Vertage zu Jlr, 65 des „stießener Anzeiger".
■n. Darmstadt, 13. März. fZweite Kammer der Stände.^ Nachmittags-Sitzung.
Der Art. 16 des Unsall-Versicherungs-Gesetzes, welcher heute Morgen an den Ausschutz zurückverwiesen wurde, steht nochmals zur Debatte.
Hierzu haben Abg. Gutfleisch und Genossen einen Abänderungsantrag etn- gebrachl, welcher bezweckt, daß die Besitzer von Grundstücken, die nicht zu forst- und landwirthschafilichen Zwecken dienen, sowie Haus- und Ziergärten u. s. w. zu der Versicherung nicht hinzugezogen werden sollen.
Auch Seitens des Ausschusses war man der Ansicht, daß man diesem Anträge Gutfleisch beitreten könne. Auch proponirte derselbe noch ferner, daß von demjenigen im Großherzogthum gelegenen Grundbesitze, welcher zu einem Betriebe gehört, dessen Sitz außerhalb des Großherzogthums gelegen ist, jener Beitrag nicht erhoben werden soll.
Nach einer kurzen Debatte wird der Antrag des Ausschusses in dieser neuen Fassung mit allen Stimmen angenommen.
Art. 19, Untersuchung der Unfälle, Art. 20-22, Schiedsgericht, Art. 22-27, werden ohne Debatte genehmigt.
Nach Abstimmung über das ganze Gesetz wird dasselbe mit allen gegen 6 Stimmen angenommen.
Sodann wird die Berathung des Budgets mit Kap. 133, Bauwesen im Ressort der Section für innere Verwaltung, Tit. 2, Bau einer psychiatrischen Klinik bei der Landesuniversttät rc., fortgesetzt.
Da die von der Regierung in Aussicht gestellte Proposition nebst Voranschlag und Pläne noch nicht vorltegen, beantragt der Ausschuß, die angeforderten 600,000 JL abzusetzen und findet dieser Antrag einstimmige Annahme.
Desgl. Tit. 3, Erbauung eines neuen Museums zu Darmstadt für 1,500,000 JL, aus den ganz gleichen Gründen abzulehnen.
Tit. 4, Kalharinenkirche zu Oppenheim, werden 14,300 JL bewilligt.
Tit. 5, Landcsirrenanstalt Heppenheim (97,545 J4), wird unter denselben Gründen wie Tit. 2 und 3 abgesetzt.
Tit. 6, Kreisamlsgebaude Schotten, Neubau desselben (51,600 JL).
Abg. Erk plaidirt für Nichtbewilligung und Verlegung des Kreisamts von Schotten nach Nidda, wo es schon seit frühester Zeit zum Vortheil der Bewohner Ober- hestens gewesen sei.
Mintfterialrath Rohde erwidert, ein Neubau am Kreisamt in Schotten sei unter allen Umständen nöthtg, da das alte Gebäude baufällig und unzureichend sei. Einer Verlegung des Kreisamts nach Nidda könne er nicht zustimmen.
Die Position wird hierauf mit allen gegen 2 Stimmen genehmigt.
Nachdem noch einige kleinere Positionen aus verschiedenen Thetlen des Budgets genehmigt, ist die Berathung desselben beendigt.
Nach Verkündigung einiger Einläufe wird die Sitzung um 6 Uhr geschlossen.
Morgen 9 Uhr Sitzung. Finanzgesetz.
man tn's Freie, wo der Selbstmordcandidat einen Revolver aus der Tasche zog und ausrief: „Jetzt seht einmal wie ich mich todtschteße!" Der Schuß krachte und brachte eine lebensgefährliche Verwundung hervor.
— Die Concursmasse des seiner Zeit von hier flüchtig gegangenen Restaurateurs aus dem „Caf4 Paris" kommt dieser Tage zur Ausschüttung und erhalten die Gläubiger 65pEt. Der hohe Betrag läßt darauf schließen, daß Jung nicht Schulden halber das Wette gesucht hat.
— In der heute Nachmittag stattgehabten Verwaltungsrathssitzung der Hessischen Ludwigsbahngesellfchaft wurde beschlossen, die diesjährige Generalversammlung den 18. April abzuhalten. — Die Einnahmen der Gesellschaft haben sich im abgelaufenen Februar wieder sehr günstig gestellt. Der Personenverkehr brachte in runder Summe 50 000 </< und der Güterverkehr 75 000 A mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.
