Steinschüttung für den Quadratmeter mit einer Mark und haben diese ganz massiven Wege auch noch den Uebelstand, daß wenn man sie einmal verlegen will, was mitunter ja auch vorkommt, sie gar nicht zu beseitigen sind und Jahre hindurch dort nichts wachsen will. Da ist nun die folgende, zwar nicht neue, aber billige Wegebefesitgung, welche den besonderen Vorthetl hat, daß man. den Weg später leicht wieder in Cultur- land verwandeln kann, sehr zu empfehlen. Die Wege werden zunächst ganz flach aus- geschauselt und mit gebrauchter Gcrberlohe mindestens 6 Ctm. hoch überdeckt Diese Lohe ist gewöhnlich sehr billig, hält den Weg genügend trocken, sowie frei vom Unkraut und hat außerdem noch die Annehmlichkeit, daß sie selbst bet anhaltender Trockenheit nicht staubt, also ein Sprengen im Sommer unnöthig macht, dabei geht man auf solchen Wegen weich und bequem. Die Wege halten sich auch sehr gut und braucht in jedem Frühjahre nur einmal etwas Lohe nachgefüllt zu werden; es sind diese Lohwege namentllch für Gemüse- und Obstgärten sehr empfehlenswerth. Für Ziergärten und Parks sind die nach folgender Angabe hergestellten die besten. Nachdem die Wege ca. 20 Ctm. tief ausgeworfen sind, wird eine 5—10 Ctm. starke Schicht von ganz rauhem Kies darauf gebracht und ist es am besten, denjenigen Kies zu verwenden, welcher bei dem Durchwerfen in der Kiesgrube zurückbleibt. Diese Lage wird bet nassem Wetter oder unter beständigem Naßhalten gut festgewalzt. Hierauf kommt eine 3-5 Ctm. starke, feine Kiesschtcht, welche auf gleiche Weise zu walzen ist; wenn keine Walze zur Verfügung steht, dann müssen die einzelnen Lagen mit einem hölzernen Stampfer gut gestampft werden. Ein so angelegter Weg wird allen Anforderungen genügen, denn der reine Kies, welcher verwendet wurde, läßt fein Unkraut aufkommen und die Wege sind leicht sauber im Stande zu halten. Die Kiesdecke saugt das Wasser schnell auf und führt es rasch ab, wodurch solche Wege bei Regen schnell trocknen und stets gangbar sind. Eine sehr verwerfliche Methode ist es, zwischen oder unter dem Kies Lehm oder Straßenabraum zu bringen in dem Glauben, durch die innige Verbindung dieser Massen einen dauerhaften Weg zu erhalten. Bei jedem länger anhaltenden Siegen wird der Lehm ober Straßenabraum aufgeweicht und drückt sich bei dem Betreten des Weges durch die feine Kiesdecke durch. Das Wasser kann die Decke nicht durchdringen, bleibt in den Wegen stehen und in jeder Veniefung bilden sich Pfützen und ist deshalb von der Herstellung solcher Wege aus diesem Grunde abzurathen, da dieselben übrigens auch gar nicht so billig sind.
— [Die gefürchtetste Geflügelkrankheit.) Die unter dem Geflügel am meisten grassirende und gefährlichste Krankheit ist die Hals- ober Luftröhrenkrankheit, Pips, C-roup, Diphtherie ober wie sie sonst noch genannt wirb, unb rafft biefelbe je nach ihrem Auftreten in kürzerer ober längerer Zeit viele Thiere weg. Anfangs gibt sich ein Pfeifen beim Athrnen, dann ein Röcheln mit aufgesperrtem Schnabel kund, das kranke Thier frißt nicht mehr, magert ab und drückt sich in wärmeren Ecken nnb Verstecken herum, bis es ben Geist aufgibt. Manchmal geht es auch rasch zum Tobe, in 3—4 Tagen ist ber Bestanb an Hühnern gelichtet ober gar ganz ausgestorben, ba die Krankheit sehr ansteckenb ist unb raptb zum Enbe führt. Da werben nun zwar viele Mittel bagegen angcroanbt, aber keines ist burchgreifenb unb von nachhaltiger Wirkung unb ist man beim in neuerer Zeit auf einen Versuch mit Petroleum gekommen, welcher auch ben gewünschten Erfolg hatte. Eine einmalige Rachenpinselung unb in jedes Rasloch einen guten Tropfen hilft in ben meisten Fallen schon. Sollte es jeboch nothig fein, fo pinsele man am folgenben Tag nochmals unb alle finb gerettet. Meist treffen die Thiere sofort roieber als ob ihnen gar nichts gefehlt hätte. Die Wirkung ist überraschenb unb nachhaltig unb kann das billige und einfache Mittel nicht genug empfohlen werben.
Literarische-.
