tmitirter Silbermünzen in Rom zu circuliren und dies sowie andere Wahrnehmungen bestärkten die Polizei in ihrem Verdacht gegen die nächtlichen Arbeiter in der via degli acipioni. Eines schönen Morgens nun erschienen plötzlich Gendarmen in der Prtoat- wohnung Mercuri's in der Altstadt, während gleichzeitig das Haus mit dem Atelier umzingelt ward. In Anwesenheit des hinzugeführten Verhafteten wurden die Thüren gesprengt und nun entdeckte man ein Falschmünzerneft, wie es „reicher assortirt" noch niemals gefunden worden war. In den weiten Räumen befanden sich alle zur Herstellung des falschen Geldes nöthigen Apparate und Maschinen, ferner die Massen des nöthigen Materials und endlich ganze Truhen falscher Goldstücke und Bankschetne. In der geheimnißvollen Werkstätte waren alle Maßregeln getroffen, um für den Fall einer Entdeckung die Apparate sofort zu zerstören und eventuell die ganze Wohnung in Brand zu stecken; nur das überaus kluge Vorgehen der Polizei hatte dies vereitelt. Als Mercuri sein Atelier entdeckt und seine Genossen verhaftet sah, sprang er verzweifelt zum Fenster, um sich hinabzustürzen, wurde aber zurückgehalten und gebunden. Schluchzend erzählte er, daß er, der arme Mechaniker, um nun seine Geliebte heim- sühren zu können, sich zur Falschmünzerei hatte verleiten lassen und daß mit der Entdeckung auch sein Lebensglück zertrümmert sei.
— (Verwendung des Schnees zu militärischen Vertheidigungs- zwecken.) Aus Stockholm wird der „P. C." geschrieben: In den militärischen Kreisen Schwedens und Norwegens beschäftigt man sich lebhaft mit der Frage der Verwendbarkeit von Schneemassen für Vertheidigungszwecke im Kriege. Die Experimente in dieser Richtung sind keineswegs ganz neu, und es haben z. B. in Oesterreich schon vor längerer Zeit Versuche mit Schneewällen als Deckungsmittel gegen feindliches Feuer stattgefunden, bei welchen sich ergeben haben soll, daß Gewehrkugeln nicht tiefer als IV« Meter in die Schneemasse einzudringen vermögen. Es leuchtet ein, daß diese
Frage für Länder des nordischen Himmelsstriches von noch höherer Bedeutung ist, als für andere Staaten. Der Chef der Depot-Abtheilung in Frederikshald, Oberst I. N. Hertzberg, hat sich bereits vor geraumer Zeit aus dieses Problem geworfen und namentlich Ende März dieses Jahres eine Reihe von Versuchen der bezeichneten Art unternommen. Die „Norwegische Militär. Zeitschrift" veröffentlicht hierüber in ihrem jüngsten Heft eine Darstellung, welcher das Folgende entnommen fein möge. Es wurde eine Brustwehr von 20 m Lange, 1,4 m Höhe (gewöhnliche Anlagshöhe) aufgeworfen, die Dicke derselben betrug am Grunde 3m, an der Krone 2—1.5 m. Der Schnee war an dem Tage, da diese Brustwehr aufgeführt wurde, weich, da die Temperatur -ff 2« C. betrug. Die Aufführung geschah derart, daß die Soldaten große Schneekugeln zusammenrollten. Zum Schluß wurde die Brustwehr mit Schneeschaufeln, Säbel-Bajonetten und dergleichen so abgeputzt, daß sie das oben angegebene Profil erhielt. Hierauf wurden in verschiedenen Höhen vorn an der Brustwehr schwarze Zielscheiben angebracht und Schützen mit Garmann-Gewehren in einer Entfernung von nur 33 m vom Schneewalle aufgestellt. Die sieben Projektile, welche in den oberen Theil der Brustwehr in einer Tiefe von 0.3 Meter unterhalb der Krone abgegeben worden, drangen sämmtlich durch die Brustwehr hindurch, die in den verschiedenen Schußlinien eine Dicke von 1.90 bis 1.58 m hatte, während drei Projectile, die ungefähr in die Mitte Der Brustwehr ober unterhalb der Mitte gezielt waren, also in eine Tiefe von mindestens 0 5 bis 0.7 m unter der Krone, alle stecken blieben und später ausgegraben wurden, wobei es sich zeigte, daß das eine 125, das andere 1.20 und das dritte gar nur 1.03 m tief eingedrlmgen war. Obgleich die Schneemasse von Eisstücken oder anderem harten Materiale vollständig frei war, waren die Projektile doch defor- mtrt, indem sie vorne flach gedrückt und ausgeweitet waren. Nachmittags, als die Temperatur unter 0° gesunken war, wurde ein Theil Der Brustwehr derart mit Wasser überrieselt, daß der Wall im Laufe der Nacht mit einer Eiskruste überzogen wurde. Den folgenden Nachmiltag wurden wieder 10 Schüsse abgefeuert, diesmal in einer Entfernung von 100 m. Da zeigte sich das merkwürdige Resultat, daß der Wall jetzt-für die Projektile leichter durchdringbar war und daß diese nicht im Geringste beformirt wurden. 7 Projektile gingen durch den oberen Theil des Walles, der in Der Schußrichtung 1,59 bis 1,63 m dick war. Diese wurden nicht wieder aufgefunden. Bonden übrigen 3 Projektilen wurden zwei in einer Entfernung von 8 Metern hinter dem Walle und eines unmittelbar an der Rückseite desselben gefunden. Dieses unerwartete Resultat dürfte seine Erklärung wohl darin finden, daß die Schneebrustwehr nach der Begießung mit Wasser durch bas Gefrieren poröser geworben und daher leichter zu durchdringen war. Oberst Hertzberg zieht aus den angestellten Versuchen den Schluß, daß, wenn man der Schneebrustwehr ein steileres Profil gibt, so daß die Dicke von der Krone mindestens 2Vr Meter beträgt, das Widerstandsoermögen derselben wahrscheinlich vollkommen hinlänglich sein werde gegen alle Arten von Gewehrprojektilen und auf alle Entfernungen.
Literarisches.
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