— (Wie alt ist Kaiser Wilhelm Qeroorben?] Am 22. d. Mts. hätte Kaiser Wilhelm das 91. Lebensjahr vollendet; 12 Tage zuvor rief ihn in seinem Geburtsmonat die Vorsehung ab. Er hat danach ein Alter von 90 Jahren 11 Monaten und 19 Tagen, in Tagen ausgedrückt, ein Alter von 32 888 Tagen erreicht. Am
2. Januar d. I. hatte König Wilhelm I. das 27. Jahr seiner Regierung als König
von Preußen, am 18. Januar d. I. das 17. Jahr seiner Regierung als Kaiser von
Deutschland vollendet. Es verdient endlich noch Hervorgehoden zu werden, daß der
verstorbene Kaiser die seltene Feier der goldenen Hochzeit noch 83 */i Jahre überlebte. — Es schied mit Kaiser Wilhelm der Senior der europäischen Monarchen aus diesem Leben. Von den deutschen Fürsten ist jetzt der älteste der 70jährige Fürst Adolf von Schaumburg-Lippe; dann folgt der 69jährige Herzog Ernst von Sachsen-Koburg-Gotba und der ebenfalls 69jährige Großherzog Karl Alexander von Sachsen-Weimar. Diesen steht im Alter am nächsten der 68jährige Großberzog Friedrich Wilhelm von Mecklen- burg-Strelttz und sodann der 67jährige Prinz-Regent Luitpold von Bayern. Von den außerdeutschen Souveränen ist der 78jahrige Papst Leo XIII. der älteste. Unter den regierenden Fürsten steht der 71jährige König Wilhelm III. der Niederlande obenan; dann folgen der 69jährige König Christian IX. von Dänemark und die ebenfalls 69jährige Königin Victoria von Großbritannien. Die nächstälteften Monarchen sind, abgesehen von dem 62jährigen Kaiser Dom Pedro II. von Brasilien, der 59jährige König Oskar II. von Schweden und Norwegen und der 57jährige Kaiser Franz Josef I. von Oesterreich. Den Gegensatz bildet der noch nicht zweijährige König von Spanien.
A Mainz, 14. März. Ein fideler Selbstmörder hat sich gestern hier das Leben genommen. Derselbe — ein Dachdecker aus Eschweiler — lud seine Freunde und Bekannte zu einer Kneiperei ein und als die ganze Gesellschaft bezecht war, ging
Herr C. Retter tn München übergab mir ein „Haarwasser" mit dem Gesuche, dasselbe zu prüfen und gutachtlich darüber zu berichten. Die angestellte Analyse ergab durchaus keine den Haarm nachtheilige Materien; ihre Bestandtheile sind vielmehr solcher Art, daß von dem Gebrauche des Mittels eher ein wohlthätiger Einfluß auf das Wachsthum der Haare zu erwarten ist und steht daher ihrer Anwendung keinerlei Bedenken entgegen
München, 7. IX. 67. (L. 8.) vr. G- C- Wittstein.
Zu haben um 40 H u. 1.10 bei I. H. Anhr, Sonnenstraße. 529
Landwirthschaftliche Nachrichten.
(Nachdruck verboten.)
— (Zur Aussaat der Gerste.) Zu den Gctreidepflanzen, deren Anbau als Winterung em riskanter ist, gehört die Gerste. Oft genug gebt die Winterbestellung ganz und gar zu Grunde. Aber auch die Frühjahrsaussaat ist mancherlei Gefahren ausgesetzt, die Gerste wird zweiwüchstg, sie schoßt nicht genügend aus oder wird durch Spätfröste oder Nässe gelb. Alle diese Gefahren sind dem Landwirthe bekannt, wenn wir deshalb doch hier darauf zurücktommen, so geschieht es, um zu betonen, daß durch eine richtig gewählte Aussaatszeit viele der Gefahren abgewendet werden können. Wie bet kaum einer anderen Pflanze muß bet der Gerste die örtliche Beobachtung ausschlaggebend, der Charakter der Witterung einer Gegend muß für die Aussaat beftimniend sein. Nur in sehr milden und trockenen Gegenden, in denen die durchschnittliche Tageswärme schon Mitte März 4—8* Reaumur beträgt, wird man zu dieser Zeit an die Aussaat gehen können, ohne einen Mißerfolg fürchten zu müssen. In rauhen Gegenden mit unbeständigem Wetter wird man dagegen warten, bis das Thermometer durchschnittlich 7—9* Tageswärme anzeigt, ist die Witterung gleichzeitig sehr feucht, so empfiehlt es sich sogar, Ende April und Anfang Mat erst zur Aussaat der Gerste zu schreiten.