- Dreißig Jahre preutzisch-deutsche Geschichte, 1858-1888, in amtlichen Kundgebungen. Von Dr. phil. Horst Kohl, Oberlehrer am König!. Gymnasium zu Chemnitz. Dies ist der Titel eines im Verlage ber I. Rtcker'schen Buchhanblung in Gießen erscheinenben Werkes, welches in 3 Büchern (l.Buch: Die Zeit ber Regent; fdiaft unb bes Verfassungsconflictes [1858—1866], 2. Buch: Die Zeit bes Nordbeutschen
Bunbes [1867 1870], 3. Buch: Gründung unb Ausbau des Deutschen Reich,« 1871-1881]) bem Leser ein getreues Bild un eres nationalen Lebens in d
M Jahren bietet. Das Buch enthüll e.nc Sammlung 184 ®ocume2U't)''n .Jefeten bre'&ig Jahre in den authentischen Texten be äpSn„ff unb b-S deutschen ReichSanj-igerS. Es ist durchaus vollitündig hinsichtlich ber^de.^ reden (bej. Reden der Minister), die bei Eröffnung ober Schluß ber Sitzung parlamemar chen Körperschaften in Preußen und im Deutschen Reiche gehalten ward.» ftnb; von Armeebefehlen, Proklamationen, Allerhöchsten Erlassen fcönirliriL« b ? Kel chen Botschaften, Ansprachen k. fanden Ausnahme nur 'die' “Ä’ß geschichtlichen Entwickelung der letzten dreißig Indre wichtigsten. Eine febr ÄJj m '^geschichtliche Werk, eignet sich das Buch nicht nur sür di Hand des Historikers dem es die Texte unver kürzt und in vollster Slßot !
°8b£n, QU« ff 2-d-n, welcher ber Geschichte des deutschen Vaterland s Wendiges Interesse entgegenbringt und das Bedürsniß fühlt, aus ben Quellen selb» sich Belehrung zu verschasten; vor Allem sei es als Geschenk für das der a n reifende Geschlecht empfohlen, welches berufen ist, dereinst mitwarbeit* n„r?n' We 'erbau beffen, was eine große Zeit schuf unb bieff eita fteef « Stele wIVm ?1 Kaiserlichen Botschaft vom 17. Nooember 1881 als P.ogrumm bff stuluni „ff e.ff [rnQnenflrhtCI9i iff *u, cttlff,n; Möge bas Buch in seinem Theile dazu E ff ff" ?',an™ten d-upchen Vaterlanbe und seine Fürstet, lebendig >U ^halten und in der Jugend zu wecken unb zu pflegen: in dieser Absicht warb die Sammlung veranstaltet. Einen verbindenden Text zu geben Hot der Verfasser abffchtliA Steden; in ihrer Unmittelbarkeit erzählen die Stücke selbst lauter
1 ? rS 2ÖO3t Historikers vermag, von dem Ringen und Streben, den Hoffnunaen
M'd Erfolgen, den Freuden und Leiden der vergangenen 30 Jahre. — Der Preis 575f^ für,ehn«eLphieih^ölt(?fe<t Inhalts ein mäßiger: 4.50 für das vroschirte für das gebundene Exemplar. uc*
Handel und Beekehr.
— Nach den nunmehr im „Eisenbahn-Verordnungsblatt" veröffentlichten Be- dingungen über die den Staatsetsenbahn-Betriedsämteru eingeräumte Besugn'ß iUt Bewilligung einmonatlicher Frachtstundungen vom 1. April 1889 ab erstreckt fib hfl Stundung auf die ^rachlbeträge und die sonstigen der Eisenbabnoerwaltung regleu.rnts ^rrf- oder vertragsmäßig für Eisenbahntransporte nach und von der betreffende» Station an den Stundungsnehmer zustehenden Forderungen, namentlich auch auf Nack nahmen, Nebengebuhren und Anschlußfrachten.' Rollfuhrunternehmern kann bt'e Stundung auch bezüglich der von ihnen im Auftrage dritter Personen abgegebenen ober abgcnommenen Sendungen bewilligk werden. Für Beiträge von weniger als
Monatlich für eine einzelne Güterkasse wird Stundung nickt bewilligt 2lJ Milchiendungen rrn Abonnement sindet diese Beschränkung keine Anwendung. 9lu ? Entscherdet dasjenige Eisenbahnbetrieb-.amt, in dessen Amts
ber^lk die betreffende Güterkasse belegen ist. Von dem Antragsteller ist genügende Sicherheit für den emeinhalbiachen Betrag der monatlichen Stundungssumme z»
Telegraphischer Schiffsbericht
der „Red Star Line" Antwerpen.
... ffewpork, 9. November. Der Postbampser „Belgenlaub" ber „Reb Star LI--' ist von Antwerpen heute wohlbehalten hier angekommen.
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