— Beim Lüsten der Mistbeete, einer Verrichtung, die bekanntlich bei allen Beeten, in denen Pflanzen getrieben werden, häufig vorgenommen werden muß, wird nur in seltenen Fällen mit der nöthigen Vorsicht verfahren, um die jungen Pflanzen vor kalter, scharfer Zugluft zu schützen. Da bet der Treiberei allen Pflanzen diese Zugluft sehr schädlich ist, so sollte im Gegentheil darauf geachtet werden, daß nicht das Gelingen der Treibzucht so leichtsinnig gefährdet wird. Zumal in diesem Frühjahr, mit seinem kalten, rauhen Wetter, ist doppelte Aufmerksamkeit am Platze. Beim Lüften ist nun der Inhalt der Mistbeete sehr leicht vor Zugluft zu schützen, wenn über die Oeffnungen Strohmatten gehängt werden, wie solche in jedem Garten vorhanden sind. Durch die Decken findet eine genügende Lufterneuerung des Kastens statt, während doch die directe Zugluft auf diese Weise von den Pflanzen abgehalten wird.
— Es gehen uns die beiden neuesten Nummern (2 und 3) der »Zeitschrift deS allgemeinen deutschen Sprachvereins* zu. Dieselben enthalten folgende Mtttheilungen: „Untere Personennamen" von Ludw. Hertel; „Varnhagen und verwandte Namen" von Ed. Lohmeyer; — „Mahnung an die Deutschen", ein launiges Gedicht von Zschalig; „Sich nicht entblöden"; „Vom Amtsstile"; — „Derselbe"; „Die Loreley"; kleine Mittheilungen; Bücher- und Zeitungsschau; Denk- und Merksprüche; Briefkasten und Geschäftliches. Die Zeitschrift läßt das sehr rege und erfolgreiche Wirken des Vereins erkennen, der sich bekanntlich die Aufgabe gestellt hat, dahin zu wirken, daß „die deutsche Sprache möglichst von unnöthigen fremden Bestandtheilen gesäubert werde, daß der wahre Geist und das echte Wesen derselben gepflegt und daß auf diesem Wege das nationale Bewußtsein im deutschen Volke gekräftigt werde." Der Verein umfaßt jetzt schon über 100 Zweigoereine und etwa 7000 Mitglieder. Jedem Mitgliede wird die Zeitschrift regelmäßig und kostenfrei geliefert. Man kann ohne Weiteres einem der Zweigvereine beitreten oder sich auch als unmittelbares Mitglied des Gesammtoereins, unter Einzahlung von mindestens 3 JL an den 1. Vorsitzenden Herrn Museumsdirector Prof. Dr. H. Riegel in Braunschweig, einschreiben lassen.
Allgemeiner Anzeiger.
Holzversteigerung - im Gießener Stadtwalde. Montag den 19. März 1888, von Vormittags 9 Uhr an, । soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Faulerboden, Bruch und i Bruderwinter nachverzeichnetes Holz . versteigert werden: .
A. Bau-, Werk- und Nutzholz.
85 Eichenstämme mit 12,44 Festm., 20 Fichtenstämme „ 7,64 „
1 Birkenstamm „ 0,20 „ 159 Eichenstangen „ 12,84 „ 2415 Fichtenstangen „ 58,50 „
4 Birkenstangen „ 0,35 „ B. Brennholz.
Scheith. Kuüppelh. Stockh. ReiSh.
Rmtt.
Rmtr.
Rmtt.
Wellen
Buchen
16
37,7
13
1500
Eichen
2
55
14,6
760
Nadel
19
97
.19,8
3460
Birke
1
—
—
—
Arve
—
2
—
—
Die Zusammenkunft ist am Lumpenmannsbrunnen.
Gießen, den 12. März 1888.
• Großh. Bürgermeisterei Gießen. I
A. Bramm. 2098 •
Bekanntmachung.
Anmeldungen zum Bezüge von Zinsen aus der Schottischen Stiftung haben bis zum 24. dieses Monats bei Herrn Armenkafferechner Laub er zu erfolgen.
Gießen, am 10. März 1888.
Die Armen-Deputation der Stadt Gießen.
A. Bramm.
JFtir
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che« *. Männchen z. verk. Wolfstr 4. | Ludwig Schmitt, Glaser.
Freitag, den 16. -g. Mts..
Nachmittags 1V2 Uhr, im „Wiener Hof" dahier werden gegen gleich haare Zahlung öffentlich versteigert:
1 Parthie Gartenmöbel von Eichenholz, 1 Küchenschrank, einige Tische, 1 Bett, 1 Parthie weiße und rothe Tischdecken, Servietten, Handtücher, Vorhänge, große Quantitäten Bier- und Weingläser, Bieruntersätze, Porzellan, Messer und Gabeln und sonstige Küchen- und Wirthschaftsaeräthe, circa 50 Flaschen Wein, etwas Branntwein, 1 Kiste schwedisches Feuerzeug rc. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 13. März 1888.
Engel,
2164 Gr. Gerichtsvollzieher-
Aeitgeöotenes.
Die größte Auswabl in
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Julius Buch,
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2124 Eine Parthie Polstermöbel, i als: SophaS, Sessel, Stühle u. s w. | gebe ich so billig wie möglich ab-
P. Hollmann. iHeuai Baue 6.


